{"id":13164,"date":"2009-05-18T17:50:00","date_gmt":"2009-05-18T17:50:00","guid":{"rendered":".\/?p=13164"},"modified":"2009-05-18T17:50:00","modified_gmt":"2009-05-18T17:50:00","slug":"13164","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/05\/13164\/","title":{"rendered":"DGB-Demonstration am 16. Mai in Berlin"},"content":{"rendered":"<p>  So wird das nichts. F&#252;r Widerstand statt Schulterschluss mit SPD.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>&#8222;Wir machen Alarm&#8220; stand auf tausenden T-Shirts, die ver.di an   DemonstrantInnen verteilt hatte, die sich am 16. Mai im Rahmen des   europ&#228;ischen Aktionstages der Gewerkschaften an der zentralen   Demonstration des DGB in Berlin beteiligten. 100.000 waren nach Angaben   der Veranstalter gekommen. Europaweit waren es in Madrid, Br&#252;ssel, Prag   und Berlin zusammen 330.000. Doch Alarm sieht anders aus, als das, was   die Herren Sommer, Bsirske und Huber aus den Gewerkschaftsf&#252;hrungen am   Samstag veranstalteten.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Kolleginnen und Kollegen der S&#252;ddeutschen Zeitung aus M&#252;nchen brachten   es mit ihrem Transparent auf den Punkt: &#8222;Es reicht! Generalstreik!&#8220; Das   Aktionsb&#252;ndnis, das die Demonstrationen am 28. M&#228;rz organisiert hatte,   verteilte hunderte Schilder, auf denen der politische Streik gefordert   wurde und die Parole &#8222;K&#228;mpfen statt verzichten&#8220; stand. Im Block der   Gewerkschaftsjugend, der sich f&#252;r die &#220;bernahme von Auszubildenden in   den Beruf stark machte, wurde Bretolt Brechts Lieder von der   Arbeitereinheitsfront gesungen und &#8222;One solution &#8211; Revolution!&#8220;   skandiert, w&#228;hrend im Bildungsstreik-Block &#8211; der auf den Mitte Juni   geplanten Bildungsstreik aufmerksam machte und zum gro&#223;en Teil von   AktivistInnen der Linksjugend[&quot;solid] und dem LINKE.SDS gestellt wurde &#8211;   gesungen wurde: &#8222;Ohne Bildung w&#228;hl&quot;n wir SPD!&#8220;<\/p>\n<p>  Doch diese von Teilen der Basis und der Jugend zum Ausdruck gebrachte   Kampfbereitschaft passte nicht zum lahmen und moderaten Ton, der von der   Gewerkschaftsf&#252;hrung gesetzt wurde. Diese hatte p&#252;nktlich zur   Demonstration ein gemeinsames Positionspapier mit der SPD ver&#246;ffentlicht   und so den engsten Schulterschluss zwischen Gewerkschaftsf&#252;hrung und   Sozialdemokratie seit Schr&#246;ders Wahl zum Agenda-Kanzler 1998   dokumentiert. Sicherlich auch deshalb, und weil viele sich von   samst&#228;glichen Demonstrationen keine gesellschaftliche Ver&#228;nderung mehr   erhoffen, sind viele der w&#252;tendsten KollegInnen zu Hause geblieben, wie   auch viele Erwerbslose und Jugendliche, die noch in deutlich gr&#246;&#223;erer   Anzahl an den Anti-Krisen-Demonstrationen am 28. M&#228;rz teilgenommen   hatten.<\/p>\n<h4>  DGB macht Wahlkampf f&#252;r SPD<\/h4>\n<p>  W&#252;tend waren auch IG Metall-DemonstrantInnen als sie sahen, dass einer   der beiden Demonstrationsz&#252;ge in der ersten Reihe von ver.di-Chef Frank   Bsirske in braver Eintracht mit dem SPD-Vorsitzenden Franz M&#252;ntefering   und den Gr&#252;nen-SpitzenpolitikerInnen Cem &#214;zdemir, Renate K&#252;nast und   J&#252;rgen Trittin angef&#252;hrt wurde. Demonstrativ lie&#223;en die MetallerInnen   eine circa f&#252;nfzig Meter lange L&#252;cke zur Demo-Spitze, wo sich hinter den   Agenda 2010-Konstrukteuren einige SPD-Fahnentr&#228;ger versammelt hatten und   einige linke AktvistInnen Sprechch&#246;re gegen Hartz IV skandierten, was   den Hartz IV-Machern in der ersten Reihe sichtlich unangenehm war &#8211; vor   allem als immer wieder die Aufforderung &#8222;Hartz IV f&#252;r Politiker&#8220; ert&#246;nte.<\/p>\n<p>  Die ganze Veranstaltung wurde von der Gewerkschaftsf&#252;hrung zum Wahlkampf   f&#252;r die SPD missbraucht. In den Reden wurde konsequent nur auf CDU\/CSU   und FDP geschimpft, als ob die SPD nicht Teil der Gro&#223;en Koalition w&#228;re.   Es wurde dazu aufgerufen bei den Europawahlen f&#252;r Mindestlohn   abzustimmen, was ja mittlerweile auch von der gr&#252;nen Partei unterst&#252;tzt   wird. Dass das Lohnniveau in der Bundesrepublik vor allem durch die   Einf&#252;hrung von Hartz IV massiv abgesenkt wurde und dies ein wichtiger   Faktor dabei ist, der einen gesetzlichen Mindestlohn erst n&#246;tig macht,   wird von Gewerkschaftsf&#252;hrung und SPD ignoriert.<\/p>\n<h4>  F&#252;r wirklichen Widerstand!<\/h4>\n<p>  Es wurde eine wichtige Gelegenheit verpasst, tats&#228;chlichen Widerstand   gegen die Krisenverusacher zu mobilisieren und den abh&#228;ngig   Besch&#228;ftigten eine politische Perspektive gegen die kapitalistische   Krise und ihre Folgen zu geben. Wenn der IG Metall-Vorsitzende Huber   davon spricht, dass &#8222;m&#246;glichst wenige Arbeitspl&#228;tze&#8220; verloren gehen   d&#252;rfen, dann ist das kein Aufruf zur Gegenwehr, sondern zum Hinnehmen   des Abladens der Krisenfolgen auf dem R&#252;cken der arbeitenden Bev&#246;lkerung.<\/p>\n<p>  Trotzdem zeigt die Tatsache, dass die Gewerkschaften diese Mobilisierung   durchf&#252;hren mussten, dass der Druck in den Betrieben und Gewerkschaften   zunimmt. Dies muss in den kommenden betrieblichen Auseinandersetzungen   gegen Entlassungen und Betriebsschlie&#223;ungen gesteigert werden. Nur   gemeinsamer Widerstand aller von Arbeitslosigkeit und Kahlschlag   Betroffenen wird etwas bewirken k&#246;nnen. Der von der SAV und anderen   DemonstrantInnen aufgeworfene Vorschlag, einen Generalstreik   vorzubereiten, traf auf Interesse und an den SAV-Info-St&#228;nden wurden   erfolgreich Unterschriften f&#252;r diesen Vorschlag gesammelt. Es wurde aber   auch deutlich, dass zum jetzigen Zeitpunkt sowohl die Vorstellung fehlt,   wof&#252;r ein solcher Streik organisiert werden k&#246;nnte, als auch, wie dieser   gegen die Blockade der Gewerkschaftsf&#252;hrung durchgesetzt werden k&#246;nnte.   Dementsprechend hat die Demonstration vom 16. Mai einmal mehr die   Notwendigkeit des Aufbaus einer innergewerkschaftlichen Opposition   deutlich gemacht, die den angepassten und hochdotierten   Spitzenfunktion&#228;ren eine k&#228;mpferische und antikapitalistische   Alternative entgegen stellt.<\/p>\n<p>  SAV-Mitglieder beteiligten sich in vielf&#228;ltiger Weise an der   Demonstration. Viele beteiligten sich an dem Bildungsstreik-Block, an   dem circa 500 Sch&#252;lerInnen, Studierende und Azubis teilnahmen und in dem   eine laute und k&#228;mpferische Stimmung herrschte. Andere SAV-Mitglieder   verteilten viele der Schilder f&#252;r das Aktionsb&#252;ndnis, das die Demos am   28. M&#228;rz organisiert hatte. Andere wiederum beteiligten sich an dem   kleinen Block der alternativen MetallerInnen von Daimler.<\/p>\n<h4>  DGB-Ordner greifen linke Gruppen an<\/h4>\n<p>  Wie &#252;blich hatte die SAV, und auch andere linke Organisationen, schon   fr&#252;hzeitig am Kundgebungsplatz einen Info-Stand aufgebaut. Dieser sollte   nach Beschluss des DGB-Vorstandes verboten werden. Politische   Organisationen h&#228;tten mit Info-St&#228;nden nichts zu suchen. Ein   inhaltliches Argument daf&#252;r wurde nicht gegeben. Als sich die   SAV-Mitglieder erst einmal weigerten und auf die Traditionen der   Arbeiterbewegung hinweisen, nach denen sich alle Str&#246;mungen frei und   offen &#228;u&#223;ern k&#246;nnen, tauchten zwanzig rabiate DGB-Ordner auf, die   Material vom Tisch warfen und den Pavillon, unter dem der Tisch stand,   zerst&#246;rten. Auch andere linke Gruppen wurden von diesen Ordnern t&#228;tlich   angegriffen. Das ist ein &#252;bles Exempel, das die Gewerkschaftsf&#252;hrung   hier an sozialistischen Gruppen exerziert hat. Auch so soll die Kritik   an der Politik der Spitzenfunktion&#228;re und an der SPD klein gehalten   werden. SAV-Mitglieder lie&#223;en sich aber nicht davon abhalten, ihren   Tisch wieder aufzubauen, als eine gr&#246;&#223;ere Anzahl von DemonstrantInnen   auf dem Kundgebungsplatz angekommen war. Denn vor ihrer Basis trauen   sich die DGB-B&#252;rokraten nicht, diese Methoden anzuwenden, weil sie   wissen, dass sie auf kein Verst&#228;ndnis daf&#252;r sto&#223;en w&#252;rden.<\/p>\n<p>  Wir rufen unsere LeserInnen dazu auf gegen dieses Vorgehen der   DGB-F&#252;hrung Protestbriefe an den DGB-Vorsitzenden Sommer (&#252;ber seine   pers&#246;nliche Referentin) zu schicken: barbara.susec@dgb.de<\/p>\n<\/p>\n<p>  Zur Fotoreihe auf das Bild klicken:<\/p>\n<table>\n<tr>\n<td align=\"center\" style=\"background-image: url(http:\/\/picasaweb.google.com\/s\/c\/transparent_album_background.gif); height: 194px; background-position: left; background-repeat: no-repeat; background-attachment: scroll\"> <a href=\"http:\/\/picasaweb.google.com\/stanicic.sascha\/DGBDemonstrationAm16MaiInBerlin?feat=embedwebsite\"><img loading=\"lazy\" width=\"160\" height=\"160\" src=\"http:\/\/lh5.ggpht.com\/_HUOVDHwnWtQ\/ShF_lXTTeEE\/AAAAAAAAAOs\/48lQ5hv6Ag8\/s160-c\/DGBDemonstrationAm16MaiInBerlin.jpg\" style=\"margin-right: 0; margin-left: 4px; margin-bottom: 0; margin-top: 1px\"> <\/a>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"center\"> <font color=\"#4D4D4D\"><a href=\"http:\/\/picasaweb.google.com\/stanicic.sascha\/DGBDemonstrationAm16MaiInBerlin?feat=embedwebsite\"><b>DGB-Demonstration  am 16. Mai in Berlin<\/b><\/a><\/font>    <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      So wird das nichts. 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