{"id":13186,"date":"2009-06-02T00:00:00","date_gmt":"2009-06-02T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13186"},"modified":"2009-06-02T00:00:00","modified_gmt":"2009-06-02T00:00:00","slug":"13186","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/06\/13186\/","title":{"rendered":"&#8222;Das Angebot ist blanker Hohn&#8230;&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Bericht vom Erzieherstreik in Kassel<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  &#8230;wir woll&#8217;n Gesundheit und mehr Lohn!&#8220; So schallte es durch die Kasseler   Innenstadt und das Rathaus.<\/p>\n<p>  KollegInnen von GEW und ver.di zogen am 28.05.09 im Rahmen ihres   Aktionstages spontan von der Streikkundgebung mit einer lauten und   bunten Demonstration durch die Fu&#223;g&#228;ngerzone. <\/p>\n<p>  &#8222;Was tut den Arbeitgebern weh? &#8211; Der Streik von ver.di &amp; GEW!&#8220;, h&#246;rten   die PassantInnen und w&#228;hrend der kleinen Zwischenkundgebungen wurde   darauf aufmerksam gemacht, unter welch katastrophalen Bedingungen die   Kita-Besch&#228;ftigten arbeiten. Es gab positive R&#252;ckmeldungen von den   PassantInnen und als der Demozug durch das Rathaus ging sah man neben   staunenden Gesichtern im Rathaus auch solche die applaudierten und   sichtlich erfreut &#252;ber die Aktion waren.<\/p>\n<h4>  <i>von Eckhard Geitz, Kassel<\/i><\/h4>\n<h4>  In Kassel wird das Pfingstwochenende traditionell mit dem Stadtfest   begangen.<\/h4>\n<p>  Was f&#252;r die Kassel&#228;nerInnen ein wenig Zerstreuung in die Innenstadt   bringt, hat f&#252;r politische Versammlungen eine unangenehme   Begleiterscheinung: Infost&#228;nde und Kundgebungen m&#252;ssen schon w&#228;hrend der   Tage vor dem Wochenende aus dem hochfrequentierten Innenstadtbereich   ausweichen. Das galt auch f&#252;r die ver.di-Streikkundgebung am 28.05.09.   Unter dem Eindruck von k&#252;hlem Regenwetter kamen ca. 150-200 KollegInnen   zusammen und applaudierten, als von den RednerInnen berichtet wurde,   dass die Verhandlungen mit den Arbeitgebern abgebrochen seien, weil   diese sich nicht bewegen.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend allerdings die Reden sehr knapp und eher unpolitisch gehalten   wurden, verteilten die KollegInnen Flugbl&#228;tter der Gewerkschaften GEW   und ver.di. &#220;ber die Lautsprecheranlage t&#246;nte aufgenommener Kinderl&#228;rm   und auf dem Kundgebungsplatz konnten sich die wenigen vorbeikommenden   PassantInnen an Informationsst&#228;nden im Dialog mit den Besch&#228;ftigten der   Erziehungs- und Sozialdienste ein Bild von den schwierigen   Arbeitsbedingungen machen.<\/p>\n<p>  Die ca. 30 KollegInnen der GEW wurden zwar von Seiten der   Kundgebungsleitung per Mikrophon begr&#252;&#223;t, allerdings war ihre Teilnahme   aufgrund der eigenen Initiative zustande gekommen. Sie sind von ver.di   nicht eingeladen worden und so hatten einige KollegInnen den Eindruck,   dass ver.di scheinbar organisationspolitische Interessen vor den   gemeinsamen Kampf stellt.<\/p>\n<p>  Erh&#228;rtet wurde der Eindruck dadurch, dass bereits am 26.05.09, als 5000   KollegInnen in Fulda zu einer Streikdemonstration zusammenkamen, der   hessische GEW-Vorsitzende Jochen Nagel nicht auf der Kundgebung hatte   reden k&#246;nnen, obwohl er darum gebeten hatte.<\/p>\n<p>  Eine Barriere, wie sie von Seiten von ver.di aufgebaut wird existiert   unter den KollegInnen nicht: &#8222;Wir arbeiten tagein, tagaus in den selben   Einrichtungen. Unsere Interessen sind nicht unterschiedlich. Wo soll das   hinf&#252;hren. Sollen wir demn&#228;chst auch sagen, hier ist die   ver.di-Bastelecke. Geh Du in die GEW-Spielecke. Das ist doch Quatsch.&#8220;<\/p>\n<p>  Nicht nur die Frage des Umgangs der Gewerkschaften miteinander, sondern   auch die Frage der Streiktatktik wurde unter den KollegInnen besprochen.   Die Tatsache, dass in der Woche nach Pfingsten erstmal wieder nicht   gestreikt wird, wurde von vielen KollegInnen sehr kritische betrachtet,   weil sie darum f&#252;rchten, dass durch diese Streiktaktik der Streik gerade   zu einem Zeitpunkt abgebrochen wird, an dem er beginnt Wirkung zu zeigen.<\/p>\n<p>  Die teilweise ein wenig ged&#228;mpfte Stimmung verflog schnell, als die   KollegInnen der GEW an ihren Besuch der Streikkundgebung eine   Spontandemo anschlossen.<\/p>\n<p>  Unter Sprechch&#246;ren verlie&#223;en zun&#228;chst die 30 GEWlerInne die Kundgebung   in Richtung Innenstadt. Unabgesprochen schlossen sich in sehr kurzer   Zeit mindestens ebenso viele ver.di-KollegInnen an und machten sich auf   dem Weg durch die Fu&#223;g&#228;ngerzone zum Rathaus. Begleitet von einer   Trommelgruppe wurde die kleine Demonstration lauter und deutlich   wahrnehmbar in der Innenstadt.<\/p>\n<p>  Bei den Zwischenkundgebungen wurde vor allem thematisiert, was bei der   Hauptkundgebung fehlte: Der Erfolg des Streiks ist mehr als nur ein   Erfolg f&#252;r die Kita-Besch&#228;ftigten. Gerade, weil er von den Forderungen   her offensiv ist, wirkt ein Erfolg auch auf die Besch&#228;ftigten anderer   Branchen. Unter dem Eindruck der Krise gilt f&#252;r einen Misserfolg   dasselbe.<\/p>\n<h4>  Kompensationen und faule Kompromisse fallen mit verst&#228;rkter Intensit&#228;t   auf alle KollegInnen zur&#252;ck, die in kommende Auseinandersetzungen gehen.<\/h4>\n<p>  Der Bildungsstreik am 17. Juni wurde bekannt gemacht und die KollegInnen   aufgerufen teilzunehmen und ruhig mit Kindergruppen dem Streik einen   Besuch abzustatten. Es sei denn, der eigene Streik l&#228;uft noch. Dann, so   der Vorschlag, m&#252;ssen so oder so gemeisame Aktionen organisiert werden.<\/p>\n<p>  Diskussionen um das F&#252;r- und Wider eines Generalstreiks waren nicht   polarisiert unter den KollegInnen, weil die Frage weniger war, ob es der   Vorbereitungen auf einen Generalstreik bedarf, sondern die Frage stellte   sich eher so: Auf welche Art und Weise ist ein Streik f&#252;r alle   Werkt&#228;tigen zu organisieren.<\/p>\n<p>  Einhellig begr&#252;&#223;t wurde der Vorschlag, die Streikwoche mit einer   gemeinsamen Streikversammlung von GEW und ver.di zu beginnen. Das   spiegelt auch die Stimmung unter den KollegInnen wider. Gemeinsam   k&#228;mpfen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Bericht vom Erzieherstreik in Kassel\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13186"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13186"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13186\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}