{"id":13235,"date":"2009-07-15T00:00:00","date_gmt":"2009-07-15T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13235"},"modified":"2009-07-15T00:00:00","modified_gmt":"2009-07-15T00:00:00","slug":"13235","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/07\/13235\/","title":{"rendered":"Kita-Streik ausweiten"},"content":{"rendered":"<p>  Tarifkonflikt im Sozial- und Erziehungsdienst<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am 19. Juni wurden die Verhandlungen &#252;ber einen Tarifvertrag zum   Gesundheitsschutz und eine h&#246;here Eingruppierung der Besch&#228;ftigten in   den Sozial- und Erziehungsdiensten ergebnislos abgebrochen. Nach sechs   Wochen Streik stellt sich die Frage, wie dieser Kampf gewonnen werden   kann.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Ursel Beck, Stuttgart<\/i><\/h4>\n<p>  Bei einer bundesweiten Streikdelegiertenversammlung Mitte Juni gab es   laut ver.di aus allen Streikgebieten die R&#252;ckmeldung, dass die   Streikbereitschaft ungebrochen ist. Auch die Mehrheit der Eltern hat   nach wie vor Verst&#228;ndnis f&#252;r den Streik. Wenn die Gewerkschaften ver.di   und GEW aber eine Eingruppierung in die Entgeltgruppe 9 durchsetzen   wollen, dann muss der Druck im Kessel erh&#246;ht werden. Durch eine einfache   Verl&#228;ngerung des Streiks kann das nicht erreicht werden.<\/p>\n<p>  Es ist es notwendig, die Besch&#228;ftigten der freien und kirchlichen Tr&#228;ger   mit in die Auseinandersetzung einzubeziehen. Legale Streikf&#228;higkeit kann   hier &#252;ber die Forderung nach einem Tarifvertrag erreicht werden. Berlin   muss ebenfalls miteinbezogen werden.<\/p>\n<h4>  Solidarit&#228;tsstreiks<\/h4>\n<p>  Ein weiterer notwendiger Schritt sind Solidarit&#228;tsstreiks der anderen   Besch&#228;ftigten im &#214;ffentlichen Dienst und aller Gewerkschaften. Dadurch   k&#246;nnten auch die Eltern, die hinter den ErzieherInnen stehen, eine   aktive Rolle spielen.<\/p>\n<p>  Die Besch&#228;ftigten des gesamten &#214;ffentlichen Dienstes h&#228;tten l&#228;ngst in   die Auseinandersetzung mit einbezogen werden m&#252;ssen. Denn es geht nicht   nur um eine neue Eingruppierung f&#252;r die ErzieherInnen, sondern um alle   Besch&#228;ftigten im &#214;ffentlichen Dienst. Durch den Tarifvertrag TV&#214;D wurden   im Jahr 2005 ihre Einkommen abgesenkt, berufliche Aufstiege und   Zuschl&#228;ge abgeschafft. Nicht nur die Erzieher- und SozialarbeiterInnen,   sondern alle Besch&#228;ftigten wollen sich damit nicht abfinden. In   ver.di-Extra macht der f&#252;r Tarifpolitik zust&#228;ndige Funktion&#228;r im   Bundesvorstand deutlich, dass die unnachgiebige Haltung der Arbeitgeber   bei Sozial- und Erziehungsdiensten alle trifft: &#8222;Allen anderen   Besch&#228;ftigten, f&#252;r die der TV&#214;D gilt, wird damit eine Absage erteilt, zu   einer guten Eingruppierung in Entgeltgruppen zu kommen.&#8220;<\/p>\n<p>  Das Fatale dabei ist allerdings, dass ver.di den Arbeitgebern mit der   Zustimmung zur Abschaffung des BAT diesen Hebel selbst in die Hand   gegeben hat. Wenn die Arbeitgeber behaupten, sie w&#252;rden den   ErzieherInnen bis zu 340 Euro oder im Durchschnitt elf Prozent mehr   zugestehen, dann liegt das immer noch unter dem BAT-Niveau von 2004 und   zeigt nur, wie hoch die Verluste durch den TV&#214;D sind.<\/p>\n<h4>  Solikomitees<\/h4>\n<p>  Die Auseinandersetzung bei den ErzieherInnen muss zur Auseinandersetzung   aller Gewerkschaften gemacht werden. Das muss von unten eingefordert   werden. Eltern und GewerkschafterInnen sollten vor Ort Solikomitees   gr&#252;nden, Proteste vor und in den Rath&#228;usern organisieren und sich f&#252;r   Solidarit&#228;tsstreiks einsetzen.<\/p>\n<p>  Laut ver.di soll im September vor der Bundestagswahl zwei Wochen lang   bundesweit in den Kitas und Jugend&#228;mtern gestreikt werden. Sp&#228;testens   dann ist eine massive Solidarit&#228;tskampagne notwendig. Die Vernetzungen,   die durch den Bildungsstreik entstanden sind, sollten daf&#252;r genutzt   werden.<\/p>\n<p>  Ein erfolgreicher Streik bei den Erziehungs- und Sozialdiensten ist auch   notwendig f&#252;r eine Offensive bei Bund und Kommunen in der Tarifrunde   2010. Sp&#228;testens dann muss es um mehr Geld f&#252;r alle, f&#252;r die   35-Stunden-Woche bei vollem Lohn&#8211; und Personalausgleich und weitere   Verbesserungen f&#252;r die ErzieherInnen, SozialarbeiterInnen, M&#252;llwerker,   Krankenschwestern und Verwaltungsangestellten gehen.<\/p>\n<h4>  Unterst&#252;tzung von Eltern<\/h4>\n<p>  15. Juni: 30.000 Erzieher- und SozialarbeiterInnen nehmen an einer   bundesweiten Demo in K&#246;ln teil. Die Deutzer Br&#252;cke muss gesperrt werden,   da der Platz f&#252;r die Abschlusskundgebung zu voll ist. Als der trillernde   Demozug an einer Baustelle vorbeizieht, hupt der LKW-Fahrer im Takt mit.   Die Bauarbeiter auf der Laderampe winken. Am Rathaus halten zwei M&#252;tter   mit vier Kindern ein Plakat hoch: &#8222;Wir wollen viele und gesunde   Erzieherinnen f&#252;r gute Bildung!&#8220;<\/p>\n<p>  Die Tagesschau-Reporterin fragt eine Mutter: &#8222;Mal ehrlich. Sind Sie   nicht langsam ein bisschen genervt von dem Streik?&#8220; &#8222;Ja, sehr. Ich habe   langsam keinen Urlaub mehr. Die Bayern sollen auch mal streiken! Aber   die Forderungen sind richtig!&#8220; Von einer anderen Mutter angesprochen,   dass die Fragestellung nicht gerade neutral w&#228;re, antwortet die   Reporterin schlecht gelaunt: &#8222;Ich habe selber ein Kind und muss jeden   Tag gucken, wie ich es untergebracht bekomme. &#8211; Aber machen Sie sich   keine Sorgen, die Eltern sagen immer, dass sie die Erzieherinnen   unterst&#252;tzen. Das kommt alles in den Antworten.&#8220; K. Openorth, K&#246;ln<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Tarifkonflikt im Sozial- und Erziehungsdienst\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[216],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13235"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13235"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13235\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13235"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13235"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13235"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}