{"id":13181,"date":"2009-05-31T00:00:00","date_gmt":"2009-05-31T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13181"},"modified":"2009-05-31T00:00:00","modified_gmt":"2009-05-31T00:00:00","slug":"13181","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/05\/13181\/","title":{"rendered":"Zum Fund von Rosa Luxemburgs Leichnam in der Charit&#233;"},"content":{"rendered":"<p>  F&#252;r eine ehrenhafte Beisetzung unter Kontrolle der Arbeiterbewegung<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Der wahrscheinliche Fund des Leichnams von Rosa Luxemburg im Berliner   Universit&#228;tsklinikum Charit&#233; bestimmte die Schlagzeilen der   Tageszeitungen am Wochenende. F&#252;r Sozialistinnen und Sozialisten ist es   ein Schock und stellt sich die Frage, wie dieser Skandal &#252;ber Jahrzehnte   &#8211; in DDR wie BRD &#8211; unentdeckt oder verschleiert bleiben konnte. Vor   allem aber muss nun ein Weg f&#252;r eine ehrenhafte Beisetzung des Leichnams   gefunden werden.<\/p>\n<p>  Und die Entdeckung sollte zur &#246;ffentlichen Diskussion der politischen   Ideen von Rosa Luxemburg f&#252;hren. Das w&#228;re die einzige Art und Weise, die   Rosa selber, als einen angemessenen Umgang mit einem solchen Ereignis   betrachten w&#252;rde. Angesichts der weltweiten Krise des Kapitalismus   k&#246;nnte es keinen besseren zeitpunkt f&#252;r eine Auseinandersetzung mit der   Aktualit&#228;t der Ideen Rosa Luxemburgs und des revolution&#228;ren Marxismus im   allgemeinen geben.<\/p>\n<p>  Wir dokumentieren hier Presseerkl&#228;rungen der SAV-Bundessprecherin Lucy   Redler und des ver.di-Betriebsgruppenvorsitzenden an der Charit&#233;,   Carsten Becker. Au&#223;erdem findet sich <a href=\"\/?p=13175\">hier<\/a>   ein ausf&#252;hrlicher Artikel &#252;ber die Ideen Rosa Luxemburgs.<\/p>\n<h4>  Presseerkl&#228;rung von Lucy Redler (SAV):<\/h4>\n<h4>  &#8222;Rosa Luxemburgs Ideen sind lebendiger denn je&#8220;<\/h4>\n<p>  Zum Fund der Leiche von Rosa Luxemburg in der Berliner Charit&#233; erkl&#228;rt   Lucy Redler, Bundessprecherin der SAV (Sozialistische Alternative):<\/p>\n<p>  &quot;Welche Ironie der Geschichte. Die Entdeckung von Rosa Luxemburgs   Leichnam mitten in der tiefsten Krise des Kapitalismus seit 80 Jahren   scheint eine Best&#228;tigung ihres ber&#252;hmten Ausspruchs &quot;Ich war, ich bin,   ich werde sein!&quot; und sollte zur Anklage des immer noch herrschenden   kapitalistischen Systems genutzt werden.<\/p>\n<p>  Ich fordere eine ehrenhafte Beerdigung f&#252;r Rosa Luxemburg. Diese darf   nicht durch diejenigen in Bundesregierung und Berliner Senat   durchgef&#252;hrt werden, die in der Tradition derjenigen politischen Kr&#228;fte   stehen, die die politische Verantwortung f&#252;r die Ermordung Rosas tragen.   Sie muss unabh&#228;ngig, aber auf Staatskosten, von den Gewerkschaften, der   Partei DIE LINKE und anderen sozialistischen und linken Organisationen   gestaltet werden.&#8220;<\/p>\n<p>  Der Fund des Leichnams solle laut Redler vor allem Anlass sein,   Luxemburgs politischen Ideen und Werken zu gedenken: &#8222;Rosa Luxemburgs   sozialistische Ideen sind lebendiger denn je. Ihr unerm&#252;dlicher Einsatz   f&#252;r die Interessen der Arbeiterklasse und ihr Kampf f&#252;r einen   unvers&#246;hnlichen Bruch mit dem Kapitalismus sind angesichts der   kapitalistischen Krise von bedeutender Aktualit&#228;t.&#8220;<\/p>\n<p>  Zwanzig Jahre nach dem Ende der DDR wollen uns die b&#252;rgerlichen   Ideologen weis machen, dass es keine Alternative zum Kapitalismus g&#228;be,   so Redler. &#8222;Wir verweisen als Sozialisten und Sozialistinnen heute auf   Rosa Luxemburg, die zu ihren Lebzeiten f&#252;r eine sozialistische   Gesellschaft k&#228;mpfte, in der die Freiheit auch die Freiheit der   Andersdenken ist. Der Kampf f&#252;r die Abschaffung des krisengebeutelten   Kapitalismus und f&#252;r eine sozialistische Gesellschaft, die nichts mit   den b&#252;rokratisch-stalinistischen Staaten des Ostblocks gemein hat, steht   heute erneut auf der Tagesordnung.&#8220;<\/p>\n<p>  Rosa Luxemburg trat zudem f&#252;r den Aufbau einer sozialistischen   Arbeitermassenpartei ein und war eine der ersten, die Beteiligungen an   prokapitalistischen Regierungen ablehnte.<\/p>\n<p>  Redler: &#8222;Diese Lehre ist angesichts der verheerenden Bilanz der   Beteiligung der Berliner LINKEN am rot-roten Senat von hoher Brisanz   aber auch angesichts der bundesweiten Entwicklung der LINKEN und dem   Streben nach weiteren Regierungsbeteiligungen mit der   prokapitalistischen SPD.<\/p>\n<p>  Eine Besch&#228;ftigung mit den Ideen und Theorien Rosa Luxemburgs einerseits   und ihrem unerschrockendem Kampfeswillen andererseits sind von hoher   Bedeutung f&#252;r die Entwicklung von Widerstand und politischen   Alternativen zum kapitalistischem System.&#8220;<\/p>\n<h4>  Presseerkl&#228;rung von Carsten Becker (ver.di-Betriebsgruppe Charit&#233;):<\/h4>\n<h4>  &#8220;Eine ehrenhafte Bestattung ist das Mindeste&#8221;<\/h4>\n<p>  Die Bekanntgabe &#252;ber die vermutliche Entdeckung der sterblichen   &#220;berreste von Rosa Luxemburg traf ein als unglaublicher Schock.<\/p>\n<p>  Wie konnte es &#252;ber all die Jahrzehnte unentdeckt bleiben, dass ein   falscher Leichnam beerdigt wurde und der K&#246;rper Rosa Luxemburgs an der   Charit&#233; unerkannt zur Anschauung und Versuchen zur Verf&#252;gung stand.<\/p>\n<p>  Ver.di Charit&#233; fordert eine unverz&#252;glich Aufkl&#228;rung des gesamten   Vorganges und bei Feststellung, dass es tats&#228;chlich ihr Leichnam ist,   eine ehrenhafte Bestattung!<\/p>\n<p>  Rosa Luxemburg war und ist nicht einfach nur eine Person des   &#246;ffentlichen Interesses, sondern eine, wenn nicht die herausragende   Pers&#246;nlichkeit der deutschen, polnischen, ja internationalen   Arbeiterbewegung.<\/p>\n<p>  Carsten Becker, Vorsitzender von ver.di Charit&#233; und Personalrat an der   Charit&#233;: &#8220;Muss man verwundert sein, dass dieses nicht zu DDR-Zeiten   aufgedeckt wurde? Damals wurde alles versucht, Rosa Luxemburg zu   verherrlichen. Sie sollte damit benutzt werden, um Kritik und   Ver&#228;nderung zu verhindern &#8211; ganz gegen die &#220;berzeugung dieser   streitbaren Marxistin. Ein wirkliches Interesse an ihren Ideen gab es   von Seiten der Herrschenden in der DDR nicht, denn sie stand nicht nur   f&#252;r die Abschaffung des Kapitalismus. Sie stritt f&#252;r sozialistische   Demokratie, soziale Gleichheit und die<\/p>\n<p>  Selbstt&#228;tigkeit der arbeitenden Menschen.<\/p>\n<p>  Doch man muss auch nicht verwund ert sein, dass dieses erst 20 Jahre   nach dem Mauerfall aufgedeckt wurde, wo doch die alte und neue   Bundesrepublik sich in der Rechtsnachfolge der Weimarer Republik sieht,   deren Gr&#252;ndung mit der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht   einher ging. Weder die einen noch die anderen hatten Interesse, die   Worte, die Taten und das Leben Rosa Luxemburgs wirklich aufzuarbeiten.<\/p>\n<p>  Es bleibt unsere Aufgabe als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, als   Teil der internationalen Arbeiterbewegung dieses immer wieder durch   unsere Arbeit erneut zu leisten.<\/p>\n<p>  &quot;Ich war, ich bin, ich werde sein&quot; &#8211; wie sehr gelten diese ihre Worte   f&#252;r sie selbst und f&#252;r ihr Werk&#8221;, sagt Carsten Becker, Vorsitzender von   ver.di Charit&#233; und Personalrat an der Charit&#233;. &#8220;Eine ehrenhafte   Bestattung f&#252;r diese K&#228;mpferin der Arbeiterbewegung organisiert durch   die Gewerkschaften und der LINKEN &#8211; das ist das mindeste&quot;, so Becker.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      F&#252;r eine ehrenhafte Beisetzung unter Kontrolle der Arbeiterbewegung\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78,27,104],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13181"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13181"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13181\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13181"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13181"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13181"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}