{"id":13030,"date":"2009-03-08T00:00:00","date_gmt":"2009-03-08T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13030"},"modified":"2009-03-08T00:00:00","modified_gmt":"2009-03-08T00:00:00","slug":"13030","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/03\/13030\/","title":{"rendered":"Gegen Prekarisierung, Entlassungen und Sexismus"},"content":{"rendered":"<p>  Raus zum 8. M&#228;rz, dem Internationalen Frauentag!<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die Krise trifft vor allem die lohnabh&#228;ngig Besch&#228;ftigten. Die   &#8222;Rettungspakete&#8220; &#228;ndern daran &#252;berhaupt nichts. Zwei Gruppen sind   besonders betroffen: Arbeiter der traditionellen Arbeitsbereiche, zum   Beispiel im Automobilbau, und Arbeiter in prek&#228;ren (unsicheren)   Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnissen &#8211; die w&#228;hrend einer Krise leichter und   schneller entlassen werden k&#246;nnen, weil ihre Arbeitsvertr&#228;ge so gut wie   keine Rechte beinhalten. W&#228;hrend die erste Gruppe vor allem m&#228;nnliche   Besch&#228;ftigte umfasst, sind Teilzeit- und prek&#228;r Arbeitende mehrheitlich   Frauen.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Orna Geenal, Hamburg<\/i><\/h4>\n<p>  Warum arbeiten vor allem Frauen in besonders schlecht bezahlten und   unsicheren Arbeitsverh&#228;ltnissen? Dies liegt zum einen daran, dass vor   allem Frauen im Kapitalismus gleichzeitig zu Hause unentgeltlich   besch&#228;ftigt sind (Kinder, Hausarbeit). Zudem werden Frauen als   Zuverdienerinnen gesehen und m&#252;ssen oft in Bereichen arbeiten, die kaum   gewerkschaftlich organisiert sind.<\/p>\n<h4>  Gleicher Lohn f&#252;r gleiche Arbeit?!<\/h4>\n<p>  Die Einkommen sprechen eine deutliche Sprache. Wie eine Studie der   EU-Kommission vom September 2008 besagt, ist die BRD in der EU das   Schlusslicht in Sachen Gleichstellung von Frauen am Arbeitsplatz. Hier   erh&#228;lt fast jede zweite Mitarbeiterin (45 Prozent) gegen&#252;ber ihren   m&#228;nnlichen Kollegen ein niedrigeres Gehalt trotz gleicher Qualifikation.   Im Dienstleitungsbereich betr&#228;gt dieser Einkommensunterschied zum   Beispiel 30 Prozent (Statistisches Bundesamt 2007).<\/p>\n<h4>  Next Station: Emanzipation?<\/h4>\n<p>  Die Frauenfrage h&#228;ngt an den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen   Rahmenbedingungen. Der kapitalistische Staat geht vom Mann als   &#8222;Familienern&#228;hrer&#8220; aus. Mit dem Aufkommen der Massenarbeitslosigkeit   wurde die Frau vor allem &#8222;Mutter&#8220; oder &#8222;werdende Mutter&#8220;. Mit dem Abbau   des sogenannten &#8222;Sozialstaates&#8220; waren es in besonderem Ma&#223; die Frauen   (verschleiert im Begriff &#8222;die Familie&#8220;), die die K&#252;rzungen privat   auffangen mussten &#8211; indem sie sich unentgeltlich zu Hause um die Alten,   Kranken und Kinder k&#252;mmerten. Im Zuge der neoliberalen Politik wurde die   Frauenfrage zur Familienfrage unter einem pronatalistischen Diskurs (pro   mehr Geburten) von CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen und   anderen.<\/p>\n<p>  Die Massenmedien betreiben weiterhin eine organisierte und sexistische   Verbl&#246;dung, indem sie Artikel mit Schlagzeilen wie &#8222;Sex stoppt Krise&#8220;   ver&#246;ffentlichen, uns zurufen &#8222;Frauen m&#252;ssten nur ein wenig mutiger sein&#8220;   oder eine Chance f&#252;r Frauen sehen, angesichts &#8222;m&#228;nnlicher&#8220; Entlassungen   &#8222;Familienern&#228;hrer&#8220; zu werden.<\/p>\n<h4>  Gemeinsamer Kampf f&#252;r bessere Arbeitsbedingungen<\/h4>\n<p>  Frauen sind von der Krise doppelt betroffen. Zuerst als Menschen, die   gro&#223;teils in leichter k&#252;ndbaren Arbeitsverh&#228;ltnissen besch&#228;ftigt sind.   Zweitens als Menschen, die in dem partriarchalen Gesellschaftsaufbau des   Kapitalismus finanziell und teilweise auch rechtlich (Migrantinnen) von   ihren &#8222;Ehem&#228;nnern&#8220; und neuerdings auch Lebenspartnern (Hartz-IV-Gesetze)   abh&#228;ngig sind. Prekarisierung, Verarmung und steigende Gewalt gegen   Frauen sind die Folgen.<\/p>\n<h4>  Dies betrifft Frauen weltweit. Schon heute sind 70 Prozent aller in   Armut lebenden Menschen der Welt Frauen.<\/h4>\n<p>  Doch Frauen sind keine Opfer der Krise! Die Geschichte hat gezeigt und   wird zeigen, wie Frauen durch Streiks in ihren Arbeitsbereichen gro&#223;e   Bewegungen ausl&#246;sten und ausl&#246;sen werden &#8211; wenn sie gegen   &#8222;Konjunkturpakete&#8220;, eine weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen   oder teure Bildung Sturm laufen.<\/p>\n<p>  In der Krise zeigt sich in aller Deutlichkeit, wie Spaltung wirken soll.   Die systematische Diskriminierung und Unterdr&#252;ckung von Frauen im   Kapitalismus &#8211; die sich auch in den Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnissen   widerspiegelt &#8211; bedeutet f&#252;r alle eine Verschlechterung. &#8222;Sichere&#8220; oder   Vollzeitarbeitspl&#228;tze werden weggekickt, &#8222;unsichere&#8220; Arbeit ersetzt   diese. Morgen wird f&#252;r alle gelten: weniger Lohn und Rechte. Wenn wir   uns nicht &#8211; gemeinsam &#8211; wehren. Angefangen damit, dass wir am 8. M&#228;rz in   Deutschland und international demonstrieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Raus zum 8. 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