{"id":13247,"date":"2009-07-17T00:00:00","date_gmt":"2009-07-17T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13247"},"modified":"2009-07-17T00:00:00","modified_gmt":"2009-07-17T00:00:00","slug":"13247","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/07\/13247\/","title":{"rendered":"Keine Entwarnung"},"content":{"rendered":"<p>  2006 hatte die NPD in Mecklenburg-Vorpommern mit 7,3 Prozent der Stimmen   den Einzug in den Landtag geschafft. Aktuell liegt sie nur noch bei   unter 4 Prozent. Auch in Sachsen und anderen Teilen Deutschlands sehen   wir eine &#228;hnliche Entwicklung. Gleichzeitig gibt es interne   Streitigkeiten in der NPD, war zwischenzeitlich von Spaltung die Rede.   Doch von Entwarnung kann keine Rede sein &#8211; im Gegenteil.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Holger Dr&#246;ge, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Die NPD hat im Laufe ihrer 45j&#228;hrigen Geschichte bereits zahlreiche   Krisen (auch Finanzkrisen) &#252;berstanden, da sie sich in einigen Gebieten   auf Teile der Bev&#246;lkerung st&#252;tzen kann, treue Geldgeber hat und in der   Neonazi-Szene sich hat verankern k&#246;nnen. So ist nicht auszuschlie&#223;en,   dass die NPD bei den n&#228;chsten Wahlen bereits vorhandene Landtagsmandate   in Sachsen behalten und in zahlreichen Kommunen neue Mandate erlangen   kann. Zuletzt hilft der NPD auch, dass andere Kr&#228;fte wie DVU oder   Republikaner erst Mal in der Bedeutungslosigkeit verschwunden sind.<\/p>\n<h4>  Nationalistische Einheitspartei?<\/h4>\n<p>  Die Bestrebungen einer Reihe von NPD-Funktion&#228;ren, die Partei   attraktiver f&#252;r konservative Kreise zu machen, ihre Reihen und ihren   Einfluss zu verbreitern beziehungsweise das Bestreben zur Schaffung   einer nationalistischen Einheitspartei zusammen mit Kr&#228;ften der DVU   haben bisher nur geringen Erfolg gebracht. In Brandenburg wurde jetzt   der &#8222;Deutschlandpakt&#8220; zwischen NPD und DVU aufgek&#252;ndigt.Vor allem der   Kreis um Andreas Molau und die Landtagsfraktionen hatten dies betrieben.   Die aktuelle F&#252;hrungsriege der NPD will aber keine &quot;weichgesp&#252;lte   nationale Kraft, sondern eine knallharte Opposition&quot; sein. Mit der   Niederlage der Kr&#228;fte um Molaus auf dem letzten NPD-Parteitag wird es   wahrscheinlicher, dass eine Initiative aus Reihen der DVU erfolgt. Auf   ihrer neuen Homepage bezeichnet sich die DVU bereits als &quot;DVU &#8211; Die neue   Rechte&quot;. Was daraus wird ist allerdings offen, da es bislang nicht   gelungen ist, breitere Kreise zu mobilisieren.<\/p>\n<p>  In der NPD sind nun die gest&#228;rkt worden, die f&#252;r eine st&#228;rkere   faschistische Ausrichtung der Partei sind. Das Zusammenarbeit mit den   &#8222;Freien Kr&#228;ften&#8220; wurde verst&#228;rkt: Mehrere Vertreter wurden in Bundes-   und Landesvorst&#228;nde aufgenommen. Nebenbei: Fast alle f&#252;hrenden Personen   in der NPD haben eine kriminelle Vergangenheit.<\/p>\n<h4>  &#8222;Kampf um die Stra&#223;e&#8220;<\/h4>\n<p>  Zu der neuen Ausrichtung geh&#246;rt auch ein verst&#228;rktes Bem&#252;hen um   Aufm&#228;rsche und andere Aktionen. Damit soll deutlich gemacht werden, dass   eine faschistische &#8222;Bewegung&#8220; existiert. Faschistische Aufm&#228;rsche dienen   aber auch zur Einsch&#252;chterung all derjenigen, die zum Feindbild ernannt   wurden, wie MigrantInnen und politisch andersdenkende oder alternative   Jugendliche. Ein weiterer Effekt ist das die &#214;ffentlichkeit, an die   scheinbare Normalit&#228;t rechtsextremer Auftritte gew&#246;hnt werden soll.<\/p>\n<p>  Gleichzeitig werden solche Demonstrationen verst&#228;rkt als Ausgangspunkt   f&#252;r Gewalt genutzt: Nach der Demonstration am 14. Februar in Dresden   &#252;berfiel eine Nazibande GewerkschafterInnen, als diese an einer   Autobahntankstelle Pause machten und verletzten einen Gewerkschafter   dabei schwer.<\/p>\n<h4>  Faschistische Gewalt nimmt zu<\/h4>\n<p>  Landauf, landab erleben wir einen Anstieg von faschistischen   Gewalttaten. W&#228;hrend in der Vergangenheit Teile der NPD immer wieder   offiziell auf Zur&#252;ckhaltung (w&#228;hrend sie intern den rechten Terror   f&#246;rderten) dr&#228;ngten, um bessere Wahlergebnisse zu erzielen, scheint nun   ein anderer Kurs eingeschlagen zu werden. Auch wenn nicht alle   Gewalttaten durch die NPD organisiert werden, meist sind NPD-Mitglieder   oder Sympathisanten dabei.<\/p>\n<p>  F&#252;r 2008 wurden zwischen 19.000 und 20.000 Straftaten mit rassistischem,   antisemitischem oder rechtsextremem Hintergrund gemeldet. Unter ihnen   sind &#252;ber 1.000 Angriffe auf Personen zu verzeichnen. Dieses Jahr   scheint eine Steigerung dieser Zahlen um bis zu 50 Prozent m&#246;glich.   H&#228;ufig spielen NPD-Mitglieder eine Rolle bei diesen Angriffen.<\/p>\n<p>  Die Gewaltbereitschaft dr&#252;ckt sich auch in den j&#252;ngsten Waffenfunden   aus: W&#228;hrend der Weihnachtstage 2008 stellte die Celler Polizei auf dem   Anwesen eines NPD-Mitgliedes ein G3-Sturmgewehr, eine Kleinkaliberwaffe   und Munition sicher. Bei Durchsuchungen in den Wohnungen von 30 Nazis   wurden im Januar 2009 zahlreiche Waffen, wie Karabiner, Pistolen und   Maschinengewehrmunition, gefunden. Es habe sich erneut die Bef&#252;rchtung   best&#228;tigt, dass<\/p>\n<p>  die Rechten im S&#252;den Niedersachsens bewaffnet sind, erkl&#228;rte der   G&#246;ttinger Polizeipr&#228;sident Hans Wargel. In jeder zweiten durchsuchten   Wohnung waren Waffen entdeckt worden. In den Jahren 2007 und 2008 wurden   mindestens 667 Waffenfunde bei Faschisten gemeldet.<\/p>\n<h4>  Widerstand gegen Nazis<\/h4>\n<p>  Um so wichtiger, dass linke Organisationen und Aktive, nicht zuletzt die   Partei DIE LINKE, jetzt in der Wirtschaftskrise zum einen offensiv gegen   Arbeitsplatz- und Sozialabbau k&#228;mpfen und eine wirkliche Alternative zu   diesem System aufzeigen. Und zum anderen in Betrieben, Gewerkschaften   und Stadtteilen aktiv gegen Nazis und ihre Aufm&#228;rsche mobilisieren.<\/p>\n<h4>  Forderungen der SAV<\/h4>\n<p>  &#8211; Keine &#246;ffentlichen R&#228;ume und Pl&#228;tze f&#252;r Nazis!<\/p>\n<p>  &#8211; Verhinderung aller Nazi-Aktivit&#228;ten durch Massenmobilisierungen von   antifaschistischen Organisationen, Gewerkschaften und Linkspartei<\/p>\n<p>  &#8211; Wir d&#252;rfen uns nicht spalten lassen: Gemeinsam gegen Rassismus,   Stellen- und Lohnk&#252;rzungen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      2006 hatte die NPD in Mecklenburg-Vorpommern mit 7,3 Prozent der Stimmen<br \/>\n      den Einzug in den Landtag geschafft. Aktuell liegt sie nur noch bei<br \/>\n      unter 4 Prozent. Auch in Sachsen und anderen Teilen Deutschlands sehen<br \/>\n      wir eine &#228;hnliche Entwicklung. 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