{"id":13232,"date":"2009-06-28T00:00:00","date_gmt":"2009-06-28T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13232"},"modified":"2009-06-28T00:00:00","modified_gmt":"2009-06-28T00:00:00","slug":"13232","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/06\/13232\/","title":{"rendered":"Sieg f&#252;r die Streikenden bei der &#214;lraffinerie Lindsey"},"content":{"rendered":"<p>  K&#228;mpferisches Handeln zahlt sich aus!<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  von Alistair Tice, Socialist Party(Schwesterorganisation der SAV in   England und Wales)<\/h4>\n<p>  Die Bauarbeiter der Lindsey Oil Refinery (LOR), die &#252;ber vierzehn Tage   lang im Streik waren, haben einen &#252;berragenden Sieg errungen. S&#228;mtliche   Forderungen der KollegInnen sind erf&#252;llt worden. Die 647 von den   Konzernchefs ausgesprochenen K&#252;ndigungen sind zur&#252;ckgenommen worden, die   51 K&#252;ndigungen sind aufgehoben und allen Besch&#228;ftigten wird eine   Weiterbesch&#228;ftigung von mindestens vier weiteren Wochen garantiert. Das   w&#228;re auch der Fall gewesen, h&#228;tte Blackett and Charlton sie eingestellt   und bedeutet so viel Arbeit wie m&#246;glich.<\/p>\n<p>  Erreicht wurde dieser Sieg durch die Kampfbereitschaft und   Entschlossenheit der LOR-ArbeiterInnen, die in einen wilden Streik   getreten waren, sowie durch die Solidarit&#228;tsarbeit von KollegInnen an   wenigstens 30 anderen Standorten (darunter auch Kraftwerke und   Produktionsst&#228;tten der petrochemischen Industrie). Dieser ausge&#252;bte   enorme Druck auf die hauptamtlichen Funktion&#228;re der Gewerkschaften GMB   (mit &#252;ber 600.000 Mitgliedern und Betriebsgruppen in 34 der 50 gr&#246;&#223;ten   Firmen des Landes eine der gr&#246;&#223;ten brit. Gewerkschaften f&#252;r zahlreiche   Branchen; Anm. d. &#220;bers.) und UNITE (eine der gr&#246;&#223;ten brit.   Industriegewerkschaften; Anm. d. &#220;bers.), die den wilden Streik anfangs   ablehnten, zwang diese dann dazu, den Arbeitskampf zu einem offiziellen   Streik auszurufen, als den 647 KollegInnen gek&#252;ndigt wurde.<\/p>\n<p>  Entscheidend dabei war die Rolle, die die Betriebsr&#228;te und   Vertrauensleute sowie das Streikkomitee bei LOR spielten. Sie &#252;bten eine   eindeutige und kompromisslose F&#252;hrung aus. Das Vertrauensleutekomitee   wurde auf Vorschlage des Socialist Party-Mitglieds Keith Gibson in der   zweiten Woche des Konflikts zu einem Streikkomitee ausgeweitet. Am Ende   geh&#246;rten ihm drei Mitglieder der Socialist Party an.<\/p>\n<p>  Die Socialist Party produzierte ein fast t&#228;glich erscheinendes   Informationsblatt, das Vorschl&#228;ge f&#252;r das weitere Vorgehen enthielt, von   denen einige auch umgesetzt wurden. Diese Informationsbl&#228;tter wurden von   Streikposten zu Hunderten auch vor Betrieben verteilt, die so weit weg   lagen wie z.B. Teesside, Elsmere port, South Wales und Nottinghamshire.   Da die ArbeiterInnen nach L&#246;sungsm&#246;glichkeiten suchen und der Socialist   Party gegen&#252;ber ihre Unterst&#252;tzung Ausdruck verliehen, konnten in den   zwei Wochen des Kampfes 93 Ausgaben von The Socialist, der Wochenzeitung   der Socialist Party an den Mann und die Frau gebracht werden.<\/p>\n<h4>  Gewerkschaftsfeindliche Gesetze beiseite geschoben<\/h4>\n<p>  Aus dem Konflikt k&#246;nnen viele wichtige Lehren gezogen werden. Die   gewerkschaftsfeindlichen Gesetze wurden durch entschlossene   Streikma&#223;nahmen und Solidarit&#228;t beiseite geschoben. Es war das dritte   Mal seit Jahresbeginn, dass Bauleute in einen wilden Streik getreten   sind.<\/p>\n<p>  Eine weitere wichtige Lehre ist aus der Rolle zu ziehen, die die   Betriebsr&#228;te und Vertrauensleute sowie das Streikkomitee einnehmen   konnten. Auch der Stellenwert der t&#228;glichen Versammlungen aller   KollegInnen, wo alle ArbeiterInnen sich in die Debatte einbringen und   Fragen stellen konnten, war und ist wesentlich.<\/p>\n<p>  Es ist wichtig hervorzuheben, dass der wilde Streik offensichtlich fest   und stark war und dass dies die Grundlage daf&#252;r legte, dass der   Arbeitskampf schlie&#223;lich auch offizielle Unterst&#252;tzung erhielt.   Letzteres machte den ArbeiterInnen nat&#252;rlich noch einmal Mut und gab   ihnen Selbstvertrauen.<\/p>\n<p>  Wenn der Januar-Streik diese Unterst&#252;tzung von offizieller   Gewerkschaftsseite von Anbeginn gehabt h&#228;tte, dann h&#228;tten   Gewerkschaftsfahnen und -transparente die &#8222;BJ4BW&#8220;-Slogans in den   Hintergrund gedr&#228;ngt (&#8222;BJ4BW&#8220; steht f&#252;r die nationalistische Forderung:   &#8222;British Jobs for British Workers&#8220;, was auf deutsch soviel bedeutet wie:   &#8222;Britische Arbeitspl&#228;tze f&#252;r britische Arbeiter&#8220;; Erg. d. &#220;bers.). Das   unterstreicht, wie n&#246;tig k&#228;mpferische Gewerkschaften sind und wie   wichtig es ist, dass die hauptamtlichen Funktion&#228;re gew&#228;hlt und mit   einem durchschnittlichen Facharbeiterlohn verg&#252;tet werden.<\/p>\n<p>  Eben wegen dieser &#8222;BJ4BW&#8220;-Banner wollten einige Linke den Streik im   Januar und Februar nicht unterst&#252;tzen. Aber der Streik im Winter war in   erster Linie auf die Verteidigung gewerkschaftlicher Rechte und gegen   die Versuche der Konzernherren ausgerichtet, die ArbeiterInnen aufgrund   von Staatsangeh&#246;rigkeit zu spalten, indem sie ArbeiterInnen aus dem   Ausland zu Niedrigl&#246;hnen besch&#228;ftigen wollten. Damit wollten die   Arbeitgeber ein landesweites Abkommen mit dem &#8222;Wettlauf nach unten&#8220;   untergraben.<\/p>\n<p>  Der im Februar und sp&#228;ter noch einmal im Mai errungene Sieg, als 16   Produktionsst&#228;tten in Solidarit&#228;t mit dem Betrieb in South Hook in Wales   eingriffen, gab den ArbeiterInnen bei LOR Zuversicht, um nun diese Sache   &#252;ber zweiundhalb Wochen durchzuziehen.<\/p>\n<p>  Im Januar stellten SozialistInnen aus dem Streikkomitee den   &#8222;BJ4BW&#8220;-Slogans Forderungen nach Klasseneinheit entgegen und der nun zu   Ende gegangene Konflikt appellierte an die KollegInnen bei TOTAL im   belgischen Antwerpen und f&#252;hrte auch zu Unterst&#252;tzung von dort.<\/p>\n<p>  Dennoch wird dieser Sieg nicht das letzte Wort bleiben. Die Schlacht ist   zwar gewonnen, der Kampf aber noch nicht vor&#252;ber. Die Arbeitgeber werden   weiterhin vorhaben, landesweite Abkommen und auch die Gewerkschaften zu   brechen. Dieser Sieg aber hat den Widerstand der ArbeiterInnen gest&#228;rkt.   Der Arbeitgeber &#8211; sowohl bei TOTAL als auch die Subunternehmer &#8211; haben   die Belegschaft vollkommen untersch&#228;tzt. Die Massenentlassung machte   deutlich, dass es bei diesem Konflikt um schlagkr&#228;ftige   Gewerkschaftsarbeit und das landesweite Abkommen ging.<\/p>\n<p>  Die Arbeitgeber haben vollkommen kapituliert, doch sie wollen weiterhin   das landesweite Abkommen aushebeln. Trotzdem sind sie nun erst einmal   geschw&#228;cht worden.<\/p>\n<p>  Es wird nun von beiden Gewerkschaften eine landesweite Abstimmung   vorbereitet, da die Arbeitgeber es ablehnen, ein Lohnangebot vorzulegen   oder &#252;berhaupt Arbeitsplatzgarantien im Rahmen des NAECI-Abkommens bis   2010 zu geben.<\/p>\n<p>  Mit dem Auftrieb, den der j&#252;ngste Erfolg gebracht hat, ist bei dieser   Abstimmung ein eindeutiges &#8222;Ja&#8220; zu erwarten. Arbeitgeber und Regierung   werden wissen, dass &#8211; sollten sie nicht nachgeben &#8211; die Bauleute so   lange streiken werden, bis ihre Forderungen erf&#252;llt sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      K&#228;mpferisches Handeln zahlt sich aus!\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13232"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13232"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13232\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13232"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13232"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}