{"id":13095,"date":"2009-03-28T23:29:00","date_gmt":"2009-03-28T23:29:00","guid":{"rendered":".\/?p=13095"},"modified":"2009-03-28T23:29:00","modified_gmt":"2009-03-28T23:29:00","slug":"13095","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/03\/13095\/","title":{"rendered":"30.000 sagen &#8222;Wir zahlen nicht f&#252;r Eure Krise&#8220; in Berlin"},"content":{"rendered":"<p>  Erfolgreicher Auftakt f&#252;r den Widerstand gegen die Auswirkungen der   kapitalistischen Krise<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Die Wut war gro&#223; unter den 30.000 DemonstrantInnen aus Nord- und   Ostdeutschland, die in Berlin am Samstag auf die Stra&#223;e gegangen sind,   um eine klare Botschaft an Regierung und Kapital zu richten: f&#252;r die   Kosten der Krise sollen die Verursacher zahlen, nicht die breite Masse   der lohnabh&#228;ngigen Bev&#246;lkerung.<\/p>\n<h4>  <i>von Torsten Sting, Rostock und Sascha Stanicic, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Aufgerufen hatte ein breites B&#252;ndnis aus Attac, DIE LINKE,   Umweltorganisationen und Gewerkschaftsgliederungen. Gemessen an den   Kr&#228;ften, die f&#252;r diese Demo mobilisierten, war die Teilnehmerzahl ein   Erfolg. Die Demonstration kann aber, wie die parallel unter demselben   Motto stattfindende Demo in Frankfurt\/Main, nur ein Beginn des   notwendigen Widerstands gegen die Auswirkungen der kapitalistischen   Krise sein.<\/p>\n<h4>  Stimmung<\/h4>\n<p>  Die Teilnehmer der Demo brachten eine gute Stimmung mit und viel   Kreativit&#228;t. Auf vielen selber hergestellten Transparenten und   Handschildern, spiegelte sich die Wut auf die Banker und die wachsende   Kritik am Kapitalismus als ganzes wieder. So trug die verdi-Jugend   symbolisch den Kapitalismus zu Grabe, andere forderten &#8211; in Anspielung   auf die Auto-Abwrackpr&#228;mie &#8211; dass das kapitalistische System   abgewrackt geh&#246;rt.<\/p>\n<h4>  Auf vielen Schildern und in mehreren Reden wurde unter anderem die   Forderung nach der Enteignung der Konzerne aufgeworfen.<\/h4>\n<p>  Auch Gregor Gysi sprach davon, dass der Kapitalismus die Ursache der   Krise sei. Er verzichtete aber darauf darzulegen, was am Kapitalismus   die entscheidende Ursache f&#252;r seine Krisenhaftigkeit ist und griff   Profitlogik und Marktkonkurrenz einmal mehr nicht grundlegend an. Die   von ihm aufgestellte Forderung nach Enteignung der Hypo Real Estate und   nach Verstaatlichung aller Banken erntete aber tosenden Applaus.<\/p>\n<h4>  Generalstreik<\/h4>\n<p>  Die SAV brachte bei dieser Demo als n&#228;chsten Kampfschritt die Ideen   eines eint&#228;gigen Generalstreiks in die Debatte ein. Auf einem der   gr&#246;&#223;ten Transparente der ganzen Demonstration hatte die SAV die Parolen:   &#8220;N&#228;chster Schritt: 24h-Generalstreik! Verstaatlichung der Banken und   Konzerne!&#8221;in die Demonstration getragen.<\/p>\n<p>  Als Carsten Becker, Personalrat und verdi-Betriebsgruppenvorsitzender am   Berliner Universit&#228;tsklinikum Charit&#233;, diesen Vorschlag in seiner Rede   erw&#228;hnte, bekam er lautstark Applaus, wie auch f&#252;r seine Forderung nach   einer &#8220;sozialen und sozialistischen L&#246;sung aus der Krise&#8221;. Viele   TeilnehmerInnen trugen sich in Unterschriftenlisten f&#252;r einen eint&#228;gigen   Generalstreik ein. Nach der Demo gilt es nun diese Idee in die   Gewerkschaftsgliederungen und in DIE LINKE rein zutragen.<\/p>\n<h4>  Potential<\/h4>\n<p>  Dass die Demonstration nicht gr&#246;&#223;er und das Potential bei weitem nicht   ausgesch&#246;pft wurde, liegt vor allem an der Rolle der Partei DIE LINKE   und der Sabotage der Gewerkschaftsf&#252;hrung. Zwar rief der Parteivorstand   der LINKEn zur Demonstration auf und beteiligte sich an den   Vorbereitungen. In der konkreten Mobilisierung in den Orten, waren die   Anstrengungen im Regelfall &#228;u&#223;erst schwach. In Berlin selber hat DIE   LINKE zum Beispiel in den letzten Wochen eine Plakatkampagne zur   anstehenden Volksabstimmung zur Frage des Ethik- und   Religionsunterrichts organisiert, ein Plakat zur Mobilisierung f&#252;r die   Demonstration suchte man im Stadtbild aber vergeblich. Diese   Mobilisierung auf der Stra&#223;e und vor Betrieben blieb auch in Berlin den   kleineren Gruppen im B&#252;ndnis und Teilen der Linksjugend[&#8216;solid]   &#252;berlassen.<\/p>\n<p>  &#196;hnlich die Situation bei den Gewerkschaften. Die F&#252;hrung des DGB   verweigerte die Unterst&#252;tzung, setzte demgegen&#252;ber einen eigenen   Demotermin am 16.Mai. F&#252;r die TeilnehmerInnen der Demo war aber klar,   dass dieser 16. Mai der n&#228;chste gro&#223;e Mobilisierungspunkt sein muss.<\/p>\n<p>  Trotzdem gab es eine betriebliche und gewerkschaftliche Beteiligung, vor   allem aus der IG Metall, von verdi und der GEW. Und in den   Gewerkschaften hat eine Debatte &#252;ber die Notwendigkeit von Widerstand   begonnen. So haben die Demonstrationen vom 28. M&#228;rz auch eine wichtige   Wirkung in die potenziell st&#228;rksten Organisationen des   gesellschaftlichen Widerstands gehabt.<\/p>\n<h4>  Deutlich auf sich aufmerksam gemacht haben auch Studierende und   Sch&#252;lerInnen, die f&#252;r den f&#252;r Mitte Juni angesetzten Bildungsstreik   warben.<\/h4>\n<h4>  Polizeigewalt<\/h4>\n<p>  &#220;berschattet wurde die friedliche Demo von massiver Polizeigewalt am   Ende der Demonstration. Als Teile der antikapitalistisch-autonomen   DemonstrantInnen einen harmlosen Abstecher in eine von der Demoroute   abweichende Stra&#223;e unternahmen, kn&#252;ppelte die Staatsgewalt in die Menge   und sorgte f&#252;r Panik. Offensichtlich brauchte die Polizei Gewaltbilder,   um die Schikanierung der Demonstration und die Verweigerung der von den   Anmeldern beantragten Demoroute zu rechtfertigen. Bei diesem massiven   und brutalen Polizeieinsatz wurde ein Infostand der SAV angegriffen und,   nach Augenzeugenberichten, bewusst zerst&#246;rt. Einzelne Polizeibeamte   sprangen sogar auf den Tisch und zertrampelten ihn (am Ende dieses   Fernsehberichts ist die Zerst&#246;rung des SAV-Stands zu sehen:   http:\/\/www.mdr.de\/mdr-aktuell\/6244108.html )<\/p>\n<p>  Doch auch dieser Angriff konnte die erfolgreiche Beteiligung der SAV an   dieser Demonstration nicht schm&#228;lern. Mit 300 verkauften Ausgaben der   &#8216;Solidarit&#228;t&#8217; erfuhren die anwesenden SAV-AktivistInnen aus Berlin,   Bremen, Hamburg, Leipzig, Bremerhaven und Dresden eine sehr positive   Resonanz. Eine ganze Reihe von DemonstrantInnen zeigten auch gro&#223;es   Interesse an den vom 10. Bis 12. April stattfindenden Sozialismustagen   oder &#228;u&#223;erten sogar spontan, dass sie daran teilnehmen werden.<\/p>\n<p>  Diese Eskalation zum Ende des Protestes sollte uns aber eine Warnung   sein, zu welchen Mitteln der Staat greifen wird, wenn der Protest   ernsthafter wird. Umso wichtiger ist es in den n&#228;chsten Wochen und   Monaten den Widerstand auf breitere F&#252;&#223;e zu stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Erfolgreicher Auftakt f&#252;r den Widerstand gegen die Auswirkungen der<br \/>\n      kapitalistischen Krise\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[23,78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13095"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13095"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13095\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13095"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13095"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13095"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}