{"id":13104,"date":"2009-04-06T18:00:00","date_gmt":"2009-04-06T18:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13104"},"modified":"2009-04-06T18:00:00","modified_gmt":"2009-04-06T18:00:00","slug":"13104","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/04\/13104\/","title":{"rendered":"Proteste gegen den Nato-Geburtstag in Kehl"},"content":{"rendered":"<p>  Polizei geht massiv gegen DemonstrantInnen vor<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Wegen den Jubelfeiern zum 60. Nato-Geburtstag war der   baden-w&#252;rttembergische Ostermarsch um eine Woche vorverlegt worden. Am   4. April sollte die Demonstration um 11.00 Uhr in Kehl beginnen und &#252;ber   die Europabr&#252;cke nach Strasburg f&#252;hren und sich um 13.00 mit den   dortigen DemonstrantInnen treffen.<\/p>\n<h4>  <i>von Wolfram Klein<\/i><\/h4>\n<p>  Schon im Vorfeld hatte es massive Polizeischikanen gegeben. Nach v&#246;llig   undurchsichtigen Kriterien hatten Menschen Meldeauflagen erhalten, die   es ihnen unm&#246;glich machen sollten, ihr demokratisches Recht auf   Demonstrationsfreiheit wahrzunehmen. Die OrganisatorInnen des   Ostermarsches sollten im Vorfeld die Personalien der OrdnerInnen   weiterleiten &#8211; eine entsprechende Regelung ist in dem Entwurf des   Versammlungsgesetzes enthalten, das die baden-w&#252;rttembergische   Landesregierung verabschieden will (nach dem bereits vor der   Hauptverhandlung teilweise vom Bundesverfassungsgericht gekippten   bayrischen Vorbild), das Ansinnen hatte aber keine Grundlage in   geltenden Gesetzen.<\/p>\n<p>  Bei der Anreise gab es massive Polizeikontrollen. Dass bei der Anfahrt   zu Demonstrationen Polizisten die Busse kontrollieren, ist ja leider   schon &#252;blich. Aber das martialische Auftreten vom 4. April erinnerte an   Schilderungen vom Herbst 1977 mit Maschinengewehre und allem. Als Folge   der massiven Kontrollen konnte die Auftaktkundgebung in Kehl erst mit   gro&#223;er Versp&#228;tung stattfinden.<\/p>\n<h4>  Linksjugend[&quot;solid]-Block<\/h4>\n<p>  Auch der Demonstrationszug war von einem massiven Polizeiaufgebot   begleitet. Linksjugend [&quot;solid] organisierte einen Block, in dem mit   vielen Sprechch&#246;ren eine gute und k&#228;mpferische Stimmung herrschte.   Allerdings stoppte die Demonstration nach einer kurzen Strecke. Der   weitere Weg zur Europabr&#252;cke war durch eine Polizeikette unter   Verwendung von Gittern und mehreren Wasserwerfern versperrt. Die   OrganisatorInnen versuchten vergeblich, die Polizei dazu zu bewegen,   sich an die Absprachen bez&#252;glich der Demoroute zu halten. Mit der   unzureichenden Lautsprechertechnik war es auch schwer, die Tausenden   DemonstrantInnen (selbst die Polizei bezifferte sie mit 6.000)   informiert zu halten.<\/p>\n<p>  W&#228;hrenddessen konnte man einige hundert Meter weiter Rauchschwaden   aufsteigen sehen, die immer st&#228;rker wurden. Nach einer langen Zeit   fuhren mehrere deutsche Feuerwehrwagen an uns vorbei Richtung   Europabr&#252;cke (was durch die massive Polizeipr&#228;senz, die den Weg   versperrte, behindert wurde). Auf die Idee, die Wasserwerfer einem   sinnvollen Verwendungszweck zum Feuerl&#246;schen zuzuf&#252;hren, kam unsere   hochl&#246;bliche Polizei nat&#252;rlich nicht.<\/p>\n<p>  Da es deutlich wurde, dass es nicht m&#246;glich sein w&#252;rde, die geplante   Demoroute durchzusetzen, br&#246;ckelte die Beteiligung an dem Demozug (der   nicht zog, sondern stand) allm&#228;hlich ab. Viele TeilnehmerInnen mussten   auch nach und nach zu ihren Bussen zur&#252;ck. Obwohl wir die vorgesehene   Demoroute nicht durchsetzen konnten, war den meisten klar, dass bei dem   Kr&#228;fteverh&#228;ltnis nicht mehr m&#246;glich war, und blieben trotz des   provozierenden Polizeiaufgebots besonnen. Wenn die Polizei nachher   erkl&#228;rte, es sei ihrem massiven Aufgebot zu verdanken, dass es in Kehl   friedlich blieb, so ist das v&#246;lliger Unsinn. Es war der Besonnenheit der   DemonstrantInnen zu verdanken. Obwohl wir unsere geplante Demonstration   nicht durchf&#252;hren konnten, war die Stimmung gut. Es gab immer wieder   Sprechch&#246;re wie &#8222;Eins, zwei, drei, gebt die Br&#252;cke frei&#8220;. Manche   versuchten sich gesanglich: &#8222;Sur le pont de Strasbourg, L&quot;on y danse,   l&quot;on y danse&#8220;. Auff&#228;llig war auch, dass auf der Demonstration eine   antikapitalistische Stimmung vorherrschte.<\/p>\n<h4>  Auseinandersetzungen in Frankreich<\/h4>\n<p>  W&#228;hrenddessen ging es auf der anderen Rheinseite sehr unfriedlich zu.   Sicher haben auch einzelne DemonstrantInnen Dummheiten gemacht, z.B.   deutsche Polizeiautos, die mitten durch die Menge fuhren, mit Steinen   beworfen und so andere DemonstrantInnen zus&#228;tzlich gef&#228;hrdet. Ob f&#252;r das   Anz&#252;nden von Geb&#228;uden einzelne DemonstrantInnen oder Polizeiprovokateure   verantwortlich waren, l&#228;sst sich auf die Ferne nicht beurteilen. Aber   wer von Kehl aus die immer gr&#246;&#223;er werdenden Rauchs&#228;ulen sah, fragte   sich, warum das Feuer so langsam gel&#246;scht wurde. Auf jeden Fall wurde   das als Vorwand f&#252;r das brutale Vorgehen der Polizei genutzt. Die &#252;ber   10.000 Strasbourger DemonstrantInnen schafften es, den Weg zur   Europabr&#252;cke zu erzwingen. Dort warteten sie vergeblich auf den Demozug   aus Kehl. Die brennenden Geb&#228;ude, die ein Vorwand waren, den Kehler   Demozug nicht &#252;ber die Europabr&#252;cke zu lassen, waren ziemlich vom   franz&#246;sischen Ende der Br&#252;cke entfernt. Die Polizei setzte immer wieder   Tr&#228;nengas, Schockgranaten und Gummischrot gegen die eingekesselte   Menschenmenge ein, die sich nicht zur&#252;ckziehen konnte. Ein Augenzeuge   berichtete, dass die Polizei ein Konzept befolgte, &#8222;das der   Aufstandsbek&#228;mpfung gleichkommt. (&#8230;) Dass es meiner Kenntnis nach dabei   keine Toten gab, grenzt f&#252;r mich an ein Wunder.&#8220;<\/p>\n<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/Kehl1klein.JPG\">  <\/p>\n<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/Kehl2klein.JPG\">  <\/p>\n<\/p>\n<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/Kehl3klein.JPG\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Polizei geht massiv gegen DemonstrantInnen vor\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[134,64,46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13104"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13104"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13104\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}