{"id":13131,"date":"2009-05-04T21:00:00","date_gmt":"2009-05-04T21:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13131"},"modified":"2009-05-04T21:00:00","modified_gmt":"2009-05-04T21:00:00","slug":"13131","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/05\/13131\/","title":{"rendered":"Erster Mai 2009 in Ulm:"},"content":{"rendered":"<p>  Massive Polizeigewalt gegen AntifaschistInnen<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die Polizeiprovokationen gegen AntifaschistInnen begannen schon   Stunden vor dem Eintreffen der Rechtsextremisten. DemonstrantInnen, die   mit dem Zug anreisten, wurden in der Bahnhofsunterf&#252;hrung festgehalten   und stundenlang gr&#252;ndlich gefilzt. Erst als der Polizei nach bald zwei   Stunden auffiel, dass die Anreise der Rechtsextremisten kurz bevorstand,   beeilte sie sich mit der &#8222;Abfertigung&#8220; der antifaschistischen   DemonstrantInnen etwas mehr.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Wolfram Klein, Plochingen bei Stuttgart<\/i><\/h4>\n<p>  Dadurch wurde vielen AntifaschistInnen die Teilnahme an der   DGB-Demonstration in Ulm unm&#246;glich gemacht. Mit ihrem Vorgehen sorgte   die Polizei, die behauptet, ihr Ziel sei es gewesen, die verschiedenen   Seiten zu trennen, daf&#252;r, dass viele AntifaschistInnen notgedrungen noch   am Bahnhof waren, als die Neonazis ankamen. Denen wollte die Polizei   offensichtlich eine stundenlange Durchsuchung am Bahnhof nicht zumuten.   Sie konnten den Bahnhof schon sehr schnell verlassen.<\/p>\n<p>  Ein Bus der IG-Metall-Jugend aus Aalen wurde von der Polizei auf der   Autobahn gestoppt. Die Mitfahrenden wurden erkennungsdienstlich erfasst   und mussten dann umkehren. Erfreulicherweise machte Roland Hamm, erster   Bevollm&#228;chtigter der IG Metall in Aalen und Linken-Kandidat, diesen   Skandal auf der Aalener Maikundgebung bekannt, so dass er auch in der   Presse berichtet wurde. Wie viele derartige Vorf&#228;lle gab es, die nicht   so effektiv bekannt gemacht wurden?<\/p>\n<p>  Die AntifaschistInnen, die zur DGB-Kundgebung gelangten, konnten   teilweise trotzdem nicht ihr Recht auf Demonstrationsfreiheit   wahrnehmen. Hunderte TeilnehmerInnen, die so aussahen, wie sich manche   Polizeigehirne wohl den &#8222;schwarzen Block&#8220; vorstellen, wurden   eingekesselt und stundenlang festgehalten, ihre Personalien aufgenommen   und Platzverweise ausgesprochen. Besch&#228;menderweise reagierte die   &#246;rtliche DGB-F&#252;hrung darauf, indem sie den Demozug umleitete, um den   Polizeikessel herum, statt sich mit den eingekesselten AntifaschistInnen   zu solidarisieren, unter denen auch Gewerkschaftsjugendliche waren. All   das passierte, bevor irgend etwas geschah, was man als &#8222;linke Gewalt&#8220;   ausgeben k&#246;nnte. Die Medien, die jetzt &#252;ber &#8222;linke Gewalt&#8220; und   &#8222;friedliche Rechtsextremisten&#8220; schreiben, erw&#228;hnen all das nat&#252;rlich   nicht.<\/p>\n<p>  Die Kampagne &#8222;Ulm gegen rechts&#8220; hatte im Vorfeld durch ihre breite   Mobilisierung den drohenden, von der NPD-Jugendorganisation JN   angemeldeten, Aufmarsch bekannt gemacht. Deshalb waren in Ulm am 1. Mai   zahllose Unorganisierte, vor allem viele Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler auf   der Stra&#223;e. Das war die positive Seite. Die Kehrseite war, dass &#8222;Ulm   gegen rechts&#8220; rund 20 Veranstaltungen in der Stadt organisierte, die   Menschen davon abhielten, sich den Nazis direkt in den Weg zu stellen.   Aber viele Menschen aus Ulm machten trotzdem genau das. Auch deshalb ist   es v&#246;llig absurd, die Konflikte, die es am Rand des Nazi-Aufmarsches   gab, &#8222;Linksradikalen&#8220; oder einem &#8222;schwarzen Block&#8220; zuzuschieben. In   erster Linie war es die Ulmer Bev&#246;lkerung, die sich den Nazis entgegen   stellen wollte und dabei von der Polizei angegriffen wurden.<\/p>\n<p>  Berittene Polizisten attackierten z.B. antifaschistische   DemonstrantInnen, die keinerlei Anstalten gemacht hatten, die   Polizeiabsperrungen zu der vorgesehenen Aufmarschroute der Neonazis zu   &#252;berqueren (obendrein waren die Neonazis noch l&#228;ngst nicht in der N&#228;he).   In anderen F&#228;llen spr&#252;hten Polizisten auf der Jagd nach DemonstrantInnen   Menschen, die friedlich am Rand standen, aus k&#252;rzester Entfernung   Pfefferspray ins Gesicht. Eine gewisse Qualmentwicklung in   Abfallbeh&#228;ltern war f&#252;r sie Grund genug, ihre eigenen Absperrungen zu   &#246;ffnen und DemonstrantInnen zu attackieren. Dass manche DemonstrantInnen   darauf reagierten, indem sie mit dem Inhalt eines Altglasbeh&#228;lters   Wurf&#252;bungen machten, ist nicht erstaunlich. Obendrein sprach die Polizei   willk&#252;rlich Platzverweise aus, auch gegen GewerkschafterInnen oder   Mitglieder der Linken.<\/p>\n<p>  Nach stundenlangen derartigen Polizeiprovokationen war die Stimmung   nat&#252;rlich sehr aufgeheizt, als der Neonazi-Aufmarsch am Ulmer   Hauptbahnhof ankam. Hunderte AntifaschistInnen standen hinter den   Polizeiabsperrungen und brachten friedlich mit Sprechch&#246;ren ihre Meinung   &#252;ber Nazis zum Ausdruck. Einzelne Leute warfen Gegenst&#228;nde, die sie zur   Hand hatten. Daraufhin setzte die Polizei ohne jede Vorwarnung ihre zwei   bereit stehenden Wasserwerfer gegen die gro&#223;e Masse der friedlichen   DemonstrantInnen ein. Sie bestrichen mit ihren Wasserwerfern gro&#223;fl&#228;chig   den Bahnhofsvorplatz (s. dpa-Foto unten). Wenn die Polizei damit   wirklich Leute treffen wollte, die irgendwelche Gegenst&#228;nde auf sie   geworfen haben, dann muss sie der Ansicht gewesen sein, es mit lauter   Spitzensportlern im Diskus- oder Hammerwurf zu tun zu haben. Einige   Menschen waren auf das Dach einer Bushaltestelle geklettert. Es ist   anzunehmen, dass sie dort eine bessere Sicht haben wollten, was die   Nazis hinter dem Schutz der Polizei trieben. Von dort aus &#8211; gut sichtbar   f&#252;r die Polizeikameras &#8211; Wurf&#252;bungen veranstalten zu wollen, w&#228;re   ziemlich absurd gewesen. Der eine Wasserwerfer versuchte gezielt, diese   Menschen &#8222;herunterzuspritzen&#8220;. Wie soll man das nennen? Versuchte   K&#246;rperverletzung?<\/p>\n<p>  Bei den Protesten gegen den Nato-Geburtstag hatte die   Baden-W&#252;rttembergische Polizeif&#252;hrung behauptet, es sei ihrer   repressiven Linie zu verdanken gewesen, dass es in Kehl nicht wie in   Stra&#223;burg zu Ausschreitungen kam &#8211; in Wirklichkeit waren die   DemonstrantInnen trotz der massiven Provokationen der Polizei besonnen   geblieben. Welche M&#228;rchen werden sie jetzt erz&#228;hlen, nachdem die   glorreiche Taktik der Baden-W&#252;rttembergischen Polizei in   Auseinandersetzungen endete?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Massive Polizeigewalt gegen AntifaschistInnen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13131"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13131"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13131\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13131"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13131"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13131"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}