{"id":13155,"date":"2009-05-18T00:00:00","date_gmt":"2009-05-18T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13155"},"modified":"2009-05-18T00:00:00","modified_gmt":"2009-05-18T00:00:00","slug":"13155","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/05\/13155\/","title":{"rendered":"&quot;Sozialdemokratie nachhaltig neu orientiert&#8221;?"},"content":{"rendered":"<p>  Gewerkschaftsspitzen spannen ihre Organisationen vor den Karren der SPD<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Im Superwahljahr wird mit teuren Kampagnen kaum versteckte   Wahlkampfhilfe f&#252;r die Sozialdemokraten betrieben. Das erf&#252;llt den   Tatbestand der Beihilfe zum absehbaren Raubzug der SPDler nach der Wahl   &#8211; sollten es die Erfinder der Agenda 2010 wieder auf die Regierungsb&#228;nke   schaffen.<\/i><\/p>\n<h4>  <i>von Stephan Kimmerle, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  &#8222;Ich habe den Eindruck, dass sich die Sozialdemokratie nachhaltig neu   orientiert&#8220;, fabuliert Berthold Huber f&#252;nf Monate vor der   Bundestagswahl. Dass das etwas seltsam klingt, f&#228;llt dem Chef der IG   Metall wohl selbst auf und er schiebt nach: &#8222;Wenn dies nur   Wahlkampfzwecken diente, w&#252;rde ich es nicht akzeptieren.&#8220; Ein   &#8222;Frankfurter Appell&#8220; der IG Metall macht deutlich, wie soft mit den   Herrschenden und Regierenden im Wahljahr umgegangen werden soll: Ein   Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Finanzkrise soll eingerichtet   werden und die Vorst&#228;nde der Banken werden aufgefordert, sich   &#8222;&#246;ffentlich zu entschuldigen&#8220;. Kein Witz. Kampfansage an Regierung und   Kapital? Fehlanzeige.<\/p>\n<p>  Schon seit Monaten prangt an der ver.di-Bundeszentrale das Transparent   zur Kampagne &#8222;Stimmen f&#252;r den Mindestlohn&#8220;. Im Wahljahr wird damit der   Eindruck erweckt, einfach alle Parteien links von CDU und FDP st&#252;nden   letztlich auf der Seite der Arbeitenden.<\/p>\n<h4>  Agenda 2020 verhindern<\/h4>\n<p>  Die Gewerkschaften als gr&#246;&#223;te Organisationen der Arbeiterklasse sind   zentral, die drohenden Angriffe von Regierung und Konzernen nach der   Wahl abzuwehren. Doch die Gewerkschaftschefs versuchen die   Verantwortlichen f&#252;r die Agenda 2010 als Verhinderer einer Agenda 2020   anzupreisen. Wie absurd.<\/p>\n<p>  Die SPD &#8211; seit elf Jahren in der Bundesregierung &#8211; war daran beteiligt,   den Spitzensteuersatz auf aktuell maximal 45 Prozent zu senken, acht   Prozent unter dem Spitzensteuersatz der Kohl-Regierung. Leiharbeit wurde   von Rot-Gr&#252;n in v&#246;llig neuer Dimension eingef&#252;hrt, die Renten gek&#252;rzt.   Mit Hartz IV wurde Armut per Gesetz verordnet. Das ist nur ein kurzer   Auszug einer f&#252;r die arbeitende Bev&#246;lkerung verheerenden Bilanz. Eine   Interessensvertretung der Lohn- und Gehaltsabh&#228;ngigen erfordert keine   Wahl-Werbung f&#252;r, sondern konsequenten Widerstand gegen diese Politik.<\/p>\n<p>  Schon jetzt zahlen Besch&#228;ftigte und Erwerbslose f&#252;r die Unterordnung   unter Rot-Gr&#252;n einen hohen Preis: Statt die Demonstrationen am 28. M&#228;rz   &#8222;Wir zahlen nicht f&#252;r Eure Krise!&#8220; tatkr&#228;ftig zu unterst&#252;tzen, wurde   alles daran gesetzt, Aufrufe dazu selbst auf &#246;rtlicher Ebene zu   verhindern. Die Forderungen zur bundesweiten DGB-Demonstration am 16.   Mai in Berlin werden nach wie vor so gehalten, dass sie f&#252;r einen   SPD-Wahlkampf anschlussf&#228;hig bleiben: Gr&#246;&#223;eres Konjunkturprogramm,   andere Politik der Europ&#228;ischen Zentralbank, Regulierung der   Finanzm&#228;rkte und St&#228;rkung der Kaufkraft.<\/p>\n<h4>  LINKE aufbauen und ver&#228;ndern<\/h4>\n<p>  Statt auf ein &#8222;kleineres &#220;bel&#8220; zu setzen, muss es darum gehen,   Widerstand zu leisten und eine starke Kraft auf der politischen Ebene   aufzubauen, die sich tats&#228;chlich gegen die Politik f&#252;r die Konzerne und   f&#252;r eine klare Interessensvertretung der abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten   konzentriert. Einen Ansatzpunkt dazu bietet die Partei DIE LINKE.<\/p>\n<p>  Betriebliche AktivistInnen erhielten im Kampf um eine m&#246;glichst gro&#223;e   Demo am 28. M&#228;rz Unterst&#252;tzung durch die Linkspartei. Ihr Beschluss,   diesen Protest zu unterst&#252;tzen, half in den Gewerkschaften: Damit war   klar, dass dieser Protest nicht als Randerscheinung abgetan werden   konnte. Mit der Linkspartei existiert eine Alternative zum Einheitsbrei   der Parteien, die sich der Profitmaximierung verpflichtet haben. Es ist   im Interesse der Gewerkschaften, diesen Ansatz zum Aufbau einer neuen   politischen Vertretung der Arbeiterklasse zu unterst&#252;tzen &#8211; auch auf   Wahlebene.<\/p>\n<p>  Doch ausgerechnet angesichts der Krise verordnet die Parteif&#252;hrung dem   eigenen, davor schon unklaren Programm einen Weichsp&#252;ler. Das macht es   gewerkschaftlich Aktiven nicht gerade leicht, diese Partei als   Instrument der Gegenwehr zu nutzen und anderen KollegInnen anzubieten.   Die mangelnde Bereitschaft der Vorst&#228;nde der LINKEN, sich mit den   Gewerkschaftsspitzen anzulegen, wird nicht einmal von den Adressaten   dieser Anbiederung honoriert.<\/p>\n<p>  In den Debatten um die Ausrichtung der Arbeiterbewegung m&#252;ssen sich   Gewerkschaftslinke genauso dringend f&#252;r eine k&#228;mpferische und   sozialistische Partei DIE LINKE einsetzen, wie AktivistInnen in der   LINKEN inhaltliche und personelle Alternativen zur heutigen   Gewerkschaftsf&#252;hrung mit aufbauen m&#252;ssen.<\/p>\n<p>  <i>Stephan Kimmerle ist Mitglied der SAV-Bundesleitung<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Gewerkschaftsspitzen spannen ihre Organisationen vor den Karren der SPD\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,78],"tags":[214],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13155"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13155"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13155\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13155"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13155"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13155"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}