{"id":13065,"date":"2009-03-17T12:00:02","date_gmt":"2009-03-17T11:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13065"},"modified":"2012-05-15T15:15:09","modified_gmt":"2012-05-15T13:15:09","slug":"13065","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/03\/13065\/","title":{"rendered":"Mobilisierung in Bremen zur Demo am 28. M&#228;rz"},"content":{"rendered":"<p>  B&#252;ndnisaufruf und Veranstaltungsbericht<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  Der Bremer B&#252;ndnisaufruf zur Demo am 28.3.:<\/h4>\n<\/p>\n<p>  Die &#8222;Jahrhundertkrise&#8220; des Kapitalismus macht auch vor Bremen und   Bremerhaven nicht halt. Leih- und Zeitarbeiter sind nur ihre ersten   Opfer. Nach Kurzarbeit bei Daimler und Arcelor\/Mittal drohen jetzt   Entlassungen, Insolvenzen und Werkschlie&#223;ungen.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Die Regierungen haben den Banken und Konzernen bereits Milliarden   spendiert &#8211; wir sollen die Zeche daf&#252;r bezahlen. Dagegen wehren wir uns:   Demokratische Kontrolle der Wirtschaft, Vergesellschaftung der Banken   und Gro&#223;konzerne, soziale Sicherheit f&#252;r alle m&#252;ssen an die Stelle einer   Verstaatlichung der Verluste treten.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Die &#8222;Rettungspakete&#8220; f&#252;r das private Gro&#223;kapital treiben nicht nur ganze   Staaten in Nord- und Osteuropa, sondern auch arme Bundesl&#228;nder wie   Bremen in den Bankrott. Anstatt diejenigen zur Kasse zu bitten, die sich   an den schnellen Profiten der letzten Jahre bereichert haben, werden   Steuern gesenkt und die &#246;ffentlichen Haushalte durch &#8222;Schuldenbremsen&#8220;   zum Personal- und Sozialabbau verpflichtet. 1000 Stellen sollen allein   an den kommunalen Krankenh&#228;usern eingespart werden. 27% der Bev&#246;lkerung   sind nach dem offiziellen Senatsbericht von Armut betroffen.   Arbeitslose, Geringverdiener, alleinerziehende Frauen und Familien mit   Migrationshintergrund leiden am st&#228;rksten unter der unsozialen   Sparpolitik.<\/p>\n<\/p>\n<p>  In dieser Situation hat ein B&#252;ndnis von sozialen Initiativen,   Gewerkschaftsgliederungen, globalisierungskritischen Organisationen wie   Attac und die Partei DIE LINKE f&#252;r den 28.3. zu bundesweiten   Massendemonstrationen in Berlin und Frankfurt unter dem Titel &#8222;Wir   zahlen nicht f&#252;r eure Krise&#8220; aufgerufen.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Die unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen rufen zur   Demonstration in Berlin auf:<\/p>\n<\/p>\n<p>  F&#252;r 10 Euro Mindestlohn<\/p>\n<p>  F&#252;r 30 Stundenwoche bei vollem Lohn- und Personalausgleich<\/p>\n<p>  F&#252;r 500 Euro Eckregelsatz, repressions- und sanktionsfrei<\/p>\n<p>  F&#252;r einen &#246;kologischen Umbau der Gesellschaft.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Gerade Bremen ist sowohl von der Krise, als auch von den Folgen einer   falschen &#8222;Krisenbek&#228;mpfung&#8220;, massiv betroffen. Wir halten es deshalb f&#252;r   wichtig, dass auch in Bremen die Demonstration unterst&#252;tzt und f&#252;r sie   mobilisiert wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Dazu diente auch die Veranstaltung mit Bernd Riexinger am 12.3., 19 Uhr   im Konsul-Hackfeld-Haus, der als ver.di-Vorsitzender von Stuttgart   zusammen mit anderen Gewerkschaftern und Vertretern der LINKEN die   Initiative f&#252;r diese Demonstration ergriffen hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Am 17.3., um 19 Uhr im &#8222;Kurzschluss&#8220;, Lahnstr. 16 findet das n&#228;chste   Treffen des Vorbereitungsb&#252;ndnisses statt. Dort wollen wir &#252;ber   Transparente sowie Organisierung der Anfahrt aus Bremen und Bremerhaven   sprechen und weitere Infoaktionen vorbereiten. Wir hoffen, damit auch   zur &#252;berparteilichen Vernetzung von Linken in den Gewerkschaften und in   sozialen Initiativen in Bremen beitragen zu k&#246;nnen.<\/p>\n<\/p>\n<h5>  ErstunterzeichnerInnen: Harald Gatermann (Die LINKE, AKL) &#8211; Wolfgang   Meyer (Die LINKE, BAL) &#8211; Heino Berg (Die LINKE, SAV) &#8211; Klemens Alff   (isl) &#8211; Manfred Steglich (Die LINKE) &#8211; Roman Fabian (BR LdW) &#8211; Wilfried   Schartenberg (AG Arbeitsmarkt und prek&#228;re Besch&#228;ftigung) &#8211; Christoph   Spehr (Landessprecher DIE LIINKE) &#8211; Cornelia Barth (Landessprecherin DIE   LINKE)<\/h5>\n<\/p>\n<h3>  Bericht von der Veranstaltung mit Bernd Riexinger<\/h3>\n<\/p>\n<p>  Etwa 40 TeilnehmerInnen waren der Einladung der AG Betrieb und   Gewerkschaft in der LINKEn zu der Veranstaltung mit Bernd Riexinger im   Konsul-Hackfeld-Haus gefolgt, zu der auch das Bremer B&#252;ndnis f&#252;r die   Demonstration am 28.3. aufgerufen hatte. Der ver.di-Sekret&#228;r von   Stuttgart und Landessprecher der baden-w&#252;rttembergischen LINKEN hatte   mit anderen im Januar die Initiative f&#252;r diese erste bundesweite   Protestdemonstration gegen die Krise ergriffen.<\/p>\n<\/p>\n<h4>  <i>von Heino Berg<\/i><\/h4>\n<\/p>\n<p>  In seinem frei gehaltenen Einleitungsreferat betonte Riexinger zun&#228;chst   die historische Dimension der Krise, die weit &#252;ber die bisher bekannten   Konjunktureinbr&#252;che oder eine blo&#223;e &#8222;Finanzmarktkrise&#8220; hinausgehe und   das kapitalistische System insgesamt in Frage stelle. Selbst das   &#8222;Handelsblatt&#8220; vergleiche sie inzwischen mit der Weltwirtschaftskrise   der drei&#223;iger Jahre. Gerade die Partei DIE LINKE m&#252;sse in dieser   Situation f&#252;r sozialistische Systemalternativen und die   Vergesellschaftung der Schl&#252;sselindustrien eintreten, gleichzeitig aber   auch aktiv an den Abwehrk&#228;mpfen teilnehmen, in denen es um   Hunderttausende von Arbeitspl&#228;tzen und von elementaren, sozialen   Errungenschaften gehe..<\/p>\n<\/p>\n<p>  Die Gewerkschaften, so Riexinger, h&#228;tten bisher mehr oder weniger   &#8222;sprachlos&#8220; auf die Krise reagiert oder diese sogar zu ignorieren   versucht, obwohl es letztlich auch um ihre Existenz gehe. Der Aufruf zu   Aktionen im Mai komme acht Monate nach Beginn der Krise reichlich sp&#228;t.   Es gehe ein &#8222;Riss&#8220; durch die Gewerkschaften: Einige   Gewerkschaftsvertreter und Betriebsr&#228;te w&#252;rden weitere Zugest&#228;ndnisse   der Belegschaften bef&#252;rworten, um die Produktionskosten in den   jeweiligen Betrieben zu verringern und der deutschen Industrie insgesamt   Exportvorteile zu verschaffen, andere w&#252;rden diese &#8222;Standortpolitik&#8220;   ablehnen und stattdessen auf die Organisierung des Widerstands und   internationale Solidarit&#228;t setzen. Dar&#252;ber sei eine offene Diskussion in   den Gewerkschaften notwendig. Man d&#252;rfe die Gewerkschaftsf&#252;hrung nicht   denunzieren, allerdings auch nicht unt&#228;tig auf Signale von ihr warten.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Die betrieblichen Abwehrk&#228;mpfe gegen Lohnsenkungen oder Werkschlie&#223;ungen   seien zwar von zentraler Bedeutung, w&#252;rden in der aktuellen Systemkrise   allein aber nicht ausreichen, weil man dann die jeweiligen Belegschaften   gegeneinander ausspielen k&#246;nne. Deshalb habe er im Januar mit anderen   die Initiative f&#252;r die Demonstrationen am 28.3. ergriffen und sich f&#252;r   eine breites B&#252;ndnis gegen die Abw&#228;lzung der Krisenlasten auf die   Lohnabh&#228;ngigen eingesetzt. Selbst wenn am 28.3. nur einige Zehntausend   in Berlin und Frankfurt demonstrieren w&#252;rden, weil bisher nur Teile der   Gewerkschaften dazu aufrufen und die Presse das systematisch   verschweigt, k&#246;nnten sie wie ein ins Wasser geworfener Stein wirken und   Wellen ausl&#246;sen. Der Generalstreik in Frankreich zeige ja, wie stark das   Bed&#252;rfnis nach gemeinsamen Protesten sei. Ohne Handlungsperspektiven   w&#252;rden sich die Betroffenen ohnm&#228;chtig f&#252;hlen. Dies k&#246;nne langfristig zu   einer St&#228;rkung von rechten und nationalistischen Tendenzen f&#252;hren.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Einen Generalstreik h&#228;lt Riexinger zwar f&#252;r notwendig, aber zur Zeit   noch nicht f&#252;r m&#246;glich. Selbst der Kampf f&#252;r drastische   Arbeitszeitverk&#252;rzungen sto&#223;e in vielen Betrieben auf gro&#223;e Widerst&#228;nde.   Der Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn und   Personalausgleich im bundesweiten (und im Bremer) Demonstrationsaufruf   stehe er deshalb skeptisch gegen&#252;ber.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Nach einer sehr konstruktiven Diskussion mit den TeilnehmerInnen, von   denen etliche am Eingang eine Buskarte nach Berlin kauften, erkl&#228;rte die   Versammlungsleitung (darunter der NGG-Sekret&#228;r Dieter Nickel, der auch   Mitglied im Landesvorstand der LINKEN ist) die Veranstaltung f&#252;r beendet.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Dieser pl&#246;tzliche Schluss kam ziemlich unerwartet und sorgte f&#252;r   ordentlichen &#196;rger, hatte doch die B&#252;ndnisrunde auf ihrem Treffen am 4.   M&#228;rz verabredet, auf dem Treffen der AG Betrieb &amp; Gewerkschaft ihren   &quot;Bremer Aufruf&quot; hier zur Diskussion zu stellen und abzustimmen. Es   sollte doch gerade um ein breites B&#252;ndnis und um die praktischen   Konsequenzen vor Ort, um die inhaltlichen Forderungen und vor allem um   die praktischen Vorbereitungen (Flyer, Plakate, Verteilung, Info-St&#228;nde,   Werbung, Organisation der Busfahrt, Verkauf der Fahrkarten usw. usf.)   gehen. Dazu kam es nun leider nicht. Die AG Betrieb &amp; Gewerkschaft und   ihre Gespr&#228;chsleitung waren offenbar der Meinung, dass das &quot;ihre&quot;   Versammlung sei und sie auch den Schluss zu bestimmen h&#228;tte. Wer weiter   &#252;ber den Aufruf diskutieren wolle, k&#246;nne das ja mit den Vertretern des   Landesvorstands tun. &#252;ber die Gr&#252;nde f&#252;r dieses Vorgehen konnten die   Zuh&#246;rer und Zuh&#246;rerinnen nur r&#228;tseln.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Nachdem das Pr&#228;sidium mit einem Teil der G&#228;ste (darunter Axel Troost)   den Saal verlassen hatte, &#252;bernahm der Landessprecher Christoph Spehr   die Gespr&#228;chsleitung. Die Diskussion f&#252;hrte zu einer raschen Einigung   &#252;ber einen Bremer B&#252;ndnisaufruf, f&#252;r den Christoph Spehr einige   &#196;nderungen vorgeschlagen hatte. Er soll jetzt an einen breiten Verteiler   von sozialen Initiativen und Gewerkschaftern verschickt werden. Er wird   am Samstag, dem 14. M&#228;rz. bei einem Infostand in der Neustadt verteilt.   Au&#223;erdem ist schon am kommenden Freitag eine Verteilungsaktion vor den   Werkstoren des Mercedes-Benz-Werks in Sebaldsbr&#252;ck geplant.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Ansonsten gehen die Vorbereitungen, wie schon im Aufruf aufgef&#252;hrt, am   17. M&#228;rz, 19 Uhr im &quot;Kurzschluss&quot; in der Neustadt weiter.<\/p>\n<\/p>\n<h5>  Quelle: www.dielinke-bremen.de<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      B&#252;ndnisaufruf und Veranstaltungsbericht\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[23,78,25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13065"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13065"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13065\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13065"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}