{"id":13128,"date":"2009-04-29T16:10:00","date_gmt":"2009-04-29T14:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13128"},"modified":"2012-05-15T15:13:33","modified_gmt":"2012-05-15T13:13:33","slug":"13128","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/04\/13128\/","title":{"rendered":"Den Kapitalismus retten &#8211; oder bek&#228;mpfen?"},"content":{"rendered":"<p>  Zu den Vorschl&#228;gen von Christoph Spehr f&#252;r einen eigenst&#228;ndigen   Wahlkampf der Bremer LINKEN<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>In seinem unten dokumentierten Websiteartikel spricht sich der   Landessprecher der Bremer LINKEN, Christoph Spehr, mit ungew&#246;hnlicher   Sch&#228;rfe f&#252;r eine antikapitalistische Antwort der LINKEN auf die   verlogenen Wahlplakate aus, mit denen die SPD von ihrem eigenen   (Regierungs)beitrag zur jahrelangen M&#228;stung des Gro&#223;kapitals ablenken   will. <\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Heino Berg<\/i><\/h4>\n<p>  Dieser Weckruf ist nach seiner Kritik an den Beitrittsverweigerungen f&#252;r   SAV-Mitglieder und nach der &#246;ffentlichen Kontroverse &#252;ber den 1. Entwurf   f&#252;r ein Wahlprogramm, mit dem der Bundesgesch&#228;ftsf&#252;hrer Dietmar Bartsch,   die Aufgaben der Partei &#8222;DIE LINKE&#8220; auf &#8222;neue Regelungen&#8220; f&#252;r die   Marktwirtschaft und damit auf eine Gebisskorrektur seiner st&#228;rksten   Raubfische beschr&#228;nken will&#8230; sicher nicht nur an die Adresse der SPD   gerichtet!<\/p>\n<p>  C. Spehr schreibt, dass die SPD unter dem Strich mit &#8222;ein bisschen mehr   Regulierung, ein bisschen mehr Konjunkturprogramm, ein bi&#223;chen mehr   &#220;bernahme fauler Kredite durch die &#246;ffentliche Hand&#8220; nur &#8222;den   Kapitalismus retten&#8220; wolle, anstatt die Interessen der Bev&#246;lkerung zu   verteidigen. Auch das ist eine l&#228;ngst &#252;berf&#228;llige Klarstellung durch die   Landespartei, nachdem die B&#252;rgerschaftsfraktion der Bremer LINKEN eine   Ablehnung der Banken- und Konjunkturpakete sorgf&#228;ltig vermieden und ihre   (schlecht besuchten) Veranstaltungen unter das bezeichnende Motto   &#8222;Regulier mich!&#8220; gestellt hatte.<\/p>\n<h4>  Konjunktur- oder Systemkrise<\/h4>\n<p>  &#8222;Die Rettung des Kapitalismus&#8220; so C. Spehr, &#8222;beeinhaltet Entlassungen,   Sozialabbau und Lohnsenkungen (&#8230;) Die Verteidigung der Interessen von   Besch&#228;ftigten und Bev&#246;lkerung dagegen erfordert tiefe Eingriffe in das   Privateigentum an Produktionsmitteln&#8220;: Wenn diese Aussagen der &#8222;Kern der   Sache&#8220; betreffen, wof&#252;r die Bremer LINKE auf der Strasse und am 1. Mail   &#8222;mobilisieren will&#8220;, dann fragt man sich, warum ihre Bremer Abgeordneten   nicht einmal die Bankenverstaatlichung &#246;ffentlich wahrnehmbar gefordert   oder sich an der Mobilisierung f&#252;r die Antikrisen-Demos am 28.3.   beteiligt haben. Und warum die Abgeordnete und FDS-Sprecherin Nitz in   ihrer Pressemitteilung zur arbeitsmarktpolitischen Konferenz die   bisherigen&#8222;Rettungsma&#223;nahmen zugunsten von Banken und Unternehmen&#8220;   ausdr&#252;cklich gerechtfertigt hat&#8230;.<\/p>\n<p>  Die W&#228;hler brauchen verbindliche Festlegungen dazu, wie die LINKE den   sozialen Grausamkeiten begegnen will, die das Kapital und seine Parteien   der Mehrheit der Bev&#246;lkerung vor allem NACH dem Wahltag zumuten werden.   Ein Sammelsurium von widerspr&#252;chlichen Antworten ist weder glaubw&#252;rdig   noch dazu geeignet, die bisherige Stagnation der Partei in der Krise zu   &#252;berwinden. Wenn der Parteivorstand zum Beispiel 500 &#8364; als minimale   Grundsicherung, 10 &#8364; als gesetzlichen Mindestlohn und drastische   Arbeitszeitverk&#252;rzungen bei vollem Lohnausgleich fordert, dann m&#252;ssen   sich ihre Abgeordneten bzw. die Kandidaten der Diskussion dar&#252;ber   stellen, anstatt solche Forderungen im Wahlprogramm oder in   Parlamentsantr&#228;gen der R&#252;cksicht auf Regierungskoalitionen mit den   Hartz-Parteien zu opfern. Die Bremer B&#252;rgerschaftsfraktion hat auf   Kritik aus der Partei an ihrer Haltung zu Bankenb&#252;rgschaften bisher mit   keinem Wort reagiert: Ein Missbilligungsantrag im Landesvorstand, der   die Fraktion zu einer rechtzeitigen Information der Parteigremien   auffordert, soll &#8211; laut Protokoll von heute &#8211; deshalb &#252;berarbeitet   werden.<\/p>\n<h4>  Parit&#228;tische Mitbestimmung und Belegschaftsaktien<\/h4>\n<p>  Die oben zitierte Absage des Landessprechers der Bremer LINKEN an jeden   Versuch, den Kapitalismus durch Entlassungen, Sozialabbau und   Lohnsenkungen zu retten, sollte daher auch Bestandteil des Leitantrags   und von &#196;nderungsantr&#228;gen zum Bundeswahlprogramm werden, &#252;ber den die   Landesparteitagsdelegierten am 16. Mai entscheiden werden. Im   bisherigen, noch nicht ver&#246;ffentlichten Entwurf f&#252;r den Bremer Antrag   dazu fehlt sogar das Wort &#8222;Kapitalismus&#8220; in der Ursachenbeschreibung der   Weltwirtschaftskrise, an deren Anfang wir ja erst stehen. Wenn das   Privateigentum an den Produktionsmitteln den &#8222;Kern der Sache&#8220;, also des   Kapitalismus darstellt , den wir im Gegensatz zu Steinmeier und   M&#252;ntefering nicht nur &#8222;reparieren&#8220;, sondern &#252;berwinden wollen, dann   k&#246;nnen eine &#8222;parit&#228;tische Mitbestimmung&#8220; in den Aufsichtsr&#228;ten oder   Minderheitsbeteiligungen von Mitarbeitern an bankrotten Unternehmen im   Austausch f&#252;r Staatshilfen nicht &#8211; wie in diesem Antragsentwurf &#8211; der   Tellerrand linker Wahlziele bleiben. Dann mu&#223; die LINKE den Mut   aufbringen, f&#252;r die vollst&#228;ndige &#220;berf&#252;hrung der Banken und Gro&#223;konzerne   in Gemeineigentum und f&#252;r dessen direkte, demokratische Kontrolle durch   die Besch&#228;ftigten und die Bev&#246;lkerung einzutreten, wie das Lafontaine   unter dem Motto &#8222;Freiheit durch Sozialismus&#8220; auf dem Gr&#252;ndungsparteitag   noch angek&#252;ndigt hatte.<\/p>\n<h4>  Kampfma&#223;nahmen<\/h4>\n<p>  Der dritte Punkt, den Christoph Spehr in seinem Artikel betont, aber in   seinem Entwurf f&#252;r den Leitantrag (noch) nicht ber&#252;cksichtigt hat,   betrifft die Aufgaben der LINKEN und der Gewerkschaften bei der   Mobilisierung der Betroffenen gegen die Krise. Spehr begr&#252;&#223;t mit Recht,   dass der DGB sein urspr&#252;ngliches Motto f&#252;r die Mai-Demonstrationen   ge&#228;ndert und nun das der Demonstrationen vom 28.3. aufgegriffen habe.   Das zeigt, wie wichtig es war, nicht unt&#228;tig auf die   Gewerkschaftsf&#252;hrung zu warten, sondern im B&#252;ndnis mit sozialen   Bewegungen selbst mit bundesweiten Aktionen zu beginnen, auch wenn das   entsprechende B&#252;ndnis in Bremen innerparteilich eher blockiert wurde.   Laut aktuellen Emdnid-Umfragen w&#252;rden sich 32 Prozent der Befragten   pers&#246;nlich an Demonstrationen und Protesten angesichts der Krise   beteiligen, 79 Prozent der Befragten erkl&#228;rten, sie h&#228;tten Verst&#228;ndnis   f&#252;r solche Proteste.<\/p>\n<p>  Oskar Lafontaine hat jetzt in der Diskussion &#252;ber die &#8222;sozialen   Unruhen&#8220;, vor denen das Kapital und seine Vertretern warnen, nicht nur   das Recht auf politischen Streik verteidigt, sondern auch dessen   praktische Wahrnehmung wie in Frankreich oder Griechenland bef&#252;rwortet,   weil Demonstrationen allein nicht ausreichen w&#252;rden.<\/p>\n<p>  Diesen Appell zur Vorbereitung von bundesweiten Kampfma&#223;nahmen gegen die   Regierung und die Abw&#228;lzung der Krisenkosten sollte auch die Bremer   LINKE im Wahlkampf aufgreifen und vor Ort in Aktionsb&#252;ndnissen mit   Gewerkschaftern und Betroffeneninitiativen &#8211; z.B. bei der Vorbereitung   des Bildungsstreiks &#8211; praktisch in die Tat umsetzen.<\/p>\n<h4>  Heino Berg, 27.4.09<\/h4>\n<h4>  Dokumentiert von <a href=\"www.dielinke-bremen.de\">www.dielinke-bremen.de<\/a>:<\/h4>\n<h4>  Wahlkampf mit Haien<\/h4>\n<p>  Die SPD hat begonnen, ihre Antworten auf die Krise zu plakatieren.   &#8222;Finanzhaie w&#252;rden FDP w&#228;hlen&#8220;, prangt es von den ersten Gro&#223;fl&#228;chen zum   Europawahlkampf. Der Hai sieht nett aus. Die SPD gibt sich auch nett.   Fakt ist, dass viele Finanzhaie in den letzten 11 Jahren SPD gew&#228;hlt   haben. Die rot-gr&#252;ne Regierung Schr&#246;der hat &#252;berhaupt erst Hedge-Fonds   in Deutschland zugelassen und das Finanzwesen nach Kr&#228;ften liberalisiert.<\/p>\n<p>  Die &#8222;Neue Mitte&#8220; sollte sich einen kr&#228;ftigen Schluck aus der Welle von   Globalisierungs-Profiten g&#246;nnen, die weltweit auf Kosten der   Besch&#228;ftigten, der Umwelt und der Armen gemacht wurden. Steinmeier und   M&#252;ntefering,die Architekten der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze,   stehen daf&#252;r mit ihrem Namen. Auch die Dumpingl&#246;hne, die angeblich CDU   w&#228;hlen, kamen in dieser Zeit so richtig in Schwung.&#160;<\/p>\n<p>  &#8222;Mit ein bisschen Reparieren aus der Krise&#8220;, das ist unterm Strich die   Botschaft, mit der die SPD in den Wahlkampf zieht. Ein bisschen mehr   Regulierung, ein bisschen mehr Konjunkturprogramm, und jeden Tag ein   bisschen mehr &#220;bernahme der faulen Kredite durch die &#246;ffentliche Hand.   Ziel ist, den Kapitalismus zu retten, nicht die Interessen der   Besch&#228;ftigten und der breiten Bev&#246;lkerung.<\/p>\n<p>  DIE LINKE hat mit &#8222;K&#228;mpfen in der Krise&#8220; einen anderen Ton angeschlagen.   So hie&#223; die Arbeitsmarktkonferenz der Fraktion, so hei&#223;t der Leitantrag   f&#252;r ein Antikrisenprogramm, den der LaVo der Partei zur Beschlussfassung   auf dem Landesparteitag vorschl&#228;gt.&#160;Denn die Situation ist offen und   zugespitzt wie lange nicht. Die Rettung des Kapitalismus, das   Krisenprogramm der etablierten Parteien und der Konzernf&#252;hrungen,   beinhaltet Entlassungen, Sozialabbau und Lohnsenkungen in einer neuen   Dimension. Die Verteidigung der Interessen von Besch&#228;ftigten und   Bev&#246;lkerung dagegen erfordert tiefe Eingriffe in das Privateigentum an   Produktionsmitteln, die nachtr&#228;gliche Enteignung der r&#228;uberischen   Profite der letzten 10 Jahre, und einen radikalen Umbau der Arbeits-,   Einkommens- und Produktionssysteme.<\/p>\n<p>  F&#252;r die SPD ist das &#8222;hei&#223;e Luft&#8220;. F&#252;r uns ist es der Kern der Sache.   Daf&#252;r wollen wir mobilisieren &#8211; in den Betrieben, auf der Stra&#223;e, in der   &#214;ffentlichkeit, im Wahlkampf. Unser Wahlkampf beginnt mit dem 1. Mai.<\/p>\n<p>  Der DGB hat sein umstrittenes 1.Mai-Plakat &#8222;1 a deutsche Wertarbeit&#8220;   zur&#252;ckgezogen, nachdem Gewerkschaftsjugend und Bewegungen den   unterschwelligen Nationalismus des Plakats kritisiert hatten. Das ist   ein ermutigendes Zeichen. Die globale Krise des Kapitalismus erfordert   eine internationalistische Antwort. Mit dem Aufruf zu den europ&#228;ischen   Aktionstagen und der Demonstration am 16.Mai: &#8222;Die Krise bek&#228;mpfen &#8211;   Sozialpakt f&#252;r Europa &#8211; die Verursacher m&#252;ssen zahlen&#8220; greift der DGB   die Parole der Demonstrationen am 28. M&#228;rz, &#8222;Wir zahlen nicht f&#252;r eure   Krise&#8220;, auf. Die Aktionen zum Euromayday werden am 1. Mai die zentrale   Kundgebung des DGB erg&#228;nzen. Auch das ist ein Ansatz zur Verbreiterung   des Widerstands.<\/p>\n<p>  Fakt ist: Viele Konzerne und Banken, die in den letzten Jahren auf dem   hohen Ross sa&#223;en, sind jetzt auf den Staat angewiesen, um nicht pleite   zu gehen. Das beinhaltet neue Angriffe, aber es kann auch genutzt   werden, die Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse in unserem Sinne zu ver&#228;ndern. Die   Menschen sind verwundbar in der Krise, aber das Kapital ist es auch.   Machen wir was draus!<\/p>\n<h4>  Christoph Spehr<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Zu den Vorschl&#228;gen von Christoph Spehr f&#252;r einen eigenst&#228;ndigen<br \/>\n      Wahlkampf der Bremer LINKEN\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13128"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13128"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13128\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}