{"id":13075,"date":"2009-03-25T00:00:00","date_gmt":"2009-03-25T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13075"},"modified":"2009-03-25T00:00:00","modified_gmt":"2009-03-25T00:00:00","slug":"13075","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/03\/13075\/","title":{"rendered":"Historischer Wahlsieg der Linken in El Salvador"},"content":{"rendered":"<p>  Mauricio Funes neuer Pr&#228;sident<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am Sonntag, den 15. M&#228;rz wurde im mittelamerikanischen El Salvador   Geschichte geschrieben. Erstmals gelang es der regierenden Ultrarechten   nicht, den Wahlsieg eines linken Pr&#228;sidentschaftskandidaten zu   verhindern. Weder durch Gewalt noch durch Betrug, so wie es die   salvadoranische Linke in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder   erleben musste. <\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Victor Le&#243;n (CWI Costa Rica)<\/i><\/h4>\n<p>  Erstmals wird ein Pr&#228;sident der FMLN (Nationale Befreiungsfront   Farabundo Mart&#237;) das kleine, aber bev&#246;lkerungsreiche   zentralamerikanische &#160;El Salvador regieren. Den Wahlkampf f&#252;hrte die   ultrarechte ARENA-Partei (Nationalistische Republikanische Allianz), die   aus Kreisen der ehemaligen Milit&#228;rdiktatur hervorgegangen ist und das   Land seit dem Ende des B&#252;rgerkrieges 1992 mit harter Hand regiert, mit   aller Brutalit&#228;t. Mit gut 51 Prozent oder 1,23 Millionen Stimmen konnte   sich der Kandidat des &#8222;Wechsels&#8220;, der 49j&#228;hrige Mauricio Funes   durchsetzen und gilt nun als Hoffnungstr&#228;ger f&#252;r Linke und Aktive der   sozialen Bewegungen in ganz Zentralamerika. Wahlbetrug gab es im Vorfeld   und auch am Wahltag. Unabh&#228;ngige Wahlbeobachter widersprechen der   Aussage der &#8222;offiziellen&#8220; Beobachter von Europ&#228;ischer Union und   Organisation Amerikanischer Staaten.<\/p>\n<p>  Doch der Vorsprung der Linken war so gro&#223;, dass es dieses Mal nicht   reichte, um ihr den Wahlsieg zu rauben. Endlich ist die bleierne   Vorherrschaft von ARENA und ihren Vorg&#228;ngern in der Milit&#228;rdiktatur   &#252;berwunden! F&#252;r Zentralamerika bedeutet es einen Z&#252;ndfunken der Hoffnung   und die Hardliner in Washington haben einen wichtigen Verb&#252;ndeten   verloren, in Lateinamerika k&#246;nnen sie momentan nur auf die Pr&#228;sidenten   in Kolumbien und Costa Rica als blinde Vasallen z&#228;hlen. Funes Wahlsieg   feierten die Salvadoraner mit gro&#223;er Begeisterung. Die Stra&#223;en der   Hauptstadt San Salvador waren in der Wahlnacht ein einziges rotes   Fahnenmeer. Die vielen zehntausende str&#246;mten aber nicht nur aus Freude   ins Zentrum. Sie hatten auch Angst vor drohendem Wahlbetrug. Denn das   Oberste Wahlgericht (TSE) hatte zwar verk&#252;ndet, da&#223; Funes mit mehr als   51 Prozent der Stimmen vor<\/p>\n<p>  Rodrigo Avila, seinem Kontrahenten von der seit 1992 regierenden   ultrarechten Partei ARENA (Nationalistische Republikanische Allianz),   nach Ausz&#228;hlung von &#252;ber 90 Prozent der Stimmen f&#252;hrte. Ein Sieger   sollte aber erst 48 Stunden sp&#228;ter ernannt werden. Eine derartige   Verz&#246;gerung eines offiziellen Ergebnisses hatte es bei Wahlen in El   Salvador noch nie gegeben. Der diesbez&#252;gliche Kommentar des TSE-Chefs   und ehemaligen ARENA-Vorsitzenden und -Parlamentariers Walter Araujo   weckte Sorge unter den FMLN-W&#228;hlern: &#8222;Das kann jeder f&#252;r sich selbst   interpretieren&#8220;.<\/p>\n<p>  Die spontane Massenmobilisierung ging unter die Haut, die Regierenden   wurden von den vielen zehntausend vollkommen &#252;berrascht. Weder Polizei   noch Milit&#228;r stellte sich den Demonstrierenden in den Weg, als man &#8211;   linke Kampflieder singend und rote Fahnen schwingend &#8211; das Zentrum vom   Reichenviertel El Escalon besetzte. Angesichts dieser Mobilisierung   erkannte ARENA-Kandidat und ehemaliger Innenminister Rodrigo &#193;vila seine   Niederlage an. Die Siegesfeier ging bis in die fr&#252;hen Morgenstunden.   &#8222;Nach Jahrzehnten von faschistischer Diktatur und ARENA-Herrschaft   k&#246;nnen wir nun endlich aufatmen&#8220;, sagte ein Unterst&#252;tzer von Mauricio   Funes.<\/p>\n<p>  Eine klare Linie vertritt dieser indes nicht. Der ehemalige Journalist   ist erst im vergangenen Jahr in die fmln eingetreten und sein   Regierungsprogramm ist ein b&#252;rgerlich-demokratisches. Er verspricht die   Armut zu bek&#228;mpfen ohne das Privateigentum anzutasten. Dennoch hat seine   Kandidatur auch die trotzkistische &#8222;Revolution&#228;re Arbeiterpartei&#8220; (PRT,   eine zentralamerikanische Partei, die derzeit keiner internationalen   Str&#246;mung fest angeh&#246;rt) unterst&#252;tzt. Nach Einsch&#228;tzung der PRT ist die   fmln &#8211; im Gegensatz zur sandinistischen FSLN im Nachbarland Nicaragua &#8211;   nicht verb&#252;rgerlicht. Als zentrale Forderungen stellt die PRT nun auf:<\/p>\n<p>  &#8211; Keine Einbindung b&#252;rgerlicher Politiker in die Regierung Funes<\/p>\n<p>  &#8211; Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung<\/p>\n<p>  &#8211; Die seit dem Massaker 1932 enteigneten Ind&#237;gena-Gebiete m&#252;ssen zur&#252;ck   gegeben werden<\/p>\n<p>  &#8211; R&#252;cknahme des Amnestiegesetzes von 1992, um die faschistischen M&#246;rder   aus der Zeit der Milit&#228;rdiktatur zu bestrafen.<\/p>\n<p>  Klar ist, dass der Kampf f&#252;r soziale Verbesserungen auf der Stra&#223;e   gef&#252;hrt werden muss. Im Parlament ist der neue Pr&#228;sident Mauricio Funes   mit einer rechten Mehrheit aus ARENA und moderateren Konservativen   konfrontiert. Die fmln stellt seit den Parlamentswahlen vor zwei Monaten   zwar die st&#228;rkste Fraktion, aber f&#252;r die absolute Mehrheit reichte es   nicht.<\/p>\n<h5>  <i>Victor L&#233;on hielt sich am Wahltag in El Salvador auf.<\/i><\/h5>\n<h4>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/Salvador1.JPG\">  <\/h4>\n<h4>  <\/h4>\n<h4>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/Salvador2.JPG\">  <\/h4>\n<h4>  <\/h4>\n<h4>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/Salvador3.JPG\">  <\/h4>\n<h4>  <\/h4>\n<h4>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/Salvador4.JPG\">  <\/h4>\n<h4>  <\/h4>\n<h4>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/z\/Salvador5.JPG\"><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Mauricio Funes neuer Pr&#228;sident\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[41],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13075"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13075"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13075\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13075"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13075"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13075"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}