{"id":13022,"date":"2009-02-26T19:02:27","date_gmt":"2009-02-26T18:02:27","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13022"},"modified":"2012-05-15T15:15:34","modified_gmt":"2012-05-15T13:15:34","slug":"13022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/02\/13022\/","title":{"rendered":"LINKE-Bundesparteitag: F&#252;r einen sozialistischen Kurswechsel"},"content":{"rendered":"<p>  &quot;2009: Jahr der Krise und des Widerstands &#8211; F&#252;r einen sozialistischen   Kurswechsel der LINKEN&quot;<\/p>\n<p align=\"center\">  <b><a href=\"\/media\/m\/200902261608272009-02-28-linke-bundesparteitag.pdf\">Stellungnahme   der SAV zum Bundesparteitag<\/a><\/b><\/p>\n<p align=\"center\">  <small><a href=\"\/?p=13023\">siehe auch: Flyer   zum Bundesparteitag gegen Ausgrenzung<\/a><\/small><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Ob bei Anne Will, beim Daimler, im Friseursalon oder in der Uni: &#220;berall   wird dar&#252;ber diskutiert was die Gr&#252;nde f&#252;r die schwerste &#246;konomische   Krise seit den 30er Jahren ist und ob es Alternativen zum Kapitalismus   gibt.<\/p>\n<p>  Die Krise ist mehr als eine Finanzkrise. Ihre Ursache liegt im System   Kapitalismus selbst begr&#252;ndet, das immer wieder zu Krisen f&#252;hrt. Die   ersten Folgen sind deutlich zu sp&#252;ren. Mit der Vertiefung der Krise   werden Arbeitslosigkeit und Verarmung in einem Ausma&#223; zunehmen, das   unser heutiges Vorstellungsverm&#246;gen &#252;bersteigt.<\/p>\n<p>  Schon zu ihrem Beginn ersch&#252;ttert die Krise die Grundfesten des   Kapitalismus und st&#252;rzt die herrschende b&#252;rgerliche Klasse in eine   ideologische und politische Krise.<\/p>\n<p>  Die isl&#228;ndische Regierung musste aufgrund der Wut der Massen   zur&#252;cktreten. Im bisher relativ ruhigen Irland gingen &#252;ber 100.000   Menschen aus Protest auf die Stra&#223;e. In Frankreich steht am 19. M&#228;rz der   zweite Generalstreik in diesem Jahr gegen die Krisenfolgen auf der   Tagesordnung. Die Regierungen offenbaren ihre politische Unf&#228;higkeit in   den Augen von Millionen Menschen, eine Antwort auf diese Krise zu geben.<\/p>\n<p>  Auch in Deutschland brodelt der Unmut dar&#252;ber, dass den Banken   Milliarden in den Rachen geworfen werden, w&#228;hrend Entlassungen und   Kurzarbeit anstehen und Hartz IV weiter Armut per Gesetz bedeutet.<\/p>\n<h4>  Aufwind f&#252;r DIE LINKE?<\/h4>\n<p>  Der Aufbau einer starken Bewegung gegen die Abw&#228;lzung der Krise auf die   arbeitende und erwerbslose Bev&#246;lkerung ist auch in Deutschland dringend   n&#246;tig. Um die Krise, deren Wurzeln im kapitalistischen System liegen, zu   bek&#228;mpfen, braucht es ein sozialistisches Programm. Eine Partei, die der   Bewegung eine sozialistische Perspektive aufzeigt und Forderungen   entwickelt, die eine L&#246;sung erm&#246;glichen, w&#228;re eine gro&#223;er Fortschritt.<\/p>\n<p>  Genau das ist die Aufgabe der LINKE. Wenn sie echte Alternativen   pr&#228;sentiert, k&#246;nnte sie zu einer k&#228;mpferischen Massenpartei mit   Zehntausenden von neuen Mitgliedern aufgebaut werden.<\/p>\n<p>  DIE LINKE k&#246;nnte die Europa- und Bundestagswahlkampagne nutzen, um   sozialistische Ideen zu verbreiten und deutlich zu machen, dass sie sich   grundlegend von allen anderen Parteien unterscheidet. Wenn sie in   Wahlk&#228;mpfen und Bewegungen mit den folgenden Forderungen in Verbindung   gebracht w&#252;rde, k&#246;nnte sie ein wirklicher Bezugspunkt f&#252;r Menschen   werden, die sich zur Wehr setzen und eine Alternative suchen:<\/p>\n<p>  <i>Verteidigung jedes Arbeitsplatzes und jedes Betriebs <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Weg mit Hartz IV und Einf&#252;hrung eines Mindestlohns von zun&#228;chst   zehn Euro <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Drastische Verk&#252;rzung der Arbeitszeit auf 30-Stunden-Woche bei   vollem Lohn- und Personalausgleich als erstem Schritt <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Statt Milliarden f&#252;r die Banken: Die Reichen sollen zahlen: F&#252;r eine   Million&#228;rssteuer auf Verm&#246;gen von zehn Prozent <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Sozialistische Verstaatlichung aller Banken unter Kontrolle und   Verwaltung von gew&#228;hlten VertreterInnen der Belegschaften,   Gewerkschaften und der Regierung <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>&#220;berf&#252;hrung von Betrieben, die Entlassungen oder Schlie&#223;ung   androhen, in &#246;ffentliches Eigentum unter demokratischer Kontrolle und   Verwaltung <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Enteignung der DAX-30-Konzerne und der weiteren 150 gr&#246;&#223;ten Banken   und Konzerne und &#220;berf&#252;hrung in &#246;ffentliches Eigentum unter   demokratischer Kontrolle und Verwaltung <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Keine Auslandseins&#228;tze der Bundeswehr &#8211; R&#252;ckzug aller Truppen <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>&#220;berwindung des Kapitalismus, der zu Krisen, Kriegen,   Arbeitslosigkeit und Armut f&#252;hrt <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>F&#252;r eine sozialistische Demokratie, in der die Bed&#252;rfnisse von   Mensch und Natur im Mittelpunkt stehen<\/i><\/p>\n<p>  Eine Partei, die solche Positionen in B&#252;ndnissen, betrieblichen K&#228;mpfen   und Veranstaltungen vorschl&#228;gt und selbst lebendige Kampagnen f&#252;hrt,   w&#252;rde zum Motor und Instrument des Widerstands werden. Ihre politischen   Antworten und Kampfvorschl&#228;ge w&#252;rden das politische R&#252;ckgrat der   Bewegung st&#228;rken. Eine solche Partei k&#246;nnte die L&#252;gen der Herrschenden   entkr&#228;ften und ein Forum bieten, sozialistische L&#246;sungen auf die Krise   des Kapitalismus zu diskutieren. Das w&#228;re auch der beste Beitrag im   Kampf dagegen, dass NPD und Co. von der Krise profitieren.<\/p>\n<h4>  LINKE auf Tauchstation<\/h4>\n<p>  Doch DIE LINKE ist auf Tauchstation gegangen. Letztes Jahr forderte   Oskar Lafontaine &#8222;Freiheit durch Sozialismus&#8220;, die Enteignung der   Schaefflerfamilie und Generalstreiks in Deutschland. Solche Ideen und   Forderungen sind heute n&#246;tiger denn je. Doch gerade jetzt &#8211; wo die Frage   von betrieblicher und gewerkschaftlicher Gegenwehr gegen die Folgen der   Krise und sozialistische Antworten auf das Desaster des Kapitalismus   brandaktuell sind &#8211; bietet DIE LINKE Ideen an, wie man den Kapitalismus   besser managen k&#246;nnte und die Fraktion beschlie&#223;t ein Hartz   IV-light-Konzept.<\/p>\n<p>  Die LINKE-F&#252;hrung spielt eine unzureichende Rolle dabei, den Widerstand   gegen die Folgen der kapitalistischen Krise aufzubauen und politische   Forderungen in der Bewegung vorzuschlagen, die eine Antwort auf die   Krise darstellen.<\/p>\n<p>  Wenn DIE LINKE mit dieser Haltung in den Bundestagwahlkampf und ins   Krisenjahr 2009 geht, wird sie eine wichtige Chance verpassen, eine   wirkliche Alternative zum Kapitalismus aufzubauen.<\/p>\n<h4>  Widerstand gegen kapitalistische Krise<\/h4>\n<p>  Das muss unmittelbar ge&#228;ndert werden. Es geht jetzt darum, eine   Massenbewegung gegen die Abw&#228;lzung der Krisenlasten auf dem R&#252;cken der   abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten, Erwerbslosen, Rentner und Jugendlichen   aufzubauen.<\/p>\n<p>  Erster Ansatzpunkt f&#252;r Gegenwehr sind die bundesweiten Demos gegen die   Krise, die am 28. M&#228;rz in Berlin und Frankfurt\/Main stattfinden. Die   Ank&#252;ndigung dieser Demos hat schon jetzt die DGB-F&#252;hrung unter einen   solchen Druck gesetzt, dass sie f&#252;r den 16. Mai zu einer bundesweiten   Gro&#223;demonstration nach Berlin mobilisiert. Je erfolgreicher die Demos am   28. M&#228;rz werden, desto st&#228;rker kommt der DGB unter Druck, am 16.Mai   nicht einfach nur Dampf ablassen, sondern weitere Kampfschritte zu   organisieren.<\/p>\n<p>  Der Parteivorstand der LINKEN unterst&#252;tzt die Demos am 28. M&#228;rz. Das ist   gut, reicht aber nicht. Einige Landesverb&#228;nde wie DIE LINKE in   Baden-W&#252;rttemberg haben mit einer aktiven Mobilisierungskampagne   begonnen, um die Demo zu einem Erfolg zu machen. In Hamburg hat DIE   LINKE zu einer Widerstandskonferenz eingeladen, um die Bewegung   aufzubauen.<\/p>\n<p>  Die Partei sollte jetzt in allen Orten Veranstaltungen und Busse zur   Demo am 28. M&#228;rz organisieren. Regelm&#228;&#223;ige Infotische,   Flugblattverteilungen und Plakatierungen sind wichtig, um die Demos   bekannt zu machen und Leute anzusprechen, die selbst aktiv werden   m&#246;chten.<\/p>\n<p>  Mindestens genauso wichtig ist jedoch, in der Bewegung f&#252;r politische   Alternativen zum Chaos der kapitalistischen Marktwirtschaft einzutreten.   Wenn sich Redner der LINKEN auf den Demokundgebungen beispielsweise f&#252;r   eine sozialistische Perspektive der Bewegung aussprechen w&#252;rden, h&#228;tte   dies einen enormen Effekt.<\/p>\n<h4>  LINKE und Gewerkschaften<\/h4>\n<p>  Mitglieder der LINKEN sollten sich auch in Betrieben und Gewerkschaften   daf&#252;r einsetzen, dass eine aktive Mobilisierung stattfindet. DIE LINKE   k&#246;nnte regionale Widerstandskonferenzen durchf&#252;hren und   Gewerkschaftsvertreter zur Debatte einladen. Sie sollte vom DGB fordern,   dass in Deutschland wie in Frankreich ein eint&#228;giger Generalstreik   organisiert wird. In jeder Talkshow k&#246;nnte Lafontaine zu einer Teilnahme   an den Demos aufrufen und vom Beispiel Frankreichs sprechen.<\/p>\n<p>  Gleichzeitig kommt es schon jetzt zu Massenentlassungen auf   betrieblicher Ebene, was sich im Verlauf des Jahres noch erheblich   versch&#228;rfen wird. Allein im Januar haben 600.000 Menschen ihren Job   verloren. Um zu verhindern, dass ein Betrieb nach dem anderen zur   Schlachtbank gef&#252;hrt wird, ist eine koordinierte Streik- und   Betriebsbesetzungsbewegung n&#246;tig. In den Gewerkschaften sollten   Mitglieder der LINKEn koordiniert eine Strategie zu Gegenwehr einfordern   und dabei helfen, regionale Proteste und Streiks von unten mit   durchzusetzen.<\/p>\n<p>  DIE LINKE kann gewerkschaftliche und betriebliche Gegenwehr nicht   ersetzen. Aber sie kann eine wichtige Rolle dabei spielen, betriebliche   K&#228;mpfe mit aller Kraft zu unterst&#252;tzen, den Druck auf die   Gewerkschaftsf&#252;hrungen zu erh&#246;hen und zentrale politische Forderungen   wie nach Verstaatlichungen von Betrieben in K&#228;mpfe hineinzutragen.<\/p>\n<h4>  Verstaatlichung von Opel<\/h4>\n<p>  Beispiel Opel: Es droht die Schlie&#223;ung der Standorte Opel Bochum und   Eisenach. Wie soll sich DIE LINKE dazu verhalten? Aus Sicht der SAV war   es ein Fehler, dass die hessische Landtagsfraktion der LINKEN dem   angeblichen &#8222;Schutzschirm f&#252;r Opel&#8220; zugestimmt hat anstatt die   &#220;berf&#252;hrung von Opel in &#246;ffentliches Eigentum und den Erhalt aller   Arbeitspl&#228;tze zu fordern. Durch Milliardensubventionen werden nicht   Arbeitspl&#228;tze, sondern die Profite gesch&#252;tzt. Schon jetzt wird die Krise   auf dem R&#252;cken der Kollegen ausgetragen, die ohne Lohnausgleich k&#252;rzer   arbeiten. Wirklich kontrollieren kann man nur, was einem geh&#246;rt.<\/p>\n<p>  DIE LINKE sollte deshalb offensiv fordern, dass Opel als staatlicher   Betrieb dauerhaft unter der demokratischen Kontrolle und Verwaltung der   Belegschaft, gew&#228;hlten Gewerkschaftsvertretern und der Regierung weiter   gef&#252;hrt wird. Entsch&#228;digt werden m&#252;ssten lediglich die Klein- und   Belegschaftsaktion&#228;re. Die Arbeitszeit f&#252;r alle k&#246;nnte drastisch bei   vollem Lohn- und Personalausgleich reduziert werden. Ein einzelner   staatlicher Autokonzern h&#228;tte es jedoch schwer, sich isoliert im   kapitalistischen Wettbewerb bei 30 Prozent &#220;berkapazit&#228;ten in der   Autoindustrie zu behaupten. Deshalb muss die gesamte Branche in   &#246;ffentliches Eigentum &#252;berf&#252;hrt und im Interesse der Mehrheit der   Bev&#246;lkerung und der Umwelt organisiert werden. Wenn weniger Autos   ben&#246;tigt werden, k&#246;nnte die Produktion auf sinnvollere Produkte   umgestellt werden. Das gibt eine Vorstellung davon, was in einer   demokratisch geplanten Wirtschaft im Vergleich zum kapitalistischen   Marktchaos m&#246;glich w&#228;re.<\/p>\n<h4>  F&#252;r ein tats&#228;chlich sozialistisches Programm<\/h4>\n<p>  Oskar Lafontaine und DIE LINKE-F&#252;hrung wiederholen jedoch   gebetsm&#252;hlenartig, dass sie das System als solches nicht in Frage   stellen. DIE LINKE doktort an den Symptomen der Krise herum und   pr&#228;sentiert sich als der bessere Arzt am Krankenbett des Kapitalismus.<\/p>\n<p>  Lange hat die F&#252;hrung der LINKEN gez&#246;gert, &#252;berhaupt die   Vergesellschaftung von Banken zu fordern. Erst nach Druck von der   Parteibasis, Beschl&#252;ssen mehrerer Landesverb&#228;nde und den ersten   Teil-Verstaatlichungen durch die Regierung fordert nun auch endlich DIE   LINKE-F&#252;hrung die Verstaatlichung von Banken.<\/p>\n<p>  Aber diese Forderung wird nicht in einen Zusammenhang zur &#220;berwindung   des kapitalistischen Profitsystems gestellt, sondern verharrt in einem   kapitalistischen Rahmen, der keine Perspektive zur L&#246;sung der   katastrophalen Weltwirtschaftskrise weist. In einer Pressemitteilung vom   31. Januar bescheinigt Lafontaine Angela Merkel sogar, dass die   geplanten Verstaatlichungen der Regierung in die richtige Richtung   gingen. Das Bankenrettungspaket wurde als &#8222;technisch korrekt&#8220; gelobt,   die Berliner LINKE stimmte im Bundesrat sogar daf&#252;r.<\/p>\n<p>  Zudem lehnt DIE LINKE-F&#252;hrung die Verstaatlichungen von Konzernen offen   ab. Lafontaine pl&#228;diert stattdessen f&#252;r eine Beteiligung der Mitarbeiter   am Privateigentum von Gro&#223;betrieben beispielsweise in Form von   Mitarbeiteraktien. Eine solche Belegschaftsbeteiligung f&#252;hrt jedoch   nicht zu einer St&#228;rkung der Belegschaft gegen&#252;ber dem Arbeitgeber und   einem Bruch mit der kapitalistischen Logik im Betrieb, sondern zielt auf   eine Auss&#246;hnung zwischen Unternehmer und Belegschaft ab. Nach dem Motto   &#8222;mitgefangen, mitgehangen&#8220; werden dann die Besch&#228;ftigten auch noch an   den Verlusten in der Krise beteiligt.<\/p>\n<p>  Um in den anstehenden K&#228;mpfen und politischen Auseinandersetzungen eine   wirkliche Alternative anzubieten, braucht die LINKE ein tats&#228;chlich   sozialistisches Programm. Die Forderung nach der Verstaatlichung aller   Banken &#8211; auch der profitablen &#8211; und der &#220;berf&#252;hrung der Konzerne, die   Massenentlassungen und Betriebsschlie&#223;ungen androhen, in &#246;ffentliches   Eigentum unter demokratische Kontrolle und Verwaltung durch die   arbeitende Bev&#246;lkerung, sind so aktuell wie nie. Um mit der Profitlogik   dieses Systems zu brechen, m&#252;ssen die DAX-30-Konzerne und die weiteren   150 gr&#246;&#223;ten Banken und Konzerne ebenfalls in &#246;ffentliches Eigentum   &#252;berf&#252;hrt werden.<\/p>\n<p>  Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit gekommen, offensiv die   Notwendigkeit einer sozialistischen Gesellschaftsver&#228;nderung zu   propagieren und sich deutlich von dem kapitalistischen Krisenmangement,   das zu einer weiteren Umverteilung von unten nach oben f&#252;hrt, abzusetzen?<\/p>\n<h4>  Was tun?<\/h4>\n<p>  Der Grund f&#252;r die moderate Politik und die Entradikalisierung der   &#246;ffentlichen Stellungnahmen der Parteispitze liegt auf der Hand: Die   Parteispitze will in diesem Jahr in verschiedene Landesregierungen   einziehen. Also m&#252;ssen sie ihr Verantwortungsbewusstsein &#8211; dem Kapital   gegen&#252;ber &#8211; unter Beweis stellen. Dazu passt, dass die Fraktion   beschlossen hat, eine ALG-II-Regelsatzerh&#246;hung auf nur noch 435 Euro zu   fordern. Die Partei wurde in dieser wichtigen Frage einfach &#252;bergangen   und von der Fraktion vor vollendete Tatsachen gestellt.<\/p>\n<p>  In diesem Kontext ist auch zu verstehen, warum Gregor Gysi erkl&#228;rt, dass   er keine Lust mehr auf &#8222;linke Spinner&#8220; in der Partei habe und die   Ausgrenzung gegen elf SAV-Mitglieder als marxistische KritikerInnen in   Berlin fortgesetzt wird. Es geht bei dieser Auseinandersetzung nicht nur   um die SAV. Wenn Klaus Ernst mit seinem Kurs Erfolg hat, w&#228;re dies ein   Pr&#228;zedenzfall, der gegen andere Antikapitalisten und Sozialisten in der   Partei genutzt werden k&#246;nnte.<\/p>\n<p>  Es darf keine Zeit verloren werden, das Ruder innerhalb der Partei   herumzurei&#223;en. Zwei Landesparteitage und mehrere Landesvollversammlungen   des Jugendverbands haben sich gegen die Ausgrenzung der elf SAVlerInnen   ausgesprochen. Dem Bundesparteitag liegt ein Antrag der LAG Arbeit und   Soziales Bayern vor, der sich f&#252;r eine &#8222;Klare Absage an das Klaus   Ernst-Konzept mit Arbeitszwang und Sanktionen&#8220; ausspricht. Statt   Beteiligungen an Landesregierungen mit der SPD, die f&#252;r Umverteilung von   unten nach oben steht, ist entschlossener Widerstand im Jahr der Krise   n&#246;tig.<\/p>\n<p>  Die B&#252;ndnispartner der LINKEN sind die Menschen, die von Entlassungen,   Hartz IV und Sozialabbau betroffen sind. Diese Menschen setzen sich   gegen die Politik der SPD-CDU-Regierung zur Wehr. Es w&#228;re absurd, wenn   DIE LINKE der SPD in weiteren Landesregierungen die Hand reicht. Durch   Regierungsbeteiligungen wird DIE LINKE lediglich zum Vollstrecker von   Sozialabbau und schw&#228;cht den Widerstand. Das ist die Realit&#228;t in Berlin,   wo DIE LINKE Mitte Februar dem Ausbau der &#220;berwachung zugestimmt hat,   indem sie gemeinsam mit SPD und CDU f&#252;r eine zentrale Sch&#252;lerdatei   gestimmt hat, die die demokratischen Rechte von Sch&#252;lern aush&#246;hlt.<\/p>\n<p>  Das Beispiel Italien sollte der LINKEn eine Warnung sein. Dort hat die   Rifondazione Comunista (PRC) durch eine Beteiligung an der   Mitte-links-Regierung unter Romano Prodi ihr eigenst&#228;ndiges Profil   verloren und erhebliche Verschlechterungen mitgetragen. Das Resultat war   die R&#252;ckkehr von Berlusconi, der Verlust aller Parlamentssitze der PRC   und ein starker Verlust von Glaubw&#252;rdigkeit unter Aktivisten.<\/p>\n<p>  Die SAV m&#246;chte gemeinsam mit anderen einen Beitrag dazu leisten, dass   DIE LINKE nicht im Zeitraffer den Weg der Anpassung geht, sondern sich   zu einer echten Alternative zu Regierung und Kapital entwickelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      &quot;2009: Jahr der Krise und des Widerstands &#8211; F&#252;r einen sozialistischen<br \/>\n      Kurswechsel der LINKEN&quot;\n    <\/p>\n<p align=\"center\">\n      <b><a href=\"\/media\/m\/200902261608272009-02-28-linke-bundesparteitag.pdf\">Stellungnahme<br \/>\n      der SAV zum Bundesparteitag<\/a><\/b>\n    <\/p>\n<p align=\"center\">\n      <small><a href=\"\/?p=13023\">siehe auch: Flyer<br \/>\n      zum Bundesparteitag gegen Ausgrenzung<\/a><\/small>\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13022"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13022"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13022\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13022"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13022"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13022"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}