{"id":13083,"date":"2009-04-05T00:00:00","date_gmt":"2009-04-05T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13083"},"modified":"2009-04-05T00:00:00","modified_gmt":"2009-04-05T00:00:00","slug":"13083","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/04\/13083\/","title":{"rendered":"Opel enteignen"},"content":{"rendered":"<p>  Arbeiterkontrolle und -verwaltung n&#246;tig<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  &#8222;Dem Schaf geht es ums Leben, dem Metzger ums Fleisch&#8220;, lautet ein   Sprichwort. Opels Gesamtbetriebsratsvorsitzender Klaus Franz will aber   den Besch&#228;ftigten weismachen, sie h&#228;tten die gleichen Interessen wie   ihre Chefs.<\/p>\n<h4>  <b><i>von Nihat Boyraz, Bremen<\/i><\/b><\/h4>\n<p>  W&#228;hrend die 29.000 Opelaner Angst um ihren Arbeitsplatz haben, sorgen   sich die b&#252;rgerlichen Parteien um die bevorstehenden Wahlen. Dar&#252;ber   hinaus f&#252;rchten sie eine soziale Explosion.<\/p>\n<p>  Von den etablierten Politikern ist nichts zu erwarten. Aber auch die   L&#246;sungsvorschl&#228;ge von Franz und der IG-Metall-Spitze um Berthold Huber   sind durch die Bank Scheinl&#246;sungen.<\/p>\n<h4>  Verzicht bringt nichts<\/h4>\n<p>  Klaus Franz will die Belegschaft auf massive Einkommensk&#252;rzungen   einschw&#246;ren. &#8222;Denkbar&#8220; sei die Verschiebung der im Fl&#228;chentarif   vereinbarten Lohnerh&#246;hung. &#8222;Auch &#252;ber die Streichung von   Zusatzleistungen wie Weihnachtsgeld wird zu reden sein&#8220;, so Franz am 20.   M&#228;rz auf SPIEGEL Online. Auf diese Weise will Franz, der &#8222;heimliche Boss   von Opel&#8220; (Handelsblatt) oder besser der M&#246;chtegern-Boss, Opel fit f&#252;r   den Konkurrenzkampf in der Krise machen &#8211; eine Fortsetzung der   Co-Management-Politik der letzten Jahre.<\/p>\n<p>  Seit Beginn der neunziger Jahre wurde jede zweite Stelle im Konzern   vernichtet &#8211; trotz regelm&#228;&#223;iger Zugest&#228;ndnisse. Und die Einkommen der   KollegInnen, die einst etwa 30 Prozent &#252;ber dem Fl&#228;chentarif lagen, sind   inzwischen erheblich abgesenkt. Mit dem letztes Jahr abgeschlossenen   &#8222;Zukunftsvertrag&#8220; sollen die noch verbleibenden &#252;bertariflichen   Leistungen vollends gestrichen werden. Damit bedeutet jede neuerliche   Konzession eine Untergrabung des Tarifvertrags. Zudem wird das nur die   Unternehmer der Konkurrenz ermuntern und die Spirale sinkender L&#246;hne und   steigender Arbeitsverdichtung weiterdrehen lassen.<\/p>\n<p>  Nochmal Franz: &#8222;Im Gegenzug verlange ich, dass die Mitarbeiter   wenigstens mitreden d&#252;rfen.&#8220; Bei Lohn- und Stellenreduzierungen? Auch   Oskar Lafontaine und DIE LINKE reden Belegschaftsbeteiligungen bei Opel   das Wort. Selbst wenn die Besch&#228;ftigten bis zu 49 Prozent der Aktien   erhalten, wie die Bundestagsfraktion der LINKEN fordert &#8211; dauerhaften   Wert haben diese Anteile nicht. Arbeitspl&#228;tze und Betriebe sind damit   auch nicht gesichert (siehe Seite 11). Denn unter den Bedingungen von   Konkurrenz und Produktion f&#252;r den Profit bleibt der Zwang zu   Lohnsenkungen, schlechteren Arbeitsbedingungen und Stellenabbau bestehen.<\/p>\n<h4>  Losl&#246;sung?<\/h4>\n<p>  Regierung und Gewerkschaftsobere denken derzeit laut &#252;ber eine Losl&#246;sung   Opels vom Mutterkonzern General Motors und die Gr&#252;ndung einer   europ&#228;ischen oder deutschen Opel-Gesellschaft nach. Ob mit Beteiligung   eines privaten Investors oder mittels staatlicher B&#252;rgschaften oder   einer Teilverstaatlichung, eines haben alle Optionen gemeinsam: Die   Besch&#228;ftigten werden die Kosten tragen.<\/p>\n<p>  Und keine der &#8222;L&#246;sungen&#8220; garantiert den Erhalt der Betriebe. Bei allem   wird ein entscheidender Punkt ausgeblendet. Und zwar, dass die   Opel-Krise Teil der Krise in der gesamten Autoindustrie ist,   beziehungsweise Teil der Krise des globalen Kapitalismus. Die   Autoindustrie hat enorme &#220;berkapazit&#228;ten: &#8222;Die Fa-briken der Branche   w&#228;ren in der Lage, in diesem Jahr fast 100 Millionen Fahrzeuge zu   produzieren. Verkauft werden 2009 aber voraussichtlich nur 50 Millionen   Autos&#8220; (FAZ vom 11. M&#228;rz).<\/p>\n<h4>  Kampf aufnehmen<\/h4>\n<p>  Die Besch&#228;ftigten m&#252;ssen ihren eigenen Standpunkt einnehmen. Die Bosse   tun das auch. &#8222;Kollegen&#8220; wie Franz agieren als Co-Manager und werden   auch im Arbeitskampf auf der anderen Seite stehen.<\/p>\n<p>  N&#246;tig sind jetzt Sondersitzungen der Vertrauensleute,   Betriebsversammlungen und Zusammenk&#252;nfte aller Gliederungen der IG   Metall, um den Kampf f&#252;r jeden Arbeitsplatz und jedes Werk   vorzubereiten. Dabei sollte an die Erfahrungen des siebent&#228;gigen Streiks   in Bochum angekn&#252;pft werden, wo die Initiative von den KollegInnen im   Werk ausging und der Streik gegen den Willen der IG-Metall-F&#252;hrung   begonnen wurde.<\/p>\n<p>  Anstatt Stellenstreichungen abzunicken, sollte eine deutliche   Arbeitzeitreduzierung bei vollem Lohn- und Personalausgleich   eingefordert werden. Au&#223;erdem ist es geboten, die Offenlegung der   Gesch&#228;ftb&#252;cher zu verlangen.<\/p>\n<p>  Franz macht viele Vorschl&#228;ge, um vom eigentlichen Ausweg abzulenken &#8211;   der Enteignung Opels. Nicht die Besch&#228;ftigten, sondern die privaten   Eigent&#252;mer sind schuld an der Krise. Die Besch&#228;ftigten haben den Betrieb   aufgebaut, auf ihre Kosten haben die Konzernchefs jahrelang Profite   gemacht und Reichtum angesammelt.<\/p>\n<p>  Die Produktion geh&#246;rt unter demokratische Kontrolle und Verwaltung durch   die Belegschaft und die gesamte arbeitende Bev&#246;lkerung. Dann k&#246;nnen die   ArbeiterInnen selber entscheiden, was, wie hergestellt werden soll.   Nicht nur ein Autokonzern, sondern alle Konzerne m&#252;ssen letztlich   verstaatlicht werden &#8211; um dahin zu kommen, dass nicht l&#228;nger die   Profitlogik, sondern der Bedarf der Menschen und der Umwelt   ausschlaggebend ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Arbeiterkontrolle und -verwaltung n&#246;tig\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,11,17],"tags":[213],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13083"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13083"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13083\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}