{"id":13304,"date":"2009-09-08T15:45:00","date_gmt":"2009-09-08T15:45:00","guid":{"rendered":".\/?p=13304"},"modified":"2009-09-08T15:45:00","modified_gmt":"2009-09-08T15:45:00","slug":"13304","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/09\/13304\/","title":{"rendered":"Weiter gef&#228;hrlich"},"content":{"rendered":"<p>  Zu den Wahlergebnissen der NPD in Saarland, Sachsen und Th&#252;ringen<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Viel hat die NPD investiert, um bei den Landtagswahlen am 30. August   wieder mit Abstimmungserfolgen Schlagzeilen zu machen. Die andauernden   Machtk&#228;mpfe in den eigenen Reihen und die Enth&#252;llungen &#252;ber das   Finanzchaos hatten in den vergangenen Monaten tiefe Gr&#228;ben quer durch   die Partei gerissen, das Ergebnis Anfang des Jahres in Hessen fiel   schlecht aus. Das sollte mit Erfolgen bei den Wahlen nun &#252;berwunden   werden.<\/p>\n<h4>  <i>von Holger Dr&#246;ge, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Gemessen daran, sind die Ergebnisse f&#252;r die NPD durchwachsen, wie Holger   Apfel, Fraktionsvorsitzender der NPD in Sachsen einr&#228;umt: &#8222;Die   Stimmenverluste der s&#228;chsischen NPD sind schmerzlich.&#8220; Als Grund f&#252;hrt   er an &#8222;dass der Wahlsonntag allgemein von fehlender Proteststimmung f&#252;r   Rechtsparteien gepr&#228;gt war.&#8220; Auch wenn in vielen Nazi-Foren Entt&#228;uschung   &#252;ber die Wahlergebnisse vorherrscht, kann von Entwarnung keine Rede sein.<\/p>\n<h4>  Saarland<\/h4>\n<p>  Hier tr&#228;umte NPD-Spitzenkandidat Peter Marx noch von &quot;f&#252;nf Prozent plus   x&quot;. Nachdem die NPD an der Saar vor f&#252;nf Jahren aus dem Stand noch vier   Prozent holte, waren es dies Mal nur noch 1,5 Prozent. Schon bei den   Kommunalwahlen im Juni diesen Jahres deutete sich dies an: Dort hatte   die NPD landesweit nur 0,5 Prozent geholt, war nur in V&#246;lklingen und   Saarbr&#252;cken in die Stadtr&#228;te eingezogen. Gef&#252;hrt wird der Landesverband   von Peter Marx. Marx war bis zum Fr&#252;hjahr noch Generalsekret&#228;r der   Bundespartei, bis NPD-Chef Voigt ihn aus dem Amt dr&#228;ngte. In seinem   Wahlaufruf in der Parteizeitung &quot;Deutsche Stimme&quot; erw&#228;hnte Voigt die   Saar-NPD nicht einmal, Marx selber bezeichnete die finanzielle   Unterst&#252;tzung der Bundespartei als &quot;eher d&#252;rftig&quot;. Stattdessen leisteten   die m&#228;chtigen Voigt-Kritiker Holger Apfel aus Sachsen und Udo Past&#246;rs   aus Mecklenburg-Vorpommern zumindest personelle Wahlkampfhilfe.<\/p>\n<h4>  Th&#252;ringen<\/h4>\n<p>  Die NPD-Bundespartei mobilisierte ihre Ressourcen nach Th&#252;ringen. Der   Spitzenkandidat Frank Schwerdt geh&#246;rt seit April zu Voigts Leuten im   Vorstand der NPD. Hier wollten Voigt und er ihre Position ausbauen. Mehr   als 160.000 Euro lie&#223; sich daher die NPD ihren Wahlkampf kosten. Mehr   als die H&#228;lfte davon soll durch die klamme Bundespartei aufgebracht   worden sein. Die NPD hat in Th&#252;ringen in den vergangenen Jahren an der   Vernetzung mit der lokalen, militanten Neonaziszene gearbeitet, das   sollte die Grundlage f&#252;r einen Wahlerfolg legen: Doch auch in Th&#252;ringen   verlor allein die NPD absolut 7000 Stimmen gegen&#252;ber der letzten   Bundestagswahl (was hinsichtlich der Mobilisierungsf&#228;higkeit eine   legitime Vergleichsmarke ist) und konnte trotz des massiven Wahlkampfs   mit tausenden Plakaten ihre Unterst&#252;tzung nicht ausbauen. Eine   Niederlage f&#252;r die NPD, die sie selbst offen einr&#228;umt, dass Ergebnis   wird von NPD-Landeschef Frank Schwerdt als &#8222;entt&#228;uschend&#8220; bezeichnet.   NPD und Republikaner haben am 30. August zusammen rund 50.000 Stimmen   bekommen. Bei der letzten Bundestagswahl waren es noch &#252;ber 63.000   Stimmen gewesen. Die Steigerung des NPD-Ergebnisses hat auch viel mit   dem Zusammenbruch der Stimmen f&#252;r die Republikaner zu tun. Doch auf der   kommunalen Ebene hat die NPD wichtige Fortschritte erzielen k&#246;nnen,   sitzt mittlerweile in 20 Stadt- und Gemeinder&#228;ten. Es sind diese, noch   einzelnen, kommunalen Hochburgen von denen aus die NPD aufbaut. Dort hat   die NPD zum Teil zwischen 15 und 20 Prozent der Stimmen holen k&#246;nnen. In   zehn der 44 Wahlkreise &#252;bersprang somit die NPD die 5-Prozent-H&#252;rde. Die   Th&#252;ringer NPD zeigt sich auch deutlich mobilisierungsf&#228;higer als andere   Landesverb&#228;nde der NPD: So kamen am 11. Juli 2009 zum &#8222;Rock f&#252;r   Deutschland&#8220; in Gera rund 4000 Nazis.<\/p>\n<h4>  Sachsen<\/h4>\n<p>  Noch vor der Wahl hatte hier Holger Apfel, Fraktionsvorsitzender der NPD   in Sachsen, das Wahlziel: &#8222;10 Prozent plus x&#8220; ausgegeben. Jetzt hat die   NPD 90.000 Stimmen verloren. Das hat sich auch damit zu tun, dass die   NPD alles getan hat, sich selbst zu zerlegen. Drei Abgeordnete traten   aus, weil ihnen die NPD pl&#246;tzlich zu radikal war, ein Abgeordneter   wollte eine Pistole in den Landtag schmuggeln, ein anderer musste sich   gegen Kinderporno-Vorw&#252;rfe wehren. Hinzu kam die &#8222;professionelle&#8220; Arbeit   der Fraktion, wie zum Beispiel eine Anfrage nach den Kosten des   U-Bahn-Baus in Zwickau. Nur dass dort die Stra&#223;enbahn f&#228;hrt. Oder die   Diskussionen in der Landtagsfraktion ob nun eine E-Klasse von Mercedes   als Dienstwagen besser als ein BMW sei. Dass sie nicht mehr Stimmen   verloren hat, ist aber auch ein Hinweis auf eine gewisse Verankerung,   die die Faschisten in manchen Regionen Sachsens erreicht haben.<\/p>\n<p>  St&#252;tzen kann sich die NPD aber auf 110 Mandate in Kreistagen sowie   Stadt- und Gemeinder&#228;ten. Bei den jetzigen Wahlen hat die NPD zwar auch   in ihren Hochburgen Stimmen eingeb&#252;&#223;t, aber zweistellig sind die   Ergebnisse dort noch immer: So kommt sie etwa im Wahlkreis S&#228;chsische   Schweiz II immer noch auf &#252;ber zehn Prozent. Im &#214;rtchen   Reinhardtsdorf-Sch&#246;na sind es auch diesmal wieder 19,4 Prozent. Das   zeigt: Die NPD hat sich einigen Gebieten Sachsen festsetzen k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  Spaltung der NPD geht weiter<\/h4>\n<p>  Aber auch noch etwas zeigte der Wahltag: Der innerparteiliche Machtkampf   zwischen den offen faschistischen Kr&#228;ften um Voigt und den   national-konservativ auftretenden Kreisen um Apfel und Past&#246;rs   (Fraktionsvorsitzender der NPD in Mecklenburg-Vorpommern), der in den   vergangenen Monaten tiefe Gr&#228;ben quer durch die NPD gerissen hatte, h&#228;lt   an.<\/p>\n<p>  Apfel kann sich, trotz der Verluste, mit dem Wiedereinzug in den Landtag   gest&#228;rkt f&#252;hlen. Auch weil er die Stimmen fast ohne   Wahlkampfunterst&#252;tzung der Bundespartei holte. Dazu kommt, dass Apfel   und Co mit dem zweiten Einzug in das s&#228;chsische Landesparlament das   Recht auf staatliche F&#246;rderung ihrer Stiftungen und Bildungswerke   erh&#228;lt. Diese zus&#228;tzlichen Ressourcen werden sie zu nutzen wissen. Damit   d&#252;rften sich die Apfel-Fraktion und die im Kampf gegen Voigt verb&#252;ndeten   NPD-Abgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern weiter vom NPD-Chef Voigt   distanzieren. Dies deutet sich in Stellungnahmen an. Auch die DVU bringt   sich neu in Stellung und wirbt um die Kr&#228;fte um Apfel und Past&#246;rs<\/p>\n<p>  Die Spaltung der NPD geht damit weiter. Dass sich damit faschistische   Wahlerfolge von selbst erledigen, davon kann allerdings keine Rede sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Zu den Wahlergebnissen der NPD in Saarland, Sachsen und Th&#252;ringen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78,5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13304"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13304"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13304\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13304"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13304"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13304"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}