{"id":13248,"date":"2009-07-08T01:00:00","date_gmt":"2009-07-08T01:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13248"},"modified":"2009-07-08T01:00:00","modified_gmt":"2009-07-08T01:00:00","slug":"13248","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/07\/13248\/","title":{"rendered":"Xinjiang: Brutale Polizei l&#246;st t&#246;dlichen Aufruhr aus"},"content":{"rendered":"<p>  140 Tote und 800 Verletze in den schlimmsten ethnischen Zusammenst&#246;&#223;en   seit Jahrzehnten in Chinas muslimisch dominierter Region<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  von Vincent Kolo, chinaworker.info<\/h4>\n<p>  In der Hauptstadt Urumqi verwandelten schie&#223;w&#252;tige Polizisten eine   friedliche Sitzblockade von 300 Uiguren, deren turkisch-sprechende   Minderheit die gr&#246;&#223;te Volksgruppe in Xinjiang stellt, in die vielleicht   heftigsten ethnischen Zusammenst&#246;&#223;e seit Jahrzehnten. In Xinjiang, was   vielen Uiguren als Ost- Turkestan bekannt ist, haben ethnische   Spannungen als eine Auswirkung der Repression seitens des chinesischen   Staates zugenommen, welche nach &#8222;9\/11&#8221; und den weltweiten &#8222;Krieg gegen   den Terror&#8221; &#252;berhand genommen haben. Dazu kommen Diskriminierung von   nicht-chinesisch sprechenden Menschen und eine weit offene Schere   zwischen arm und reich, wobei sich die indigene Bev&#246;lkerung ganz unten   befindet.<\/p>\n<p>  Die Wut kochte &#252;ber am Sonntag, 5.Juli, als hunderte Polizisten in den   bis dahin friedlichen Protest der zumeist jugendlichen Uiguren   eingriffen. Die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, um die 1000 Uiguren   h&#228;tten randaliert, Polizeiblockaden &#252;berwunden, Umstehende attackiert   und Fahrzeuge zerst&#246;rt. Die von westlichen Medien zitierten Zeugen   sagten aus, bis zu 3000 Aufst&#228;ndische h&#228;tten 1000 Polizisten und   Paramilit&#228;rs gegen&#252;ber gestanden. Chinesische Medien z&#228;hlten mindestens   140 Tote und 816 Verletzte und warnten vor weiteren Toten. Diesen   Berichten zufolge seien 261 Autos und rund 200 Gesch&#228;fte angegriffen   oder niedergebrannt worden.<\/p>\n<p>  &#8222;Sollten sich die Opferzahlen best&#228;tigen, w&#228;re dies der t&#246;dlichste   Gewaltausbruch in China in vielen Jahren,&#8221; schreibt die New York Times.   Bereits jetzt stellt er den heftigsten Gewaltausbruch in Xinjiang seit   1997 dar und droht die furchtbaren Todeszahlen in den tibetischen   Gebieten im letzten Jahr zu &#252;bersteigen. In Urumqi wird nun rigoros   vorgegangen, das Kriegrecht verh&#228;ngt und Telefon- und   Internetverbindungen abgeschnitten. Dutzende Opfer, sowohl Han-Chinesen   als auch Uiguren, befinden sich in den st&#228;dtischen Krankenh&#228;usern.<\/p>\n<p>  China Central Television (CCTV) zeigte Bildmaterial von uigurischen   Protestierern, die Menschen angreifen und zu Boden treten und von   benommenen Menschen mit blut&#252;berstr&#246;mten Gesichtern. Wie bei den   Aufst&#228;nden in der tibetischen Hauptstadt Lhasa im M&#228;rz 2008 sollen   solche Bilder anti-uigurische Stimmungen anheizen unter Schichten der   Han- Chinesen, die bis zu 92 Prozent der chinesischen Bev&#246;lkerung   ausmachen. Tats&#228;chlich ist dies die Absicht der herrschenden Elite in   China, die zweifellos die Ereignisse in Urumqi f&#252;r eine willkommene   popul&#228;re Ablenkung von der sich vertiefenden Wirtschaftskrise und   wachsenden Unzufriedenheit ausnutzen will, welche die 60-Jahr-Feier der   Machtergreifung der &#8222;Kommunistischen Partei&#8220; in diesem Oktober zu   verderben drohen. Die Kernbehauptung der offiziellen Propaganda ist   typischerweise, die Gewalt in Xinjiang sei von au&#223;en von   Exil-Organisationen herbeigef&#252;hrt worden &#8211; daher sollten sich alle   Chinesen hinter &#8222;ihrer&#8220; Regierung vereinen um gegen diese &#8222;ausl&#228;ndischen   Einmischung&#8221; zu protestieren.<\/p>\n<p>  Niemand sollte sich von dieser Verdrehung der Ereignisse in Xinjiang   t&#228;uschen lassen. Die Berichte sind zu diesem Zeitpunkt bruchst&#252;ckhaft,   aber der friedliche Charakter der anf&#228;nglichen Proteste in Urumqi   scheint klar. Associated Press berichtet: &#8222;Es gibt unterschiedliche   Ansichten &#252;ber die Ereignisse in Xinjiangs Hauptstadt Urumqi, aber die   Gewalt schien damit begonnen zu haben, dass eine Gruppe Demonstranten &#8211;   die friedlich begonnen hatte &#8211; sich nicht zerstreuen wollte.&#8221; Ein   amerikanischer Augenzeuge wurde mit der Aussage zitiert, die Polizei   habe sie mit Tr&#228;nengas, Feuerwehrschl&#228;uchen und Schlagst&#246;cken   zur&#252;ckgetriebe. Die Demonstranten h&#228;tten daraufhin die Polizeibarrikaden   umgesto&#223;en und Busfenster zerschlagen. &#8222;Jedes Mal, wenn die Polizei   St&#228;rke zeigte, sind die Menschen &#252;ber die Absperrungen zur&#252;ck auf die   Stra&#223;e gesprungen. Es war wie ein Katz und Maus-Spiel, &#8221; sagte er der AP.<\/p>\n<h4>  Rassistische Zusammenst&#246;&#223;e in Fabrik in Guangdong<\/h4>\n<p>  Die Demonstranten forderten eine &#246;ffentliche Stellungnahme zu einem   Vorfall in Guangdong in S&#252;dchina am 26.Juni. Ein furchtbarer ethnischer   Zusammensto&#223; zwischen Han-Chinesen und uigurischen Arbeitern in einer   Spielzeugfabrik in der Stadt Shaoguan f&#252;hrte zum Tod zweier Uiguren   (allerdings gibt es Berichte denen zufolge die Todeszahlen h&#246;her sein   k&#246;nnten) und 118 Verletzten auf beiden Seiten. Die Auseinandersetzung   ging von einem Han- Chinesischen Arbeiter aus, der seinem Job bei der   Privatfirma Early Light verloren hatte, die bis vor kurzem &#252;ber 50.000   Arbeiter in S&#252;dchina besch&#228;ftigt hatte. Statt seinem Boss &#8211; Hong Kongs   &#8222;Spielzeugmilliard&#228;r&#8220; Francis Choi &#8211; daf&#252;r die Schuld zu geben, richtete   dieser Arbeiter seine Wut gegen die 600 uigurischen Arbeiter, welche als   billige Arbeitskr&#228;fte (sogar billiger als Han-Chinesen) in die Provinz   gebracht worden waren. Dieser Arbeiter, der inzwischen verhaftet worden   ist, brachte im Internet die falsche Behauptung in Umlauf, sechs Uiguren   h&#228;tten zwei Han-Frauen in der Fabrik vergewaltigt. Gangs von   Han-Arbeitern griffen die Schlafr&#228;ume der Uiguren mit Messern und   Metallstangen an, die Uiguren verteidigten sich ebenso &#8211; ein Blutbad war   die Folge.<\/p>\n<p>  Dieser Vorfall ist sehr symptomatisch f&#252;r die Prozesse in China, wo die   Spannungen den H&#246;hepunkt erreichen infolge der Arbeitslosigkeit (in   Rekordh&#246;he nach 1949), Lohnk&#252;rzungen (200 Millionen Migranten befinden   sich in einem Wettlauf um weniger und immer weniger Fabrikarbeitspl&#228;tze)   und &#246;ffentliche Korruption, die in fast jeden Bereich menschlicher   Aktivit&#228;t eindringt. Da alle Kan&#228;le f&#252;r Widerstand dicht und die   Selbstorganisation der Arbeiter ge&#228;chtet sind, w&#228;chst zwar die Wut auf   den Staat, aber ebenso Rassismus, Kriminalit&#228;t, Drogenmissbrauch,   Selbstmord und andere Ausdrucksweisen der Hoffnungslosigkeit. Als   Fu&#223;note zum Vorfall in Shaoguan ist anzumerken, dass der   Spielzeugmilliard&#228;r Choi offiziell 1 Mrd US-Dollar schwer ist und &#252;ber   einen Fuhrpark mit &#252;ber 30 Sportwagen verf&#252;gt. Der von der Regierung in   Shaoguan festgelegte Mindestlohn, welcher f&#252;r die meisten   Arbeitsmigranten die Norm darstellt, betr&#228;gt nur 500 Yuan im Monat (um   die 73 US-Dollar). Dies sind die beiden Extreme der &#8222;zwei Chinas&#8220; heute:   Ein Arbeiter m&#252;sste 261 Jahre arbeiten, wobei er nicht einen Fen (Cent)   seines Lohnes ausgeben d&#252;rfte, um einen von Herrn Chois Ferraris kaufen   zu k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Der Ausbruch der Stra&#223;enk&#228;mpfe in Urumqi Ist eine Folge der   Auseinandersetzungen in Guangdong. Es gehen Berichte um, nach denen die   Polizei auch an den Angriffen auf die uigurischen Arbeiter in Shaoguan   teilgenommen hat, dass einige Uiguren, obwohl Opfer, unter den   Festgenommenen waren, und es gibt Ger&#252;chte, die Handys von Uiguren in   Shaoguan seien konfisziert worden, um sie an einer Aussage zu hindern.   Aus Wut dar&#252;ber und Misstrauen gegen&#252;ber erneutem offiziellen Vertuschen   ging eine Gruppe Uiguren auf die Stra&#223;en Urumqis, um Antworten zu   verlangen und gegen diese offensichtlich diskriminierenden Handlungen zu   protestieren.<\/p>\n<h4>  Staatlicher Rassismus<\/h4>\n<p>  Der Vorfall in Shaoguan, der breit im Internet und selbst in den   offiziellen Medien berichtet worden war, hat zweifellos zu tiefer   Entr&#252;stung unter Uiguren gef&#252;hrt. Millionen von Han-Chinesen zogen nach   Xinjiang, dominierten den wachsenden Privatsektor (die Bev&#246;lkerung von   Urumqi ist nun zu 70 Prozent Han-chinesisch), w&#228;hrend die Uiguren,   welche in andere Teile Chinas ziehen, systematische Diskriminierung und   Rassismus erfahren, von der Polizei und Beh&#246;rden schikaniert und von   einigen Schichten der Han-Chinesischen Bev&#246;lkerung als &#8222;nicht   vertrauensw&#252;rdig&#8220; und &#8222;zur Gewalt neigend&#8220; abgestempelt werden.   Rassistische Vorstellungen k&#246;nnen in jeder Gesellschaft von den   Herrschenden kultiviert werden um ihre eigenen politischen Interessen zu   f&#246;rdern. So war es mit dem Aufstieg des Antisemitismus in Europa und der   Ideologie der &#8222;wei&#223;en Vorherrschaft gegen Afro-Amerikaner in den USA.   Und so ist es jahrzehntelang in China gewesen mit dem offiziellen   Misstrauen gegen&#252;ber der uigurischen Minderheit und deren verbohrtem   Festhalten an ihrer eigenen Sprache, Kultur und Religion, welche die   b&#252;rokratisch- mandarinische Vordenker als Bedrohung der &#8222;nationalen   Interessen&#8220; ansehen.<\/p>\n<p>  Diese Vorurteile zeigen sich jetzt deutlich in der offiziellen Version   der Ereignisse in Urumqi. Die Behauptung, die exil-uigurische Sprecherin   Rebiya Kadeer in den USA stecke hinter dem Aufstand ist nicht ernst zu   nehmen. Xinjiangs Gouverneur Nuer Baikeli meinte dass, &#8222;die drei Kr&#228;fte   [Separatismus, militante Aktionen, religi&#246;ser Extremismus, d.A.] im   Ausland das Ganze aufzubauschen und nach dem [Shaoguan-] Vorfall als   eine Gelegenheit nutzen wollen, uns anzugreifen und Proteste auf der   Stra&#223;e anzuheizen.&#8221;<\/p>\n<p>  Diese Behauptung ist nicht plausibler als jene, der Dalai Lama habe den   Aufstand in Tibet im letzten Jahr inszeniert, zur selben Zeit als er   sich f&#252;r seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking einsetzte   und damit zur Zielscheibe einer versuchten Boykottkampagne seiner   eigenen Anh&#228;nger wurde. Wenn Han-Chinesen und andere Arbeiter Streiks   oder Stra&#223;enproteste durchf&#252;hren, weist das Regime ebenso routinem&#228;&#223;ig   auf die &#8222;schwarzen H&#228;nde&#8220; der radikalen Intellektuellen,   Menschenrechtsaktivisten, Linken oder Falun-Gong- Anh&#228;nger hin, die   sicherlich hinter solchen Aktionen stecken m&#252;ssten- als ob die Arbeiter   zu dumm w&#228;ren, f&#252;r ihre eigenen Interessen zu k&#228;mpfen!<\/p>\n<p>  Obwohl sich in Xinjiang die Unterst&#252;tzung f&#252;r Unabh&#228;ngigkeit unter den   Uiguren und anderen Minderheiten immer mehr vertieft ist dies noch kein   allgemeiner Trend und in diesem besonderen Fall scheint es nicht der   wichtigste Antrieb der Proteste gewesen zu sein. Augenzeugen berichten,   dass einige uigurische Demonstranten die chinesische Flagge getragen   h&#228;tten. Das ist ziemlich logisch, da ihr Ziel die Sicherung von   Grundrechten und Sicherheit f&#252;r uigurischen Arbeiter in ganz China sind,   auch in der Hoffnung, die Flagge w&#252;rde etwas Schutz gegen Repression und   genau die Art von Propaganda gegen &#8222;Separatismus&#8220; bieten, die nun auf   sie niedergeht. Von Guangdong nach Xinjiang hat sich jetzt eine sehr   reale Gefahr rassistischer Racheattacken auf Uiguren in anderen Teilen   Chinas verbreitet, die von der chauvinistischen Regierungspropaganda zur   Rechtfertigung des scharfen Vorgehens noch verschlimmert wird.<\/p>\n<h4>  Polizei feuerte Sch&#252;sse ab<\/h4>\n<p>  Den immer noch skizzenhaften Augenzeugenberichten zufolge scheint es,   als h&#228;tten die Sicherheitskr&#228;fte nach Abgabe einiger Warnungen, um das   Areal zu s&#228;ubern, die Demonstranten mit Tr&#228;nengas und auch Schlagst&#246;cken   angegriffen, also einen friedlichen, wenn auch w&#252;tenden Protest, in den   schlimmsten Gewaltausbruch seit einem Jahrzehnt verwandelt. Selbst ohne   ein volles Bild der Ereignisse (das vielleicht niemals entstehen wird)   scheint dieses Szenario sehr plausibel. Verschiedene Augenzeugen sagten   aus, haben am Abend des 5.Juli Sch&#252;sse geh&#246;rt zu, als der Aufstand in   vollem Gange war. Warum sollte ein stundenlanger Sitzstreik pl&#246;tzlich   und ohne Provokation auf einmal zur Randale werden, vor allem in einer   Stadt, in der Uiguren in der Minderheit und wo die Polizeist&#228;rke   &#252;berw&#228;ltigend sind? Laut der Times (Gro&#223;britannien) war &#8222;Urumqi   jahrelang eine der bestkontrolliertesten St&#228;dte in Xinjiang aufgrund der   hohen und rapide anwachsenden Han- Bev&#246;lkerung und der starken Pr&#228;senz   der Sicherheitskr&#228;fte.&#8221;<\/p>\n<p>  Sind die Sicherheitskr&#228;fte in der Lage, eine der &#8222;bestkontrolliertesten   St&#228;dte&#8221; in ein Blutbad zu verwandeln? Um diese Frage zu beantworten   brauchen wir nur einen Blick auf ihr Agieren in anderen Teilen Chinas zu   werfen, wo das Eingreifen der Polizei ein bekannter Grund f&#252;r Unruhe und   Aufruhr sind. Wir k&#246;nnen den Vorfall in Weng&#8217;an (Provinz Guizhou) vor   einem Jahr als ein Beispiel nennen und auch die Ereignisse in Shishou   (Provinz Hubei) im letzten Monat. Es gibt zu viele andere Beispiele, die   aufzuz&#228;hlen w&#228;ren.<\/p>\n<p>  Der von der Partei beeinflusste Outlook News Weekly schrieb vor kurzem   in der Ausgabe des 15. Juni: &#8222;Die Parteifunktion&#228;re m&#252;ssen den   Massenprotesten gro&#223;e Aufmerksamkeit widmen, ohne aus M&#252;cken Elefanten   zu machen und sie als kolossale `politische Vorf&#228;lle` zu betrachten&#8220;.   Diese Vorf&#228;lle als Aktionen gegen die Regierung zu behandeln und sie   infolgedessen mit aller Macht zu unterdr&#252;cken sei genau die Methode, die   Probleme zu versch&#228;rfen und h&#228;tte die direkte Folge, die Konflikte   zwischen Staat und Zivilisten zu vertiefen.&#8220;<\/p>\n<p>  Dies ist nicht das erste Mal, dass zentrale Parteiorgane auf eine   sensible Herangehensweise dr&#228;ngen, aus Angst, die lokalen Proteste   k&#246;nnten leicht au&#223;er Kontrolle geraten. Denn derselbe Artikel erkl&#228;rt,   &#8222;soziale Widerspr&#252;che haben bereits bestimmte Grundlagen der   Gesellschaft und der Massen gebildet und ein Pulverfass geschaffen   welches mit dem ersten Funken explodieren kann&#8230;&#8221; Trotz dieser weisen   Ratschl&#228;ge ist der Kraken des chinesischen Staates jedoch so   widerspr&#252;chlich und instabil, dass seine Tentakel weiterhin dass exakte   Gegenteil dessen tun, worauf der vorsichtige Kopf dr&#228;ngt. Sie fahren mit   dem fort, worauf sie sich am besten verstehen: Brutale Gewalt. Dies   scheint der Ausl&#246;ser f&#252;r die letzten Ausbr&#252;che in Xinjiang gewesen zu   sein.<\/p>\n<h4>  Sozialismus und die Arbeiterklasse<\/h4>\n<p>  Krawall ist naturgem&#228;&#223; eine blinde und destruktive Handlung, ein Akt der   Verzweiflung. Er ist keine Methode, bewusste politische Forderungen   durchzusetzen; er folgt keiner demokratisch vereinbarten Struktur und   unter Umst&#228;nden wie denen in Xinjiang kann dies leicht in Angriffe auf   unschuldige Zivilisten f&#252;hren, die aufgrund ihrer Ethnie zur Zielscheibe   werden. Sozialisten unterst&#252;tzen oder vertreten in keiner Weise Randale   als Mittel des politischen Kampfes, aber genauso wenig schlie&#223;en wir uns   dem von der chinesische Diktatur dirigierten Chor an, der die Schuld f&#252;r   den Verlauf der Ereignisse den uigurischen Demonstranten gibt. Die   Verantwortung f&#252;r das was passiert ist, liegt beim Regime in Peking und   seinen Sicherheitskr&#228;ften, deren Null-Toleranz gegen&#252;ber &#246;ffentlichen   Protesten und jeder Form unabh&#228;ngiger Aktionen und Gedanken soziale   Explosionen &#252;berall in China hervorruft. Genau davor warnten wir vor   einem Jahr auf chinaworker.info: &#8222; Unter dieser oberfl&#228;chlichen &#8216;Ruhe&#8217;   bleibt Xinjiang jedoch eine Zeitbombe&#8230;&#8221; [Die nationale Frage in   Xinjiang, chinaworker.info, 15. Januar 2008]<\/p>\n<p>  Sozialisten waren immer v&#246;llig gegen die Politik des chinesischen   Regimes in Xinjiang und die Repression, die nun in &#220;r&#252;mqi stattfindet.   Der chinesische Staat tritt in Xinjiang in derselben Art und Weise auf   wie bei Vorf&#228;llen oder Unruhen anderswo: er verteidigt die Interessen   der reichen Elite und die uneingeschr&#228;nkten Herrschaft der derzeitigen   Diktatur. Unabh&#228;ngig von der Regierung sollte eine Untersuchung begonnen   werden, um die Ereignisse am 5. Juli und 26. Juni zu beleuchten, bei   deren Durchf&#252;hrung selbst gew&#228;hlte Vertreter der uigurischen Gemeinde   beteiligt sind. Die Einheit der Arbeiterklasse &#252;ber religi&#246;se und   ethnische Grenzen hinweg stellt den einzigen Ausweg aus dieser Krise   dar. Volle demokratische Rechte, Ende der linguistischen und ethnischen   Diskriminierung in Schulen und Betrieben, und dem Recht auf   Selbstbestimmung f&#252;r nationale Minderheiten sind ein unerl&#228;sslicher Teil   dieses Kampfes. Eine neue sozialistische Arbeiterbewegung aufzubauen,   die sich auf das Fundament unabh&#228;ngiger Gewerkschaften st&#252;tzt, die alle   Arbeiter ungeachtet von Nationalit&#228;t, Geschlecht, religi&#246;sem Bekenntnis   und Hukou- Status organisieren, ist die dringendste Aufgabe unserer Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      140 Tote und 800 Verletze in den schlimmsten ethnischen Zusammenst&#246;&#223;en<br \/>\n      seit Jahrzehnten in Chinas muslimisch dominierter Region\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[38],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13248"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13248"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13248\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13248"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13248"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}