{"id":13308,"date":"2009-09-15T00:00:00","date_gmt":"2009-09-15T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13308"},"modified":"2009-09-15T00:00:00","modified_gmt":"2009-09-15T00:00:00","slug":"13308","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/09\/13308\/","title":{"rendered":"Pr&#228;sidentschaftswahl in Afghanistan"},"content":{"rendered":"<p>  Keine Alternative f&#252;r die Massen<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Der amtierende Pr&#228;sident Hamid Karsai wird voraussichtlich als Sieger   aus den am 20.August abgehaltenen Pr&#228;sidentschaftswahlen in Afghanistan   hervorgehen. Die Wahlen wurden &#252;berschattet von Betrugsvorw&#252;rfen, Gewalt   und Manipulationen. <\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Khalid Batti, Socialist Movement Pakistan, 4.September 2009<\/i><\/h4>\n<p>  An 73 verschiedenen Orten gab es Anschl&#228;ge der Taliban, die damit   beweisen konnte, dass ihr Aktionsradius und ihr Einfluss gewachsen sind.   Bis jetzt ist noch nicht klar, ob es Karsai gelungen ist, die 50 Prozent   zu bekommen, die er braucht, um einen zweiten Wahlgang zu vermeiden. Die   &#8222;unabh&#228;ngige Wahlkommission&#8220; hat Zahlen ver&#246;ffentlicht, die auf die   Ergebnisse aus 60 Prozent der Wahllokale basieren, wonach Pr&#228;sident   Karsai in F&#252;hrung liegt. Von den 3,69 Millionen Stimmen, die zu diesem   Zeitpunkt ausgez&#228;hlt waren, bekam Karsai 1,74 Millionen, sein sch&#228;rfster   Rivale, der ehemalige Au&#223;enminister Dr. Abdullah Abdullah bekam 1,2   Millionen. Dies entspricht 47,3 Prozent f&#252;r Karsai und 32,6 Prozent f&#252;r   Abdullah. Ramzan Bashardost liegt deutlich abgeschlagen bei neun Prozent   und der ehemalige Finanzminister Ashraf Ghani bei drei Prozent. Das   offizielle Endergebnis wird am 17. September verk&#252;ndet und falls Karsai   weniger als 50 Prozent erh&#228;lt, wird es im Oktober einen zweiten Wahlgang   geben.<\/p>\n<p>  Der Kommission f&#252;r Wahlbeschwerden liegen mehr als 2600 Beschwerden &#252;ber   Betrug, Einsch&#252;chterungen und Manipulationen vor, darunter 790 vom   Wahltag selbst, viele davon wurden vom Lager Abdullahs vorgebracht. Laut   der Kommission gibt es 650 ernsthafte Beschwerden die sich   m&#246;glicherweise auf das Ergebnis auswirken k&#246;nnten. Die Kommission f&#252;r   Wahlbeschwerden wird zun&#228;chst &#252;ber diese Beschwerden entscheiden, bevor   sie das amtliche Ergebnis bekannt gibt. Dr. Abdullah hat dem   Karsai-Lager wiederholt vorgeworfen, es w&#252;rde staatlich organisierten   Wahlbetrug begehen. Dr. Abdullah hat ebenfalls angek&#252;ndigt, dass er im   Falle einer Niederlage das gef&#228;lschte Ergebnis nicht akzeptieren wird.   Internationale Wahlbeobachter haben ebenfalls ihre Bedenken &#252;ber   Manipulationen und Unregelm&#228;&#223;igkeiten ausgedr&#252;ckt. Lange Distanzen,   schwache Institutionen, schlechte Infrastruktur und   Sicherheitserw&#228;gungen stellten H&#252;rden f&#252;r den Wahlprozess dar. Zum   Transport von Wahlurnen und Stimmzettel wurden in einigen Gebieten   wieder Esel verwendet! Eine Sache ist klar: diese Wahlen wurden   entsprechend dem bekannten Muster der neokolonialen Welt durchgef&#252;hrt,   wonach Regierungen alle zur Verf&#252;gung stehenden Mittel einsetzen, um   Wahlen zu gewinnen. Alles &#8211; von Geld &#252;ber den Einsatz des   Staatsapparates, Gewalt und Einsch&#252;chterung bis hin zur Anmeldung   fiktiver W&#228;hler und Behinderung von oppositionellen W&#228;hlern beim Zugang   zu den Wahllokalen &#8211; wurde eingesetzt, um diese Wahlen zu manipulieren.<\/p>\n<h4>  Karsai schl&#228;gt dem US-Plan ein Schnippchen<\/h4>\n<p>  Dr. Abdullah Abdullah und Ashraf Ghani waren die wichtigsten   Hoffnungstr&#228;ger der USA als es darum ging, Karsai zu st&#252;rzen und eine   von Abdullah gef&#252;hrte Regierung in Kabul einzusetzen. Der US-Plan sah   vor, dass eine Allianz von Abdullah und Ghani in der Stichwahl Karsai   besiegen w&#252;rde. Der US-Sondergesandte f&#252;r Afghanistan und Pakistan,   Richard Holbrooke und einige andere Offizielle waren der Ansicht, dass   Ashrraf Ghani Karsai in den von Paschtunen bewohnten Gebieten Stimmen   wegnehmen w&#252;rde und dass dies zu einer Stichwahl zwischen Abdullah und   Karsai f&#252;hren w&#252;rde. Holbrooke und Co. untersch&#228;tzten das Ansehen Karsai   unter den Tadschiken und Usbeken im Land.<\/p>\n<p>  In Gegensatz zu den Prognosen der US-Experten, wonach die   Pr&#228;sidentschaftswahlen die ethnischen Spaltungen im Land versch&#228;rfen und   ein Sieg Karsais w&#252;tende Reaktionen in den mehrheitlich paschtunischen   Gebieten hervorrufen w&#252;rden, passiert nichts dieser Art. Die Paschtunen   haben Ashraf Ghani, dem ehemaligen Weltbankfunktion&#228;r und bevorzugtem   Kandidaten des Amerikanischen Kapitalismus, eine Absage erteilt. Obwohl   er ein blaublutiges Mitglieder der Ahmadzai ist, einer der gr&#246;&#223;ten   St&#228;mme im Osten Afghanistans, zeigen die Ergebnisse aus der Provinz   Nangarhar dass die Paschtunen Ghani wenig Unterst&#252;tzung entgegen   bringen, obwohl es wahrscheinlich eine Anti-Karsai-Haltung unter der   Paschtunen gibt, die kein Kandidat f&#252;r sich mobilisieren konnte. Anders   gesagt: die USA haben auf die ethnische Paschtunen-Karte gesetzt und ihr   Plan ist gescheitert. Die USA werden Ghani nun buchst&#228;blich in das   Machtgef&#252;ge einsetzen m&#252;ssen. Der Plan der USA wurde zus&#228;tzlich   kompliziert durch die Tatsache, dass Karsai in den nicht-paschtunischen   Regionen besser abgeschnitten hat als erwartet. Dabei hatte man im   Vorfeld dort Abdullah die besseren Chancen einger&#228;umt, da er halb   Tadschike ist. Karsai hat Washington im wahrsten Sinne des Wortes ein   Schnippchen geschlagen, in dem er den notorischen usbekischen Warlor   Rashid Dostrum dazu bewegen konnte, aus der T&#252;rkei zur&#252;ckzukehren um f&#252;r   ihn die zehn Prozent Stimmen der Usbeken zu mobilisieren. Dieser   Stimmenanteil k&#246;nnte den Ausschlag f&#252;r den Sieg Karsais geben. Rashid   Dostum ist nach der Erf&#252;llung seiner Rolle mittlerweile in die T&#252;rkei   zur&#252;ckgekehrt damit die USA nicht die M&#246;glichkeit haben, seine   Anwesenheit zu einem Thema zu machen um Karsai zu kritisieren. In einem   weiteren geschickten Man&#246;ver verpflichtete Karsai den gef&#252;rchtetsten   Tadschikenf&#252;hrer, General Muhammad Qasim Fahim sowie den Anf&#252;hrer der   schiitischen Hazara, Karim Khalili, als seine Kandidaten f&#252;r die Posten   der Vizepr&#228;sidenten. Ergebnisse aus den n&#246;rdlichen und zentralen   Provinzen (Takhar, Badakhshan, Kunduz, Baghlan, Jowzjan, Sar-epol,   Balkh, Bamyan und Kabul) zeigen, dass Abdullah zehn Prozent hinter   Karsai liegt. Abdullah erzielte in seiner Heimatprovinz Panjsher ein   gutes Ergebnis von 87 Prozent, das gleiche gilt f&#252;r die benachbarte   Provinz Parwan, wo er 63 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielt. Es ist   offensichtlich, dass Fahim im gro&#223;en Stil die Tadschiken f&#252;r Karsai   mobilisiert hat, w&#228;hrend Khalil und Mohaqiq Unterst&#252;tzung unter den   Hazara f&#252;r den Pr&#228;sidenten gewinnen konnten. Rashid Dostum bescherte ihm   die wichtigen Stimmen der Usbeken (Dostum selbst hatte bei den   Pr&#228;sidentschaftswahlen 2004 11 Prozent der Stimmen erhalten).<\/p>\n<p>  So war es alles in allem Karsais Spinnennetz-&#228;hnliches Geflecht von   Allianzen mit Warlords, religi&#246;sen F&#252;hrern und Stammesf&#252;hrern in den   n&#246;rdlichen, nordwestlichen und zentralen Provinzen, das Abdullah   &#252;bertrumpfte. Offensichtlich haben die USA in ihren Planungen die   Unterst&#252;tzung von Ghani unter den Paschtunen und die von Abdullah unter   der Tadschiken &#252;bersch&#228;tzt. Die Ergebnisse aus dem S&#252;den und dem Westen   des Landes liegen noch nicht vor. Abdullah wird in diesen Gebieten   schlecht abschneiden und Karsai wird einen gro&#223;en Teil der Stimmen   bekommen. Ismail Khan, der gro&#223;e Warlord im Westen Afghanistans, der als   &#8222;Amir&#8220; (Anf&#252;hrer) bezeichnet wird, unterst&#252;tzt Karsai zu hundert   Prozent. In den s&#252;dlichen Provinzen hat Karsai ein Heimspiel.<\/p>\n<p>  Die Realit&#228;t ist, dass diese Wahl nicht von Kandidaten mit   gegens&#228;tzlichen Ideologien ausgefochten wurde, sonder ein Machtkampf   zwischen rivalisierenden Warlords war. Die sieben Jahre der sogenannten   &#8222;demokratischen Herrschaft&#8220; haben die Warlords, die religi&#246;sen Hardliner   und die Stammesf&#252;hrer &#252;berhaupt nicht geschw&#228;cht. Sie alle bestimmen   nach wie vor, wo es lang geht. Im Kampf der Warlords hat Karsai einen   Erfolg gelandet, denn er schaffte es, die gef&#252;rchtetsten und   notorischsten unter ihnen auf seine Seite zu ziehen, und dadurch gewann   er die Wahl.<\/p>\n<p>  Karsais Verh&#228;ltnis zum Westen hat sich im Laufe des letzten Jahres   sp&#252;rbar verschlechtert. Die USA haben Karsai die kalte Schulter gezeigt   und m&#246;chten ihn ersetzen. Die Spannungen zwischen dem einstigen   Mustersch&#252;ler Washingtons und der Obama-Regierung spitzten sich vor der   Wahl zu. Diese Spannungen gipfelten bei einem Treffen zwischen Karsai   und Holbrooke nach der Wahl. Angeblich gab es dabei eine &#8222;Standpauke&#8220;   von Karsai f&#252;r Holbrooke, wonach der Amerikaner das vom Pr&#228;sidenten   veranstaltete Essen in Kabul einfach verlie&#223;. Beide Seiten brachten   unterschiedliche Versionen der Ereignisse in Umlauf. W&#228;hrend Quellen,   die dem Pr&#228;sidenten nahe stehen, darauf beharren, dass Karsai Holbrooke   die Leviten gelesen habe, behauptet Washington &#8222;keiner ist laut geworden   und keiner ist rausgest&#252;rmt.&#8220;<\/p>\n<p>  Es zeichnet sich ab dass die Allianz Obama &#8211; Karsai im Prinzip am Ende   ist. Helene Cooper schrieb in der New York Times: &#8222;Egal was da wirklich   passiert ist [in Bezug auf die Vorf&#228;lle bei dem Essen] kann es sein,   dass das Verh&#228;ltnis zwischen den USA und Karsai derma&#223;en vergiftet ist,   dass Obama mit Hindernissen zu k&#228;mpfen haben wird, egal welchen Kurs er   einschl&#228;gt. Die &#8222;Sunday Times&#8220; schrieben: &#8222;Die aufgeheizte Stimmung beim   Treffen hat das Verh&#228;ltnis zwischen den USA und Afghanistan auf einen   neuen Tiefpunkt der Nach-Taliban-&#196;ra absinken lassen.&#8220; Weiterhin   berichtete die gleiche Zeitung, dass &#8222;Holbrooke eine Stichwahl wollte,   um Karsai die Grenzen aufzuzeigen und ihm klar zu machen, dass seine   Macht begrenzt ist.&#8220; Aber Karsai wiederum wollte die Stichwahl vermeiden   und einen klaren Sieg bereits im ersten Wahlgang landen.<\/p>\n<p>  Eine Konfrontation k&#246;nnte in den kommenden zwei Wochen auf der   Tagesordnung stehen, wenn die Unabh&#228;ngige Wahlkommission Karsai zum   Wahlsieger erkl&#228;ren sollte. Die Kommission f&#252;r Wahlbeschwerden, die von   den USA dominiert wird, k&#246;nnte das Ergebnis aufgrund der Vorw&#252;rfe   Abdullahs annullieren. Die USA hoffen, die Wahlkommission &#252;berstimmen zu   k&#246;nnen und die Stichwahl unter der Aufsicht der &#8222;Internationalen   Gemeinschaft&#8220; und der UNO durchzuf&#252;hren &#8211; eine R&#252;ckkehr zu den   Verh&#228;ltnissen von 2004, danach k&#246;nnte man verk&#252;nden &#8222;die Demokratie&#8220;   w&#228;re der Sieger. Wenn sich allerdings die Pattsituation weiter anh&#228;lt,   k&#246;nnte die Lage instabiler und un&#252;bersichtlicher werden.<\/p>\n<h4>  Niedrige Wahlbeteiligung<\/h4>\n<p>  Die Wahlbeteiligung war mit circa 35 Prozent ziemlich niedrig. Nur 5.4   der 17 Millionen registrierten W&#228;hlerInnen gingen in die Wahllokale. Die   weit verbreitete Desillusionierung der Massen bez&#252;glich der Wahlen sowie   Drohungen der Taliban, die Wahllokale anzugreifen waren die Hauptgr&#252;nde   f&#252;r die niedrige Wahlbeteiligung. Nach sieben Jahren &#8222;Demokratie&#8220; stehen   viele AfghanInnen den Pr&#228;sidentschaftswahlen gleichg&#252;ltig gegen&#252;ber.   Zynismus und Apathie kennzeichneten die Stimmung w&#228;hrend der Wahlen,   Enthusiasmus gab es kaum. Die Wahlbeteiligung im S&#252;den des Landes war   sehr niedrig, dort wagten sich nur zehn Prozent an die Wahlurnen. Der   S&#252;den Afghanistans ist das Epizentrum der Taliban-Bewegung. Die Taliban   haben die Provinzen Helmand, Ghazni, Kandhar, Zabul, Paktika, Logar,   Oruzgan und einige andere fest im Griff und konnten den Wahlgang stark   beeinflussen. Zu ihren bevorzugtem Methoden geh&#246;rten die Bel&#228;stigung von   W&#228;hlerInnen sowie Bomben- und Raketenangriffe. Au&#223;erdem schnitten sie   Menschen, die es wagten, in einer &#8222;unislamischen Wahl&#8220; abzustimmen,   Nasen und Finger ab. In der Taliban-Hochburg Helmand-Provinz lag die   Wahlbeteiligung lediglich bei sechs Prozent. Die niedrige   Wahlbeteiligung in seinem paschtunischen Stammland verschlechterte die   Chancen Karsais auf einen Sieg im ersten Wahlgang ohne Stichwahl.<\/p>\n<p>  Die Wahlbeteiligung was auch in der Hauptstadt Kabul und in einigen   zentralen Provinzen niederig, weil Menschen sich angesichts der   schlechten Bilanz der Karsai-Regierung bewusst der Wahl enthielten. Am   h&#246;chsten war die Wahlbeteiligung im Norden Afghanistans, wo   TadschikInnen, UsbekInnen und die Hazara-Bev&#246;lkerung in gro&#223;er Zahl an   die Urnen gingen um ihre Stimmen abzugeben.<\/p>\n<h4>  Desillusionierte Massen<\/h4>\n<p>  Die Mehrheit der afghanischen Massen sind davon &#252;berzeugt, dass die   aktuellen Wahlen und der sogenannte demokratische Prozess ihre Probleme   nicht l&#246;sen werden. Sie glauben, dass die Wahlen nichts &#228;ndern werden   und lediglich eine vom Westen inszenierte Show sind, um ihr zuk&#252;nftiges   Marionettenregime in Afghanistan zu legitimieren. Es gab gro&#223;e   Hoffnungen und Illusionen in die letzten Pr&#228;sidentschaftswahlen 2004.   Viele hofften, dass die Regierung Karsai und ihre westlichen   Unterst&#252;tzer Stabilit&#228;t, Frieden und Wohlstand bringen w&#252;rden. Aber   Karsai versagte hierbei kl&#228;glich und die imperialistischen   Besatzungstruppen brachten keine Sicherheit und keinen Frieden. Dieses   Scheitern f&#252;hrte zu weiter verbreiteter Desillusionierung unter den   Massen. Armut, Arbeitslosigkeit und Hunger nehmen zu. Grundlegende   Sachen wie Wasserversorgung, Strom, Sanit&#228;ranlagen, Schulen,   Krankenh&#228;user und Verkehrsmittel sind f&#252;r Millionen AfghanInnen immer   noch ein ferner Traum. Das aktuelle korrupte politische System und die   Regierung haben ihre Glaubw&#252;rdigkeit unter der Bev&#246;lkerung verloren. Im   Namen der Demokratie wird das Land immer noch von Warlords,   Besatzungstruppen, Taliban-Milizen, Drogenbanden und Waffen regiert. Die   ArbeiterInnen, B&#228;uerInnen, die Armen und die Jugend erleben einerseits   die Brutalit&#228;t und die Unterdr&#252;ckung seitens der Taliban und anderer   militanten islamistischen Gruppen, andererseits die nackte milit&#228;rische   Aggression und die gescheiterte, Mafia-&#228;hnliche, korrupte Regierung. Die   Menschen haben das Vertrauen in diese demokratische Fassade verloren.   Die Stammes&#228;ltesten, Klanchefs, Warlords, die religi&#246;sen F&#252;hrer und   einflussreiche Drogenbarone sind immer noch die echten Machthaber.<\/p>\n<h4>  Keine echte Wahl<\/h4>\n<p>  Es gab bei diesen Wahlen keine echte Wahl f&#252;r die Massen. Die vier   Hauptkandidaten hatten die gleichen Parolen und das gleiche Programm.   Die Reden und die politischen Inhalte der Hauptkandidaten waren sehr   &#228;hnlich. Alle machten die gleichen wohlklingenden Versprechungen um die   Unterst&#252;tzung der Massen zu gewinnen. Alle Hauptkandidaten unterst&#252;tzten   die weitere Anwesenheit fremder Besatzungstruppen im Land. Sie hatten   kein &#246;konomisches Programm um die grundlegenden Probleme des Massen zu   l&#246;sen. Alle unterst&#252;tzten die freie Marktwirtschaft und den   Neoliberalismus als Weg nach vorne. Alle sind Marionetten der westlichen   Kr&#228;fte und sind bereit, die Interessen fremder M&#228;chte zu vertreten   anstatt die Interessen des eigenen Volkes. Sie alle vertreten   unterschiedliche Teile der korrupten herrschenden Elite und der   Warlords. Die vier Hauptkandidaten haben alle der vom Westen   eingesetzten Regierung angeh&#246;rt. Hamid Karsai ist bekannt als Marionette   des US-Imperialismus und der westlichen M&#228;chte. Dr. Abdullah ist ein   ehemaliger Au&#223;enminister der Regierung Karsai. Ramzan Bashardost war   ebenfalls Minister in der Regierung Karsai. Ashraf Ghani ist ein   ehemaliger Finanzminister der Regierung Karsai. Er war au&#223;erdem f&#252;r die   Weltbank t&#228;tig. Es gab keinen Kandidaten, der die Interessen der   arbeitenden Massen vertreten hat. So hatten die Massen kaum eine Wahl,   um einen Kandidaten zu w&#228;hlen, der f&#252;r ihre Rechte und Interessen   k&#228;mpfen w&#252;rde.<\/p>\n<p>  Was sofort ben&#246;tigt wird ist eine nationale multi-ehthnische   Organisation der arbeitenden Massen, die einen Kampf gegen die Besatzung   und gegen die Taliban organisieren kann. ArbeiterInnen, B&#228;uerInnen sowie   die Armen in den St&#228;dten und auf dem Land sollte sich zu eigenen   multi-ethnischen Verteidigungskomitees organisieren, um sich gegen die   Milizen der Warlords und gegen die militanten Islamisten zu verteidigen.<\/p>\n<p>  Diese Wahlen, wie schon die Wahlen davor, werden keine der grundlegenden   Probleme des afghanischen Volkes l&#246;sen. Die Armut, die Arbeitslosigkeit,   der Hunger, die ethnischen und nationalistischen Spannungen, die   gestiegene Gewalt, die andauernde Besatzung und andere Probleme sind   nicht nur immer noch vorhanden, sie haben sich in den letzten sieben   Jahren sogar versch&#228;rft. Afghanistan ist immer noch so zerr&#252;ttet und   gespalten wie es schon vor der amerikanischen Invasion im Oktober 2001   war. Alle Tr&#228;ume von Wohlstand, Frieden und von einem besseren Leben   haben sich f&#252;r die afghanischen Massen in ein Alptraum verwandelt. Es   wird weder Stabilit&#228;t noch Frieden, weder Wohlstand noch Demokratie   geben, so lange die imperialistische Besatzung durch den Westen   andauert. Die fremden Besatzungstruppen geben dem Widerstand der Taliban   und dem religi&#246;sen Extremismus Auftrieb, nicht nur in Afghanistan   sondern in der ganzen Region. NATO-Truppen auf afghanischem Boden sind   keine L&#246;sung, sondern ein Teil des Problems. Kapitalismus und   Feudalismus k&#246;nnen keine der fundamentalen Probleme der Afghanischen   Massen l&#246;sen. Kapitalismus und Gro&#223;grundbesitz bringen Krieg,   Zerst&#246;rung, L&#252;gen und Ausbeutung mit sich. Afghanistan ist ein klares   Beispiel daf&#252;r, wie der Kapitalismus und der Feudalismus das Leben von   Millionen von Menschen im Interesse einiger weniger Reicher zerst&#246;ren   kann. Der Sozialismus ist der einzige Weg vorw&#228;rts. Der Sozialismus kann   Millionen von AfghanInnen eine bessere Zukunft bieten.<\/p>\n<p>  <b>Unsere Forderungen<\/b><\/p>\n<p>  Besatzung beenden &#8211; fremde Truppen abziehen<\/p>\n<p>  Nein zum imperialistischen Krieg, nein zur Besatzung<\/p>\n<p>  Nein zum Terror der Taliban und zum religi&#246;sen Extremismus<\/p>\n<p>  Lasst die AfghanInnen ihre eigene Zukunft bestimmen<\/p>\n<p>  F&#252;r demokratische, multi-ethnische Verteidigungskr&#228;fte<\/p>\n<p>  F&#252;r eine Arbeiter- und Bauernregierung mit einem revolution&#228;ren   sozialistischen Programm<\/p>\n<p>  F&#252;r einen Kampf f&#252;r eine sozialistische F&#246;deration von Afghanistan,   Pakistan und der gesamten Region S&#252;dasien<\/p>\n<h5>  <i>Khalid Batti ist f&#252;hrendes Mitglied der Sektion des Komitees f&#252;r eine   Arbeiterinternationale in Pakistan. Der Artikel erschien erstmals in   englischer Sprache am 4.9.2009 auf www.socialistworld.net <\/i>    <\/h5>\n<h5>  <i>Mittlerweile ist verk&#252;ndet worden, dass das amtliche Endergebnis der   Wahlen nicht am 17. September bekannt gegeben werden kann, weil die   vielen Betrugsvorw&#252;rfe die Feststellung des Ergebnisses verz&#246;gern. Nach   den zuletzt verk&#252;ndeten vorl&#228;ufigen Ergebnissen lag Karsai mit &#252;ber 54   Prozent der Stimmen mit absoluter Mehrheit vorne.<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Keine Alternative f&#252;r die Massen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[37],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13308"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13308"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13308\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13308"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13308"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13308"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}