{"id":13303,"date":"2009-09-08T00:00:00","date_gmt":"2009-09-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13303"},"modified":"2012-05-15T15:09:16","modified_gmt":"2012-05-15T13:09:16","slug":"13303","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/09\/13303\/","title":{"rendered":"Massaker in Kundus &#8211; Bombenterror f&#252;r M&#228;dchenschulen ?"},"content":{"rendered":"<p>  Bundeswehr raus aus Afghanistan!<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Bei der von der Bundeswehr angeforderten Bombardierung zweier von   Taliban in der N&#228;he von Kundus gekaperten Tanklastwagen sind nicht 56 (   wie vom Verteidigungsministerium behauptet ), sondern mindestens 125   Menschen get&#246;tet worden.<\/p>\n<p>  Das musste selbst &#8218;Bild am Sonntag&#8217; unter Bezug auf ein zehnk&#246;pfiges   NATO-Untersuchungsteam einr&#228;umen. Die tats&#228;chlichen Opferzahlen d&#252;rften   noch h&#246;her liegen, denn viele Leichen sind in St&#252;cke gerissen worden   oder fast vollst&#228;ndig verbrannt, zudem werden Tote in Afghanistan   &#252;blicherweise sehr schnell beerdigt.<\/p>\n<h4>  <i><b>von Michael Schilwa, Sputendorf<\/b><\/i><\/h4>\n<p>  Die gebetsm&#252;hlenartig wiederholte Linie der Bundeswehr lautet: Wir   f&#252;hren keinen Krieg, sondern sch&#252;tzen den zivilen Aufbau. Nur wenn wir   angegriffen werden, schie&#223;en wir zur&#252;ck.<\/p>\n<p>  Auf den Vorfall in der N&#228;he von Kundus trifft nichts davon zu: Nach   Augenzeugenberichten versammelten sich hunderte von Dorfbewohnern bei   den zwei entf&#252;hrten Tanklastern, von denen einer in einer Sandbank im   Fluss Kundus stecken geblieben war, um sich Benzin zu holen.<\/p>\n<p>  Weder wurden deutsche oder andere Besatzungstruppen angegriffen, noch   sticht die Schutzbehauptung der Bundeswehr, mit der Bombardierung habe   ein Selbstmordattentat auf den Bundeswehrst&#252;tzpunkt in Kundus mit Hilfe   der Tanklaster verhindert werden m&#252;ssen, denn die Kidnapper brachten die   Laster etwa 7 KM s&#252;dwestlich von Kundus in ihre Gewalt und flohen dann   mit diesen weiter in s&#252;dwestliche Richtung, entfernten sich also von der   Stadt.<\/p>\n<p>  Weder zeigten die Luftaufnahmen, die Oberst Klein ( so hei&#223;t der Mann )   zur Anforderung der Bomber veranlassten, dass sich um die beiden   Tanklaster ausschlie&#223;lich Taliban &#8211; K&#228;mpfer versammelt hatten ( selbst   der Sprecher von US-General McChrystal musste zugeben, dass &#8222;nur   Schatten&#8220; zu erkennen gewesen seien ) noch trifft die Vermutung von   Verteidigungsstaatssekret&#228;r Kossendey zu, zum Zeitpunkt der Luftangriffe   ( nach Mitternacht) k&#246;nnten unm&#246;glich so viele Menschen auf den Beinen   gewesen sein &#8211; im Fastenmonat Ramadan beginnen zu dieser Zeit die   Vorbereitungen f&#252;r das Nachtmahl.<\/p>\n<p>  Halten wir also fest, was Fakt ist: Um fliehende Benzindiebe zu stoppen,   l&#228;sst die Bundeswehr ein Massaker an richten ! Dennoch m&#246;chte   Verteidigungsminister Jung nicht von Krieg sprechen. Weder das Blutbad   selbst noch die verhaltene bis scharfe Kritik der Au&#223;enminister   Italiens, Frankreichs, Englands, der EU-Au&#223;enbeauftragten, des   spanischen Regierungschefs, des stellvertretenden UN-Gesandten f&#252;r   Afghanistan etc. pp. bringen Jung dazu, seine sture Behauptung zu   korrigieren, es seien &#8222;ausschlie&#223;lich terroristische Taliban&#8220; get&#246;tet   worden. W&#228;hrend Jung noch zivile Opfer leugnet, gehen TV-Bilder um die   Welt, die den kommandierenden US-General in Afghanistan McChrystal beim   Krankenhaus-Besuch von bei dem Luftangriff schwer verletzten Kindern   zeigen. Ab Montagmittag &#8211; afghanische Beh&#246;rden gehen inzwischen von   &#8222;mindestens 134 Toten&#8220; aus, darunter &#8222;viele Kinder&#8220; &#8211; rudert das   Verteidigungsministerium zur&#252;ck und spricht von &#8222;m&#246;glicherweise einigen&#8220;   zivilen Opfern.<\/p>\n<p>  Jung tr&#228;gt die politische Verantwortung f&#252;r diesen Bombenangriff und die   pers&#246;nliche Verantwortung f&#252;r den versuch, die &#214;ffentlichkeit zu   t&#228;uschen. Dass ein solcher Minister nicht sofort gefeuert wird, sagt   viel &#252;ber den Charakter einer Regierung aus. Auch wenn sich durch einen   anderen Minister die deutsche Politik in Afghanistan nicht &#228;ndern w&#252;rde   &#8211; Jung muss weg!<\/p>\n<p>  Der Begr&#252;ndung des &#8218;Netzwerk Friedenskooperative&#8217; ist nichts   hinzuzuf&#252;gen: &#8222;Wenn es ein Krieg ist, war das ein Kriegsverbrechen, ist   es kein Krieg, war es Massenmord&#8220;<\/p>\n<h4>  <b>Propaganda-M&#228;rchen<\/b><\/h4>\n<p>  Die &#8218;Bild am Sonntag&#8217; macht sich Sorgen um die Demokratie: &#8222;Bislang ist   es gelungen, den Afghanistan-Einsatz weitgehend aus dem Wahlkampf   herauszuhalten. Die deutschen Soldaten, die am Hindukusch Leib und Leben   riskieren, haben einen Anspruch darauf, dass das so bleibt ! &#8222;<\/p>\n<p>  Daraus wird wohl nichts, denn in Kundus sind die Propaganda-M&#228;rchen der   Kriegsbef&#252;rworter und Kriegsverharmloser gleich mit zerbombt worden.<\/p>\n<p>  Erstens sollen wir glauben, dass es einen Unterschied g&#228;be zwischen   (milit&#228;rischer) Operation Enduring Freedom (OEF) und (ziviler)   International Security Assistance Force (ISAF) &#8211; gerne erg&#228;nzt durch das   Bild von ruppigen US-Cowboys, denen menschliche &#8222;Kollateral &#8211; Sch&#228;den&#8220;   egal sind und bedenkentr&#228;gerischen deutschen ISAF-Milit&#228;rs, denen das   Wohl der lokalen Bev&#246;lkerung &#252;ber alles geht. Seit dem Massaker von   Kundus alles Makulatur.<\/p>\n<p>  Zweitens das Mantra vom zivilen Wiederaufbau. Dass die Bundeswehr in   Afghanistan ist, um Brunnen zu bohren und M&#228;dchenschulen zu besch&#252;tzen,   glaubt au&#223;er dem Verteidigungsminister und ein paar &#8222;Anti-Deutschen&#8220;   kein Mensch.<\/p>\n<p>  69 Prozent aller Deutschen hielten den Afghanistan-Krieg im Juli 2009   f&#252;r falsch und bef&#252;rworten einen &#8222;m&#246;glichst schnellen&#8220; R&#252;ckzug der   Bundeswehr ( 2007 waren es nur 55 Prozent ) und das trotz eines   kriegstreiberischen medialen Dauertrommelfeuers ( von   Hobby-Globalstrategen bis zum schwer verwundeten Obergefreiten bei &#8218;Anne   Will&#8217;).<\/p>\n<p>  Seit Freitag letzter Woche brauchen einige Kinder aus Kundus jedenfalls   keine Schulen mehr.<\/p>\n<p>  Drittens wird uns eingetrichtert, dass in Afghanistan nicht Krieg gegen   die Bev&#246;lkerung, sondern gegen den &#8222;internationalen Terrorismus&#8220; in   Gestalt der Taliban gef&#252;hrt wird.<\/p>\n<p>  Abgesehen davon, dass die heutigen &#8222;Terroristen&#8220; zu Zeiten der   sowjetischen Besatzung Afghanistans vom Westen gefeierte und von der CIA   finanzierte &#8222;Freiheitsk&#228;mpfer&#8220; waren &#8211; in Afghanistan wenden sich nicht   nur die Taliban, sondern z.B. auch Frauenrechtsgruppen wie RAWA   (Revolutionary Association of the Women of Afghanistan, zentrale Losung:   &#8222;Weder USA noch Dschihadisten (Heilige Krieger, M.S.) und Taliban !&#8220;)   gegen die ausl&#228;ndischen Besatzer.<\/p>\n<p>  Deutsche und internationale Hilfsorganisationen erkl&#228;ren unisono, nur   dort vern&#252;nftig arbeiten zu k&#246;nnen, wo es keine Besatzungstruppen gibt.   Das hei&#223;t nicht, die Taliban zu verharmlosen oder ihrer erzreaktion&#228;ren   Ideologie auch nur einen Millimeter entgegen zukommen (s.u.), aber was   die &#8222;westliche Wertegemeinschaft&#8220; (vulgo der Imperialismus) in   Afghanistan betreibt ist Feuer mit &#214;l zu l&#246;schen.<\/p>\n<p>  Deutlich wird das, wenn z.B. der Provinzgouverneur von Kundus, Mohammad   Omar (im Gegensatz zu seinen deutschen &#8222;Partnern&#8220;) Klartext spricht:   &#8222;Die Dorfbewohner haben den Preis daf&#252;r bezahlt, dass sie den   Aufst&#228;ndischen helfen und ihnen Unterschlupf gew&#228;hren.&#8220;<\/p>\n<p>  Das Zitat erinnert an Ex-US-Au&#223;enminister Kissinger, der anl&#228;sslich des   CIA-gesteuerten<\/p>\n<p>  Pinochet-Putsches gegen Pr&#228;sident Allende 1973 sinngem&#228;&#223; erkl&#228;rte, er   sei nicht bereit ein Land aufgrund der Unverantwortlichkeit seiner   Bev&#246;lkerung dem Kommunismus zu &#252;berlassen.<\/p>\n<p>  &#220;brigens sind alleine in diesem Jahr in Afghanistan &#252;ber 800 Zivilisten   von NATO-Truppen umgebracht worden. Kein Krieg gegen die Bev&#246;lkerung ?<\/p>\n<h4>  <b>Kapitalismus hei&#223;t Krieg<\/b><\/h4>\n<p>  Eins muss man Oberst Klein und seinen Mitstrategen lassen: Ein Gef&#252;hl   f&#252;r Timing und historische Kontinuit&#228;ten. Fast punktgenau 70 Jahre nach   dem &#220;berfall der faschistischen Wehrmacht auf Polen zeigt die   Bundeswehr, was man unter &#8222;Traditionspflege&#8220; zu verstehen hat.<\/p>\n<p>  In der &#8218;Jungen Welt&#8217; vom 3.9.09 besch&#228;ftigt sich Winfried Wolf mit dem   sechzigigsten Jahrestag des deutschen &#220;berfalls auf Polen und zieht am   Ende seines Artikels einige Parallelen zum Angriffskrieg in Afghanistan.<\/p>\n<p>  Nat&#252;rlich ist der Afghanistan-&#8222;Einsatz&#8220; ein politischer Test, wie weit   man schon wieder gehen kann &#8211; die Leute m&#252;ssen eben an Kriege gew&#246;hnt   werden. W&#228;hrend die Bundeswehr 1999 in Jugoslawien &#8222;nur&#8220; aus der Luft   operierte, soll sie heute in Afghanistan zum ersten mal seit 60 Jahren   am Boden als Angriffsarmee eingesetzt werden.<\/p>\n<p>  &#8222;In einem Bericht der Financial Times Deutschland vom 18.6.09 zur Lage   vor Ort (in Afghanistan, M.S.) wird Hans-Christoph Grohmann, der   Anf&#252;hrer der schnellen Eingreiftruppe, bei der Vorstellung eines   Bundeswehroffiziers mit den Worten zitiert:<\/p>\n<p>  &#8222; Das ist der erste (deutsche, W.W.) Oberleutnant, der nach 1945 eine   Infanteriekompanie im Angriff gef&#252;hrt hat.&#8220; (junge Welt vom 3.9.09)<\/p>\n<p>  Wirklich be&#228;ngstigend ist der Zusammenhang zwischen sozialer Krise und   Kriegsbereitschaft.<\/p>\n<p>  62 % der deutschen Soldaten in Afghanistan stammen aus Ostdeutschland,   d.h. dort wo die Arbeitslosigkeit teilweise doppelt so hoch ist wie in   Westdeutschland melden sich (bezogen auf die Einwohnerzahl) dreimal so   viele junge M&#228;nner zum Kampfeinsatz.<\/p>\n<p>  Denn der ist f&#252;r viele durchaus lukrativ: 13.000 &#8364; zus&#228;tzlich zum   Grundsold in 4 Monaten.<\/p>\n<p>  Aber es wird nicht nur psychologisch und politisch getestet, sondern   auch ganz praktisch.<\/p>\n<p>  Etwa deutsche Waffen. In Afghanistan zum Einsatz kommen u.a.   EADS-&#8222;Kampfdrohnen&#8220; und der &#8222;kettengetriebene Panzerm&#246;rser Wiesel 2&#8220; von   Rheinmetall. Kein Wunder also, dass mitten in der tiefsten Krise der so   genannten &#8222;Realwirtschaft&#8220; die Profite von Rheinmetall, Krauss-Maffei,   Diehl, Thyssen, und EADS steigen.<\/p>\n<p>  Dass es am Ende des Tages nat&#252;rlich nicht um &#8222;Freedom and Democracy&#8220;,   sondern um Rohstoffe und &#8222;Geostrategie&#8220; geht, bestreiten nicht mal mehr   FAZ-Redakteure (man g&#246;nne sich hin wieder einen der Leitartikel von   Josef Joffe, der aus seinem &#8211; imperialistischen &#8211; Herzen nun wahrlich   keine M&#246;rdergrube macht). Genau DAS meint SPD-Fraktionschef Struck, wenn   er davon spricht, dass Deutschlands Sicherheit am Hindukusch verteidigt   wird.<\/p>\n<h4>  <b>Terror ist der Krieg der Armen &#8211; Krieg ist der Terror der Reichen<\/b><\/h4>\n<p>  Linke d&#252;rfen nicht nach dem Motto &#8222;Meines Feindes Feind ist mein Freund&#8220;   verfahren. Auch wenn die Taliban dem deutsch\/europ&#228;ischen und   US-amerikanischen Imperialismus immer wieder schmerzliche Niederlagen   bereiten, bedeutet das nicht, dass Linke daran auch nur irgendwie   ankn&#252;pfen k&#246;nnten (wie manche &#8222;Anti-Imperialisten&#8220; meinen, die alle   Islamisten und Despoten dieser Welt in einer gemeinsamen Front   versammeln m&#246;chten, solange sie nur eine Meinungsverschiedenheit mit dem   US-Imperialismus haben).<\/p>\n<p>  Die Taliban sind durch und durch reaktion&#228;r und extrem frauenfeindlich,   verteidigen die feudalen Dorf- und Stammesstrukturen und halten die   eigenen Leute in dumpfer Unwissenheit. Das Taliban-Regime von 1996 &#8211;   2001 war ein Paradies f&#252;r Warlords, Drogenbarone und Stammesf&#252;rsten.<\/p>\n<p>  Wer f&#252;r die barbarische Zerst&#246;rung der Buddha-Statuen von Bamiyan 2001   verantwortlich ist,<\/p>\n<p>  Musik h&#246;ren verbieten will und die Steinigung von &#8222;Ehebrecherinnen&#8220;   normal findet, kann von Linken nicht (auch nicht noch so kritisch)   unterst&#252;tzt werden.<\/p>\n<p>  Auch wenn es in einem derart r&#252;ckst&#228;ndigen und geschundenen Land wie   Afghanistan unwahrscheinlicher klingt als in &#8222;entwickelten&#8220;   Weltregionen: Auch f&#252;r die afghanischen Arbeiter und Bauern ist die   einzige (&#220;berlebens)Perspektive die einer sozialistischen Revolution.   Die Imperialisten aus dem Land jagen und die klerikal-feudale Ordnung   st&#252;rzen, sind zwei Seiten einer Medaille.<\/p>\n<h4>  Von B&#246;cken und G&#228;rtnern<\/h4>\n<p>  Die Allerletzten, die sich gegen die Taliban als Frauenrechtler und   Menschenrechtsverteidiger aufspielen d&#252;rfen, sind allerdings   imperialistische Politiker und Milit&#228;rs.<\/p>\n<p>  Ginge es tats&#228;chlich um Menschenrechte und den Kampf gegen den Terror,   m&#252;sste die NATO in Riad (der saudischen Hauptstadt) und nicht in Kabul   oder Kundus einmarschieren.<\/p>\n<p>  Der saudische wahabitische Islam ist mindestens so frauen- und   menschenrechtsfeindlich wie der paschtunische Talibanismus. Die   Attent&#228;ter von &#8222;Nine-Eleven&#8220; waren &#252;berwiegend Saudis, kein einziger   stammte aus Afghanistan. Kritik an der Feudal-Diktatur in Saudi-Arabien   kommt in den Mainstream-Medien aber so gut wie nicht vor &#8211; die saudische   K&#246;nigsfamilie verf&#252;gt schlie&#223;lich &#252;ber exzellente Beziehungen zum   Bush-Clan, ist unersetzlicher &#214;l-Lieferant f&#252;r die NATO-Staaten und   zudem ein zuverl&#228;ssiger Partner bei der Niederhaltung der V&#246;lker des   Nahen Ostens.<\/p>\n<p>  Aber auch deutsche gr&#252;ne und sozialdemokratische Politiker sollten sich   heuchlerische Kritik und Krokodilstr&#228;nen zum Massaker von Kundus lieber   sparen. Dass ausgerechnet Schr&#246;der jetzt einen Abzug der Bundeswehr aus   Afghanistan bis 2015 fordert, ist nicht mehr als eine Lachnummer. Es war   die Schr&#246;der\/Fischer-Regierung, die mit ihrer &#8222;bedingungslosen&#8220;   (Schr&#246;der) Unterst&#252;tzung des US-Imperialismus nach den Anschl&#228;gen von   2001 erst den Weg zur deutschen Beteiligung am Krieg in Afghanistan frei   machte.<\/p>\n<p>  Erinnert sei auch an den Jugoslawien-Krieg. Insbesondere ohne die gr&#252;ne   &#8222;Friedenspartei&#8220; w&#228;re der erste imperialistische Angriffskrieg   Deutschlands seit 1945 an der &#8222;Heimatfront&#8220; nicht durchsetzbar gewesen.<\/p>\n<h4>  Pazifismus und Antimilitarismus<\/h4>\n<p>  Marxisten arbeiten in der Friedensbewegung eng und vertrauensvoll mit   Pazifisten zusammen ohne selbst welche zu sein.<\/p>\n<p>  Wir lehnen Selbstmordattentate und Bombenanschl&#228;ge auch in Afghanistan   ab. Erstens trifft es fast immer die &#8222;Falschen&#8220;, nicht die f&#252;r den Krieg   verantwortlichen Milit&#228;rs und Politiker, sondern Bauern, Busfahrer,   Krankenschwestern. Zweitens ist es die falsche Strategie, denn sie setzt   nicht auf Massenmobilisierung, sondern eine Atmosph&#228;re des Hasses und   der Angst.<\/p>\n<p>  Despotische Regimes lassen sich aber nicht &#8222;weg bomben&#8220;.<\/p>\n<p>  Andererseits hat auch der afghanische Widerstand jedes Recht auf   bewaffneten Widerstand gegen die Besatzer. Gegen deutsche   Eingreiftruppen, amerikanischen Delta-Forces (die &#252;brigens auch und   gerade in der Region Kundus eingesetzt werden) oder brutalisierte   Blackwater-S&#246;ldner helfen leider keine Sozialforen.<\/p>\n<h4>  Die LINKE w&#228;hlen und ver&#228;ndern<\/h4>\n<p>  Die LINKE ist die einzige Anti-Kriegspartei im deutschen Bundestag. Und   wer will, dass 69 Prozent der Bev&#246;lkerung, die einen schnellen R&#252;ckzug   der Bundeswehr aus Afghanistan wollen, auch im neuen Bundestag   wenigstens eine Vertretung (wenn schon nicht die Mehrheit) haben, muss   am 27.9. die LINKE w&#228;hlen.<\/p>\n<p>  Aber w&#228;hlen alleine reicht nicht. Der Kampf gegen Militarisierung und   Auslandseins&#228;tze muss vor allem auf der Stra&#223;e, in den Betrieben,   Schulen , Universit&#228;ten gef&#252;hrt werden.<\/p>\n<p>  Der Aufruf der LINKE zu einer Protestkundgebung gegen den Bombenterror   in Afghanistan vor dem Brandenburger Tor am Dienstag, den 8.9.09 ist ein   wichtige und schnelle Reaktion. Es reichen aber keine medial   inszenierten Kundgebungen, sondern jetzt sollte die Partei auf allen   Ebenen eine wirkliche Kampagne f&#252;r den Abzug der Bundeswehr aus   Afghanistan organisieren und in St&#228;dten und Gemeinden Proteste, Aktionen   und Veranstaltungen durchf&#252;hren. Aber leider ist die   au&#223;erparlamentarische Mobilisierung ansonsten speziell in Ostdeutschland   und Berlin keine St&#228;rke der LINKEN.<\/p>\n<p>  Auch ist die klare Anti-Kriegshaltung der LINKEN nicht f&#252;r immer und   ewig in Stein gemei&#223;elt. Der Hebel zu einer &#196;nderung des bisherigen Nein   zu Kriegseins&#228;tzen der Bundeswehr wird wie immer die Aussicht auf   Regierungsbeteiligung sein. Noch ist das kompromisslose Nein zum Krieg   eine der Lafontainschen &#8222;Brandmauern&#8220; (allerdings steht eine   Regierungsbeteiligung der LINKEN 2009 sowieso nicht auf der   Tagesordnung), wobei auch er sich positiv f&#252;r eine deutsche Beteiligung   an so genannten Blauhelmeins&#228;tzen ausspricht. Kollege Gysi denkt da   schon mal weiter. Nicht umsonst nahm er das f&#252;r deutsche Linken   besonders sensible Thema Israel (Pro-Zionismus als &#8222;Staatsraison&#8220; auch   f&#252;r die LINKE) zum Anlass, den &#8222;Anti-Imperialismus&#8220; f&#252;r &#8222;von gestern&#8220; zu   erkl&#228;ren. Die eigentlichen Adressaten dieser Botschaft sind die   potentiellen gr&#252;nen und sozialdemokratischen Koalitionspartner 2013.   Denn eines zeigt die Geschichte der Bundesrepublik seit 1945: Unter   kapitalistischen Bedingungen an die Regierung kommt nur, wer die   &#8222;Westbindung&#8220; der Bundesrepublik, vulgo die NATO, bedingungslos   akzeptiert.<\/p>\n<p>  Die Entwicklung der Gr&#252;nen von der Friedens- zur Kriegspartei sollten   wir der LINKEN ersparen.<\/p>\n<h4>  Schluss mit dem Bombenterror !<\/h4>\n<h4>  Sofortiger und bedingungsloser R&#252;ckzug der Bundeswehr aus Afghanistan !<\/h4>\n<h4>  <\/h4>\n<p>  <i>Michael Schilwa ist Mitglied der Partei DIE LINKE.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Bundeswehr raus aus Afghanistan!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[60,78,64,25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13303"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13303"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13303\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13303"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13303"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}