{"id":13290,"date":"2009-08-28T14:25:00","date_gmt":"2009-08-28T14:25:00","guid":{"rendered":".\/?p=13290"},"modified":"2009-08-28T14:25:00","modified_gmt":"2009-08-28T14:25:00","slug":"13290","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/08\/13290\/","title":{"rendered":"Honduras: Wie das Putschistenregime st&#252;rzen?"},"content":{"rendered":"<p>  Generalstreik und unabh&#228;ngige Aktion der Arbeiterklasse n&#246;tig<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Bei solchen Freunden braucht man keine Feinde mehr, m&#246;gen manche gedacht   haben, als am vergangenen Dienstag OAS-Chef Jos&#233; Manuel Insulza, dem   Putschpr&#228;sidenten Roberto Micheletti die Hand sch&#252;ttelte, um dann ohne   Ergebnisse seiner Diplomatenmission das Land wieder zu verlassen. In den   erlauchten Kreisen internationaler Diplomatie ist der Handshake ein   deutliches Zeichen f&#252;r Anerkennung. Offiziell erkennt die OAS das   Putschistenregime nicht an, die Vereinten Nationen ebenso wenig und auch   von US-Pr&#228;sident Barack Obama waren kritische Wort zu h&#246;ren. Wieso h&#228;lt   sich Micheletti nach fast 50 Tagen dann immer noch an der Macht?<\/p>\n<h4>  <i>von Ted Le&#243;n (CWI Costa Rica)<\/i><\/h4>\n<p>  Sicher ist, dass die US-Regierung an dem Putsch nicht so unschuldig ist,   wie sie vorgibt. Ohne den R&#252;ckhalt der USA hat keine rechte   Putschregierung in Lateinamerika lange &#252;berlebt, das ist heute nicht   anders. Die Obama-Administration mag moderate Worte w&#228;hlen, aber ihr   Interesse ist zuerst die internationale Vormachtsstellung der USA. Das   von Hugo Ch&#225;vez mit initiierte progressive Staatenb&#252;ndnis ALBA, dem   Honduras angeh&#246;rt, ist eine Herausforderung. Mit dem Putsch in Honduras   wurde ALBA Schaden zugef&#252;gt. Dabei handelt es sich um nichts anderes als   einen Angriff auf deren schw&#228;chstes Glied &#8211; nach den gescheiterten   Putschversuchen in Venezuela und den anhaltenden   Destabilisierungsma&#223;nahmen in Bolivien<\/p>\n<p>  Aber auch die ALBA-Staaten, allen voran Venezuelas Pr&#228;sident Hugo   Ch&#225;vez, belassen es bei Solidarit&#228;t auf dem diplomatischen Parkett.   Genau wie die Vertreter der gest&#252;rzten, b&#252;rgerlichen Regierung von   Manuel Zelaya beschr&#228;nken sie sich zudem darauf, die Umsetzung des   &#8222;Plans von San Jos&#233;&#8220; zu fordern. Dieser sieht die R&#252;ckkehr des legitimen   Pr&#228;sidenten Zelaya vor, dessen Operationsbasis sich derzeit im   Nachbarland Nicaragua befindet. Aber gleichzeitig verpflichtet sicher   dieser dazu, eine &#220;bergangsregierung mit Putschisten einzugehen, den   Putschisten Amnestie zu gew&#228;hren und auf die Einberufung einer   Verfassunggebenden Versammlung zu verzichten. Damit w&#228;re er an H&#228;nden   und F&#252;&#223;en gefesselt.<\/p>\n<p>  In ihrem aktuellen Aufruf geht die Widerstandsfront jetzt &#252;ber diesen   Vorschlag des costaricanischen Pr&#228;sidenten Oscar Arias &#8211; neben   Kolumbiens Staatschef der treueste Anwalt US-amerikanischer Interessen   in der Region &#8211; hinaus und fordert die bedingungslose R&#252;ckkehr von   Manuel Zelaya und die Bestrafung der Putschistenverbrechen.<\/p>\n<p>  Die treuesten Verb&#252;ndeten der Putschisten finden sich in der   Kommandoebene des honduranischen Milit&#228;rs. Mit brutaler Gewalt lassen   sie die Streitkr&#228;fte auf das mutige Volk losgehen, das auf den Stra&#223;en   des Landes massiv und furchtlos gegen die Putschisten aufbegehrt. Zu   verantworten hat das Milit&#228;r die Bilanz: Zahllose Menschen wurden   geschlagen, verletzt, verhaftet und viele sind verschwunden. In Honduras   erinnert vieles an den blutigen Milit&#228;rputsch von Pinochet in Chile   1973. F&#252;hrende Oppositionelle m&#252;ssen sich im Krankenbett von   wiederholten gezielten Pr&#252;gelattacken der Milit&#228;rs und Polizei kurieren   &#8212; darunter Carlos H. Reyes, Veteran der linken Gewerkschaftsbewegung   und vor dem Putsch nominiert als unabh&#228;ngiger Pr&#228;sidentschaftskandidat   der sozialen Bewegungen sowie Marvin Ponce, Parlamentsabgeordneter der   links-sozialdemokratischen &#8222;Demokratischen Vereinigung&#8220; (UD).<\/p>\n<p>  Die andere zentrale S&#228;ule des Putschregimes besteht aus Unternehmern,   Kirchen, Medien aber auch Universit&#228;ten und   Nichtregierungsorganisationen. Der honduranische Arbeitgeberverband   COHEP stellt im Putschistenkabinett den Minister f&#252;r Industrie und   Handel. F&#252;hrende Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchen   geben Micheletti ihren Segen und beteiligen sich an den &#8222;wei&#223;en   M&#228;rschen&#8220; zur Unterst&#252;tzung der Ultrarechten.<\/p>\n<p>  Unterdessen bereiten die Putschisten die Durchf&#252;hrung von Wahlen am 29.   November vor. Antreten sollen die Kandidaten, die bereits vor dem Putsch   aufgestellt wurden. Das sind allesamt Vertreter der politischen Rechten,   mit der Ausnahme von Carlos H. Reyes. Die Putschisten-Medien berichteten   j&#252;ngst von einem Treffen, auf dem Zelaya-Anh&#228;nger sich angeblich darauf   verst&#228;ndigten, zur Wahl des unabh&#228;ngigen Kandidaten aufzurufen.   Marxisten wie die Sozialistische Partei Zentralamerikas (PSOCA) lehnen   die Teilnahme an diesen Wahlen indes kategorisch ab. Die Teilnahme w&#228;re   nichts als eine Legitimierung der Putschisten. Sie schlagen vor, die   Putschisten durch Massenmobilisierung der Arbeiterklasse zu besiegen.   Die Widerstandsfront m&#252;sse einen unbefristeten Generalstreik ausrufen   und d&#252;rfe sich nicht auf internationale Institutionen wie die OAS   verlassen. Als n&#228;chsten Schritt schlagen sie die Einberufung einer   demokratischen verfassunggebenden Versammlung vor, um Honduras einen   Schritt weiter zu bringen auf dem Weg zu einem sozialistischen Staat in   einer freiwilligen F&#246;deration sozialistischer Staaten in Zentralamerika.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Generalstreik und unabh&#228;ngige Aktion der Arbeiterklasse n&#246;tig\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[41],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13290"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13290"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13290\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}