{"id":13080,"date":"2009-03-28T00:01:00","date_gmt":"2009-03-28T00:01:00","guid":{"rendered":".\/?p=13080"},"modified":"2009-03-28T00:01:00","modified_gmt":"2009-03-28T00:01:00","slug":"13080","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/03\/13080\/","title":{"rendered":"Lehren aus den Protesten 2003 und 2004"},"content":{"rendered":"<p>  Am 1. November 2003 beteiligten sich 100.000 Menschen an einer von unten   initiierten Demonstration<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Als der damalige Bundeskanzler Gerhard Schr&#246;der im Fr&#252;hjahr 2003 die   &#8222;Agenda 2010&#8220; verk&#252;ndete, m&#228;kelte DGB-Chef Michael Sommer zwar an den   &#8222;Reformen&#8220;. DGB-Funktion&#228;re beklagten seinerzeit am 1. Mai traurig   &#8222;fehlendes Augenma&#223;&#8220; der rot-gr&#252;nen Regierung &#8211; den offenen Konflikt mit   der SPD wagte die Gewerkschaftsf&#252;hrung jedoch nicht einzugehen. Proteste   mussten von unten durchgesetzt werden.<\/p>\n<h4>  <i>von S&#246;nke Schr&#246;der, Essen<\/i><\/h4>\n<p>  Im Sommer 2003 beschloss eine bundesweite Aktionskonferenz von   Gewerkschaftslinken und AktivistInnen aus Betrieben und sozialen   Bewegungen eine Demonstration f&#252;r den 1. November in Berlin. &#220;ber   einzelne Gewerkschaftsgliederungen und Protest-B&#252;ndnisse wurde daf&#252;r   geworben. Es kamen &#8211; trotz der Blockade der Gewerkschaftsspitzen &#8211;   100.000 Menschen.<\/p>\n<p>  Der Widerstand nahm Fahrt auf: Am 18. November protestierten 70.000   Besch&#228;ftigte des &#214;ffentlichen Dienstes und VW-ArbeiterInnen in Hessen.   Aktionen gegen Tarifflucht fanden in ganz Deutschland statt, weitere   70.000 MetallerInnen demonstrierten, wobei es zu vielen   Arbeitsniederlegungen kam. In Kassel streikten am 9. Dezember   KollegInnen aus Verkehrsbetrieben, Metall- und Autofabriken sowie dem   Klinikum gemeinsam mit Studierenden.<\/p>\n<p>  Der Druck auf den DGB wuchs und wuchs. Schlie&#223;lich sah sich der   Gewerkschaftsbund gen&#246;tigt, f&#252;r den 3. April zu bundesweiten   Demonstrationen aufzurufen. Bei allen Bem&#252;hungen der Funktion&#228;re, daraus   ein Volksfest mit Popmusik und Bratwurst zu machen, kam eine halbe   Million in Berlin, K&#246;ln und Stuttgart zusammen.<\/p>\n<p>  Es folgten die Montagsdemos gegen Hartz IV. Bei Opel wurde im Herbst   eine Woche lang wild gestreikt.<\/p>\n<p>  Zun&#228;chst ist der 1. November 2003 ein gro&#223;artiges Beispiel daf&#252;r, dass   die Blockade von Sommer und Co. gebrochen werden kann. Allerdings zeigte   sich, dass Demonstrationen und vereinzelte Arbeitsniederlegungen damals   nicht ausreichten. Die SAV, die von Anfang an f&#252;r die bundesweite   Demonstration eingetreten war, argumentierte im Mai 2003 in dieser   Zeitung f&#252;r einen bundesweiten Streiktag: &#8222;Wer glaubt, diese Regierung   w&#252;rde sich von weniger beeindrucken lassen, der irrt. Ein eint&#228;giger   Generalstreik aller Besch&#228;ftigten w&#228;re eine Demonstration der St&#228;rke,   Geschlossenheit und Entschlossenheit der abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten in   Deutschland.&#8220;<\/p>\n<p>  Die Ereignisse vor f&#252;nf, sechs Jahren unterstreichen auch, wie notwendig   es ist, eine Opposition in den Gewerkschaften aufzubauen. Auch in den   Betrieben m&#252;ssen sich k&#228;mpferische Kr&#228;fte zusammentun und Positionen   erobern. Die Streikwoche bei Opel Bochum fand gegen den Willen der   IG-Metall-Spitze statt. Auf diese Erfahrungen muss heute zur&#252;ckgegriffen   werden; wichtig ist der Br&#252;ckenschlag zu anderen Betrieben, die Frage   der Betriebsbesetzung und eine klare Absage an Verzichtspolitik.<\/p>\n<p>  Aus der damaligen Protestbewegung ging auch die Wahlalternative Arbeit   und Soziale Gerechtigkeit (WASG) hervor &#8211; die vor zwei Jahren mit der   PDS zur Partei Die LINKE fusionierte. Die Jahre 2003 und 2004 beweisen   auch die Notwendigkeit einer Partei, die eine Antwort jenseits der   Profitlogik gibt, K&#228;mpfe aktiv unterst&#252;tzt, weitertreibt und &#252;ber die   Darstellung einer Alternative den Widerstand st&#228;rkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Am 1. 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