{"id":13154,"date":"2009-05-22T00:00:00","date_gmt":"2009-05-22T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13154"},"modified":"2009-05-22T00:00:00","modified_gmt":"2009-05-22T00:00:00","slug":"13154","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/05\/13154\/","title":{"rendered":"Arbeitest du noch oder stempelst du schon?"},"content":{"rendered":"<p>  Statt Kurzarbeit und Massenentlassungen &#8211; jetzt in die Offensive f&#252;r   Arbeitszeitverk&#252;rzung<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Von November bis M&#228;rz waren &#252;ber 1,6 Millionen Besch&#228;ftigte in   Kurzarbeit. Das bedeutet Zukunftsangst und Lohnverlust. Doch die Bosse   m&#252;ssen aufpassen, dass wir nicht auf den Geschmack kommen, weniger zu   arbeiten. Dann verbinden wir unsere geballte Gegenwehr f&#252;r den Erhalt   aller Arbeitspl&#228;tze mit der Forderung nach Arbeitzeitverk&#252;rzung. Gr&#252;nde   daf&#252;r gibt es genug.<\/i><\/p>\n<p>  Die Entlassungspl&#228;ne machen deutlich: In dieser Krise m&#252;ssen wir um   jeden Arbeitsplatz wie ein L&#246;we k&#228;mpfen, sonst sind sie   unwiederbringlich verloren. Weder Lohnverzicht noch   Arbeitszeitverl&#228;ngerung k&#246;nnen Arbeitspl&#228;tze sichern. So hatte der   Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck f&#252;r eine unbezahlte   Arbeitszeitverl&#228;ngerung um zweieinhalb Stunden einen   &#8222;Zukunftssicherungstarifvertrag&#8220;, der Entlassungen ausschlie&#223;t, bis 2012   vereinbart &#8211; und nun zum 30. Juni gek&#252;ndigt.<\/p>\n<p>  Nur der entschlossene Kampf um jeden Arbeitsplatz, gemeinsam mit allen   Standorten eines Konzerns, gemeinsam mit allen Betrieben einer Region,   hat die Chance, etwas zu bewirken. Streiks, Betriebsbesetzungen,   Generalstreik m&#252;ssen heute auf die Tagesordnung gesetzt werden. Die   Mehrheit der KollegInnen wei&#223; das, nur leider l&#228;ngst nicht jeder   Gewerkschaftsfunktion&#228;r. Daher m&#252;ssen wir es selber laut und deutlich in   Betrieb und Gewerkschaft sagen. Eine der Forderungen sollte dabei die   Arbeitszeitverk&#252;rzung sein.<\/p>\n<h4>  Arbeitszeitverk&#252;rzung&#8230;<\/h4>\n<p>  Die heutige Absatzkrise, zum Beispiel der Autoindustrie, ist die direkte   Folge der profitorientierten Produktion. Verschiedene Konzerne   produzieren in Konkurrenz zueinander und m&#252;ssen Profite machen. Dadurch   werden wahnsinnige &#220;berkapazit&#228;ten aufgebaut, die nun nicht mehr   ausreichend genutzt werden k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Zudem stellen wir heute in k&#252;rzerer Zeit mehr Produkte her. Das hei&#223;t,   in k&#252;rzerer Zeit schaffen wir die gleichen Werte wie fr&#252;her in l&#228;ngerer   Zeit. In der Industrie Deutschlands ist die Produktivit&#228;t pro   Besch&#228;ftigtenstunde von 1992 bis 2008 um etwa hundert Prozent gestiegen,   in der gesamten Wirtschaft pro Erwerbst&#228;tigenstunde um ein Drittel.<\/p>\n<h4>  &#8230;bei vollem Lohnausgleich<\/h4>\n<p>  Daher k&#246;nnen wir auch eine Verk&#252;rzung der Arbeitszeit und einen vollen   Lohnausgleich verlangen.<\/p>\n<p>  In den vergangenen Jahren konnten die Regierung und die Unternehmer bei   steigender Produktivit&#228;t die L&#246;hne senken und die Arbeitszeit   verl&#228;ngern. Die tats&#228;chliche Arbeitszeit der Vollzeitbesch&#228;ftigten stieg   von 2003 bis 2008 von durchschnittlich 37,6 auf 41,1 Stunden die Woche.   Im gleichen Zeitraum hat die H&#228;lfte der Betriebe die L&#246;hne eingefroren,   jeder siebte hat sie sogar gek&#252;rzt. Wir arbeiten l&#228;nger, produktiver,   f&#252;r weniger Geld &#8211; das darf nicht sein.<\/p>\n<h4>  30-Stunden-Woche&#8230;<\/h4>\n<p>  Die &#8222;Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik&#8220; hat eine Rechnung   aufgestellt. W&#252;rde man das heutige Arbeitsvolumen auf alle 44 Millionen   im erwerbsf&#228;higen Alter verteilen, dann w&#252;rden etwa 28 Stunden pro Woche   reichen, um das heutige Bruttoinlandsprodukt bereitzustellen.<\/p>\n<h4>  &#8230;bei vollem Personalausgleich<\/h4>\n<p>  Doch stattdessen m&#252;ssen heute diejenigen, die eine Arbeitsstelle haben,   unter h&#246;herem Druck schuften, w&#228;hrend Millionen arbeitslos sind. Die   30-Stunden-Woche ist das richtige Mittel, die derzeit vorhandene Arbeit   auf alle Schultern zu verteilen.<\/p>\n<p>  Die Erfahrung aus den achtziger Jahren hat gezeigt, dass   Arbeitszeitverk&#252;rzung Stellen schaffen oder sichern kann. Sie ist von   den Arbeitgebern allerdings auch zur Flexibilisierung und   Arbeitsintensivierung genutzt worden. Daher ist eine Reduzierung nur in   gro&#223;en Schritten bei vollem Personalausgleich sinnvoll.<\/p>\n<h4>  Eine Frage der Gesundheit<\/h4>\n<p>  Arbeitszeitverk&#252;rzung schont unsere Gesundheit. Denn langes Arbeiten   unter so gro&#223;er Arbeitshetze macht k&#246;rperlich und psychisch krank. Die   Arbeitszeitverk&#252;rzung schafft mehr Zeit f&#252;r die Familie, f&#252;r Partner,   Hobbys und gewerkschaftliche Aktivit&#228;t.<\/p>\n<p>  Das h&#246;rt sich in heutigen Zeiten nach einem utopischen Luxus an. In   Zeiten, wo kein Arbeitsplatz und kein Lohn mehr sicher ist. Doch   eigentlich leisten wir uns einen ganz anderen &#252;berfl&#252;ssigen Luxus:   profitorientierte Marktgesetze, Zerst&#246;rung von Produktivkr&#228;ften   (Schlie&#223;ung von Fabriken), Verschwendung von Arbeitskraft   (Arbeitslosigkeit) und Zerst&#246;rung der Natur. Es ist Zeit, mit dieser   Verschwendung Schluss zu machen, oder?!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Statt Kurzarbeit und Massenentlassungen &#8211; jetzt in die Offensive f&#252;r<br \/>\n      Arbeitszeitverk&#252;rzung\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[214],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13154"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13154"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13154\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}