{"id":13096,"date":"2009-03-31T14:18:00","date_gmt":"2009-03-31T14:18:00","guid":{"rendered":".\/?p=13096"},"modified":"2009-03-31T14:18:00","modified_gmt":"2009-03-31T14:18:00","slug":"13096","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/03\/13096\/","title":{"rendered":"&#8220;Wir zahlen nicht f&#252;r Eure Krise&#8220; &#8211; auch nicht in Frankfurt"},"content":{"rendered":"<p>  Bericht der Demonstration vom 28.3.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Zur Demonstration in Frankfurt kamen 25.000 TeilnehmerInnen trotz des   schlechten und kalten Wetters. Auf der Auftaktkundgebung an der   Bockenheimer Warte moderierte Bernd Riexinger, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer von verdi   Stuttgart. Er betonte, dass die Demonstration der Auftakt einer   Protestwelle sein m&#252;sse und erkl&#228;rte: &#8222;Ein in Etappen vorbereiteter   Generalstreik w&#252;rde wesentlich zur Durchsetzung der sozialen und   politischen Forderungen beitragen&#8220;.<\/p>\n<h4>  <i>von Wolfram Klein<\/i><\/h4>\n<p>  Offenbar hatten die OrganisatorInnen mit deutlich weniger   TeilnehmerInnen gerechnet. Die Lautsprecheranlage war so schwach, dass   die Menschen am einen Ende der sich formierenden Demo kaum mitbekamen,   dass am anderen Ende eine Kundgebung stattfand. Die TeilnehmerInnen   spiegelten das Spektrum der mobilisierenden Organisationen wieder: Linke   Gruppen und DIE LINKE, Migrantenorganisationen, attac,   Erwerbslosenorganisationen etc. waren sichtbar. Dabei stachen aber die   Gewerkschaftsgliederungen heraus und die Gruppen von KollegInnen aus   Betrieben, die zusammen angereist waren. Attac meldete sp&#228;ter, dass   viele der DemoteilnehmerInnen auf ihrer ersten Demo gewesen waren. F&#252;r   einen Menschen, der seit Jahren in Stuttgart politisch aktiv ist, war   vor allem auff&#228;llig, wie viele bekannte Gesichter man immer wieder traf   &#8211; das gab eine Vorstellung, was m&#246;glich gewesen w&#228;re, wenn die   Gewerkschaftsbundesverb&#228;nde aufgerufen und so intensiv mobilisiert   h&#228;tten, wie es v.a. ver.di Stuttgart gemacht hat.<\/p>\n<p>  Bei der Demonstration versuchten SAV-Mitglieder mit Demospr&#252;chen wie   &#8222;Wir zahlen nicht f&#252;r Eure Krise &#8211; Widerstand hei&#223;t die Devise&#8220; Stimmung   zu machen.<\/p>\n<h4>  Lafontaine und Adler<\/h4>\n<p>  Bei der Abschlusskundgebung interessierten sich die b&#252;rgerlichen Medien   nat&#252;rlich f&#252;r die St&#246;rversuche bei Oskar Lafontaines Rede. Schon bei der   Nennung seines Namens bei der Aufz&#228;hlung der RednerInnen gab es Pfiffe   und Buhrufe. Bei seiner Rede gab es ein von Autonomen organisiertes   Pfeifkonzert, begleitet von Eierw&#252;rfen etc. Durch die Moderation und in   folgenden Beitr&#228;gen wurde das zu Recht kritisiert. Kritik an den   inhaltlichen Positionen Lafontaines ist mehr als berechtigt, aber sie   muss in einer politischen Auseinandersetzung mit ihm, der LINKEn und den   vielen Partei- und Gewerkschaftsmitgliedern, die seine nicht &#252;ber den   Kapitalismus hinaus weisenden Positionen teilen oder zumindest bisher   nicht kritisieren, ge&#228;u&#223;ert werden und darf einheitliche Aktionen gegen   Sozialabbau, Entlassungen etc. nicht untergraben.<\/p>\n<p>  Lafontaine selbst versuchte aber nicht, durch eine k&#228;mpferische Rede die   Pfeifenden auf seine Seite zu ziehen. Sein einziger scharfer Satz kam,   als er kritisierte, dass dieselben Banker, die die Krise verursacht   h&#228;tten, jetzt die staatlichen Gelder verteilen sollten. Das sei so, wie   wenn man die Mafia mit der Drogenbek&#228;mpfung beauftragen w&#252;rde. Ansonsten   forderte er, dass staatliche Hilfen an Unternehmen mit   Mitarbeiterbeteiligung gekoppelt werden sollten und stellte andere   kapitalistische L&#228;nder als Vorbild hin, sogar Gro&#223;britannien, den   Vorreiter des Neoliberalismus (wegen der dortigen Verm&#246;genssteuer).   Fr&#252;her forderte er das Recht auf Generalstreik, in Frankfurt nahm er das   Wort &#8222;Generalstreik&#8220; nicht in den Mund.<\/p>\n<p>  Der inhaltliche H&#246;hepunkt der Abschlusskundgebung war nicht die Rede von   Lafontaine, sondern die von Tom Adler, Betriebsrat bei Daimler in   Stuttgart-Untert&#252;rkheim, der f&#252;r die Gewerkschaftslinke redete. Er   forderte die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Angesichts der   &#220;berkapazit&#228;ten in der Autoindustrie trat er zus&#228;tzlich f&#252;r ihre   Konversion zu einem umwelt- und sozialvertr&#228;glichern Verkehrssystem ein.   Er kritisierte die F&#252;hrung der IG Metall scharf, weil sie glaubt, die   Probleme in Zusammenarbeit mit den Bossen l&#246;sen zuk&#246;nnen und dabei z.B.   f&#252;r Abwrackpr&#228;mien und gegen Umweltstandards eintritt. Die IG Metall   solle nicht mit Frau Schaeffler zusammen arbeiten, sondern mit den   KollegInnen bei Continental in Frankreich, die die richtigen Leute mit   Eiern und Schuhen bewerfen w&#252;rden. Zu Schluss erinnerte er an den Satz   des einstigen IG-Metall-F&#252;hrers Willi Bleicher: &#8222;Millionen sind st&#228;rker   als Million&#228;re&#8220;. Das gelte, wenn diese Millionen in Bewegung sind, und   die Aufgabe sei jetzt, diese Bewegung aufzubauen.<\/p>\n<p>  SAV-Mitglieder sammelten Unterschriften f&#252;r einen eint&#228;gigen   Generalstreik als n&#228;chstenSchritt der Bewegung. Das fand viel Anklang,   manche fragten sogar: Warum nur einen Tag? Wir konnten 200 Ausgaben der   &#8222;Solidarit&#228;t&#8220; verkaufen, obwohl das regnerische Wetter den   Zeitungsverkauf erschwerte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Bericht der Demonstration vom 28.3.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[23,78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13096"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13096"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13096\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13096"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13096"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13096"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}