{"id":13265,"date":"2009-07-31T00:00:00","date_gmt":"2009-07-31T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13265"},"modified":"2009-07-31T00:00:00","modified_gmt":"2009-07-31T00:00:00","slug":"13265","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/07\/13265\/","title":{"rendered":"H&#228;nde weg von unseren Clubs!"},"content":{"rendered":"<p>  In Berlin regt sich Widerstand gegen die Schlie&#223;ung von   Jugendeinrichtungen<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  W&#228;hrend in den letzten Monaten Hunderte Milliarden in Banken und   Konzerne gepumpt wurden, sollen in Berlin-Mitte 3,3 Millionen Euro in   der Jugend- und Sozialarbeit gespart werden. Und wieder einmal z&#228;hlen   die Interessen von Kindern und Jugendlichen nichts gegen&#252;ber denen von   Managern und Kapitalisten.<\/p>\n<h4>  <i>von Paula &amp; Krischan<\/i><\/h4>\n<p>  Dank der strikten Haushaltsvorgaben des Landes Berlin unter dem   rot-roten Senat droht im Bezirk Pankow die Schlie&#223;ung von 47 Jugend- und   Sozialeinrichtungen. Jetzt wird auch in Mitte der Haushaltsplan f&#252;r 2010   aufgestellt. Und auch hier sollen Kinder- und   Jugendfreizeiteinrichtungen f&#252;r K&#252;rzungen herhalten. Neben 800.000 Euro   bei den Freien Tr&#228;gern sollen 2,5 Millionen Euro bei den kommunalen   Einrichtungen gespart werden.<\/p>\n<p>  Ziel des Senats f&#252;r Bildung, Sport, Wissenschaft ist es, sich von allen   Jugendfreizeiteinrichtungen &#160;zu trennen, das hei&#223;t sie entweder an freie   Tr&#228;ger zu &#252;bergeben oder zu schlie&#223;en. Dabei gibt es schon jetzt viel zu   wenig Jugendfreizeitangebote. Im Wedding, zum Beispiel,&#160;liegt der   Versorgungsgrad von Jugendlichen zur Zeit bei 31%, nach den geplanten   K&#252;rzungen nur noch bei 23%. In einem internen Papier des Bezirksamtes   Mitte hei&#223;t es dazu nur: &quot;Die Mindestausstattung laut F&#246;rderformel wurde   im Wedding bisher sowieso nicht erreicht.&quot; Frei nach dem Motto: Wenn eh   immer zu wenig da war, k&#246;nnen wir ja gleich alles streichen! Aber gerade   der Wedding hat mit 33,2% den h&#246;chsten Migrantenanteil und mit 25,7% die   zweith&#246;chste Erwerbslosenquote Berlins. Jugendfreizeiteinrichtungen sind   hier mehr als Basteln und Party. Sie vermitteln Praktika und   Ausbildungspl&#228;tze, holen perspektivlose Kids von der Stra&#223;e und   unterst&#252;tzen sie bei vielen Problemen des Alltags. Das werden sie nicht   mehr k&#246;nnen, wenn sie geschlossen, noch &#252;berbelasteter, profitorientiert   sind, oder in Konkurenz zueinander gestellt werden.<\/p>\n<p>  Dass sich die geplanten K&#252;rzungen als Bumerang erweisen werden, d&#252;rfte   mehr als klar sein. Schon heute ist die Jugendkriminalit&#228;t ein   ernsthaftes Problem, zudem der vermehrte Drogenmi&#223;brauch unter Kindern   und Jugendlichen. Alle paar Tage geht in Berlin die Meldung durch die   Presse, dass wieder ein sogenanntes &#8222;Suff-Kid&#8220; aufgegriffen wurde. Wer   heute bei der Jugend spart kann morgen in Jugendkn&#228;ste investieren.<\/p>\n<p>  Welche Bedeutung die Einrichtungen haben, zeigen Protestschreiben gegen   die Schlie&#223;ung des Weinmeisterhauses im Stadtteil Alt-Mitte. Wir   dokumentieren hier einige Ausz&#252;ge:<\/p>\n<p>  &#8222;Aber nicht jeder hat einen festen Job mit gr&#246;&#223;erem Einkommen und nicht   jeder kann sich seine Freizeitinteressen und Hobbys in einer immer mehr   zur High Society werdenden Stadt leisten&#8230;&#8230;Jugendliche k&#246;nnen sich im   Weinmeisterhaus entwickeln, aufbauen, sie kommen aus ihren zerr&#252;ttenten   Familien hinein in liebevoll gestaltete R&#228;ume des Weinmeisterhauses, wo   sie basteln, KOSTENLOS Gitarre erlernen d&#252;rfen.&#8220;<\/p>\n<p>  &#8222;Meine eigenen, inzwischen 17j&#228;hrigen Kinder sind seit dem 5.Lebensjahr   immer wieder im Weinmeisterhaus. Die jungen Leute ben&#246;tigen diese   Anregungen und das &#8222;Wegweisen&#8220;. Und nicht alle Familien k&#246;nnen sich die   oft sehr teuren Nachmittagsangebote von privatfinanzierten Kursen   leisten.&#8220;<\/p>\n<p>  &#8222;Alle reden von Bildung, Chancengleichheit, Integration, hier k&#246;nnen Sie   sich beweisen!<\/p>\n<p>  Besonders der rot-rote Senat sollte nicht bei den Kindern und   Jugendlichen sparen!&#8220;<\/p>\n<p>  Und 800.000 Euro Einsparungen, alleine bei den Personalkosten, bedeuten   nun einmal, dass mit 25 bis 30 Vollzeitstellen rund die H&#228;lfte der   Sozialarbeiter in Mitte wegfallen w&#252;rden.<\/p>\n<p>  Aber es regt sich Widerstand. Mitglieder der Linksjugend[&quot;solid]-Gruppe   Roter Wedding haben sich in den letzten Wochen mehrmals mit Jugend- und   Sozialarbeitern und Jugendlichen zusammengesetzt, um sich zu vernetzen   und Protest zu organisieren. Dazu haben wir das &quot;B&#252;ndnis zur Rettung der   Kinder- und Jugendarbeit in Mitte&quot; gegr&#252;ndet. Mit Transparenten,   Schildern und Trommeln haben betroffene Kinder, Jugendliche,   Sozialarbeiter und wir die Bezirksverordnetenversammlung besucht. Ein   13-J&#228;hriger aus der Jugendfreizeiteinrichtung Ikarus hielt eine   beeindruckende Rede.<\/p>\n<p>  Weitere Aktionen wie Demos, Solikonzerte und -Partys,   Podiumsdiskussionen, Blockaden werden wir noch organisieren um f&#252;r   unsere Einrichtungen zu k&#228;mpfen.<\/p>\n<p>  Aber gerade wir als Linksjugend[&quot;solid] und damit LINKE-naher   Jugendverband sollten unsere Kritik und Wut &#252;ber diese K&#252;rzungen nicht   nur gemeinsam mit den Betroffenen &#228;u&#223;ern. Weil die LINKE hier an der   Regierung ist, tr&#228;gt sie schlie&#223;lich auch Verantwortung f&#252;r solche   Haushaltspl&#228;ne. Gerade Rainer-Maria Fritsch (Stadtrat f&#252;r die LINKE)   versucht hier das durch zu exerzieren, was in Berlin-Lichtenberg schon   geschehen ist. Eigentlich w&#228;re es Aufgabe der Partei Die LINKE, daf&#252;r zu   k&#228;mpfen, dass der gesamte Sozialbereich erhalten und ausgebaut wird.   Dass nicht die Menschen in Berlin f&#252;r die Haushaltsmisere zur Rechnung   gezogen werden, sondern diejenigen, die sie uns eingebrockt haben.<\/p>\n<p>  Wie zum Beispiel die Profiteure des Berliner Bankenskandals von 2001,   f&#252;r dessen Risiken das Land Berlin immer noch B&#252;rgschaften in H&#246;he von   21 Milliarden h&#228;lt.<\/p>\n<p>  Wir m&#252;ssen den Kampf gegen den geplanten Sozialkahlschlag gemeinsam mit   allen Betroffenen f&#252;hren. Nicht nur der Jugendbereich soll zusammen   gestrichen werden. Allein im Wedding sollen z.B. drei   Seniorenbegegnungsst&#228;tten wegfallen. Auch in anderen Bereichen wird es   Angriffe auf die soziale Infrastruktur geben. Wichtig ist, dass alle   Betroffenen sich GEMEINSAM zu Wehr setzen, ob Jugendliche,   Lohnabh&#228;ngige, Behinderte oder Senioren. Nur gemeinsam k&#246;nnen wir unsere   Einrichtungen verteidigen. Bezirks&#252;bergreifend gibt es ebenfalls   Protest. In mindestens sieben weiteren Bezirken von Berlin stehen die   kommunale Kinder- und Jugendarbeit und andere soziale Einrichtungen auf   der K&#252;rzungsliste. Bereiten wir Berlin einen hei&#223;en Herbst!!!<\/p>\n<p>  -Keine Einsparungen im Kinder- und Jugendbereich<\/p>\n<p>  -Erhalt und Ausbau aller Lern- und Freizeiteinrichtungen!<\/p>\n<p>  -Erhalt und Entwicklung von Qualit&#228;t und Infrastruktur der Kinder- und   Jugendarbeit<\/p>\n<p>  -Banken werden gerettet, Jugendeinrichtungen geschlossen:<\/p>\n<p>  <b>Wir lassen uns nicht dichtmachen!!! <\/b><\/p>\n<p>  <b>Bereiten wir Berlin einen hei&#223;en Herbst!!!<\/b><\/p>\n<p>  weitere Infos unter: <a href=\"http:\/\/www.wiederstandmitte.blogspot.com\">www.wiederstandmitte.blogspot.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      In Berlin regt sich Widerstand gegen die Schlie&#223;ung von<br \/>\n      Jugendeinrichtungen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75,26],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13265"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13265"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13265\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}