{"id":13299,"date":"2009-09-07T10:00:00","date_gmt":"2009-09-07T10:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13299"},"modified":"2009-09-07T10:00:00","modified_gmt":"2009-09-07T10:00:00","slug":"13299","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/09\/13299\/","title":{"rendered":"Demo gegen Nazis in Dortmund"},"content":{"rendered":"<p>  Kampf gegen Nazis muss antikapitalistisch sein!<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Anl&#228;sslich des siebzigsten Jahrestages des Beginns des Zweiten   Weltkriegs missbrauchten Nazis, v. a. aus dem gewaltbereiten Spektrum   der &#8222;autonomen Nationalisten&#8220; und der &#8222;freien Kr&#228;fte&#8220;, den Antikriegstag   f&#252;r einen &#8222;nationalen Antikriegstag&#8220;. Dazu wurden am 5. September ca.   700 Rechtsextreme aus der ganzen Bundesrepublik nach Dortmund   mobilisiert. Mehr als 10.000 Menschen beteiligten sich an   verschiedensten Aktionen gegen die Nazi-Kundgebung.<\/p>\n<h4>  von Jan R&#246;der, Essen<\/h4>\n<p>  Die Stadt wollte die Demo verbieten, das Bundesverfassungsgericht   dr&#252;ckte jedoch in letzter Minute das Recht der Nazis auf eine Kundgebung   durch. Dies ist besonders skandal&#246;s vor dem Hintergrund, dass hunderte   Nazis die Dortmunder Gewerkschaftsdemo am 1. Mai dieses Jahres   angriffen, einen Teilnehmer des CSD schwer verletzten und durch ihr   aggressives Auftreten in letzter Zeit immer st&#228;rker versuchen, im   Ruhrgebiet fu&#223;zufassen.<\/p>\n<h4>  Rolle der Polizei<\/h4>\n<p>  Tausende anwesende Polizisten gaben sich gro&#223;e M&#252;he, die Kundgebung der   Nazis vor St&#246;rungen der AntifaschistInnen zu besch&#252;tzen. Mit   Stra&#223;ensperren und Wanderkesseln sch&#252;chterten sie die v. a. friedlichen   DemonstrantInnen ein und trieben sie mehrere Kilometer bis an den   Stadtrand und zur&#252;ck. Die Krawalle von &#8222;linken&#8220; Autonomen wurden auch in   der Presse &#252;bertrieben dargestellt und boten der Polizei einen Vorwand,   brutal gegen GegendemonstrantInnen vorzugehen; so wurde von den Beamten   intensiv mit Pfefferspray gedroht (ein kurdischer Journalist wurde damit   sogar &#8222;irrt&#252;mlich&#8220; angegriffen), Wasserwerfer aufgefahren, Hunde und   Reiterstaffeln eingesetzt. 243 DemonstrantInnen wurden in Gewahrsam   genommen &#8211; die Nazis kamen hier glimpflich davon, es handelte sich v. a.   um GegendemonstrantInnen. Die Zahlen an Festgenommenen stehen in keinem   Verh&#228;ltnis zu den wenigen wirklichen &#8222;Randalierern&#8220;, jedoch zeigt sich,   dass individuelle Angriffe auf die Polizei oft die ganze Demonstration   gef&#228;hrden k&#246;nnen und ein gemeinsam koordiniertes Vorgehen, um Nazis   effektiv zu blockieren, erschwert wird.<\/p>\n<h4>  Antifaschismus in der Wirtschaftskrise<\/h4>\n<p>  Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise ist die Gefahr gro&#223;, dass   Rechtsextreme einen gewissen Zulauf gewinnen k&#246;nnen. Dies liegt nicht   etwa daran, dass die Nazis wirkliche Alternativen zur Krise anbieten   k&#246;nnten. Diese Alternativen m&#252;ssen von Links angeboten werden.<\/p>\n<p>  Dabei kommt der Partei DIE LINKE die Aufgabe zu, im Wahlkampf nicht   karrieregeil auf Regierungsbeteiligungen mit SPD und Gr&#252;nen zu setzen,   also im Endeffekt den Kapitalismus mitzutragen. Vielmehr muss sie ihre   &#246;ffentliche Wahrnehmung nutzen, um den Kapitalismus zu entlarven und   durch die aktive Unterst&#252;tzung von au&#223;erparlamentarischen Protesten   gegen Arbeitsplatzvernichtung und Sozialabbau zur Abschaffung des   Kapitalismus beizutragen und den Weg zu einer sozialistischen Demokratie   aufzuzeigen. Auch die Gewerkschaften m&#252;ssen ihren Kurs grundlegend   &#228;ndern: Statt den Bossen zu helfen, mit Sozialpl&#228;nen und Lohnverzicht   die Krisenfolgen auf die Bev&#246;lkerung abzuw&#228;lzen, m&#252;ssen sie breite   Streiks und Proteste organisieren und zeigen, dass gemeinsames K&#228;mpfen   m&#246;glich ist. Gelingt ein radikaler Kurswechsel in der Linkspartei und   den Gewerkschaften nicht, steigt die Gefahr, dass Nazis mit ihrem   pseudo-radikalen Auftreten verzweifelte Jugendliche gewinnen k&#246;nnen und   so einen Spaltkeil zwischen deutsche und nichtdeutsche   ArbeitnehmerInnen, Erwerbslose und Jugendliche treiben.<\/p>\n<p>  Die Stadt Dortmund und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) reduzierten   ihren Protest gegen die Nazis auf ein &#8222;Friedensfest&#8220; in der Innenstadt.   Weder versuchten sie, die Kundgebung der Faschisten effektiv zu   verhindern, noch versuchten sie, den Protest zu politisieren.<\/p>\n<h4>  Konflikte im Vorfeld<\/h4>\n<p>  Der Versuch, in Dortmund ein gemeinsames B&#252;ndnis linker Kr&#228;fte   aufzubauen, scheiterte an politischen Differenzen. W&#228;hrend das B&#252;ndnis   &#8222;Dortmund stellt sich quer&#8220;, das von dutzenden linken Organisationen und   Einzelpersonen aus der Region unterst&#252;tzt wird, den Protesten einen   antinationalistischen Charakter verlieh, wollten sich die   &#8222;Antideutschen&#8220; vom B&#252;ndnis &#8222;S5&#8220; nicht auf den Konsens einlassen, keine   Nationalfahnen auf der Demonstration mit sich zu f&#252;hren und Kriege   grunds&#228;tzlich abzulehnen.<\/p>\n<p>  Antideutsche unterst&#252;tzen v&#246;llig kritiklos den Staat Israel &#8211; als   legitimen Zufluchtsort der im Holocaust verfolgten Juden &#8211; und dessen   Verb&#252;ndeten, die USA. Darum halten sie auch das milit&#228;rische Vorgehen   Israels gegen die arabisch-pal&#228;stinensische Bev&#246;lkerung in Gaza und den   Krieg Israels gegen den Libanon im Jahr 2006 f&#252;r unbedingt berechtigt.   Die SAV und andere Organisationen hingegen treten zwar f&#252;r das   Selbstbestimmungsrecht der j&#252;dischen Bev&#246;lkerung und ihren eigenen Staat   im Nahen Osten ein, lehnen aber die Politik des imperialistischen   Staates Israel, die sich durch Sozialabbau, Einschr&#228;nkung demokratischer   Rechte usw. auch gegen die eigene Arbeiterklasse richtet, ab. Ebenso   positioniert sich die SAV gegen politisch-islamische Organisationen wie   Hamas und Hisbollah, die auch pro-kapitalistisch sind und ihre Anh&#228;nger   in eine Sackgasse treiben, und tritt daher f&#252;r eine freiwillige   sozialistische F&#246;deration eines j&#252;dischen und eines pal&#228;stinensischen   Staates im Nahen Osten ein. Daf&#252;r ist ein gemeinsamer Kampf der   j&#252;dischen und pal&#228;stinenischen Bev&#246;lkerung des Nahen Ostens notwendig,   daf&#252;r treten die mit der SAV im Committee for a Workers&quot; International   (CWI) zusammengeschlossenen Organisationen Maavak Sozialisti (Israel)   und die CWI-Gruppe im Libanon ein.<\/p>\n<h4>  Eingreifen der SAV<\/h4>\n<p>  Die SAV war mit Mitgliedern aus Aachen, Essen und K&#246;ln bei den Protesten   gegen die Nazidemo anwesend und beteiligte sich an dem Versuch, zu den   Nazis durchzudringen und ihre Kundgebung lautstark zu st&#246;ren. Die   GenossInnen verteilten ein Flugblatt, in dem der Zusammenhang zwischen   dem Naziproblem und dem Kapitalismus aufgezeigt und zu Veranstaltungen   eingeladen wurde. Sie lernten einige Menschen kennen, die Interesse an   einer Zusammenarbeit mit oder Mitgliedschaft in der SAV haben.<\/p>\n<p>  Alle, die wirklich gegen Nazis sind, sind eingeladen, bei der SAV   mitzumachen, um f&#252;r eine Welt ohne Arbeitslosigkeit, Armut und Rassismus   zu k&#228;mpfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Kampf gegen Nazis muss antikapitalistisch sein!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13299"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13299"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13299\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13299"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13299"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13299"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}