{"id":13109,"date":"2009-04-09T11:31:18","date_gmt":"2009-04-09T11:31:18","guid":{"rendered":".\/?p=13109"},"modified":"2009-04-09T11:31:18","modified_gmt":"2009-04-09T11:31:18","slug":"13109","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/04\/13109\/","title":{"rendered":"&#187;Bruch der Gewerkschaften mit der SPD ist &#252;berf&#228;llig&#171;"},"content":{"rendered":"<p>  Wie in der Krise offensiv werden? Sozialistische Alternative diskutiert   auf ihren &#187;Sozialismustagen&#171;. Ein Gespr&#228;ch mit Lucy Redler. <i>Aus:   junge Welt vom 9.4.2009<\/i><\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b><i>Allj&#228;hrlich zu Ostern richtet Ihre Organisation eine gr&#246;&#223;ere   Diskussionsveranstaltung aus, die &#187;Sozialismustage&#171;. Welche Schwerpunkte   setzen Sie in diesem Jahr?<\/i><\/b><\/p>\n<p>  Es geht in erster Linie darum, wie der Widerstand gegen die Folgen der   kapitalistischen Krise aufgebaut werden kann. Welche politische   Forderungen mu&#223; die Linke aufstellen, jetzt, wo der Kapitalismus in die   schwerste Krise seit den 30er Jahren eintritt? Wir haben beispielsweise   eine Veranstaltung mit Elmar Altvater von der Programmkommission der   Linkspartei und Lynn Walsh von unserer internationalen Organisa&#173;tion   Committee for a Workers&#8217; International (CWI) zur Frage, ob   Planwirtschaft eine Alternative zum Kapitalismus ist. Dabei wird es auch   darum gehen, in wessen Interesse die Bundesregierung jetzt Banken   verstaatlicht und wie Verstaatlichung unter demokratischer   Arbeiterkontrolle und -verwaltung aussehen kann. Es wird auch   Diskussionen mit Aktivisten aus Italien, Griechenland und China geben,   um von den Protesten gegen die Krise auf internationaler Ebene zu   berichten.<\/p>\n<p>  <b><i>Die Demonstrationen in Berlin und Frankfurt am Main &#8211; Ende M&#228;rz   unter dem Motto &#187;Wir zahlen nicht f&#252;r eure Krise&#171; &#8211; waren im   europ&#228;ischen Vergleich zwar noch bescheiden, aber immerhin ein Anfang.   Wie soll es jetzt weitergehen?<\/i><\/b><\/p>\n<p>  Man mu&#223; sich vergegenw&#228;rtigen, da&#223; die DGB-Spitze die Unterst&#252;tzung f&#252;r   diese Demonstrationen verweigert hat und trotzdem viele   Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter dabeiwaren. Insofern sind 55000   Teilnehmer ein beachtlicher Erfolg. Ich glaube, ein n&#228;chster Schritt   m&#252;&#223;te sein, was innerhalb der Gewerkschaftslinken diskutiert und von   Leuten wie dem Stuttgarter ver.di-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Bernd Riexinger   gefordert wird: die Vorbereitung eines eint&#228;gigen Generalstreiks als   Antwort auf die Krise. Das w&#228;re ein sehr eindrucksvolles Signal. Die   Gewerkschaftsf&#252;hrungen werden von sich aus nichts tun. Also m&#252;ssen die   Kr&#228;fte an der Basis gesammelt und konkrete Schritte von unten ergriffen   werden, um auch den Druck auf die F&#252;hrung zu verst&#228;rken. Anstehende   Proteste sollten daf&#252;r genutzt werden. So die Arbeitsniederlegung, die   am 13. Mai von der IG Metall im Stuttgarter Raum geplant ist, die   Gro&#223;demonstration des DGB am 16. Mai oder der Bildungsstreik am 17. Juni.<\/p>\n<p>  <b><i>Ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske ist momentan mit Wahlkampf f&#252;r   Frank-Walter Steinmeier besch&#228;ftigt, die IG Metall &#252;bt den strategischen   Schulterschlu&#223; mit dem Gro&#223;kapital. Wie k&#246;nnen in dieser Situation die   Gewerkschaftslinken in die Offensive kommen?<\/i><\/b><\/p>\n<p>  Die F&#252;hrungen betreiben in erster Linie Komanagement und halten der SPD   in der Bundestagswahlkampagne den R&#252;cken frei. Der politische Bruch der   Gewerkschaften mit der SPD ist jedoch &#252;berf&#228;llig. Es ist n&#246;tig, den   Kampf innerhalb der Gewerkschaften f&#252;r eine politische und personelle   Alternative zur heutigen F&#252;hrung aufzunehmen. Es gibt gute Ans&#228;tze   daf&#252;r, wie ausgehend vom 28. M&#228;rz die beginnende Diskussion &#252;ber   Generalstreik oder auch die Initiative &#187;Arbeitszeitappell.de&#171;, die   innerhalb von ver.di die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und   Personalausgleich fordert.<\/p>\n<p>  <b><i>Womit rechnen Sie nach der Bundestagswahl?<\/i><\/b><\/p>\n<p>  Es ist v&#246;llig klar, da&#223; sp&#228;testens danach massive K&#252;rzungen anstehen   werden, weil die k&#252;nftige Regierung ein Interesse daran haben wird, die   Masse der Bev&#246;lkerung f&#252;r all die Konjunkturpakete zahlen zu lassen.   Umverteilung und Sozialk&#252;rzungen werden dramatisch zunehmen. Was in   anderen L&#228;ndern wie Frankreich, Griechenland oder Irland schon zu   Massenprotesten gef&#252;hrt hat, ist das, was hier auf die Tagesordnung   kommt. Ich halte es aber nicht f&#252;r ausgemacht, da&#223; es der Regierung   gelingen wird, die Konflikte bis nach der Wahl hinauszuz&#246;gern.   Massenentlassungen und betriebliche K&#228;mpfe werden wahrscheinlich fr&#252;her   einsetzen. Wir haben am Montag die Proteste von 12000   ThyssenKrupp-Besch&#228;ftigten in Duisburg gesehen. Und das ist erst der   Anfang.<\/p>\n<h5>  Das Gespr&#228;ch f&#252;hrte J&#246;rn Boewe.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Wie in der Krise offensiv werden? Sozialistische Alternative diskutiert<br \/>\n      auf ihren &#187;Sozialismustagen&#171;. 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