{"id":13108,"date":"2009-04-09T00:01:00","date_gmt":"2009-04-09T00:01:00","guid":{"rendered":".\/?p=13108"},"modified":"2009-04-09T00:01:00","modified_gmt":"2009-04-09T00:01:00","slug":"13108","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/04\/13108\/","title":{"rendered":"Krise und Klassenkampf in Europa"},"content":{"rendered":"<p>  Bericht vom Europ&#228;ischen B&#252;ro des CWI<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Vom 30. M&#228;rz bis 1. April versammelten sich 31 VertreterInnen aus 15 dem   Komitee f&#252;r eine Arbeiterinternationale (englische Abk&#252;rzung CWI)   angeschlossenen sozialistischen Organisationen und Parteien aus Europa   in London zu einer Sitzung des Europ&#228;ischen B&#252;ros des CWI. <\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic<\/i><\/h4>\n<p>  Vertreten waren Griechenland, Italien, Frankreich, &#214;sterreich, Polen,   Russland, Deutschland, Schweden, Belgien, die Niederlande,   England&amp;Wales, Schottland, Nord- und S&#252;dirland. Zypern. Ebenfalls unter   den TeilnehmerInnen war ein Redakteur der chinaworker.info-Webseite und   ein Vertreter der italienischen marxistischen Gruppierung Controcorrente.<\/p>\n<p>  Die Versammlung diskutierte die aktuelle Entwicklung der   kapitalistischen Weltkrise und ihre Konsequenzen, die Frage des   marxistischen &#220;bergangsprogramms in der derzeitigen Situation, den   Aufbau der Sektionen und des CWI als internationaler Organisation.   Au&#223;erdem wurden separate Bericht zu Lateinamerika, Irland und Frankreich   diskutiert.<\/p>\n<h4>  Beschleunigung der Krise<\/h4>\n<p>  Peter Taaffe, Generalsekret&#228;r der Socialist Party in England und Wales   und Mitglied im Internationalen Sekretariat des CWI, er&#246;ffnete die   Tagung mit einem Referat zur Weltlage. Er betonte insbesondere das Tempo   und die Tiefe der Weltwirtschaftskrise.<\/p>\n<p>  Im vierten Quartal des vergangenen Jahres sank das weltweite   Bruttoinlandsprodukt um f&#252;nf Prozent, in den entwickelten   kapitalistischen Staaten sogar st&#228;rken &#8211; in Japan um 13 Prozent und in   den USA um sechs Prozent. Die weltweite Industrieproduktion sank sogar   um 30 bis 35 Prozent.<\/p>\n<p>  Die Folgen der Krise sind schon jetzt dramatisch: drastischer Anstieg   der Erwerbslosigkeit, Ausbreitung von Obdachlosigkeit, sozialer Absturz   f&#252;r Menschen aus der Mittelschicht, erwarteter Anstieg der Zahl der   Armen auf der S&#252;dhalbkugel um 200 Millionen. Kein Land, kein   Wirtschaftszweig, keine Region ist immun gegen die Krise.<\/p>\n<p>  In der Diskussion wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass   Arbeitslosigkeit und der Kampf gegen Entlassungen und   Betriebsschlie&#223;ungen die zentralen Themen der n&#228;chsten Monate und Jahre   sein werden. Die f&#252;r 2009 erwartete Arbeitsplatzvernichtung wird nach   offiziellen Angaben f&#252;r China auf &#252;ber zwanzig Millionen, Indien elf   Millionen, Europa neun Millionen und Lateinamerika sechs Millionen   beziffert. In den USA gingen in diesem Jahr monatlich circa 600.000 Jobs   verloren. Die Bedeutung dieses Themas dr&#252;ckte sich ganz konkret w&#228;hrend   der Sitzung aus, als TeilnehmerInnen aus Gro&#223;britannien und Nord-Irland   die Sitzung verlassen mussten, um an Solidarit&#228;tsaktionen f&#252;r die   besetzten Visteon-Werke teilzunehmen.<\/p>\n<p>  Die Krise hat in Europa schon f&#252;nf Regierungen zu Fall gebracht, was   auch Ausdruck der Unf&#228;higkeit der herrschenden Klassen Europas ist, eine   Antwort auf die dramatischen Entwicklungen zu geben und eine   einheitliche Politik zu formulieren.<\/p>\n<p>  Die Auswirkungen der Krise auf die arbeitende Bev&#246;lkerung wurde von   vielen DiskussionsteilnehmerInnen als widerspr&#252;chlich dargestellt. Es   gibt in vielen L&#228;ndern erste Massenproteste und erbitterte betriebliche   K&#228;mpfe gegen die Folgen der Krise. Die beiden riesigen eint&#228;gigen   Generalstreiks in Frankreich und die Jugendrevolte plus eint&#228;gigem   Generalstreik in Griechenland sind daf&#252;r die herausragenden Beispiele.   Aber auch Massendemonstrationen in Irland, Schulstreiks in Spanien und   nicht zuletzt der 44 Tage andauernde erfolgreiche Generalstreik im   franz&#246;sischen &#220;bersee-Departement Guadaloupe wurden angef&#252;hrt. Auch die   Demonstrationen von zehntausenden am 28. M&#228;rz in Deutschland und   &#214;sterreich k&#246;nnen den Beginn einer Bewegung gegen die Krise markieren.<\/p>\n<p>  Gleichzeitig ist das Denken in gro&#223;en Teilen der Arbeiterklasse noch   nicht auf der H&#246;he der Ereignisse. W&#228;hrend alle vertretenen Sektionen   von einer wachsenden Offenheit f&#252;r Sozialismus und einem steigenden   Interesse am Marxismus in einem Teil der Arbeiterklasse und der Jugend   berichteten, wurde auch darauf verwiesen, dass in der Masse der   Arbeiterklasse in vielen L&#228;ndern eine Mischung aus Schock &#252;ber die Krise   und der Hoffnung, sie wird schon wieder vorbei gehen und man selber   werde m&#246;glicherweise ja von Arbeitslosigkeit oder drastischen   Lohnk&#252;rzungen verschont werden, besteht. Immer wieder wurde betont, dass   Bewusstsein sich in erster Linie durch Ereignisse entwickelt und es   weiterer solcher bedarf, um auf breiter Front in der Arbeiterklasse ein   sozialistisches Bewusstsein entstehen zu lassen. Gleichzeitig wurde aber   auch darauf hingewiesen, dass sozialistische Organisationen und sogar   einzelne MarxistInnen, wenn sie entschlossen und korrekt in K&#228;mpfe   eingreifen, einen entscheidenden Unterschied machen und die   Bewusstseinsentwicklung beeinflussen und beschleunigen k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  Der Lindsey-Streik in Gro&#223;britannien<\/h4>\n<p>  Ein beeindruckendes Beispiel f&#252;r diese These ist der Verlauf des Streiks   bei den Baustellen auf den Lindsey &#214;lraffinerien in Gro&#223;britannien. Als   britische Arbeiter dort ihren Job verlieren sollten und durch   italienische Arbeiter ersetzt werden sollten, gingen die Besch&#228;ftigten   berechtigterweise auf die Barrikaden. Zu Beginn des Streiks warfen   einzelne Arbeiter die Parole &#8220;Britische Jobs f&#252;r britische Arbeiter&#8221;   auf, die eine direkte Bezugnahme auf ein gleich lautendes Zitat des   britischen Premierministers Gordon Brown war und in dem Sinne als   Provokation und Entlarvung gegen ihn gerichtet war. Das Eingreifen der   Socialist Party und eines dort besch&#228;ftigten Mitglieds der SP, der keine   gewerkschaftliche Funktion inne hatte, war entscheidend, um dem Streik   eine k&#228;mpferische und internationalistische Sto&#223;richtung zu geben. Die   von SP-Mitgliedern ausgearbeiteten Forderungen, inklusive der Forderung   nach gleicher Bezahlung und gleichen Rechten f&#252;r ausl&#228;ndische Kollegen,   wurde vom Streikkomitee und der Streikversammlung angenommen. &#8220;Britische   Jobs f&#252;r britische Arbeiter&#8221; wurde durch &#8220;Arbeiter aller L&#228;nder,   vereinigt Euch&#8221; ersetzt und der Streik zum Erfolg gef&#252;hrt. Dieser Erfolg   geht so weit, dass auf den betroffenen Baustellen Elemente von   Arbeiterkontrolle &#252;ber die Frage der Neueinstellungen erreicht wurden.<\/p>\n<h4>  <\/h4>\n<h4>  Depression?<\/h4>\n<p>  Handelt es sich bei dieser Krise um eine Rezession oder eine Depression?   Diese Frage wurde von mehreren DiskussionsteilnehmerInnen er&#246;rtert.   W&#228;hrend es f&#252;r eine Rezession eine eindeutige Definition in den   Wirtschaftswissenschaften gibt, ist das bei dem Begriff Depression nicht   der Fall. Wenn man die Beurteilung an einem Vergleich mit der Gro&#223;en   Depression, die 1929 einsetzte, und der Tiefe des R&#252;ckgangs der   Wirtschaftsleistung fest macht, dann kann man sagen, dass zumindest in   einigen L&#228;ndern diese Dimension erreicht werden wird. Aber es bestand   Einigkeit darin, dass dieser Aspekt zwar eine notwendige, aber kein   hinreichende Bedingung f&#252;r die Definition einer Wirtschaftskrise als   Depression ist. In Betracht gezogen werden muss die Dauer des   wirtschaftlichen Niedergangs, die sozialen und politischen Konsequenzen   und auch das Ausma&#223; des gesellschaftlichen Bruchs, den die Krise   bedeutet &#8211; die gesellschaftliche Wirkung in Irland, das nach einem   langen Boom besonders tief f&#228;llt, ist eine viel dramatischere als in   Griechenland, das sich schon jahrelang in einem Krisenzustand befindet.   Im Sinne einer lang anhaltenden Phase von tiefer Rezession und   Stagnation, die sehr wohl von kurzzeitigen Wachstumsphasen unterbrochen   sein kann, kann von Depression gesprochen werden. Einigkeit bestand   darin, dass zwar der weitere Verlauf der Krise noch nicht absehbar ist,   aber doch zumindest von depressiven Elementen gesprochen werden kann.<\/p>\n<p>  Der Verlauf der Krise ist nicht zuletzt von der Wirkung der massiven   staatlichen Konjunkturpakete abh&#228;ngig, die in allen entwickelten   kapitalistischen Staaten, aber auch und gerade in China, von den   Regierungen geschn&#252;rt wurden und weiterhin werden.<\/p>\n<p>  Diese sind zwar offensichtlich nicht in der Lage die Krise zu beenden,   aber es darf auch nicht untersch&#228;tzt werden, dass sie eine Wirkung haben   k&#246;nnen und die Krise abfedern k&#246;nnen. Insbesondere der chinesische Staat   hat nach Ansicht des Internationalen Sekretariats des CWI gr&#246;&#223;ere   Reserven, um die Wirtschaft &#8211; zum Beispiel durch massive Investitionen   ins Gesundheitswesen &#8211; anzukurbeln.<\/p>\n<p>  Dass solche Ma&#223;nahmen kurzfristig einen neuen Wachstumszyklus ausl&#246;sen   k&#246;nnen, wurde aber allgemein negiert und die Perspektive einer l&#228;ngeren   Phase von Rezessionen und wirtschaftlicher Stagnation aufgestellt.<\/p>\n<h4>  Polarisierung und vorrevolution&#228;re Elemente<\/h4>\n<p>  Folge davon wird zwangsl&#228;ufig eine weitere gesellschaftliche   Polarisierung zwischen Lohnabh&#228;ngigen und Kapitalisten sein.   Gleichzeitig versuchen letztere die Arbeiterklasse bewusst zu spalten   und gibt es die Gefahr des Anwachsens reaktion&#228;rer Kr&#228;fte. Das gilt vor   allem, wenn die Arbeiterbewegung und linke Parteien, so sie denn   existieren, keinen Ausweg aus der Krise aufzeigen. Aus Gro&#223;britannien   wurde berichtet, dass die Herrschenden versuchen Besch&#228;ftigte des   privaten Sektors gegen Besch&#228;ftigte des &#246;ffentlichen Dienstes   auszuspielen. In &#214;sterreich, Belgien und anderen L&#228;ndern gibt es starke   rechtspopulistische oder rechtsextreme Kr&#228;fte, die vor allem wegen des   Fehlens neuer linker Parteien ein vorhandenes Vakuum f&#252;r Protest f&#252;llen   k&#246;nnen. Dass dies zum Beispiel in Deutschland bisher weniger stark der   Fall ist, hat vor allem etwas mit der Existenz der Partei DIE LINKE zu   tun, die auf der politischen Ebene in den letzten Jahren eine   Linksverschiebung zum Ausdruck bringen konnte. Sollte dieser den   Herausforderungen der Krise jedoch nicht gerecht werden, gibt es auch   hier die Gefahr, dass Rassisten und Faschisten an Unterst&#252;tzung gewinnen   werden.<\/p>\n<p>  Die Diskussionen unterstrichen die dringende Notwendigkeit in den   meisten L&#228;ndern Europas den Kampf um den Aufbau starker sozialistischer   Arbeiterparteien fortzusetzen. Einige der neuen linken Formationen haben   sich angesichts der Krise jedoch sehr widerspr&#252;chlich entwickelt. Das   gilt f&#252;r DIE LINKE, deren F&#252;hrung einen deutlich moderateren Ton   anschl&#228;gt und nicht durch k&#228;mpferische Kampagnen und eine sozialistische   Antwort auf die Krise reagiert hat. Dementsprechend konnte die Partei in   den letzten Monaten in Meinungsumfragen nicht zulegen.<\/p>\n<p>  &#196;hnliches gilt f&#252;r das linke Wahlb&#252;ndnis Syriza, an dem sich die   griechische CWI-Sektion Xekinima beteiligt. Hier hat sich die paradoxe   Situation entwickelt, dass die Linksverschiebung innerhalb von Syriza in   der &#214;ffentlichkeit kaum wahr genommen wird, da die Au&#223;endarstellung der   Partei durch die Parlamentsfraktion bestimmt wird, die von angepassten   reformistischen Kr&#228;ften dominiert wird, die auf eine Koalitionsregierung   mit der sozialdemokratischen PASOK orientieren. Syriza, das   zwischenzeitlich in Umfragen bei bis zu 18 Prozent lag, ist daher wieder   auf 7,5 Prozent gesunken. Xekinima hat nun die Initiative ergriffen,   kritische oppositionelle Kr&#228;fte in einem B&#252;ndnis mit dem Namen &#8220;Zweite   Welle&#8221; zusammen zu bringen.<\/p>\n<p>  In Frankreich beteiligen sich die Mitglieder von &#8216;Gauche   R&#233;volutionnaire&#8217; am Aufbau der neu gegr&#252;ndeten NPA (Neue   Antikapitalistische Partei), die mittlerweile 11.000 Mitglieder hat.   Deren bekanntester Vertreter, Olivier Besancenot, ist in   Meinungsumfragen der Politiker, dem die Franz&#246;sInnen am meisten   vertrauen. Die NPA liegt in Meinungsumfragen derzeit bei 14 Prozent.   Alex Rouillard aus Frankreich wies aber auch darauf hin, dass die   Zukunft der Partei alles andere als gesichert ist.<\/p>\n<p>  Marco Veruggio von der Str&#246;mung Controcorrente in der Rifondazione   Comunista erkl&#228;rte, dass die Chancen f&#252;r einen Wiederaufbau der Partei   auf Basis eines k&#228;mpferischen, linken Programms durch die F&#252;hrung bisher   nicht ergriffen wurden und es deshalb n&#246;tig ist, innerhalb und au&#223;erhalb   der Partei f&#252;r die Bildung einer neuen Arbeiterpartei zu werben.   Controcorrente hat aus dem Niedergang der Rifondazione Comunista unter   anderem die Schlussfolgerung gezogen, sich auch f&#252;r AktivistInnen zu   &#246;ffnen, die nicht Parteimitglied sind.<\/p>\n<p>  Peter Taaffe wies darauf hin, dass das Fehlen linksreformistischer   Massenparteien, wie sie in der Vergangenheit existierten, das   Entwicklungstempo des Klassenkampfes und des Aufbaus einer   revolution&#228;ren Alternative bremsen. Trotzdem wurde diskutiert, dass die   Lage, in die die Welt nun eingetreten ist, Elemente einer   vorrevolution&#228;ren Situation enth&#228;lt &#8211; die beginnende Polarisierung in   der herrschenden Klasse, die G&#228;rung in den Mittelschichten der   Gesellschaft und die Suche nach einem Ausweg in der Arbeiterklasse &#8211; und   man allgemein von einer vor uns liegenden Periode von Revolution und   Konterrevolution sprechen kann.<\/p>\n<p>  Dies bedeutet gro&#223;e M&#246;glichkeiten f&#252;r den Aufbau marxistischer Kr&#228;fte,   aber auch eine gro&#223;e Herausforderung und Verantwortung f&#252;r die   Organisationen des CWI.<\/p>\n<h4>  Kr&#228;fte des Marxismus aufbauen<\/h4>\n<p>  Die Diskussion &#252;ber den Aufbau des CWI zeigte den hohen Aktivit&#228;tsgrad   der einzelnen Sektionen und die vielen Kampagnen, Projekte und K&#228;mpfe an   denen sie beteiligt sind. F&#252;r alle Organisationen des CWI stellt sich   die M&#246;glichkeit und die Aufgabe, die Mitgliedszahlen deutlich zu   steigern und den Einfluss in der Arbeiterbewegung auszudehnen.<\/p>\n<p>  Die Aktivit&#228;tsbereiche reichen von der Beteiligung bzw. Unterst&#252;tzung   von betrieblichen K&#228;mpfen, wie im Fall der aktuellen Betriebsbesetzungen   bei Visteon in Gro&#223;britannien und Nordirland, &#252;ber die Mitarbeit in   breiteren linken Parteien, wie in Frankreich, Deutschland, den   Niederlanden bis zur Bildung von Wahlb&#252;ndnissen bei den kommenden   Europawahlen. In Belgien und Schweden beteiligen sich die   CWI-Organisationen an sozialistischen Wahlb&#252;ndnissen mit anderen   sozialistischen Kr&#228;ften. In Gro&#223;britannien haben Socialist Party in   England und Wales und die International Socialists in Schottland ein   Wahlb&#252;ndnis mit der Eisenbahnergewerkschaft RMT und der Kommunistischen   Partei &#8220;No2EU-Yes4democracy&#8221; gegr&#252;ndet. Dieses wurde als bedeutend   betrachtet, da zum ersten Mal eine Gewerkschaft den Schritt auf die   politische Ebene geht. Trotz Beschr&#228;nktheiten im Programm dieses   B&#252;ndnisses wird es als wichtiger Pol auch gegen die faschistische   British National Party gesehen.<\/p>\n<p>  Antifaschistische Aktivit&#228;ten spielen in vielen L&#228;ndern eine Rolle.   Davon berichtete Sonja Grusch aus &#214;sterreich und die schwedischen   Teilnehmer mussten leider von einem schweren &#220;berfall auf einen Stadtrat   des CWI in Stockholm berichten. Matthias Bernhardsson wurde von einer   Gruppe Faschisten mit Waffen angegriffen, konnte sich aber so effektiv   verteidigen, dass er nur relativ leichte Verletzungen erlitt und die   Angreifer schnell fl&#252;chteten.<\/p>\n<p>  In der Diskussion &#252;ber die Entwicklung des CWI ging es aber nicht nur um   den weiteren Aufbau der existierenden Mitgliedsorganisationen, sondern   auch um die Ausdehnung der Internationale in neue L&#228;nder. Nachdem ein   schwedisches CWI-Mitglied Island besucht hatte, wurde dort das erste   Mitglied gewonnen und der Grundstein f&#252;r den Aufbau einer Gruppe in   diesem von der Krise bisher am sch&#228;rfsten betroffenen Land gelegt.   Besuche fanden und finden au&#223;erdem in Mexiko, Argentinien, Zimbabwe,   &#196;gypten, Kosova, Spanien und Guadaloupe statt, um dort mit am CWI   interessierten Gruppen zu diskutieren bzw. solche kennen zu lernen.<\/p>\n<p>  Das Europ&#228;ische B&#252;ro nahm auch einen Bericht der &#228;u&#223;erst erfolgreichen   zweiten Lateinamerika-Schulung der dortigen Sektionen entgegen. Von   besonderer Bedeutung ist auch die von CWI-Mitgliedern mit ins Leben   gerufene Kampagne zur Verteidigung der tamilischen Bev&#246;lkerung in Sri   Lanka (siehe stoptheslaughteroftamils.org ). Im indischen Bundesstaat   Tamil Nadu konnte diese Kampagne k&#252;rzlich eine Veranstaltung mit 600   TeilnehmerInnen durchf&#252;hren. Die bekannte indische Schriftstellerin   Arundhati Roy hat sich f&#252;r die Kampagne eingesetzt. In Bangalore konnte   die New Socialist Alternative, die indische CWI-Sektion, mit 250   BesucherInnen die gr&#246;&#223;te Veranstaltung in ihrer Geschichte organisieren.<\/p>\n<p>  Um alle diese M&#246;glichkeiten auch nur ann&#228;hernd nutzen k&#246;nnen, wurde die   Notwendigkeit betont, die finanziellen und personellen Ressourcen des   CWI und vor allem des internationalen B&#252;ros in London auszubauen. Dazu   sollen die regelm&#228;&#223;igen Beitragszahlungen aus den Sektionen erh&#246;ht   werden und Mitglieder aus den Leitungsorganen der Sektionen zur   vor&#252;bergehenden oder dauerhaften Mitarbeit ins Londoner B&#252;ro wechseln.<\/p>\n<p>  Diese Sitzung des Europ&#228;ischen B&#252;ros des CWI war sehr erfolgreich und   hat zum Ausdruck gebracht, dass das die Internationale auf der H&#246;he der   Zeit ist. Die TeilnehmerInnen fuhren mit dem Bewusstsein in ihre   verschiedenen Heimatl&#228;nder zur&#252;ck, dass es nun darauf ankommt, die   Anstrengungen f&#252;r den Aufbau der marxistischen Kr&#228;fte zu steigern, um   daf&#252;r zu sorgen, dass die Krise des Kapitalismus den Aufschwung des   Marxismus bedeutet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Bericht vom Europ&#228;ischen B&#252;ro des CWI\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[104,127],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13108"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13108"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13108\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13108"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13108"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13108"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}