{"id":13057,"date":"2009-03-12T18:10:23","date_gmt":"2009-03-12T18:10:23","guid":{"rendered":".\/?p=13057"},"modified":"2009-03-12T18:10:23","modified_gmt":"2009-03-12T18:10:23","slug":"13057","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/03\/13057\/","title":{"rendered":"Nach dem Amoklauf in Winnenden"},"content":{"rendered":"<p>  Ursachen bek&#228;mpfen statt Ablenkung auf &#8222;Killerspiele&#8220;<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Winnenden am 11. M&#228;rz 2009: Die schw&#228;bische Kleinstadt wird Schauplatz   eines Amoklaufes, dem 15 Menschen zum Opfer fallen. Der T&#228;ter ist ein   17-j&#228;hriger ehemaliger Sch&#252;ler der Albertville-Realschule, in der die   Mordserie ihren Auftakt fand.<\/p>\n<\/p>\n<h4>  <i>von Lucy Redler, Mitglied Linksjugend[&quot;solid] Berlin und   SAV-Sprecherin<\/i><\/h4>\n<\/p>\n<p>  Neun Sch&#252;lerInnen und drei Lehrerinnen werden im Schulgeb&#228;ude   erschossen. Drei weitere Menschen werden auf der Flucht get&#246;tet.   Angeh&#246;rige, LehrerInnen und Freunde stehen unter Schock. Am fr&#252;hen   Nachmittag, kurz nach Schulschluss, setzten sich Jugendliche im ganzen   Bundesgebiet an ihre Computer und tippten Beileidsbekundungen und   tr&#246;stende Worte in Blogs und Internetplattformen wie Sch&#252;lerVZ. In den   Beitr&#228;gen ist die meistgestellte Frage: &#8222;Wie konnte das nur passieren?&#8220;<\/p>\n<h4>  Deutschland auf Platz zwei der Amokl&#228;ufe<\/h4>\n<\/p>\n<p>  Die Tat ruft Erinnerungen an vorangegangene Amokl&#228;ufe wach: Im M&#228;rz 2000   schoss ein 16j&#228;hriger Sch&#252;ler eines Realschulinternats in Brannenburg   (Bayern) auf den Leiter der Einrichtung, nachdem er tags zuvor von der   Schule verwiesen wurde. Im April 2002 erschoss ein Erfurter Sch&#252;ler 16   Menschen an seiner ehemaligen Schule. Im November 2006 er&#246;ffnete ein   18-j&#228;hriger in Emsdetten das Feuer in seiner Schule, verletzte mehrere   Menschen und erschoss sich selbst. Deutschland hat nach den USA in den   letzten 10 Jahren die meisten Amokl&#228;ufe junger Menschen zu verzeichnen.<\/p>\n<p>  Wie in den vorangegangenen F&#228;llen wird auch jetzt &#252;ber den Tag hinweg   eilig ein T&#228;terprofil zusammengeflickt. Schwarze Kleidung, wenig   Freunde, in sich gekehrt und vor allem eine Neigung zu &#8222;Killerspielen&#8220;   und Horrorvideos lautet die Beschreibung bis zum Abend des 11. M&#228;rz.   Focus-Online titelt am 12. M&#228;rz: &#8222;Amokl&#228;ufer spielte Gewaltspiele&#8220;. Den   Kommentatoren der Medien zufolge stehe ein klares Motiv nicht fest. Der   Junge komme aus wohl beh&#252;teten Verh&#228;ltnissen.<\/p>\n<\/p>\n<h4>  Killerspiele als willkommenes Alibi f&#252;r jugendfeindliche Politik<\/h4>\n<p>  In Nachlese des Amoklaufs in Erfurt ver&#246;ffentlichte die &#8222;Frankfurter   Allgemeine Sonntagszeitung&#8220; unter dem Titel &#8222;Software f&#252;rs Massaker&quot;   einen Artikel, der das PC-Spiel &#8222;Counter Strike&#8220; als eine Art   Trainingscamp f&#252;r Amokl&#228;ufer beschreibt. In gleicher Manier haben   zahlreiche Politiker und &#8222;Experten&#8220; in den so genannten &#8222;Killerspielen&#8220;   den Hauptgrund f&#252;r Amokl&#228;ufe ausgemacht. Die Spiele w&#252;rden die   Hemmschwelle zum T&#246;ten herabsetzen, Jugendliche abstumpfen und   schlie&#223;lich zum T&#246;ten trainieren. Edmund Stoiber und andere Politiker   machten es zur Chefsache den Spielen den Garaus zumachen.<\/p>\n<p>  Abgesehen davon, dass es schwierig ist, &#252;berhaupt einen Jugendlichen zu   finden, der nicht auch mal ein &#8222;Killerspiel&#8220; spielt, kann ein   urs&#228;chlicher Zusammenhang zwischen &#8222;Killerspielen&#8220; und Amokl&#228;ufen nicht   belegt werden. Dieselben Jugendlichen, die Beileidsbekundungen und   ehrliche Best&#252;rzung anl&#228;sslich des Amoklaufs &#252;ber das Sch&#252;lerVZ posten,   sind zugleich Mitglied in Gruppen wie: &#8222;Ja,ich spiele Counterstrike.   NEIN, ich plane KEINEN Amoklauf!&#8220;<\/p>\n<p>  Nat&#252;rlich kann der exzessive Gebrauch von &#8222;Killerspielen&#8220;, insbesondere   bei Kindern und sehr jungen Jugendlichen, das Problembewusstsein zum   Thema Gewalt negativ beeinflussen.<\/p>\n<p>  Es ist aber auch offensichtlich, dass sich die Amokl&#228;ufe nicht auf eine   Neigung zu solchen PC-Spielen reduzieren lassen. F&#252;r Politiker ist dies   jedoch eine willkommene Erkl&#228;rung. Diese Debatte verhindert n&#228;mlich,   dass die Ursachenforschung auf ihr eigenes Handwerk, n&#228;mlich eine   jugendfeindliche Politik, f&#228;llt.<\/p>\n<\/p>\n<h4>  Tatort Schule<\/h4>\n<p>  S&#228;mtliche Amokl&#228;ufe der j&#252;ngsten Zeit fanden in den Schulen ihren   Ausgangspunkt. Ginge es einzig um das Ausleben von Gewaltphantasien,   h&#228;tte auch jeder andere Ort f&#252;r die Tat gew&#228;hlt werden k&#246;nnen. F&#252;r   zahlreiche Sch&#252;lerInnen ist die Schule ein Ort der Peinigung, des   Stresses, der Verzweiflung und letztlich auch der Perspektivlosigkeit   und Ohnmacht. In Ank&#252;ndigungen von Amokl&#228;ufern ist oft von   Rachefeldz&#252;gen die Rede. Der Amokl&#228;ufer von Erfurt wurde kurz vor der   Planung seiner Tat dar&#252;ber benachrichtigt, dass er seinen   Gymnasialabschluss nicht erhalten w&#252;rde. F&#252;r einen Jugendlichen in   Th&#252;ringen bedeutete das v&#246;llig ohne Schulabschluss dazustehen in einem   Bundesland mit 17 Prozent Arbeitslosigkeit und einer allgegenw&#228;rtigen   Perspektivlosigkeit. Obwohl der Sch&#252;ler in Winnenden aus einer   gutbetuchten Unternehmerfamilie kam, hat auch er von der f&#252;nften Klasse   an starke schulische Probleme gehabt. Obwohl er nicht mehr Sch&#252;ler war,   w&#228;hlte er die Schule als Tatort. Das kann kein Zufall sein.<\/p>\n<\/p>\n<h4>  Amokl&#228;ufe sind die Ausnahme &#8211; Kranker Leistungsdruck ist die Regel<\/h4>\n<p>  LehrerInnen sind mit Klassengr&#246;&#223;en von &#252;ber 30 Sch&#252;lerInnen &#252;berfordert.   Schulsozialarbeit findet kaum statt. Auf die Belange und Probleme   einzelner Jugendlicher kann unter diesen Bedingungen kaum R&#252;cksicht   genommen werden. Auf Seiten der Sch&#252;lerInnen ist Leistungsdruck   allgegenw&#228;rtig. Der Wechsel von einem h&#246;heren Schulzweig auf einen   niedrigen wird als Versagen wahrgenommen. Gute Zensuren werden als   notwendig angesehen, um sp&#228;ter Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.   Freizeit wird vor dem Hintergrund von Schulzeitverk&#252;rzungen wie &#8222;G8&#8220;   immer enger. Der Druck von Klausuren und Abschlusstests bestimmt das   Leben vieler junger Menschen. Eine Sch&#252;lerin machte in Erfurt w&#228;hrend   einer Trauerveranstaltung im Jahr 2002 deutlich: &#8222;Ihr alle wisst ja   unter welchem Leistungsdruck wir stehen. Ausreichend Gelder f&#252;r die   Bildung aber fehlen. Wir haben in den Schulen eingeschr&#228;nkte   Gedankenfreiheit. Wir m&#252;ssen aufpassen, was wir sagen, um uns nicht   schlechtere Zensuren einzufangen&#8220; (Berliner Zeitung, 30.04.2002).<\/p>\n<p>  Die Reaktionen von Sch&#252;lerInnen auf den schulisch bedingten Druck sind   unterschiedlich. Die einen meistern ihn ohne gro&#223;e Probleme. An einer   immer gr&#246;&#223;eren Anzahl geht der Schulstress allerdings nicht spurlos   vorbei. Mittlerweile leiden 20 Prozent der Jugendlichen und Kinder unter   psychischen Erkrankungen. Sie &#228;u&#223;ern sich meistens in starker Angst,   Aggressivit&#228;t, Essst&#246;rungen oder depressiven Symptomen, die bis hin zu   Selbstmordgef&#228;hrdung oder noch schlimmeren Absichten reichen. W&#228;hrend   grausame Amokl&#228;ufe hierbei die Ausnahme darstellen, ist Verzweiflung ein   Massenph&#228;nomen unter Sch&#252;lerInnen. Der Druck im aktuellen Schulsystem   macht krank<\/p>\n<\/p>\n<h4>  Jugendfeindliches Umfeld<\/h4>\n<p>  Au&#223;erhalb der Schule wachsen Jugendliche in einem famili&#228;ren Umfeld auf,   indem die Eltern eine Erziehung unter extremen Bedingungen meistern   sollen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Krise drohen K&#252;ndigungen und   der Arbeitsdruck steigt. In vielen Bereichen ist die Arbeitszeit seit   Jahren enorm flexibilisiert. &#220;berstunden und Wochenendarbeit stehen auf   der Tagesordnung. Die Verantwortung f&#252;r die Erziehung der Kinder wird   dabei allein auf die Familien und vor allem die Frauen geschoben.   Hortbetreuung oder Ganztagsangebote an Schulen sind selten und m&#252;ssen   oft aus privater Tasche bezahlt werden. F&#252;r viele Familien ist das   unbezahlbar. Kostenlose Freizeitangebote jenseits der Schule, z.B. in   Jugendzentren, in denen Sozialarbeiter im Krisenfall als Ansprechpartner   zur Verf&#252;gung stehen, sind seit Jahren von enormen K&#252;rzungen betroffen.<\/p>\n<\/p>\n<h4>  Eine weitere Trag&#246;die muss verhindert werden<\/h4>\n<\/p>\n<p>  Nach jedem Amoklauf werden Ma&#223;nahmen in Angriff genommen, die an den   urs&#228;chlichen Problemen nichts &#228;ndern. Weder ein weiteres Verbot von   Killerspielen, noch Sicherheitsdienst und Metalldetektoren am   Schuleingang werden die Perspektiven von Jugendlichen verbessern. Auch   nach diesem Amoklauf ist zu bef&#252;rchten, dass b&#252;rgerliche Politiker in   erster Linie die Repression auf Schulh&#246;fen verst&#228;rken wollen.<\/p>\n<p>  Der &#246;sterreichische Standard kommentiert die Folgen des Massakers von   Erfurt wie folgt: &#8222;Es ist ja nicht so, dass nach dem Massaker von Erfurt   nichts passiert ist. Die Waffengesetze wurden versch&#228;rft, der Kauf von   Computerspielen wurde erschwert. Vieles aber wurde nicht gemacht, Einen   Psychologen wollte der damalige Innenminister Otto Schily in jede Schule   schicken. Der Vorsatz blieb ein Vorsatz.&#8220;<\/p>\n<p>  Auch heute kommen noch 12.000 Sch&#252;lerInnen auf einen Schulpsychologen.   Seit Erfurt hat sich an diesen Verh&#228;ltnissen nichts ge&#228;ndert. Die Logik   ist klar: Mehr Schulpsychologen kosten Geld. Verbote von irgendwelchen   Killerspielen kosten nichts und w&#228;lzen die Verantwortung f&#252;r   gesellschaftliche Missst&#228;nde auf die Jugendlichen ab.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Statt einer Debatte &#252;ber &#8222;sichere Schulen&#8220; brauchen wir ein sicheres   Schulsystem, was Sch&#252;lerInnen und LehrerInnen den Druck nimmt. Dazu sind   als erstes eine drastische Verkleinerung der Klassen und eine massive   Erh&#246;hung der LehrerInnenstellen n&#246;tig.<\/p>\n<p>  Nach dem Erfurter Amoklauf gr&#252;ndete sich ein B&#252;ndnis aus Sch&#252;lerInnen,   die einen Trauermarsch von mehreren Tausend Sch&#252;lerInnen organisierten.   Eine Forderung von ihnen war die Verkleinerung der Klassengr&#246;&#223;en.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Statt zahlreicher Tests und Hetze von einer Benotung zu der n&#228;chsten,   brauchen wir ein Schulsystem das sich an die individuellen   Lernschnelligkeiten der Sch&#252;lerInnen anpasst. Noten sind keine objektive   Feststellung der Leistung von Sch&#252;lerInnen, mit Noten wird die   Konkurrenz untereinander gef&#246;rdert. Notenvergabe hei&#223;t &#8222;Lernen durch   Angst&#8220;. Deshalb m&#252;ssen Noten abgeschafft werden und F&#228;higkeiten und   Interessen individuell mit den Sch&#252;lerInnen diskutiert werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Dazu muss die Selektion in Haupt-, Realschule und Gymnasium aufgehoben   werden. Stattdessen brauchen wir eine Schule f&#252;r alle, die Lerngruppen   mit Sch&#252;lerInnen verschiedenster St&#228;rken, Interessen und F&#228;higkeiten   zusammenbringt.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Besonders gro&#223; ist oftmals der Druck f&#252;r Sch&#252;lerInnen aus &#228;rmeren   Familien. Sie k&#246;nnen es sich aus Kostengr&#252;nden oft nicht leisten, dass   die Kinder ein Gymnasium oder gar eine Universit&#228;t besuchen. Hohe   Geb&#252;hren f&#252;r B&#252;cher, fehlendes Geld f&#252;r Schulmaterialien oder f&#252;r   Klassenfahrten machen es schwierig f&#252;r &#228;rmere Jugendliche am   Bildungssystem teilzunehmen. So gehen heute nur zehn Prozent der   Jugendlichen aus einfachen Arbeiterfamilien auf ein Gymnasium. Noch   geringer ist diese Prozentzahl unter MigrantInnen. Bildung darf nicht   abh&#228;ngig sein vom Geldbeutel. Deshalb muss es vollkommen kostenlose   Bildung f&#252;r alle geben.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Damit Sch&#252;lerInnen ihre Kritik, Probleme und Sorgen frei &#228;u&#223;ern k&#246;nnen,   bedarf es demokratisch gew&#228;hlter Gremien in den Schulen, an denen   Sch&#252;lerInnen. LehrerInnen und Gewerkschaften gemeinsam bestimmen was und   wie gelehrt wird.<\/p>\n<p>  Um dieses zu verwirklichen, muss es eine vollkommen &#246;ffentliche und   ausreichend finanzierte Bildung geben.<\/p>\n<\/p>\n<h4>  Versch&#228;rfung durch kapitalistische Krise<\/h4>\n<p>  Der Druck an Schulen, soziale Auslese, Jugendarbeitslosigkeit und   Perspektivlosigkeit war schon in den Jahren des Wirtschaftsaufschwungs   enorm. Das wird sich in der gerade begonnen kapitalistischen Krise noch   massiv steigern. Immer mehr Jugendliche laufen Gefahr, in diesem System   zu verzweifeln. Um Ohnmacht, Isolierung und Verzweiflung in Widerstand   zu verwandeln ist eine antikapitalistische Antwort n&#246;tig, die die   Interessen hinter dem dreigliedrigem Schulsystem und seiner Funktion in   der kapitalistischen Wirtschaft aufdeckt und Alternativen formuliert.   Warum werden Milliarden in die Banken gepumpt und nicht in die Schulen?   Warum werden nur marode Banken und nicht alle im Interesse der   Allgemeinheit verstaatlicht, um die bisherigen &#220;bersch&#252;sse in Bildung   und andere Bereiche einzusetzen? In was f&#252;r einer Gesellschaft leben wir   eigentlich, in der immer mehr Menschen von Hartz IV leben und einige   wenige Milliarden einstecken?<\/p>\n<p>  Eine wirkliche Alternative zu diesen Zust&#228;nden ist eine sozialistische   Gesellschaft, in der die Bed&#252;rfnisse aller Menschen im Mittelpunkt   stehen. Damit dies m&#246;glich wird, m&#252;ssen die gro&#223;en Konzerne und Banken   in &#246;ffentliches Eigentum &#252;berf&#252;hrt und unter die demokratische Kontrolle   und Verwaltung der Belegschaften und Vertretern der arbeitenden   Bev&#246;lkerung gestellt werden. In einer Gesellschaft, die nicht der   Profitlogik und dem Konkurrenzdenken unterliegt, k&#246;nnten soziale   Fortschritte dauerhaft gesichert werden.<\/p>\n<\/p>\n<h4>  Bundesweite Demos am 28.3. und Bildungsstreik<\/h4>\n<p>  Ein wichtiger Ansatzpunkt, um sich gegen den Zustand an Schulen und Unis   unmittelbar zu wehren ist der Bildungsstreik, der am 17. Juni bundesweit   stattfindet. Linksjugend[&quot;solid] beteiligt sich aktiv an den   Vorbereitungen. Nicht nur Sch&#252;lerInnen, Azubis und Studierende leiden   unter den heutigen Zust&#228;nden. Auch Lehrkr&#228;fte sind betroffen. Wir   sollten uns deshalb f&#252;r den gr&#246;&#223;tm&#246;glichen Schulterschluss zwischen   Sch&#252;lerInnen, Studierenden und LehrerInnen und dem Personal an Schulen   und Unis am 17. Juni einsetzen.<\/p>\n<p>  Die Gro&#223;demos gegen die Folgen der kapitalistischen Krise am 28. M&#228;rz   sind ein Auftakt, uns gemeinsam mit vielen anderen Menschen dagegen zur   Wehr zu setzen daf&#252;r, dass Jugendliche, Erwerblose und abh&#228;ngig   Besch&#228;ftigte f&#252;r die kapitalistische Krise zahlen sollen.<\/p>\n<p>  Das kann der Beginn sein, in Deutschland endlich zu franz&#246;sischen   Verh&#228;ltnissen zu kommen.<\/p>\n<p>  Am 29. Januar streikten in Frankreich zwei Millionen Menschen gegen die   Folgen der Krise und die Situation an den Schulen. Zehntausende   Sch&#252;lerInnen besetzten im Vorfeld des Streiks ihre Schulen. Der n&#228;chste   Generalstreik ist f&#252;r den 19 M&#228;rz geplant. Sprechen wir auch in   Deutschland mit den Herrschenden endlich franz&#246;sisch: &#8222;Tous ensemble&#8220;-   alle gemeinsam.<\/p>\n<\/p>\n<h4>  Forderungen:<\/h4>\n<p>  Kostenlose Bildung f&#252;r alle<\/p>\n<p>  Verkleinerung der Klassen auf maximal 15 Sch&#252;lerInnen<\/p>\n<p>  R&#252;cknahme des Turboabiturs (G8)<\/p>\n<p>  Sofortige Einstellung von 100.000 LehrerInnen<\/p>\n<p>  Einstellung von gen&#252;gend SchulsozialarbeiterInnen und PsychologInnen an   allen Schulen<\/p>\n<p>  Schluss mit Leistungsdruck, Auslese und Elitebildung im Interesse der   Banken und Konzerne: Abschaffung aller Noten, Ausbau der   Wahlm&#246;glichkeiten nach F&#228;higkeiten und Interessen zur individuellen   F&#246;rderung<\/p>\n<p>  Eine Schule f&#252;r alle mit kostenlosen Ganztagsangeboten<\/p>\n<p>  Demokratische Verwaltung von Schulen, inklusive Festlegung der   Lehrinhalte und &#8211;methoden, durch demokratisch gew&#228;hlte Gremien von   Sch&#252;lerInnen, LehrerInnen und Gewerkschaften<\/p>\n<p>  Statt Rettungspakete f&#252;r Banken und Konzerne: Sofortige R&#252;cknahme aller   K&#252;rzungen in den Bereichen Jugend, Bildung, Soziales, Gesundheit, Kultur   und Schaffung von ausreichend selbstverwalteten Jugend- und   Freizeit-einrichtungen<\/p>\n<p>  Abschaffung von Hartz IV<\/p>\n<p>  Jugendarbeitslosigkeit stoppen: F&#252;r eine drastische   Arbeitszeitverk&#252;rzung auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohn und   Personalausgleich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Ursachen bek&#228;mpfen statt Ablenkung auf &#8222;Killerspiele&#8220;\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78,26,27],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13057"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13057"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13057\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13057"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13057"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13057"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}