{"id":13268,"date":"2009-07-31T15:10:00","date_gmt":"2009-07-31T15:10:00","guid":{"rendered":".\/?p=13268"},"modified":"2009-07-31T15:10:00","modified_gmt":"2009-07-31T15:10:00","slug":"13268","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/07\/13268\/","title":{"rendered":"Land unter im Norden"},"content":{"rendered":"<p>  In Wismar und Warnem&#252;nde schlie&#223;en die Wadan-Werften<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Wir dokumentieren hier einen Artikel von Daniel Behruzi aus der   jungen Welt vom heutigen 31.7.09:<\/i><\/p>\n<\/p>\n<p>  Die Wadan-Werften in Wismar und Rostock-Warnem&#252;nde stehen vor dem   endg&#252;ltigen Aus. Morgen wechseln die rund 2400 Besch&#228;ftigten des gr&#246;&#223;ten   verbliebenen Schiffbaubetriebs Ostdeutschlands in eine   Transfergesellschaft, die sie f&#252;r nur f&#252;nf Monate vor der   Arbeitslosigkeit sch&#252;tzt. &#187;Wir haben keine zweite Option. Uns bleibt nur   der Wechsel in die Transfergesellschaft&#171;, erkl&#228;rte Ronald Zier,   stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Wismarer Werft, am   Donnerstag im jW-Gespr&#228;ch. Im vorl&#228;ufigen Insolvenzverfahren waren   diverse Auftr&#228;ge storniert worden. Auch die schwedische Stena-Linie hat   sich bislang nicht dazu ge&#228;u&#223;ert, ob sie wie vereinbart 400 Millionen   Euro f&#252;r zwei in Auftrag gegebene F&#228;hren zahlen wird. Dies war Bedingung   f&#252;r einen staatlich verb&#252;rgten Massekredit in H&#246;he von 187 Millionen   Euro, der nun nicht zur Auszahlung kommt. Vor diesem Hintergrund hatte   der Insolvenzverwalter Marc Odebrecht die Frist zur Beantragung des   konjunkturellen Kurzarbeitergeldes, mit dessen Hilfe der Betrieb h&#228;tte   weiterlaufen k&#246;nnen, verstreichen lassen.<\/p>\n<p>  Die &#187;Transfergesellschaft&#171; wird finanziert durch einen Landeskredit &#252;ber   20,5 Millionen Euro, 10,1 Millionen vom Europ&#228;ischen Sozialfonds und   15,5 Millionen, die die Bundesagentur f&#252;r Arbeit (BA) f&#252;r die &#187;geordnete   Abwicklung&#171; bereitstellt. Insgesamt beziffert die BA die direkten   Insolvenzkosten auf 80 bis 90 Millionen Euro.<\/p>\n<p>  &#187;Zu Tode betr&#252;bt&#171;, beschreibt Zier die Stimmung unter den   Werftarbeitern. &#187;Bis Mittwoch mittag hatten wir noch die Hoffnung, da&#223;   es weiter geht. Jetzt sind die Leute am Boden zerst&#246;rt.&#171; Mit dem Wechsel   in die &#187;Transfergesellschaft&#171; erwartet die Besch&#228;ftigten eine ungewisse   Zukunft. Das Kurzarbeitergeld von 60 bzw. 67 Prozent des Bruttolohns   wird vom Land um neun Prozent aufgestockt. Aber schon nach f&#252;nf Monaten   ist Schlu&#223; &#8211; dann stehen sie auf der Stra&#223;e. &#187;Wir wollen die Leute in   der Transfergesellschaft solange wie m&#246;glich zusammenhalten, denn ganz   haben wir die Hoffnung auf einen neuen Investor noch nicht aufgegeben&#171;,   so Zier.<\/p>\n<p>  Mit einer Demonstration durch Wismar wollen die Arbeiter heute (10 Uhr   ab Betriebstor) &#187;die letzte Schicht&#171; auf der traditionsreichen Werft   begleiten. Auch die Drohung, den Betrieb zu besetzen (jW berichtete),   wollte Zier nicht zur&#252;cknehmen. Man werde das weitere Vorgehen mit der   Belegschaft diskutieren, sagte er. &#187;Wenn, dann mu&#223; das eine   gemeinschaftliche Aktion sein. Der Betriebsrat kann sich ja nicht   alleine anketten.&#171; F&#252;r ihn sei aber klar, da&#223; &#187;wir nicht widerstandslos   zugucken werden, wie man unsere Arbeit klaut&#171;. Dabei geht es vor allem   um ein zu drei Vierteln fertiggestelltes Schiff f&#252;r die Stena-Linie, das   in der Wismarer Werft liegt.<\/p>\n<p>  Unterst&#252;tzt wird die Idee einer Besetzung von Christine Lehnert, die f&#252;r   die Sozialistische Alternative (SAV) in der Rostocker B&#252;rgerschaft   sitzt. &#187;Auf den Weltmeeren sind Tausende Schrottk&#228;hne unterwegs. Wenn   die Bosse das in Wismar und Warnem&#252;nde vorhandene Know-how zum Bau   moderner und umweltfreundlicher Schiffe dennoch zerst&#246;ren wollen, dann   ist eine Betriebsbesetzung die richtige Antwort&#171;, erkl&#228;rte sie am   Donnerstag gegen&#252;ber jW. Die Einrichtung einer &#187;Transfergesellschaft&#171;   bedeute f&#252;r die Betroffenen lediglich &#187;eine kurze Schonfrist auf dem Weg   in die Arbeitslosigkeit&#171;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      In Wismar und Warnem&#252;nde schlie&#223;en die Wadan-Werften\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13268"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13268"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13268\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13268"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}