{"id":13286,"date":"2009-08-20T00:00:00","date_gmt":"2009-08-20T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13286"},"modified":"2009-08-20T00:00:00","modified_gmt":"2009-08-20T00:00:00","slug":"13286","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/08\/13286\/","title":{"rendered":"W oder was?"},"content":{"rendered":"<p>  Erholt sich die Weltwirtschaft?<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Wir h&#246;rten Spr&#252;che wie diese:<\/p>\n<p>  Immer ruhig! Wartet doch nur!<\/p>\n<p>  Nach einer gr&#246;&#223;eren Krise<\/p>\n<p>  Kommt eine gr&#246;&#223;ere Konjunktur!<\/p>\n<p>  <b>aus: Bertolt Brecht, das Lied vom Klassenfeind <\/b><\/p>\n<p>  Inzwischen ist es amtlich: im 2. Quartal ist die deutsche Wirtschaft ein   kleines bisschen (0,3%) gewachsen. Da bei der Frage, wann eine Rezession   zu Ende ist, eine noch gr&#246;&#223;ere Verwirrung herrscht als bei der Frage,   wann eine Rezession anf&#228;ngt, ist es Definitionssache, ob man das als   Ende der Krise bezeichnet oder erst die Entwicklung der n&#228;chsten Monate   abwartet. Entscheidend sind sowieso nicht die Worte, sondern die Folgen   f&#252;r das wirkliche Leben der Menschen. Und auch viele b&#252;rgerliche   &#214;konomen rechnen auf absehbare Zeit nicht mit einem kr&#228;ftigen   Aufschwung, der die sozialen Probleme des Kapitalismus wenigstens   mildern w&#252;rde. Vieles spricht daf&#252;r, dass es nach einer kurzen Erholung   ein erneutes Abgleiten in die Krise geben wird &#8211; also einen W-f&#246;rmigen   Konjunkturverlauf.<i> <\/i><\/p>\n<p>  <i>von Wolfram Klein<\/i><\/p>\n<p>  Zuerst m&#252;sste man kl&#228;ren, was mit einer &#8222;Erholung&#8220; gemeint ist. Die   kapitalistische Wirtschaft zeichnet sich seit etwa 1825 durch   Konjunkturzyklen aus, den best&#228;ndigen Wechsel von Boom und Krise. In   vorkapitalistischen Gesellschaften gab es auch Krisen, verursacht durch   au&#223;er&#246;konomische Faktoren wie Missernten, Seuchen, Kriege etc. Im   Kapitalismus liegen die Ursachen der Krisen in der inneren   Widerspr&#252;chlichkeit des Systems. Nat&#252;rlich versuchen die Sch&#246;nf&#228;rber des   Kapitalismus, das zu vertuschen, indem sie einzelne Ereignisse,   Entscheidungen von Politikern oder Managern etc. zur Ursache der Krise   erkl&#228;ren, die in Wirklichkeit bestenfalls Ausl&#246;ser oder versch&#228;rfende   Faktoren gewesen sind. Wie viel dabei der menschlichen Intelligenz   zugemutet wird, daf&#252;r ist die aktuelle Krise ein deutliches Beispiel:   Die Pleite von Lehman Brothers im September 2008 soll eine Krise   verursacht haben, deren Beginn die US-Statistiker inzwischen auf   Dezember 2007 festlegen! Auch in Deutschland schrumpfte die Wirtschaft   bereits im 2. Quartal 2008, was unsere Politiker nicht hinderte, das   Sommerloch 2008 mit Gefasel &#252;ber ausgeglichene Haushalte und   Vollbesch&#228;ftigung zu f&#252;llen.<\/p>\n<h4>  Ein Blick ins &#8222;Lehrbuch&#8220;<\/h4>\n<p>  Dass im Kapitalismus &#246;konomische Faktoren f&#252;r die Krise verantwortlich   sind, bedeutet allerdings auch, dass &#8211; nach dem &#8222;Lehrbuch&#8220; &#8211; die   Krisenprozesse die Voraussetzungen f&#252;r einen neuen Aufschwung schaffen.   Wie sieht das aus? Die Krise f&#252;hrt zu einer massiven Entwertung von   Kapital. Aktienkurse st&#252;rzen, Firmen gehen in Konkurs und werden   verramscht. Neben dieser Entwertung findet auch eine Vernichtung von   Produktionskapazit&#228;ten statt, indem Produktionsanlagen und ganze   Betriebe stillgelegt werden. Durch diese massive Vernichtung werden die   &#220;berkapazit&#228;ten der Industrie abgebaut. Da vor allem weniger produktive,   technologisch r&#252;ckst&#228;ndige Betriebe unter den Opfern sind, k&#246;nnen die   &#220;berlebenden schlie&#223;lich wieder Profite machen. Dazu kommt, dass die   Kapitalisten Krisen nutzen, um die Arbeitshetze zu steigern, L&#246;hne und   Arbeitsbedingungen zu verschlechtern und auch auf dieser Schiene ihre   Profite zu steigern.<\/p>\n<p>  Wegen der Kapitalentwertung sind dabei die Profitraten nicht schlecht.   Investitionen nehmen wieder zu, dadurch entsteht neue Nachfrage,   angefangen in den Investitionsg&#252;terindustrien. Die Nachfrage der   Kapitalisten nach Maschinen, Vorprodukten, Rohstoffen etc. steigt   wieder. Zun&#228;chst wird diese Nachfrage durch den R&#252;ckgang der Nachfrage   der Masse der Bev&#246;lkerung nach Konsumg&#252;tern (bedingt durch steigende   Arbeitslosigkeit, sinkende L&#246;hne etc.) wettgemacht. Aber schlie&#223;lich   steigt die Gesamtnachfrage wieder. Das f&#252;hrt zu Neueinstellungen,   irgendwann zu Lohnerh&#246;hungen. Mit einer gewissen Verz&#246;gerung steigt auch   die Konsumnachfrage der Masse der Bev&#246;lkerung wieder. Ein neuer   Konjunkturzyklus beginnt, auf technologisch h&#246;herem Niveau, in dem   deshalb die Widerspr&#252;che des Kapitalismus weiter zugespitzt sind, der   schlie&#223;lich in einer neuen Krise enden muss.<\/p>\n<p>  Das ist in groben Umrissen der Prozess nach dem Lehrbuch. Aber egal, wie   sich die Weltwirtschaft in der n&#228;chsten Phase entwickeln wird &#8211; die   Entwicklung wird mit dieser skizzierten Entwicklung wenig &#196;hnlichkeit   haben.<\/p>\n<h4>  Blasen-Wirtschaft und Krise<\/h4>\n<p>  Tats&#228;chlich hat sich die wirtschaftliche Entwicklung seit &#252;ber zwei   Jahrzehnten ein gewaltiges St&#252;ck vom Lehrbuch entfernt. Durch den   Anstieg von Aktienkursen, Immobilienpreisen, durch einen gigantischen   Anstieg der privaten Verschuldung gab es vor allem in der wichtigsten   Wirtschaft, den USA, einen Anstieg des privaten Konsums, der in keinem   Verh&#228;ltnis zur eher bescheidenen Entwicklung der L&#246;hne und Geh&#228;lter war.   Ohne diese Spekulationsblasen und Verschuldung w&#228;re die wirtschaftliche   Entwicklung der letzten Jahrzehnte noch schw&#228;cher gewesen. Die Kehrseite   war, dass das teilweise Platzen dieser Blasen (vor allem der &#252;berh&#246;hten   Immobilienpreise und mit ihnen verbundenen Hypothekenschulden) die Krise   der letzten Monate zur tiefsten Krise der Nachkriegszeit gemacht hat.<\/p>\n<p>  Durch die Spekulationsblasen seit den 80er Jahren wurden die Folgen der   Krisenhaftigkeit des Kapitalismus f&#252;r die Arbeiterklasse etwas   abgemildert, nicht aus Menschenliebe, sonder aus Entsetzen &#252;ber die   Radikalisierung der Arbeiterklasse weltweit als Folge der Krise 1974\/75.   Aus derselben Angst heraus haben sie in den letzten Monaten nicht wie in   der Weltwirtschaftskrise ab 1929 die Dinge ihren Lauf nehmen lassen,   sondern massiv interveniert. Das bedeutet nicht, dass die Herrschenden   jetzt keinen Sozialkahlschlag planen w&#252;rden. Im Gegenteil drohen die   schlimmsten Angriffe der Nachkriegsgeschichte. Aber es bedeutet, dass   selbst diese Angriffe noch hinter dem zur&#252;ckbleiben werden, was   notwendig w&#228;re, um auf kapitalistischer Grundlage wieder einen   selbsttragenden Aufschwung zu erm&#246;glichen.<\/p>\n<p>  Denn unsere Politiker haben aus diesem Debakel keineswegs die Folgerung   gezogen, zu solideren wirtschaftlichen Methoden zur&#252;ckzukehren. Daraus,   dass die private Verschuldung in einigen L&#228;ndern an Grenzen stie&#223;, zogen   sie die Folgerung, erstens die staatliche Verschuldung massiv zu erh&#246;hen   und zweitens die private Verschuldung in neuen L&#228;ndern anzukurbeln &#8211; das   ist z.B. eine Folge der deutschen Abwrackpr&#228;mie.<\/p>\n<p>  Wenn Regierungen weltweit Konjunkturprogramme im Umfang von 2,5   Billionen Dollar, das entspricht 4% des weltweiten   Bruttoinlandsprodukts, auflegen, muss das nat&#252;rlich eine Auswirkung auf   die Weltwirtschaft haben. Die Frage ist, ob es die Initialz&#252;ndung f&#252;r   einen Aufschwung oder nur ein Strohfeuer ist?<\/p>\n<h4>  Ursachen der Erholung<\/h4>\n<p>  Davor ist aber noch die Frage zu kl&#228;ren, warum die Wirtschaft sich in   Deutschland (und Frankreich und einigen anderen L&#228;ndern) schon im   zweiten Quartal erholt? Die &#214;konomen hatten eine Erholung erst im   zweiten Halbjahr erwartet &#8211; so wie sie die Krise nicht erwartet hatten,   wie sie die Tiefe der Krise nicht erwartet hatten, so wie eigentlich nie   das eintritt, was sie erwarten&#8230;<\/p>\n<p>  Erkl&#228;rt wird die Erholung in Deutschland jetzt mit &#8222;privaten und   staatlichen Konsumausgaben und Bauinvestitionen&#8220;. Der weitere Faktor   &#8222;Au&#223;enbeitrag&#8220; ist offenbar nur ein statistischer Effekt: Wenn die   Importe st&#228;rker zur&#252;ckgehen als die Exporte ist das ein Ausdruck davon,   dass im Winter die Krise in Deutschland tiefer war als in der   Weltwirtschaft insgesamt. Auff&#228;llig ist bei den Angaben, dass zwar Bau-   aber nicht Ausr&#252;stungsinvestitionen als Wachstumsquelle genannt werden.   Das zeigt deutlich, dass es sich nicht um einen &#8222;lehrbuchm&#228;&#223;igen&#8220;   Aufschwung handelt.<\/p>\n<p>  Ein zentraler Faktor ist offenbar, dass die politischen Ma&#223;nahmen, die   daf&#252;r sorgen sollten, dass die Krise erst nach den Wahlen bei der Masse   der Bev&#246;lkerung ankommt (z.B. Kurzarbeitergeld) den Effekt hatten, dass   die tiefste Krise der Nachkriegszeit nicht von einem Einbruch des   Konsums begleitet war &#8211; und das zur jetzigen Erholung beitr&#228;gt. Offenbar   sind Unternehmen auch im Winter im Zuge der tiefen Panik, die das   kapitalistische System weltweit erfasst hatte, &#252;ber das Ziel   hinausgeschossen, was die Stornierung von Auftr&#228;gen und den Abbau von   Lagerbest&#228;nden betraf. Diese &#220;berreaktion wurde in den letzten Monaten   korrigiert.<\/p>\n<h4>  Ist die Erholung dauerhaft?<\/h4>\n<p>  Die b&#252;rgerlichen &#214;konomen sind sich in dieser Frage durchaus uneinig.   Nachdem rund 30 Jahre lang staatliche Konjunkturprogramme als   wirkungslose Verschwendung von Steuergeldern verteufelt wurden, ist es   verwunderlich, dass &#252;berhaupt so viele Hoffnungen in sie gesetzt werden.   So wird in der &#8222;Financial Times Deutschland&#8220; die Obama-Beraterin   Christina Romer zitiert, wonach sich die positiven Folgen der   Konjunkturma&#223;nahmen gegenseitig hochschaukeln w&#252;rden &#8222;mit steigender   konjunktureller Wirkung&#8220;. Das ist die klassische Argumentation der   keynesianischen Wirtschaftspolitik. Der Haken dabei: Warum hat das in   den 70er Jahren nicht funktioniert? Bei allem b&#246;sen Willen: der   Neoliberalismus h&#228;tte sich damals nicht so restlos gegen den   Keynesianismus durchgesetzt, wenn der zu un&#252;bersehbaren Erfolgen gef&#252;hrt   h&#228;tte.<\/p>\n<p>  Auch sonst sind die Argumente f&#252;r eine dauerhafte Erholung teils   reichlich bem&#252;ht. So verweist in der &#8222;Financial Times Deutschland&#8220; deren   &#8222;Chef&#246;konom&#8220; Thomas Fricke darauf, dass zwar die Abwrackpr&#228;mie demn&#228;chst   auslaufe, aber 70% der in Deutschland hergestellten Autos in den Export   gehen und der &#8222;zieht mittlerweile wieder stark an&#8220;. Der Haken: In den   letzten Monaten war die deutsche Abwrackpr&#228;mie ein wesentlicher gr&#246;&#223;erer   Exportschlager als deutsche Autos. Um zu beweisen, dass der wichtigste   deutsche Wirtschaftszweig die Krise dauerhaft &#252;berwunden hat, m&#252;sste man   beweisen, dass die Nachfrage nach deutschen Autos &#252;berwiegend aus   L&#228;ndern kommt, die selbst keine Abwrackpr&#228;mien haben, in denen sich das   Problem eines massiven Nachfrageeinbruchs nach Auslaufen der   Abwrackpr&#228;mie (oder wenn der Effekt des Vorziehens von Autok&#228;ufen durch   die Abwrackpr&#228;mie ausl&#228;uft) also nicht stellt.<\/p>\n<p>  Bisher sind in der Autoindustrie trotz Kurzarbeit und Abwrackpr&#228;mie 3,9%   der Stellen abgebaut worden. Insgesamt sank die Besch&#228;ftigtenzahl von   Juni 2008 auf Juni 2009 um 3%. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden   sank um 12,6%. Das gibt eine Vorstellung, wie viele Arbeitspl&#228;tze ohne   verschiedene Formen von Arbeitszeitverk&#252;rzung (Abbau von &#220;berstunden,   Kurzarbeit etc.) vernichtet worden w&#228;ren!<\/p>\n<p>  Aber auch so werden die Bosse bald, nach den Wahlen, die Messer z&#252;cken.   In Deutschland ist seit Beginn der Krise die Arbeitsproduktivit&#228;t um   2,5% gesunken, die Lohnst&#252;ckkosten sind um 7% gestiegen. Dagegen ist in   den USA w&#228;hrend der Krise die Arbeitsproduktivit&#228;t um 8% gestiegen. Aus   Sicht der kapitalistischen Konkurrenzwirtschaft ist das ein R&#252;ckstand,   der nach den Wahlen schnell aufgeholt werden muss &#8211; durch Stellenabbau   in den Betrieben, K&#252;rzungen von staatlichen Sozialleistungen etc. Das   bringt die Gefahr, dass der private Konsum &#8211; eine der S&#228;ulen der   gegenw&#228;rtigen Erholung &#8211; in den n&#228;chsten Monaten wegbrechen k&#246;nnte. Und   das ist keine deutsche Besonderheit. International wird eine Mischung   aus keynesianischen Geschenken und neoliberalen Angriffen praktiziert.   In den USA mag Obama Konjunkturprogramme machen, aber gleichzeitig   vollf&#252;hren bankrotte Gouverneure wie Schwarzenegger Sparorgien &#8211; und der   Anstieg der US-Arbeitsproduktivit&#228;t ist Folge eines brutalen   Stellenabbaus. So ist es kein Wunder, dass das US-Konsumentenvertrauen   (ermittelt von der Nachrichtenagentur Reuters und der Universit&#228;t   Michigan) im August auf den tiefsten Stand seit M&#228;rz fiel. &#8222;Noch nie in   der 60-j&#228;hrigen Geschichte der Umfrage h&#228;tten weniger Verbraucher   angegeben, dass sich ihre finanzielle Situation verbessert habe, teilten   die Forscher mit.&#8220; (FTD-Website, 14.8.)<\/p>\n<p>  Eine Folge ist, dass die Hypothekenkrise in den USA nicht zu Ende geht.   Experten erwarten eine Zunahme der Zwangsversteigerungen von 3,1   Millionen 2008 auf 4 Millionen 2009. Normal sind 800.000. Dabei steigt   die Gefahr, dass nach der Hypothekenkrise die Kreditkartenkrise kommt.   Die Ausf&#228;lle im Kreditkartengesch&#228;ft sind auf das h&#246;chste Niveau seit 26   Jahren gestiegen. Das k&#246;nnte der Ausl&#246;ser f&#252;r eine neue Finanzmarktpanik   sein, ebenso wie die verheerende Lage vieler osteurop&#228;ischer L&#228;nder, die   vor allem westeurop&#228;ische Banken, die viel Geld nach Osteuropa verliehen   haben, ins Trudeln bringen k&#246;nnte. Abgesehen davon haben die Banken   weiterhin jede Menge Wertpapiere, deren Wert fragw&#252;rdig ist. Als Folge   der Krise haben viele Regierungen, auch in Deutschland, die   Bilanzierungsvorschriften gelockert. Damit konnten Probleme   aufgeschoben, aber nicht gel&#246;st werden. Diese Methoden k&#246;nnten   funktionieren, wenn der Wertverfall dieser Wertpapiere nur vor&#252;bergehend   ist. Angesichts der beschriebenen wirtschaftlichen Risiken ist das aber   keineswegs sicher.<\/p>\n<p>  Es gibt also viele Faktoren, die es wahrscheinlich mache, dass sich der   Aufschwung als kurzes Strohfeuer erweisen wird. Eine &#228;hnliche   Entwicklung gab es in Japan in den 90er Jahren, als die Regierung immer   wieder Konjunkturprogramme auflegte, die schnell verpufften, aber eine   von Mal zu Mal h&#246;here Staatsverschuldung hinterlie&#223;en.<\/p>\n<h4>  Konjunktur und Klassenkampf<\/h4>\n<p>  F&#252;r uns ist die wirtschaftliche Erholung alles andere als bedauerlich.   Erstens sind MarxistInnen nie der Ansicht gewesen, dass es der   Arbeiterklasse m&#246;glichst schlecht gehen soll. Schwere Wirtschaftskrisen   k&#246;nnen eher eine l&#228;hmende Wirkung haben. Und gerade wenn im Herbst der   arbeitenden Bev&#246;lkerung eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage Mut   macht, und sie trotzdem unter Stellenabbau leidet und eine neue   Bundesregierung mit einer &#8222;Agenda 2020&#8220; kommt, dann kann es eine   explosive Mischung von Mut und Wut geben.<\/p>\n<p>  Und generell ist es eine alte Erfahrung, dass das st&#228;ndige Wechselbad   von Erholung und Krise mehr radikalisieren kann als Wirtschaftskrisen an   sich. Dann wird besonders deutlich, dass Wirtschaftskrisen keine   Betriebsunf&#228;lle sind, sondern ein unvermeidlicher Bestandteil des   kapitalistischen Wirtschaftssystems.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Erholt sich die Weltwirtschaft?\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[127],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13286"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13286"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13286\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}