{"id":13257,"date":"2009-07-23T12:00:00","date_gmt":"2009-07-23T12:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13257"},"modified":"2009-07-23T12:00:00","modified_gmt":"2009-07-23T12:00:00","slug":"13257","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/07\/13257\/","title":{"rendered":"CWI Summer School 2009: Weltwirtschaft und Perspektiven"},"content":{"rendered":"<p>  &#8222;Der Kapitalismus ist von schwerster Krise seit den 1930er Jahren   befallen&#8220;<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Kevin Parslow, Socialist Party (Schwesterorganisation von SLP und   SAV sowie Sektion des CWI in England und Wales), 15. Juli 2009 <\/i>    <\/h4>\n<h4>  <i>Bericht von der Auftaktdiskussion der CWI Summer School 2009<\/i><\/h4>\n<p>  Nachdem zwei kurze Filme eingespielt wurden, von denen einer die bisher   wichtigsten Ereignisse des Jahres 2009 zusammenfasste und der andere die   dramatische Nacht von Dublin im Juni darstellte, die das Ergebnis von   der Wahl von Joe Higgins zum Europaparlament brachte, er&#246;ffnete Lynn   Walsh die erste Diskussionsrunde der Summer School des Committee for a   Workers&#8217; International (CWI) 2009 zum Thema Weltperspektiven. Am Beginn   stand eine sozialistische Analyse des Zusammenbruchs der Weltwirtschaft   im Verlauf des letzten Jahres. Lynn beschrieb, wie der &#8222;Kapitalismus von   der schwersten Krise seit den 1930er Jahren befallen wurde&#8220;. Der durch   die dem Kapitalismus innewohnende Spekulation hervorgerufene Zerfall der   Finanzm&#228;rkte zerst&#246;rte bislang rund 50 Billionen US-Dollar an   Verm&#246;genswerten und zwang die Regierungen dieser Welt, Billionen an   Dollar zur Verf&#252;gung zu stellen, um die Implosion des kompletten   Finanzsystems zu verhindern. Lynn erw&#228;hnte, wie einige KommentatorInnen   gewarnt hatten, dass &#8211; sollte nichts unternommen werden, um das System   zu sch&#252;tzen &#8211; die Bankiers und Konzernchefs mit einer   &#8222;antikapitalistischen Flutwelle&#8220; konfrontiert w&#252;rden, von der sie   hinfortgesp&#252;lt werden k&#246;nnten. So stark war die Wut in der Mittelschicht   und der Arbeiterklasse auf diejenigen, die so viele Leben ruiniert haben.<\/p>\n<p>  Lynn wies darauf hin, dass der tiefer liegende Grund f&#252;r den Einbruch   die Krise der kapitalistischen Produktion und die bewusste Abkehr von   Investitionen in arbeitsintensiven Bereichen hin zur Finanzspekulation   ist, die aufgrund der Gier der Kapitalisten nach immer gr&#246;&#223;eren Profiten   w&#228;hrend der &#196;ra Thatcher-Reagan begann. In den USA zum Beispiel ist der   Anteil der Finanzh&#228;user an den gesamten Unternehmensgewinnen von 16   Prozent vor dem Jahr 1980 auf den H&#246;chststand von 41 Prozent in der   j&#252;ngsten Zeit angestiegen. <\/p>\n<p>  Entgegen der Behauptung der Kapitalisten, sie h&#228;tten das Risiko   ausgel&#246;scht und einen Quell f&#252;r nicht enden wollende Profite gefunden,   stellte sich das genaue Gegenteil heraus. Wobei es zu enormen Gefahren   f&#252;r das Finanzsystem gekommen w&#228;re, h&#228;tten die Regierungen weltweit   nicht eingegriffen.<\/p>\n<p>  Lynn z&#228;hlte daraufhin dann die unterschiedlichen Prognosen zur   Wiederbelebung auf, die von kapitalistischen &#214;konomen vorgeschlagen   worden sind. Die Billionen an Dollar, die f&#252;r Rettungspakete ausgegeben   wurden, haben zwar einen gewissen Effekt erzielt, aber kann so   weitergemacht werden? Zentralbanken stellten Milliarden an US-Dollar zur   Verf&#252;gung, um Anleihen aufzukaufen und so Geld in das System zu pumpen   (Quantative Easing oder kurz: QE). Dies steigerte jedoch das Risiko   einer Inflation in der Zukunft. Genauso wenig konnte das Risiko einer   Deflation in vielen L&#228;ndern verringert werden. Es besteht weiterhin die   Gefahr, dass die Weltwirtschaft in absehbarer Zeit weiter Richtung   Abgrund driften kann.<\/p>\n<p>  Tats&#228;chlich haben die Kapitalisten keine wirkliche L&#246;sung. Sie   versuchen, die Arbeiterklasse f&#252;r die Krise zahlen zu lassen, indem sie   Entlassungen, Betriebsschlie&#223;ungen durch-, Kurzarbeit im Privatsektor   ein- und massive K&#252;rzungen im &#246;ffentlichen Dienst durchf&#252;hren, was zum   Abbau &#246;ffentlicher Dienstleistungen und weiterem Arbeitsplatzabbau   f&#252;hrt. Diese Angriffe und \/ oder eine zunehmende Inflation werden   dar&#252;ber hinaus zu einem sozialen Zusammenbruch und gewerkschaftlichen   K&#228;mpfen f&#252;hren.<\/p>\n<h4>  China und Iran<\/h4>\n<p>  Lynn griff, wie auch RednerInnen in der sich anschlie&#223;enden Debatte nach   ihm, die Frage auf, ob China die Weltwirtschaft aus der Rezession f&#252;hren   k&#246;nne. Die f&#252;r China angek&#252;ndigten Wachstumsdaten sind im Vergleich mit   den Einbr&#252;chen der wichtigsten industrialisierten Staaten beachtlich.   Doch die Rezession auf den wichtigsten M&#228;rkten des Landes und die   K&#252;rzungen der Einkommen werden die Chancen Chinas verringern, zur   Lokomotive der Weltwirtschaft zu werden. Die Entwicklung eines   Binnenmarktes wurde durch Entlassungen und Lohnk&#252;rzungen in der   chinesischen Industrie behindert.<\/p>\n<p>  Lynn und andere nahmen auch Bezug auf die Hintergr&#252;nde der j&#252;ngsten   ethnischen Unruhen in der Provinz Xinjiang, welche die Entwicklung   Chinas und seiner Teilregionen, die Mobilit&#228;t der Arbeiterschaft und die   Unf&#228;higkeit, die sozialen sowie nationalen Probleme aller Menschen in   China l&#246;sen zu k&#246;nnen, reflektieren.<\/p>\n<p>  Die j&#252;ngsten Massenproteste im Iran haben auch das Regime dort ins   Wanken gebracht. W&#228;hrend die Proteste f&#252;r den Moment scheinbar   nachzulassen scheinen, waren sie als die ersten umfassenden Proteste   seit der Gr&#252;ndung der Islamischen Republik im Jahre 1979 &#228;u&#223;erst   bedeutsam. Innerhalb der herrschenden Elite kam es zu Spaltungen und die   Geschehnisse lie&#223;en Moussawi zum Anf&#252;hrer der Proteste werden, da er   meint, das Regime m&#252;sse zu einer &#220;bereinkunft mit dem US-Imperialismus   kommen. Doch Ahmadineschad und die ihn umgebende Gruppe haben einen   &#8222;Putsch&#8220; durchgef&#252;hrt, um die Macht in ihren H&#228;nden zu konzentrieren und   die Proteste brutal zu unterdr&#252;cken. Diese Bewegung ist brutal   unterdr&#252;ckt worden, aber wenn die Arbeiterklasse mit den ihr eigenen   Klassen-Forderungen in den Vordergrund treten wird, dann wird das Regime   abermals zu wanken beginnen und ernsthafte Schwierigkeiten bekommen.<\/p>\n<p>  Wie der Iran so sieht sich auch der US-Imperialismus einer Reihe von   schwerwiegenden Problemen gegen&#252;ber: im Irak, mit Israel-Pal&#228;stina und   Afghanistan-Pakistan. Obama hat die USA in der Tat aus einem Sumpf   heraus gezogen (aus dem Irak). Doch nur, um noch tiefer in einem anderen   zu versinken (Afghanistan-Pakistan), der zunehmend Z&#252;ge der   Vietnamkriegs anzunehmen beginnt. Diese und andere Konflikte werden die   Beliebtheit von Obama treffen, die momentan sowohl im In- wie im Ausland   noch recht gro&#223; ist. Obamas Programm wird aber dennoch im Kongress &#8211; und   selbst unter einigen Demokraten &#8211; auf Opposition sto&#223;en, und Fehlschl&#228;ge   bei der Umsetzung einiger seiner beliebtesten Vorschl&#228;ge werden zur   Desillusionierung von Teilen seiner Anh&#228;ngerschaft und vor allem unter   den ArbeiterInnen f&#252;hren.<\/p>\n<p>  Generell sieht die Lage f&#252;r den Weltkapitalismus d&#252;ster aus, aber Lynn   erkl&#228;rte auch, dass das System einen Ausweg finden wird, wenn die   ArbeiterInnen nicht in der Lage sein werden, eine k&#228;mpferische   Alternative zu finden. Die Attacken der Kapitalisten werden massenhafte   Gegenwehr hervorrufen. Das CWI wird an diesen Entwicklungen teilhaben   und dabei den ArbeiterInnen und Jugendlichen unsere Ideen und unsere   Taktik erkl&#228;ren, die in K&#228;mpfe eintreten. Die gegenw&#228;rtige Krise f&#252;hrt   zu g&#252;nstigeren Voraussetzungen f&#252;r sozialistische Ideen, als dies noch   in der vorherigen Phase der Fall war. Die Rolle des CWI beim Aufbau der   Kr&#228;fte, die zusammen den Kapitalismus abschaffen werden, ist eine   wesentliche.<\/p>\n<h4>  Debatte<\/h4>\n<p>  Eine Reihe von GenossInnen griffen in die Debatte ein. Elin aus Schweden   stellte kurz dar, wie die Kapitalisten den Planeten ruinieren. Das CWI   wird an den Protesten teilnehmen, die anl&#228;sslich der Konferenz zur   Kontrolle des Klimas im Dezember in Kopenhagen stattfinden werden. Der   Genosse Brett aus den USA erl&#228;uterte, wie die Krise Besitz ergreift von   der weltweiten Automobilindustrie. GenossInnen aus Malaysia und   Australien zeigten auf, wie die Krise die Volkswirtschaften und das   politische System in diesen L&#228;ndern ergriffen hat.<\/p>\n<p>  Peter Taaffe vom Internationalen Sekretariat des CWI zeigte in seinem   Beitrag die Gemeinsamkeiten zwischen dieser und der Periode in den   1970er Jahren auf, als die weltweite Rezession die Revolutionen in   Spanien, Portugal, Griechenland und Zypern hervorrief. Wir sollten auf   &#228;hnliche Entwicklungen heute vorbereitet sein, da wir uns zu Beginn   einer revolution&#228;ren, indes langwierigen, Periode befinden. Jedem   Mitglied und jeder Sektion muss bewusst sein, wie wir jetzt aufbauen   k&#246;nnen. Das wurde in der abschlie&#223;enden Zusammenfassung von Robert   Bechert betont. Die Krise im System und die Wut &#252;ber den Zusammenbruch   hat die Existenz des gesamten kapitalistischen Systems in Frage   gestellt. Das CWI muss diese Wut nutzen, um weltweit sozialistische   Kr&#228;fte aufzubauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      &#8222;Der Kapitalismus ist von schwerster Krise seit den 1930er Jahren<br \/>\n      befallen&#8220;\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[103,127],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13257"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13257"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13257\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13257"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13257"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13257"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}