{"id":13085,"date":"2009-04-09T00:01:00","date_gmt":"2009-04-08T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13085"},"modified":"2012-07-18T15:38:38","modified_gmt":"2012-07-18T13:38:38","slug":"13085","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/04\/13085\/","title":{"rendered":"Sozialismus ist erreichbar!"},"content":{"rendered":"<p>  Sozialistische Demokratie &#8211; keine Utopie oder Fernziel<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Von Mark Twain stammen die Worte: &#8222;Die Ger&#252;chte &#252;ber meinen Tod sind   stark &#252;bertrieben.&#8220; Auch der Sozialismus war schon totgesagt &#8211; und hat   sich eindrucksvoll zur&#252;ckgemeldet. Das Online-W&#246;rterbuch Merriam-Webster   gibt an, dass der Begriff &#8222;Sozialismus&#8220; 2008 am Dritth&#228;ufigsten in ihrer   Suchmaschine eingeben wurde.<\/p>\n<h4>  <i>von Aron Amm, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Die Vision einer Gesellschaft, in der Banken und Konzerne in   &#246;ffentliches Eigentum &#252;berf&#252;hrt sind, die Wirtschaft geplant und &#8211;   anders als im Ostblock &#8211; demokratisch organisiert wird, ist keine   Utopie. Utopien sind w&#252;nschenswert, aber nicht machbar. Der Sozialismus   dagegen ist machbar. Und erreichbar.<\/p>\n<h4>  Umw&#228;lzung der Verh&#228;ltnisse<\/h4>\n<p>  Im Kapitalismus bestehen un&#252;berbr&#252;ckbare Gegens&#228;tze zwischen Kapital und   Arbeit. Die Konkurrenz zwingt die Kapitaleigner, die Ausbeutung der   Lohnabh&#228;ngigen st&#228;ndig zu steigern. Selbst in der Krise wollen   Gro&#223;aktion&#228;re nicht auf Dividenden und Bonuszahlungen verzichten.<\/p>\n<p>  Nat&#252;rlich gilt es, hier und jetzt Angriffe abzuwehren und f&#252;r   Verbesserungen zu streiten. Es w&#228;re jedoch eine Illusion, anzunehmen,   dass eine sozialistische Ver&#228;nderung sukzessive &#252;ber Reformen realisiert   werden k&#246;nnte. N&#246;tig ist eine grundlegende Umgestaltung der Eigentums-   und Machtverh&#228;ltnisse durch die Mehrheit der Bev&#246;lkerung &#8211; durch die   Arbeiterklasse, die f&#228;hig ist, die Produktion in die eigenen H&#228;nde zu   nehmen.<\/p>\n<p>  Geh&#246;ren revolution&#228;re Bewegungen der Vergangenheit an? Es ist gar nicht   so lange her, dass in Deutschland eine Revolution stattfand. Vor 20   Jahren wurden den alten M&#228;nnern der SED, die gerade mit ihren   Feierlichkeiten zu 40 Jahren DDR besch&#228;ftigt waren, die Sessel unterm   Hintern weggezogen.<\/p>\n<p>  Heute gibt es in Europa sicherlich keine revolution&#228;re Stimmung.   Allerdings f&#252;rchtet der Ex-Premier Laurent Fabius bereits eine &#8222;radikale   soziale Revolte&#8220; in Frankreich. Und David Gow vom Guardian h&#228;lt gar ein   neues &#8222;1968&#8220;, also eine revolution&#228;re Situation, f&#252;r m&#246;glich.<\/p>\n<h4>  Massenproteste<\/h4>\n<p>  Die jetzige globale Krise betrachtet der fr&#252;here US-Notenbank-Chef Alan   Greenspan als &#8222;Jahrhundertkrise&#8220;. Trotzdem wird das nicht zum   Zusammenbruch dieses Systems f&#252;hren. Wie der russische Revolution&#228;r   Wladimir Lenin erkannte, findet der Kapitalismus immer einen Ausweg,   solange er nicht von der Arbeiterklasse bewusst gest&#252;rzt wird.<\/p>\n<p>  Der erste Schritt Richtung Massenerhebung ist die Organisierung von   Protesten gegen die Folgen der Krise. Schon jetzt, am Beginn der   &#246;konomischen Talfahrt, formiert sich Widerstand. Nicht nur in   Frankreich. Nicht nur in Griechenland. Auch in Irland zwang eine   Gro&#223;demonstration von 120.000 Menschen die Gewerkschaftsf&#252;hrung, eine   Urabstimmung &#252;ber einen Generalstreik durchzuf&#252;hren. Mit dem 28. M&#228;rz   reiht sich Deutschland in die europaweiten Abwehrk&#228;mpfe ein.<\/p>\n<p>  Allerdings tun die heutigen Gewerkschaftsspitzen nichts, um Proteste zu   f&#246;rdern. Sie haben Frieden mit der Marktwirtschaft geschlossen. Bei   solchen Freunden wie dem Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus   Franz, dem das Schicksal der Konzernleitung mehr am Herzen liegt als die   Zukunft jedes einzelnen Besch&#228;ftigten, brauchen die KollegInnen keine   Feinde mehr. Aus diesem Grund ist es unabdingbar, eine programmatische   und personelle Alternative zur heutigen Gewerkschaftsb&#252;rokratie   aufzubauen und den betrieblichen Kampf voranzutreiben. Eine erfolgreiche   Auseinandersetzung gegen Betriebsschlie&#223;ungen k&#246;nnte wie ein Leuchtfeuer   auf andere Belegschaften ausstrahlen.<\/p>\n<h4>  Politischer Kampf<\/h4>\n<p>  &#8222;Jeder Klassenkampf ist aber ein politischer Kampf&#8220;, hei&#223;t es bereits im   &#8222;Kommunistischen Manifest&#8220;. Es reicht nicht, betriebliche Proteste zu   st&#228;rken. Es m&#252;ssen auch Alternativen zur b&#252;rgerlichen Politik aufgezeigt   werden. Das ist zentral, um das politische Bewusstsein der arbeitenden   Bev&#246;lkerung zu heben. Die Vorstellung von Alternativen hilft in den   K&#228;mpfen. Und K&#228;mpfe, die mit der Bereitschaft gef&#252;hrt werden, den   Konflikt mit den Herrschenden einzugehen und nicht im Rahmen des   Bestehenden zu bleiben, st&#228;rken die Unterst&#252;tzung f&#252;r   antikapitalistische und sozialistische Antworten. Darum ist die SAV   jahrelang f&#252;r den Aufbau einer neuen Arbeiterpartei eingetreten und   macht sich in der Linkspartei f&#252;r eine k&#228;mpferische, sozialistische   Politik stark.<\/p>\n<h4>  Marxistische Organisation<\/h4>\n<p>  Es wird in der kommenden Zeit keine geradlinig aufsteigende Linie von   K&#228;mpfen geben, R&#252;ckschl&#228;ge werden unvermeidlich sein. Zudem ist nicht zu   erwarten, dass es zu einer stetigen Linksentwicklung im politischen   Bewusstsein kommt; gerade die Gefahr von nationalistischen Stimmungen   ist ernst zu nehmen. Entscheidend ist aber, dass der Kapitalismus der   arbeitenden Bev&#246;lkerung nichts anzubieten hat und Millionen   radikalisieren und in K&#228;mpfe zwingen wird.<\/p>\n<p>  Aber es bedarf einer starken Organisation und richtiger Ideen, damit   K&#228;mpfe und Bewegungen nicht scheitern. Die SAV hat sich auf die Fahnen   geschrieben, in Deutschland und international eine marxistische Kraft   aufzubauen, die sozialistische Ideen in die K&#228;mpfe hineintr&#228;gt. Damit   Forderungen und Strategien entwickelt werden, die zum Erfolg f&#252;hren. n<\/p>\n<h5>  <i>Aron Amm ist verantwortlicher Redakteur der Solidarit&#228;t &#8211;   Sozialistische Zeitung<\/i><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Sozialistische Demokratie &#8211; keine Utopie oder Fernziel\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[96],"tags":[270,213],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13085"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13085"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13085\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13085"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13085"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13085"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}