{"id":13152,"date":"2009-05-21T00:00:00","date_gmt":"2009-05-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13152"},"modified":"2012-07-18T14:50:31","modified_gmt":"2012-07-18T12:50:31","slug":"13152","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/05\/13152\/","title":{"rendered":"Musik nur f&#252;r Reiche?"},"content":{"rendered":"<p>  Monopolstellung der Majorlabels<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Der Preis f&#252;r Original-CDs liegt heute durchschnittlich bei 15 Euro &#8211;   ein Preis, den sich nur die Wenigsten leisten k&#246;nnen. Gleichzeitig g&#228;be   es mit der Digitalisierung von Medien und dem Internet f&#252;r jeden die   M&#246;glichkeit, kostenlos an Musik zu gelangen. Hier macht allerdings der   Staat, angetrieben von den gro&#223;en Medienkonzernen, dem kleinen   Verbraucher einen Strich durch die Rechnung.<\/i><\/p>\n<h4>  <i>von Frederic Schnatterer, Stuttgart<\/i><\/h4>\n<p>  Jugendliche sind von den &#252;berteuren Preisen in der Musikindustrie   besonders stark betroffen. Nur die wenigsten von uns sind in der Lage,   pro Album 15 Euro auf den Ladentisch zu bl&#228;ttern. Obwohl die reinen   Produktionskosten f&#252;r eine CD nur bei ungef&#228;hr einem Euro liegen, werden   Preise verlangt, die sich kein Normalverdiener und erst recht kein   Sch&#252;ler oder eine Studentin leisten k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Diese Entwicklung ist vor allem auf die zunehmende Monopolisierung der   Majorlabels zur&#252;ckzuf&#252;hren. J&#228;hrlich wird die Macht der Labels bei   abnehmender Anzahl gr&#246;&#223;er. Gab es im Jahr 2000 noch neun dieser   Unternehmen, sind es heute nur noch vier. Genauer: EMI, Sony, Universal   Music Group und Warner Music Group. Diese verbuchen f&#252;r sich einen   Markanteil von rund 80 Prozent.<\/p>\n<p>  Der gleiche Trend ist auch bei den Plattenl&#228;den zu erkennen. In   Deutschland sind es Saturn, Media Markt und Co., welche langsam aber   sicher kleinere, traditionell nur auf den Vertrieb von CDs und   Schallplatten spezialisierte Plattenl&#228;den ins Aus und den Bankrott   dr&#228;ngen. Ungef&#228;hr 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vertrieb aller CDs   entfallen heute auf die gro&#223;en Ketten.<\/p>\n<p>  Dadurch ist es den Labels und Musikketten m&#246;glich, einen Preis zu   diktieren, welcher in keinerlei Zusammenhang mit den Produktionskosten   steht.<\/p>\n<h4>  Marktwirtschaft t&#246;tet Musik!<\/h4>\n<p>  In der kapitalistischen Wirtschaft sind die Unternehmen nur darauf aus,   immer mehr und mehr Profit zu erzielen. Den gro&#223;en Plattenlabels geht es   nicht darum, uns zu guter Musik zu verhelfen oder begabte K&#252;nstlerInnen   zu f&#246;rdern.<\/p>\n<p>  Unter diesen Entwicklungen haben sowohl Qualit&#228;t der Musik als auch   Vielfalt zu leiden. Da es nur um die Verkaufszahlen geht, haben kleinere   K&#252;nstlerInnen oder Bands, welche nicht in das Mainstreamhorn blasen,   oftmals keinerlei Chance. An ihnen besteht kein Interesse, da sie nicht   genug Geld einbringen.<\/p>\n<h4>  Kriminalisierung von Jugendlichen<\/h4>\n<p>  Durch die weite Verbreitung des Internets best&#252;nde heute die   M&#246;glichkeit, allen Bev&#246;lkerungsschichten freien Zugang zu Musik zu   gew&#228;hren. Diese Entwicklung hin zu frei verf&#252;gbarer und kostenloser   Musik im Internet ist den Majorlabels und Vertrieben ein Dorn im Auge.   Dadurch ist ihre &#8222;Vermittlerrolle&#8220; zwischen K&#252;nstler und Konsument   unn&#246;tig geworden.<\/p>\n<p>  Um dies zu verhindern und um an zuk&#252;nftigen Profiten festzuhalten,   setzen die Musikkonzerne einerseits auf technische Kopierschutzma&#223;nahmen   und andererseits auf eine Versch&#228;rfung des Urheberrechts. In diesem   Sinne gab es in den letzten Jahren vor allem in den USA und der EU   Gesetzesneuerungen, welche erhebliche Erh&#246;hungen von Bu&#223;geldern und   sogar Haftstrafen f&#252;r den Versto&#223; gegen das Urheberrecht vorsehen. So   sieht der Copyright Act Schadensersatzleistungen von bis zu 150.000 Euro   vor, der NET-Act droht mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren!<\/p>\n<p>  Damit werden vor allem Jugendliche kriminalisiert, die sich die Preise   in den L&#228;den einfach nicht leisten k&#246;nnen und trotzdem nicht auf Musik   verzichten m&#246;chten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Monopolstellung der Majorlabels\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[71],"tags":[270,214],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13152"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13152"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13152\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13152"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13152"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}