{"id":13287,"date":"2009-08-22T00:00:00","date_gmt":"2009-08-22T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13287"},"modified":"2009-08-22T00:00:00","modified_gmt":"2009-08-22T00:00:00","slug":"13287","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/08\/13287\/","title":{"rendered":"Der Kampf geht weiter"},"content":{"rendered":"<p>  Proteste nach homophob motiviertem Anschlag in Tel-Aviv in Israel<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Charlie James und Shahar Ben-Khorin, Maavak Sozialisti   (&quot;Sozialistischer Kampf&quot;; Schwesterorganisation von SLP und SAV und   Sektion des CWI in Israel\/Pal&#228;stina)<\/i><\/p>\n<p>  Am 1. August wurden beim schlimmsten homophob motivierten Terroranschlag   in der Geschichte Israels in Tel-Aviv zwei lesbische bzw. schwule   Jugendliche ermordet. Unmittelbar nach dem Anschlag setzte eine sehr   wichtige Protestwelle gegen die durch das israelische Establishment   gef&#246;rderte Homophobie und gegen die Diskriminierung lesbischer,   schwuler, bisexueller und transgender (LGBT) Menschen ein, an der Maavak   Sozialisti (Sektion des CWI in Israel) mit ganzer Kraft teilnahm.<\/p>\n<p>  Charlie James, Mitglied des CWI, arbeitet als Aushilfe in der &#8222;BarNo`ar&#8220;   (&#8222;Jugendclub&#8220;), wo der Anschlag stattfand, und einige seiner FreundInnen   befinden sich unter den Opfern. Von ihm sei eine pers&#246;nliche Bemerkung   vorangestellt:<\/p>\n<p>  Zur &#8222;BarNo`ar&#8220; habe ich eine pers&#246;nliche Beziehung. Als ich vor einigen   Jahren nach Tel-Aviv zog, war die &#8222;BarNo`ar&#8220; eine der ersten und   bevorzugten Adressen f&#252;r mich, ein Ort, wo ich neue Freunde   kennenlernen, Billard, Schach und Karten spielen konnte und &#252;ber alles   reden konnte. Als ich dann alter war, wurde ich dort zur Ansprechperson:   Ich wollte versuchen zur&#252;ckzugeben, was ich bekommen hatte. Wir alle   waren dort: Nir (dessen Leben jetzt auf brutale Art und Weise   ausgel&#246;scht ist), Nofar, Khen und ich. Jedes Wochenende waren wir im   Wechsel anwesend, um dabei zu helfen, den Laden am Laufen zu halten,   Essen f&#252;r die Jugendlichen zu machen, ihre Streitereien zu schlichten,   Veranstaltungen zu organisieren und &#8211; am wichtigsten &#8211; mit ihnen zu   diskutieren, ihnen damit klar zu machen, dass sie auf dieser Welt nicht   alleine sind und dass es Menschen gibt, die zu ihnen stehen. Das war f&#252;r   uns eine Herzensangelegenheit.<\/p>\n<p>  Nach Jahren der Aufwiegelung und Gewalt, ist es in Tel-Aviv dann   schlie&#223;lich geschehen: Am 1. August um ca. 23.00 Uhr st&#252;rmte ein ganz in   Schwarz gekleideter und maskierter Mann w&#228;hrend einer w&#246;chentlich   stattfindenden Veranstaltung f&#252;r LGBT-Jugendliche in die R&#228;umlichkeiten   des LGBT-Vereins. Der Terrorist schoss gut eine Minute lang wild um   sich, betrat die R&#228;ume und suchte nach denen, die sich versteckt hatten.   Die Mehrzahl der Anwesenden wurde schwer verletzt, einige schafften es,   durch den Hinterhof zu entkommen, und zwei &#8211; Nir Katz (26) und Liz   Trubeshi (16) &#8211; wurden sofort get&#246;tet. Nir war einer der   AnsprechpartnerInnen, die den vielen Jugendlichen &#8211; wie Liz eine war &#8211;   Hilfe leisten, welche &#252;blicher Weise in dieses Zentrum kommen. Der   Terrorist entkam unerkannt.<\/p>\n<p>  Rasch nachdem die Nachricht von dem m&#246;rderischen Anschlag sich   verbreitet hatte, begannen sich Menschen am Ort des Geschehens zu   versammeln, zogen spontan Trauerkleidung an und bereiteten   Protestplakate vor. Einige waren gekommen, um von dem Horror zu   berichten. Sp&#228;t am Abend, nur wenige Stunden nach dem Anschlag, begannen   die Protestierenden &#8211; &#252;ber 1000 waren zu diesem Zeitpunkt bereits   zusammen gekommen, darunter LGBT-Leute, weitere Mitglieder von Maavak   Sozialisti und HADASH (der von der Kommunistischen Partei angef&#252;hrten   Wahlplattform) &#8211; durch die Hauptstra&#223;en von Tel-Aviv zu ziehen. Dabei   skandierten sie gegen die homophobe gesellschaftliche Stimmung:   &#8222;Aufwiegelnde Homophobe, ihr habt das Blut von Kindern an den H&#228;nden!&#8220;,   &#8222;Lesben und Schwule wollen in dieser Stadt leben!&#8220;, &#8222;Wir werden unsere   Homosexualit&#228;t nicht verbergen &#8211; Demokratie ist nicht m&#246;glich ohne   Gleichheit&#8220;, &#8222;Wir wollen gleiche Rechte: Am Arbeitsplatz, in der Schule,   bei der Ehe &#8211; volle Gleichheit und nicht weniger!&#8220;, &#8222;Wir k&#228;mpfen f&#252;r   Gleichheit: Wir zerst&#246;ren die Heimlichtuerei!&#8220;, &#8222;Hier geht ein Schwuler   &#8211; ohne Angst!&#8220;, &#8222;Wir alle stehen zusammen mit Stolz und ohne Angst!&#8220;.   Der Protestzug endete am LGBT-Zentrum der Stadt, um eine   Trauerversammlung abzuhalten.<\/p>\n<p>  In der Folgewoche kam es in Israel zu nie da gewesenen LGBT-Protesten,   Solidarit&#228;t und Trauerveranstaltungen, und diese beeinflussten ein nie   da gewesenes Ausma&#223; an &#246;ffentlichem Zuspruch f&#252;r den LGBT-Kampf.   H&#246;hepunkt der Woche war eine historische Massenkundgebung in Tel-Aviv   unter Beteiligung von sch&#228;tzungsweise 70.000 Menschen. International   wurden in gro&#223;en St&#228;dten Westeuropas und in den USA   Solidarit&#228;tsveranstaltungen &#8211; darunter M&#228;rsche und Proteste &#8211;   organisiert.<\/p>\n<h4>  Krokodilstr&#228;nen der etablierten Parteien<\/h4>\n<p>  Diese zun&#228;chst vor allem von linksradikalen Kr&#228;ften gef&#252;hrte zornige   Antwort, brachte ausnahmsweise die meisten gro&#223;en Parteien dazu, den   Anschlag ausdr&#252;cklich zu verurteilen (die Wahrheit ist aber, dass ihr   Verhalten eine wesentlich st&#228;rkere Radikalisierung verhindert hat).   Gleichzeitig kam es zu energischen Versuchen, die Proteste abzumildern,   was damit begann, dass die unerh&#246;rte Behauptung aufgestellt wurde: &#8222;Man   kann nicht sicher davon ausgehen, dass es sich um ein homophobes Motiv   handelt, und es kann sich um die Tat einer &quot;entt&#228;uschten Liebe&quot;   handeln&#8220;. Diese Aussagen sind institutionalisierte Homophobie, die den   Fakt ignoriert, dass der Terrorist genau wusste wo er hin wollte und   versuchte so viele (LGBT) Jugendliche hinzurichten wie m&#246;glich. Wenn es   sich um eine nationalistischen Angriff gehandelt h&#228;tte, h&#228;tte sich die   Polizei nicht getraut zu behaupten, dass der Terrorist vielleicht ein   pers&#246;nliches Motiv gehabt hat infolge eines gebrochenen Herzens.<\/p>\n<p>  Am Tag nach dem Angriff, bevor das Begr&#228;bnis begann, wurde eine   Kundgebung mit einigen hundert Menschen in der N&#228;he des Tatortes   organisiert. Die Angst, die Wut, der Schmerz der Anwesenden waren   sp&#252;rbar. Irritierenderweise kamen Politiker der etablierten Parteien,   einschlie&#223;lich der Vorsitzenden der parlamentarischen Opposition Tzipi   Livni, um heuchlerische Reden der Unterst&#252;tzung zu halten. Diese   Politiker ignorierten die Verantwortung ihrer eigenen Parteien f&#252;r die   homophobe Anregung, Diskriminierung und das Reinwaschen der extremen   Rechten und bezogen auf einen pers&#246;nlichen Aufruf an Eltern, ihre Kinder   zu akzeptieren und f&#252;r die Jugendlichen die St&#228;rke zu gewinnen, um   selbstsicher &quot;aus dem Klo zu kommen&quot;.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend sie selbst noch in der Regierung war, blieb Livni immer still,   wenn es zur Anstachelung des Hasses auf Schwule, Lesben, Bisexuelle und   Transgender aus den Reihen ihrer Regierung kam, als ihre   rechtsgerichteten Koalitionskollegen Schwule, Lesben, Bisexuelle und   Transgender mit Bestien verglichen und sie als &#8220;Anormale&#8221; verurteilten,   die geisteskrank seien, ansteckende Krankheiten verbreiten und Erdbeben   verursachen w&#252;rden (w&#246;rtlich). Mitglieder von Livnis Partei, Kadima   (Vorw&#228;rts), unterst&#252;tzten anti-demokratische Gesetzesvorlagen, die es   Kommunen erlauben sollten Pride Paraden (wie die CSD-Paraden, Anmerkung   &#220;bersetzer) zu verbieten. Ihre Partei-Kollegen, einschlie&#223;lich des   fr&#252;heren Ministerpr&#228;sidenten Ehud Olmert, verurteilten die j&#228;hrliche   Pride Parade in Jerusalem (die ein prinzipientreuer anti-homophober   Marsch ist). Der gegenw&#228;rtig Pr&#228;sident, Shim`on Peres &#8211; auch von Kadima   &#8211; hielt eine Rede auf der Kundgebung an dem Wochenende, aber pers&#246;nlich   nahm er an der homophoben Kampagne teil, die zu den Terror-Angriffen auf   die Parade in Jerusalem 2005 f&#252;hrte, als ultra-orthodoxe Siedler auf die   Teilnehmer des Marsches einstachen. Ironischerweise wurde Peres, der   einmal gesagt hatte, dass er generell gegen Pride Paraden in Israel sei,   scharf in der Zeitung Haaretz am Tag nach der Kundgebung kritisiert:   &#8220;War das einziges der Transparente auf der Kundgebung das besagte &#8211; &quot;Die   Homophoben an der Macht sind verantwortlich f&#252;r das Desaster&quot; &#8211; auf den   Pr&#228;sidenten des Staates bezogen, der nicht in der Lage ist das Wort   &quot;Homo&quot; auszusprechen?&#8221; Das gro&#223;e Transparent war das von Sozialistischer   Kampf (CWI in Israel) und nat&#252;rlich war es auf den Pr&#228;sidenten bezogen.<\/p>\n<h4>  Homophobie in der Kommunistischen Partei<\/h4>\n<p>  Es ist sehr nachvollziehbar, dass viele Menschen Illusionen haben und   ihre Hoffnungen in die falschen Vorspiegelungen von nie da gewesener   Sympathie des Establishments bez&#252;glich der Rechte von Schwulen, Lesben,   Bisexuellen und Transgender gelegt haben (einschlie&#223;lich des ersten   Besuches eines Ministerpr&#228;sidenten in einem LGBT-Zentrum, aufgrund der   Tatsache dass Netanyahu mit Livni konkurriert). Wie auch immer, es war   schlimm zu sehen wie schwule j&#252;dische Aktivisten der kommunistischen   Partei w&#228;hrend Livnis Rede am Tag nach dem Mord opportunistisch   klatschten und tats&#228;chlich Illusionen in sie setzten statt sie in einem   weiteren Kontext zu entlarven. Abgesehen von dem Fehlen von praktischen   Schritten, die Homophobie und die extreme Rechte zu zerschlagen, kann es   dann ignoriert werden, w&#228;hrend Livni jetzt Reden &#252;ber ihre Sorge f&#252;r die   Zukunft der Jugend h&#228;lt, dass sie vollkommen an den Angriffen auf die   Armen und Arbeiterfamilien, die Sozialdienste und das Massaker von   hunderten Jugendlichen &#8211; Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgender und   andere &#8211; in Gaza und im Libanon beteiligt war?<\/p>\n<p>  Ein f&#252;hrender KP- und Schwulen-Aktivist, der die LGBT-Gruppe (&#8220;Rot-Pink   Forum&#8221;) in Hadasch gegr&#252;ndet hat, reagierte auf den Terrorangriff in   einem &#246;ffentlichen Artikel, wo er ernsthaft die weit verbreitete und   tief verwurzelte Homophobie in der KP und Hadasch kritisierte (die, wie   er behauptet, ein gemeinsames &#8220;J&#252;disch-Arabisches&#8221; Ph&#228;nomen ist) sowie   den rein opportunistischen Vorsto&#223; der KP-F&#252;hrung, die Angst hat   &#8220;Stimmen zu verlieren&#8221;, wenn sie eine prinzipielle Haltung in dieser   Frage einnimmt. Einer der Hadasch Parlamentarier machte sogar noch vor   einigen Monaten eine homophobe Bemerkung in der Knesset (Parlament,   &#220;bers.).<\/p>\n<p>  Der Hadasch-Parlamentarier Dov Khanin sagte ganz richtig, als er auf der   kleinen Kundgebung vor Livni sprach, dass die Schmerzen und die Wut in   Entschlossenheit und Kampf umgewandelt werden sollten. Aber leider zog   er im Gegensatz zu einem hervorragenden bisexuellen Aktivistensprecher   keine konkreten Verbindungen zu anderen akuten K&#228;mpfen in dieser Zeit   und brachte keine Kritik an den etablierten Parteien. Im Gegensatz zu   ihm bezog sich der schon erw&#228;hnte bisexuelle Aktivist sehr scharf auf   den Kampf gegen die extrem rechtsgerichtete Regierung, den Kampf gegen   Abschiebung von Migrantenkindern und den brutal unterdr&#252;ckten Kampf   gegen die Besetzung Pal&#228;stinas.<\/p>\n<h4>  Beendigung jeglicher Diskriminierung<\/h4>\n<p>  Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgender von Sozialistischer Kampf und   andere Mitglieder f&#252;hrten einen kleinen Protest am Ende der Kundgebung   am Tag nach dem Angriff mit Spr&#252;chen wie: &#8220;Die Homophoben an der Macht   sind verantwortlich f&#252;r das Desaster&#8221;, &#8220;Wir werden nicht vergessen, wir   werden nicht verzeihen &#8211; wir werden k&#228;mpfen und nicht davon laufen&#8221; und   &#8220;Soziale Gerechtigkeit jetzt &#8211; Volle Gleichberechtigung f&#252;r Schwule,   Lesben, Bisexuelle und Transgender&#8221;, &#8220;Gleiche Rechte f&#252;r alle Gemeinden   &#8211; Genug mit der ganzen Diskriminierung&#8221;. Viele schlossen sich unseren   Rufen an. Ein &#228;hnlicher Protest-Kreis wurde am Ende der gro&#223;en   Kundgebung abgehalten, wo CWI-Mitglieder und einige Unterst&#252;tzerInnen   teilnahmen, unsere layouteten Stellungnahmen und Buttons verteilten, mit   Leuten &#252;ber die Situation und die weiteren Kampfschritte diskutierten   und Leute trafen, die interessiert sind unserer Organisation beizutreten.<\/p>\n<p>  Gegen Mitternacht kamen einige Jugendliche und Erwachsene dazu und wir   rufen zus&#228;tzlich zu den vorherigen Rufen: &#8220;Eine wirkliche Demokratie &#8211;   Keine religi&#246;se N&#246;tigung mehr&#8221;, &#8220;Weniger Reden, mehr Taten &#8211; Homophobie   beenden&#8221;, &#8220;Genug, genug mit der Diskriminierung &#8211; Trennung von Religion   und Staat&#8221;, &#8220;Genug, genug mit Diskriminierung &#8211; am Arbeitsplatz&#8221;,   &#8220;K&#228;mpfen gegen die Regierung &#8211; die unterdr&#252;ckt und aufwiegelt&#8221;, &#8220;1,2,1,2   &#8211; Wir sollten in Jerusalem marschieren!&#8221;, &#8220;Homophobie und Rassismus &#8211;   das ist die gleiche Gewalt&#8221;, &#8220;J&#252;dische und arabische Schwule, Lesben,   Bisexuelle und Transgender &#8211; k&#228;mpfen gegen Unterdr&#252;ckung&#8221;, &#8220;In Gaza und   Sderot wollen Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender auch leben&#8221;.   Einige Jugendliche gesellten sich zu uns mit dem Singen von: &#8220;Ohhh, ein   feiger Homophober, ein rassistischer Politiker, ein ausbeuterischer   Unternehmer &#8211; wir werden euch zur H&#246;lle schicken!&#8221; und &#8220;In Tel-Aviv, in   Jerusalem, in jedem Winkel in diesem Land Homophobie vernichten und   Aufstachelung liquidieren!&#8221;<\/p>\n<h4>  Der Kampf geht weiter<\/h4>\n<p>  Der &#246;ffentliche Druck auf das politische Establishment, die Regierung,   die Polizei, die Gerichte, hat zu einem zeitweiligen Anstieg von einer   rechtlichen Verfolgung von Vorf&#228;llen homophober Aufwiegelung und   Drohungen (au&#223;er nat&#252;rlich f&#252;r die von gro&#223;en Politikern gemachten)   gef&#252;hrt. Dies ist ein Verschleiern des routinierten, unerh&#246;rten   Verhaltens des Staates, aber es sollte als ein gewisses Ergebnis der   letzten Proteste gesehen werden.<\/p>\n<p>  Seit dem Terrorangriff gab es eine beeindruckende Mobilisierung von LGBT   Jugendlichen und Erwachsenen mit einer gewissen Schicht von meist   Jugendlichen, die radikalisiert wurden und zum ersten Mal an politischen   Aktivit&#228;ten teilnahmen und f&#252;r einen weitergehenden Kampf offen sind.   Dieser m&#246;rderische Terrorangriff hat bei vielen die Illusion, die durch   liberale und elit&#228;re Elemente gef&#246;rdert wurde, dass Tel-Aviv eine   sichere &#8220;Blase&#8221; ist und der Kampf dort vorbei ist. Homophobe Gewalt,   obwohl auf einen niedrigeren Level als in anderen gro&#223;en St&#228;dten, ist   immer noch t&#228;gliche Realit&#228;t in Tel-Aviv, und es ist auch wichtig zu   bemerken, dass Morde und Selbstmorde beeinflusst durch Homophobie und   Sexismus sind auch ein integraler Bestandteil der Wirklichkeit selbst   wenn die Todesursache in vielen F&#228;llen verschleiert wird.<\/p>\n<p>  Die St&#228;rkung der rechten Kr&#228;fte ist eine generelle Gefahr. Es ist   manifestiert in weitreichenden Angriffen auf demokratische Rechte, z.B.   die Tatsache, dass rechte Aktivisten in den letzten Jahren nach Tel-Aviv   kamen, um gegen die j&#228;hrliche Pride-Parade dort zu protestieren. Mit der   Frage, wie die extreme Rechte bek&#228;mpft werden kann, m&#252;ssen wir uns   befassen.<\/p>\n<h4>  Vorsicht vor falschen Freunden<\/h4>\n<p>  Die Mainstream-F&#252;hrung der LGBT-Organisationen sind extrem zufrieden mit   der Umarmung des Establishments und vermeiden jetzt jegliche Eskalation   des Kampfes, aber konzentrieren sich auf die Trauer und sind zufrieden   mit den Versprechungen der Politiker. Aber diese Umarmung ist eine   gef&#228;hrliche Umklammerung von falschen Freunden, und die Dinge m&#252;ssen in   ihrem weiteren politischen Kontext gesehen werden, wo eine   extreme-rechte Regierung einen Krieg sowohl gegen die Mehrheit der   israelischen Bev&#246;lkerung als auch der pal&#228;stinensischen Bev&#246;lkerung   f&#252;hrt und stellt durch eine dramatische Militarisierung eine Bedrohung   f&#252;r die Sicherheit benachbarter L&#228;nder dar. Eine unbeliebte, gel&#228;hmte   und sehr instabile Regierung will vielleicht diesen und andere K&#228;mpfe   durch Gesten und Versprechen in ihren eigenen blutigen Interessen   beruhigen. Die Vernichtung der institutionalisierten Homophobie ist   wichtig als Teil des Kampfes, um Homophobie, Sexismus und Rassismus   komplett aus der Gesellschaft zu entfernen &#8211; aber die Regierung und die   sogenannte Opposition der etablierten Parteien werden keine ernsthaften   L&#246;sungen anbieten. Wie immer k&#246;nnen Ver&#228;nderungen nur durch einen   entschlossenen Kampf erreicht werden, und das wird das komplette   Wegfegen der jetzigen regierenden politischen Kr&#228;fte beinhalten m&#252;ssen.<\/p>\n<p>  Die Tage nach den Morden lie&#223;en neue, unabh&#228;ngige Initiativen und   Formationen entstehen. Events, Proteste, M&#228;rsche &#8211; viele von ihnen   wurden trotz Einwand der obersten F&#252;hrung der Organisationen   durchgef&#252;hrt. Diese unabh&#228;ngigen Initiativen &#8211; meist angef&#252;hrt durch   JugendaktivistenInnen (teilweise Transgender), die angewidert waren von   den kapitalistischen opportunistischen selbst ernannten &#8220;F&#252;hrern&#8221; der   Gemeinde &#8211; haben eine starke Betonung auf die Notwendigkeit von   demokratischen Diskussionen gelegt, und manchmal auch auf die   Notwendigkeit sich mit anderen sozialen K&#228;mpfen zu verbinden. Diese   Bem&#252;hungen zeigen das Potential f&#252;r eine seri&#246;sere Demokratisierung   dieser Organisationen, die eine Bedingung f&#252;r einen langfristigen   Fortschritt im LGBT-Kampf ist.<\/p>\n<p>  Die Umklammerung des Establishments &#246;ffnet die T&#252;ren f&#252;r eine St&#228;rkung   rechter Kr&#228;fte und eventuell f&#252;r einen Anstieg der Unterdr&#252;ckung von   Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern. Aber parallel gibt es   eine radikalisierte Schicht von AktivistInnen, die nach einem Weg   suchen, um den Kampf zu einem wirklichen Sieg zu f&#252;hren mit dem Geist   der Stonewall-Rebellion von 1969. Viele der radikalen AktivistInnen sind   sich sehr bewusst, dass alle Diskriminierung und Unterdr&#252;ckung   abgeschafft geh&#246;rt. Das kann nur durch eine soziale Revolution erreicht   werden, die den Aufbau einer sozialistischen, demokratischen   Gesellschaft in die Wege leiten wird.<\/p>\n<p>  Wie bisher beabsichtigen wir unser Teilnahme im LGBT-Kampf konsequent   fortzusetzen, die Zusammenarbeit mit unabh&#228;ngigen Initiativen zu   festigen, Schritte zur Verbesserung des Kampfes vorzuschlagen und zu   diskutieren, inklusive der Zusammenarbeit mit anderen sozialen K&#228;mpfen,   und neue Menschen &#252;berzeugen uns in diesem entschlossenen Kampf zu   unterst&#252;tzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Proteste nach homophob motiviertem Anschlag in Tel-Aviv in Israel\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[33],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13287"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13287"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13287\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}