{"id":13193,"date":"2009-06-08T16:18:00","date_gmt":"2009-06-08T16:18:00","guid":{"rendered":".\/?p=13193"},"modified":"2009-06-08T16:18:00","modified_gmt":"2009-06-08T16:18:00","slug":"13193","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/06\/13193\/","title":{"rendered":"Kommunalwahlen in Rostock"},"content":{"rendered":"<p>  SAV festigt Basis und verteidigt Sitz<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  &#8220;Es hat mich wirklich beeindruckt, dass sie selber mitgemacht haben, die   SAV-Wahlkampfschilder aufzuh&#228;ngen, Frau Lehnert&#8221;, sagte ein st&#228;dtischer   Angestellter auf der offiziellen Wahlparty der Stadt Rostock zur wieder   in die B&#252;rgerschaft gew&#228;hlten SAV-Abgeordneten Christine Lehnert und   gratulierte ihr. Dies dr&#252;ckt wohl den Unterschied von Christine Lehnert   zu anderen Abgeordneten aus. Sie ist als Reiseverkehrskauffrau eine   Abgeordnete aus der Arbeiterklasse und macht Politik mit und f&#252;r die   Arbeiterklasse &#8211; ohne abgehoben oder privilegiert zu sein.<\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic<\/i><\/h4>\n<p>  Die Wiederwahl ist eine Best&#228;tigung von f&#252;nf Jahren konsequenter   sozialistischer Oppositionspolitik in der B&#252;rgerschaft und vor allem auf   der Stra&#223;e, bei sozialen Protesten und Bewegungen. Vor f&#252;nf Jahren war   die SAV zum ersten Mal angetreten und auf Anhieb mit 2,5 Prozent und   4.000 Stimmen (jedeR Rostocker W&#228;hlerIn hat drei Stimmen zu vergeben) in   die B&#252;rgerschaft gew&#228;hlt. Der R&#252;ckgang auf 3.400 Stimmen und 1,6 Prozent   wirkt auf den ersten Blick, wie eine Schw&#228;chung der SAV. Ein genauerer   Blick zeigt aber, dass aufgrund der gestiegenen Wahlbeteiligung die   absolute Stimmenzahl nur um wenige hundert Stimmen gesunken ist.<\/p>\n<p>  Dies hat seinen Grund vor allem in schwierigeren Ausgangsbedingungen als   2004. F&#252;r eine marxistische &#8211; und noch dazu kleine &#8211; Organisation sind   Parlamentswahlen ein schwereres Feld, als f&#252;r die etablierten   b&#252;rgerlichen Parteien. Parlamentswahlen sind ein Feld weitgehender   politischer Passivit&#228;t und Vereinzelung. MarxistInnen stehen f&#252;r   Aktivit&#228;t und gemeinsamen Kampf und k&#246;nnen in Bewegungen und Formen   direkter Demokratie leichter Unterst&#252;tzung mobilisieren, als bei   Parlamentswahlen.<\/p>\n<p>  2004 fand die Wahl vor dem Hintergrund von zwei Bewegungen statt, die es   der SAV leichter machten &#8211; selbst als kleine und relativ neue Kraft &#8211;   Menschen davon zu &#252;berzeugen, sie zu w&#228;hlen: der Massenproteste gegen   Agenda 2010 und Hartz IV und der Bewegung f&#252;r die Bildung einer neuen   Partei durch die Gr&#252;ndung der WASG, die aber zum Zeitpunkt der Wahl noch   nicht als Partei konstituiert war und nicht antrat. Diese Stimmung f&#252;r   die Bildung einer neuen politischen Kraft half der SAV 2004. In   Mecklenburg-Vorpommern und Rostock war die PDS durch ihre jahrelange   Regierungsbeteiligung in Stadt und Land in den Augen vieler   ArbeiterInnen und Jugendlicher diskreditiert.<\/p>\n<p>  Alle diese Faktoren bestanden in diesem Jahr nicht. Die kapitalistische   Krise l&#228;sst zwar Wut und Ablehnung gegen&#252;ber dem System entstehen, diese   hat sich aber noch nicht in sozialen Widerstand und deutliche positive   Unterst&#252;tzung f&#252;r ein alternatives sozialistisches Gesellschaftsmodell   nieder geschlagen. Und die Bildung der Partei DIE LINKE hat bei einer   Schicht von Menschen, die von der PDS entt&#228;uscht waren, die Hoffnung   aufkommen lassen, dass die neue Partei einen anderen Weg einschl&#228;gt und   den politischen Raum links von der Partei DIE LINKE, anders als es bei   der fr&#252;heren PDS war, eingeschr&#228;nkt. Die SAV, deren Mitglieder   bundesweit in der LINKEn sind und sie aktiv zu einer starken   sozialistischen Partei aufbauen wollen, hatte auch in Rostock ein   Angebot an die &#246;rtliche LINKE gemacht, &#252;ber eine Kandidatur von   SAV-Mitgliedern auf der Liste der LINKEn und einen damit verbundenen   Eintritt in DIE LINKE zu sprechen, was von der Partei aber nicht   aufgegriffen wurde.<\/p>\n<p>  Hinzu kam in Rostock, dass einige neue kommunale W&#228;hlergruppen zur Wahl   standen und sich Proteststimmen unter diesen verteilen konnten. Umso   wichtiger ist es, dass diesmal unter den Stimmen f&#252;r die SAV sicher   deutlich weniger Proteststimmen waren als 2004 und man davon ausgehen   kann, dass der Gro&#223;teil der W&#228;hlerInnen ihre Stimme(n) bewusst der SAV   gegeben haben.<\/p>\n<p>  Darauf l&#228;sst die sehr positive Resonanz im Wahlkampf, der offensichtlich   gestiegene Bekanntheitsgrad und auch die deutlich besser besuchte   SAV-Wahlparty schlie&#223;en.<\/p>\n<p>  F&#252;r Christine Lehnert und die SAV Rostock bedeutet der Wiedereinzug in   die B&#252;rgerschaft, dass weiterhin die M&#246;glichkeit besteht die B&#252;hne des   Kommunalparlaments f&#252;r das zu nutzen, was ohnehin im Mittelpunkt ihrer   Aktivit&#228;ten steht: Unterst&#252;tzung und Organisierung von Widerstand gegen   Arbeitsplatzvernichtung, Sozialabbau und Privatisierungen und   Propagierung einer sozialistischen Antwort auf die kapitalistische Krise.<\/p>\n<p>  Und da gibt es genug zu tun: erst in der letzten Woche wurden   Entlassungen bei der Rostocker Stadtentsorgung angek&#252;ndigt und k&#252;ndigten   die Werften Insolvenz an. Christine Lehnert wird dies schon bei der   n&#228;chsten B&#252;rgerschaftssitzung am kommenden Mittwoch thematisieren und   den Erhalt aller Arbeitspl&#228;tze, die Unterst&#252;tzung von Widerstand der   Belegschaften und die demokratische Verstaatlichung der Werften fordern.   Dann steht am 17. Juni der Bildungsstreik auch in Rostock an, der von   der SAV aktiv mitgetragen wird. Dann werden sicher schon einige der   Menschen, die die SAV im Wahlkampf kennen gelernt haben, als neue und   aktive Mitglieder mit dabei sein.<\/p>\n<h5>  <i>Eine ausf&#252;hrliche Analyse der Wahlen inklusive des Ergebnisses der   NPD erscheint im Laufe der Woche.<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      SAV festigt Basis und verteidigt Sitz\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78,56,104],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13193"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13193"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13193\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13193"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13193"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13193"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}