{"id":13251,"date":"2009-07-13T00:00:00","date_gmt":"2009-07-13T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13251"},"modified":"2009-07-13T00:00:00","modified_gmt":"2009-07-13T00:00:00","slug":"13251","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/07\/13251\/","title":{"rendered":"Wie weiter mit dem Bildungsstreik?"},"content":{"rendered":"<p>  Bericht vom Bonner Vernetzungstreffen zum bundesweiten Bildungsstreik<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am letzten Wochenende trafen sich in den R&#228;umen der Universit&#228;tsklinik   Bonn rund 100 AktivistInnen aus verschiedenen Bundesl&#228;ndern um die   bundesweite Bildungsstreikwoche vom 15. bis 19. Juni 2009 auszuwerten   und die Perspektiven der Bewegung zu diskutieren. Festgehalten wurde   neben einem Termin f&#252;r die n&#228;chste Bildungsstreikwoche unter anderem die   Beteiligung von Bildungsstreiks-Komitees an m&#246;glichen weiteren Protesten   von ErzieherInnen und dem B&#252;ndnis &#8222;Wir zahlen nicht f&#252;r eure Krise&#8220; am   17. September.<\/p>\n<p>  Vertreten waren vor allem Sch&#252;lerInnen aus Nordrhein-Westfalen, aber   auch viele Sch&#252;lerInnen, Studierende und andere Gruppen aus Berlin,   Heidelberg, M&#252;nchen, M&#252;nster, Kassel, Freiburg, Trier, Hannover,   G&#246;ttingen, Potsdam und Marburg. Einige St&#228;dte, die beim Bildungsstreik   eine wichtige Rolle gespielt haben.<\/p>\n<p>  Nach dem gro&#223;en Erfolg der Bildungsstreikwoche im Juni, den   Demonstrationen mit &#252;ber 280.000 Teilnehmenden, den verschiedenen   Aktionen wie symbolischen Bank&#252;berf&#228;llen, Universit&#228;tsbesetzungen und   Solidarit&#228;tsaktionen mit Besch&#228;ftigten und Auszubildende vor Ort stellt   sich die Frage, wie die entstandene Bewegung Wege finden kann, die   Proteste nach Sommer- und Semesterferien fortzusetzen und auszuweiten.<\/p>\n<p>  <b>Wie weiter nach den Ferien? <\/b>    <\/p>\n<p>  Auch wenn Ferien und Pr&#252;fungen die Proteste erstmal gebremst haben,   wurde aus mehreren St&#228;dten berichtet, die Leute h&#228;tten &#8222;Hummeln im   Arsch&#8220; und w&#252;rden gerne bald weitermachen. Nach einer &#252;berwiegend   positiven Auswertung der Protestwoche drehte sich die Debatte deshalb   schnell um eine Terminfindung f&#252;r die n&#228;chsten Aktionen &#8211; dass die   Bewegung sich fortsetzen w&#252;rde, wurde als selbstverst&#228;ndlich gesehen.<\/p>\n<p>  So wurde als n&#228;chster Aktions- und Protesttag der 17. September 2009   festgehalten. Der verantwortliche ver.di-Gewerkschaftssekret&#228;r Harald   Giesecke, der auch an dem Treffen teilnahm, sagte, dass dieser Tag auch   ein Streiktag der ErzieherInnen werden k&#246;nnte, wenn der Kommunale   Arbeitgeberverband bis dahin kein akzeptables Angebot machen w&#252;rde. Auf   Streikversammlungen im August wollen die Gewerkschaftsmitglieder   hier&#252;ber entscheiden. Der Slogan &#8222;Geld f&#252;r Bildung statt f&#252;r Banken&#8220; sei   nicht nur bei Sch&#252;lerInnen und Studierenden einer der beliebtesten,   sondern auch bei den Erziehern. Solch ein gemeinsamer Protesttag k&#246;nnte   ein weiterer Schritt in die Richtung breiter Proteste sein und gerade in   der politisierten Zeit vor der Bundestagswahl ein wichtiges Zeichen   setzten. Au&#223;erdem w&#252;rde ein erfolgreicher Streik der ErzieherInnen f&#252;r   den notwendigen R&#252;ckenwinden f&#252;r den Bildungsstreik sorgen.<\/p>\n<p>  Dar&#252;ber hinaus einigten sich die AktivistInnen auf eine zweite   bundesweite Aktionswoche vom 16. bis 22. November, die &#228;hnlich wie die   Woche im Juni auf einer bundesweiten Demonstration am 17. November   gipfeln soll. Damit wurde beschlossen, dass der n&#228;chste Bildungsstreik   sich in die sogenannte &#8222;Global Week of Action&#8220;, der International   Students Movement (ISM) einreihen soll, die bisher nur vereinzelt   kleinere Aktionen in L&#228;ndern wie Kroatien, Finnland und den Philippinen   hervorgebracht hat. Es wurde trotzdem argumentiert, man k&#246;nne dem   Bildungsstreik so den notwendigen internationalen Charakter verleihen.<\/p>\n<p>  Dem widersprachen vor allem Studierende mit dem Argument, dass ihnen   dieser Termin nicht genug Zeit zur Mobilisierung nach den Semesterferien   l&#228;sst. Hier entfachten sich leider immer wieder heftige Konflikte   zwischen einzelnen Teilnehmenden, was durch ein kompliziertes Abstimmen   im Konsensverfahren und zeitraubende Diskussionen angeheizt wurde.<\/p>\n<p>  <b>Gemeinsam k&#228;mpfen <\/b>    <\/p>\n<p>  Positiver war die &#252;bergreifende Grundhaltung, sich gerade auch im   Zusammenhang mit der Krise mehr mit Auszubildenden, Haupt-, Real- und   Gesamtsch&#252;lern sowie Gewerkschaften zu vernetzten um eine breitere und   schlagkr&#228;ftigere Bewegung aufzubauen. Die Notwendigkeit f&#252;r gemeinsamen   Widerstand hatten SAV-Mitglieder mit in die Diskussion hinein getragen   und hierbei betont, dass in der Zeit nach den Bundestagswahlen zu   erwarten ist, dass die Folgen der Krise auf dem R&#252;cken der Besch&#228;ftigten   und Jugendlichen abgew&#228;lzt werden.<\/p>\n<p>  Von Leuten aus verschiedensten Zusammenh&#228;ngen gab es eine positive   Bezugnahme zum Vorschlag eines Generalstreiks. In Frankreich zum   Beispiel, hatte erst k&#252;rzlich ein anhaltender Sch&#252;lerInnenprotest zu   Generalstreiks im Januar und M&#228;rz gef&#252;hrt, wie eine SAVlerin berichtete.   Neben der Aktion mit den Kita-Besch&#228;ftigten am 17. September wurden noch   weitere Ideen gesammelt, wie Besch&#228;ftigte und Auszubildende mehr mit   eingebunden werden k&#246;nnten. So wurde von einem Gewerkschafter des Bonner   Universit&#228;tsklinikums verschiedene Ans&#228;tze wie aktive Mittagspausen und   Betriebsversammlungen als Mittel vorgeschlagen, sodass sich   Auszubildende an Protesten beteiligen k&#246;nnten. Eine Initiative der   Vernetzungskonferenz will sich zudem darum k&#252;mmern, dass Betriebs- und   Berufsschultouren ins Leben gerufen werden, bei der Sch&#252;lerInnen und   Studierende die Auszubildende informieren k&#246;nnte. Ein anwesender   Jugend-Sekret&#228;r des Deutschen Gewerkschaftsbunds hatte &#252;ber &#228;hnliche   Vorhaben der Jugendstrukturen der Gewerkschaften IG Metall und ver.di   berichtet.<\/p>\n<p>  <b>Bundesweite Koordinierung wiederbelebt <\/b>    <\/p>\n<p>  Diskutiert wurde auch, dass es dringend wieder eine bundesweite   Koordinierungsstruktur geben solle, da die alte Struktur k&#252;rzlich   zusammenbrach. Da alle Teilnehmenden damit &#252;bereinstimmten, dass es   einen neuen Ko-Kreis geben solle, konstituierte sich dieser neu,   SAV-Mitglied Paula Rauch wird mit Anderen in diesem Gremium aktiv sein.   Beschlossen wurde, dass dieser offen sein und m&#246;glichst die B&#252;ndnisse   vor Ort widerspiegeln sollte. Beschriebene Aufgaben sind unter anderem,   Neuigkeiten und Anfragen an lokale B&#252;ndnisse weiterzuleiten, bestehende   Arbeitsgruppen zu vernetzen und bundesweite Treffen vorbereiten. Auch   &#252;ber eventuelle Aufgaben bei l&#228;ngeren Streiks oder Besetzungen wurde   gesprochen, jedoch ohne konkretes Ergebnis.<\/p>\n<p>  <b>Weitere Diskussionen <\/b>    <\/p>\n<p>  &#220;ber den Vorschlag von SAV-Mitgliedern und Anderen, Forderungen f&#252;r den   n&#228;chsten Bildungsstreik zu konkretisieren, konnte aufgrund von   Zeitmangel leider nicht mehr diskutiert werden. Dies w&#228;re allerdings   dringend notwendig gewesen, um Durchbr&#252;che zu erzielen und es den   Herrschenden schwieriger zu machen, sich mit faulen Kompromissen aus der   Aff&#228;re zu ziehen. Der Vorschlag der SAV dazu war: Abschaffung des   Turbo-Abis, der Studiengeb&#252;hren und des Bachelor-\/ Mastersystems,   au&#223;erdem die Neueinstellung von 100.000 LehrerInnen, kleinere Klassen   mit einer maximalen Gr&#246;&#223;e 20 und 50 Milliarden j&#228;hrlich an Mehrausgaben   f&#252;r Bildung. Sollte es gelingen, Aktionsgrad und Selbstorganisation   massiv zu steigern und die Forderungen zuzuspitzen, dann w&#252;rde sich die   Frage eines Erzwingungsstreiks stellen.<\/p>\n<p>  Einige TeilnehmerInnen betonten, dass es wichtig sei, in der ersten   Augustwoche in Frankfurt\/Main auf einem weiteren Auswertungstreffen die   Debatten fortzuf&#252;hren. Hierin liegt allerdings die Gefahr, dass bereits   getroffene Entscheidungen wieder in Frage gestellt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Zus&#228;tzlich soll es nach dem Bildungsstreik um den 17. November 2009 die   n&#228;chste bundesweite Konferenz des B&#252;ndnisses geben, wo die weiteren   Perspektiven und die Vernetzung mit den Gewerkschaften im Vordergrund   stehen soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Bericht vom Bonner Vernetzungstreffen zum bundesweiten Bildungsstreik\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13251"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13251"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13251\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}