{"id":13016,"date":"2009-02-17T00:01:00","date_gmt":"2009-02-16T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13016"},"modified":"2012-05-15T15:16:27","modified_gmt":"2012-05-15T13:16:27","slug":"13016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/02\/13016\/","title":{"rendered":"Hohe Wogen bei DIE LINKE in Aachen"},"content":{"rendered":"<p>  dokumentiert: Erkl&#228;rung von TeilnehmerInnen der Wahlversammlung am 7.2.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Am 7.2.09 fand eine turbulente Wahlversammlung unserer Partei DIE LINKE   und ein Auszug einer Minderheit aus dem Saal statt. Was war geschehen?<\/p>\n<p>  Man mag es bedauern, dass es innerhalb von DIE LINKE gro&#223;e inhaltliche Auseinandersetzungen   gibt. Doch bei wichtigen Entscheidungen ist es nur allzu verst&#228;ndlich,   dass alle Mitglieder engagiert und entschlossen ihre Meinung einbringen   wollen. Insbesondere Programm und die Wahl der KandidatInnen werden die   Weichen f&#252;r den Erfolg f&#252;r DIE LINKE in den n&#228;chsten Monaten   und Jahren stellen. Damit setzen die Parteimitglieder auch die Weichen   daf&#252;r, Arbeitende, Erwerbslose, RentnerInnen und Jugendliche zu   ermutigen, aktiv zu werden und k&#228;mpferische Gegenwehr anzusto&#223;en &#8211;   oder eben nicht!<\/p>\n<p>  Die &#8222;Reformorientierte Str&#246;mung&quot; (um das FDS &#8211; Forum Demokratischer Sozialismus)   innerhalb von DIE LINKE setzt in Bund, Land und Aachen darauf,   parlamentarische &#8222;Real&quot; Politik zu gestalten und Koalitionen mit   Rot-Gr&#252;n zu erm&#246;glichen. Sie k&#228;mpft deshalb f&#252;r ein Programm, das f&#252;r   Rot-Gr&#252;n halbwegs akzeptabel sein soll. Was diese Koalitionen an praktischer   Politik bedeuten, k&#246;nnen wir zum Beispiel seit geraumer Zeit anhand   der Ma&#223;nahmen des Berliner Senats klar und deutlich sehen: Privatisierung,   Sozialk&#252;rzungen, Abbau der Mitbestimmung im &#246;ffentlichen Dienst,   Arbeitsplatzvernichtung etc.<\/p>\n<p>  Zur moderaten Begleitung oder der Durchf&#252;hrung weiteren Sozialabbaus brauchen   wir keine (Halb) Linke, das k&#246;nnen SPD und Gr&#252;ne, CDU und FDP   alleine erledigen. Was wir brauchen, ist eine Partei, die Gegenwehr   organisiert und Menschen ermutigt, aktiv f&#252;r ihre Interessen   einzutreten. Wir brauchen eine Partei, die konsequent an der Seite von   Besch&#228;ftigten, Erwerbslosen, Jugendlichen und RentnerInnen steht   und die bereit ist, den Kapitalisten und den Sozialr&#228;ubern von   CDU\/SPD\/FDP und Gr&#252;nen die Stirn zu bieten. Eine Partei die auch   gesellschaftliche Alternativen wieder auf die Tagesordnung setzt.<\/p>\n<p>  Bereits bei der Programmkommission, die den entsprechenden Teil der Tagesordnung   der Versammlung vorbereiten sollte, warnten die reformorientierten   Kr&#228;fte davor, &quot;radikale&quot; Forderungen zu stellen, um damit   angeblich die Partei und das Wahlergebnis nicht zu gef&#228;hrden, denn   revolution&#228;re Massen st&#252;nden eben nicht bereit. Fakt ist aber doch,   dass durch die Wirtschaftskrise weltweit Millionen bereits in Arbeitslosigkeit,   Schulden und Armut gest&#252;rzt wurden oder noch werden.<\/p>\n<p>  Darauf muss DIE LINKE eine Antwort geben.<\/p>\n<p>  Vor der Versammlung brach &#8211; wie oft vor wichtigen Versammlungen &#8211; eine   massive Verleumdungskampagne insbesondere gegen die Sozialistische Alternative   &#8211; SAV aber auch gegen alle Kr&#228;fte, die sich konsequent gegen   Regierungsbeteiligungen und Paktierereien mit Sozialr&#228;ubern stellen,   los.Wie gewohnt mit dem Ziel, besonders bei neuen Mitgliedern, die   vielleicht diese Kr&#228;fte noch nicht kennen &#8211; Angst zu sch&#252;ren und Missgunst   und Feindseligkeit zu streuen. Dabei wird auch nicht davor zur&#252;ck   geschreckt Leute aufzuhetzen, welche sich dann f&#252;r Attacken ihrer   Stichwortgeber hergeben und f&#252;r sie brav eine Zeit lang die Drecksarbeit   gegen bestimmte Leute erledigen. Dass dabei der Blick und die Kraft   gegen&#252;ber den realen politischen Gegnern (den Arbeitsplatzvernichtern   und Sozialr&#228;ubern) verloren geht, scheint bestimmte Leute nicht   sonderlich zu st&#246;ren. Sie stellen ihren kleinen subjektiven   Weltblick vor die Interessen unserer Partei und scheuen dabei   offensichtlich nicht einmal vor Kollateralsch&#228;den zur&#252;ck. Auch der   Pressespiegel zu den aktuellen Vorg&#228;ngen legt Zeugnis dar&#252;ber ab.<\/p>\n<p>  Nebenbei: Ausgesprochen wurde nur &quot;SAV und Co.&quot;, gemeint war wom&#246;glich   jedes kritisch beobachtende Mitglied. In der zur&#252;ckliegenden Periode   hat solches Vorgehen punktuell funktioniert, aber je bekannter die   politischen Ziele der SAV wurden, erzielten die permanenten   Ausgrenzungsversuche eher Solidarisierung.<\/p>\n<h4>  Diktieren oder Auszug!<\/h4>\n<p>  Auf der Versammlung am 07. Februar hat der &#8222;reformorientierte&quot; Fl&#252;gel   zu Beginn die Mehrheitsverh&#228;ltnisse erkannt und versuchte darauf   mit allen Mitteln die Programmdiskussion zu sabotieren, nachdem der   Antrag auf Vertagung mehrheitlich nicht angenommen wurde.<\/p>\n<p>  Der Beschluss der Versammlung, den k&#228;mpferischen (gewiss korrigierbaren und   um lokale Bez&#252;ge zu erg&#228;nzenden) Kurzflugblattentwurf von Manni   Engelhardt als Grundlage f&#252;r ein Massenflugi im Wahlkampf zu nehmen, brachte   die &quot;Reformer aus dem Ruder&quot;. Es wurde der Untergang f&#252;r die Partei   prophezeit, falls folgende Forderungen im Flugblattentwurf beschlossen   werden sollten:<\/p>\n<p>  <i>&#8226; Weg mit allen Hartz Gesetzen <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>&#8226; Mindestlohn von 10 Euro <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>&#8226; Mindestsicherung von 750 Euro plus warme Miete <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>&#8226; Nulltarif im &#214;PNV f&#252;r die St&#228;dteregion <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>&#8226; 30-Stunden-Arbeitswoche bei vollem Lohn- und Personalausgleich <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>&#8226; Keine Zusammenarbeit\/Koalitionen mit den Hartz-IV &#8211;Parteien. <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>&#8226; Betriebe, die mit Entlassungen oder Schlie&#223;ung drohen, sollen ihre Gesch&#228;ftsb&#252;cher   offen legen und der Betrieb zur Rettung der Arbeitspl&#228;tze in   &#246;ffentliches Eigentum unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung   &#252;berf&#252;hrt werden.<\/i><\/p>\n<p>  Auch das Angebot, den Beschluss der Versammlung einem Ratschlag vorzulegen   (Ein Angebot, das viele Reformer auch mittragen wollten) konnte den   mutma&#223;lich geplanten Auszug eines Teils der Abstimmungsverlierer nicht   verhindern.<\/p>\n<p>  Beim Auszug nahm der Sprecher das f&#252;r die Durchf&#252;hrung der Veranstaltung wichtige   technische Equipment (Laptop, Beamer, Stimmzettel) mit, offensichtlich   in der Absicht und in dem Glauben, damit die Versammlung &#8211; entgegen der   ihm nicht genehmen Beschlusslage &#8211; mit der Brechstange zu beenden. Es   ist daher nicht verwunderlich, dass jetzt sein R&#252;cktritt von vielen   Mitgliedern gefordert wird! Worauf kann man sich bei diesem Sprecher   Darius Dunker noch verlassen? Welche Tricks wird er beim n&#228;chsten Mal   anwenden, wenn ihm und seinen Kompagnons die Argumente und die   Beschlusslage nicht gefallen?<\/p>\n<p>  Im Saal blieben nicht irgendwelche Chaoten, wie die Reformer &#252;ber die Medien   teils erfolgreich zu verbreiten wussten. Etwa Zweidrittel der Stimmberechtigten,   unter andern immerhin 7 von 10 Aachener Vorstandsmit gliedern (darunter   die Sprecherin), 2 der 3 Ratsherren sowie Vorstandsmitglieder aus 4 von   5 Aachener Ortsverb&#228;nden. setzten die vom Eklat der &quot;schlechten&quot;   Abstimmungsverlierer unterbrochene Wahlversammlung ordnungsgem&#228;&#223; fort.<\/p>\n<p>  Die Versammlung verlief korrekt, satzungsgem&#228;&#223; und nach den geforderten   demokratischen Regeln. Als RatskandidatInnen wurden Marc Treude, Doreen   Ullrich, Marika Jungblut, Horst Schnitzler, Martina Haase, Jakob Dircks   sowie zum OB-Kandidat Horst Schnitzler gew&#228;hlt.<\/p>\n<p>  Pluralistisch hei&#223;t nicht, dass nur eine Meinung gelten darf! Auf der Wahlversammlung   vom 10.1 zur St&#228;dteregion (Aachen fusioniert mit den umliegenden   Kommunen) wurden bei der Kandidatenliste, die Pl&#228;tze Eins und Drei   mit ehemaligen Christdemokraten und die nachfolgenden vier Pl&#228;tze mit   &quot;Reformern&quot; besetzt. Der linke\/konsequente Fl&#252;gel hat weder   getobt, noch ist er ausgezogen.<\/p>\n<p>  Wir rufen dazu auf, zur demokratischen Arbeitsweise zur&#252;ckzukehren.<\/p>\n<p>  Das Ergebnis der Mehrheit gab und gibt keinen Anlass zum Zweifel. Es spiegelt   auch den politischen Willen einer Mehrheit der Stadtpartei wider, eine   k&#228;mpferische und konsequente LINKE aufzubauen. Wir bleiben, was   Programmdiskussion und weitere KandidatInnen angeht offen und gehen   damit einen Schritt auf die Minderheit zu. Der politische und   inhaltliche Diskurs ist von entscheidender Bedeutung.<\/p>\n<p>  Was uns alle vereinen sollte, ist die Entschlossenheit die Interessen von   ArbeitnehmerInnen, Arbeitslosen, Jugendlichen, RentnerInnen u.s.w. in   den Mittelpunkt eines k&#228;mpferischen und erfolgreichen Wahlkampfs zu   stellen und nicht der Wunsch &quot;Z&#252;nglein an der Waage&quot; bei Rot-Gr&#252;n oder   gar deren zuk&#252;nftiger Mehrheitsbeschaffer zu sein. Denn in einer Zeit   in der durch eine weltweit einsetzende Wirtschaftskrise die Existenzen   von Millionen bedroht werden, brauchen wir klare Antworten und mutige   Konzepte. Es geht nicht darum &#8222;Pfl&#228;sterchen&quot; zu kleben und damit   die vermeintlich besseren Krisenmanager zu sein, sondern den Krisen an   sich den Boden zu entziehen.<\/p>\n<p>  &#220;ber Programm und Inhalte wollen wir gerne mit allen Mitgliedern gemeinsam   solidarisch diskutieren. Lasst uns gemeinsam einen k&#228;mpferischen   Wahlkampf gestalten.<\/p>\n<h5>  Die Unterzeichnenden:<\/h5>\n<p>  Doreen Ullrich, Mitglied des Kreisvorstandes<\/p>\n<p>  Jennifer W&#246;rl, Mitglied des Kreisvorstandes, Mitglied im Sprecherrat Aachen-Ost<\/p>\n<p>  Manfred Engelhardt, Kreisvorstandsmitglied DIE LINKE AC und Ehrenmitglied   der ARGE der Studentenwerkspersonalr&#228;te NRW im VER.DI-Landesbezirk   NRW FB 5<\/p>\n<p>  Gaetan Kayitare, Mitglied Die Linke und der SAV<\/p>\n<p>  Carsten Philippen, Mitglied der Partei Die Linke und Mitglied Schlichtungskommission   Kreisverband Aachen<\/p>\n<p>  Hartmut Knippschild, OV Sprecher Alsdorf, Mitglied der LAK Umwelt und Energie   Und Mitglied der AKL und KPF mit im Koordinationsrat der KPF\/ NRW der   Kreise Aachen, D&#252;ren und Heinsberg, Im Koordinationsrat der Bildungsgemeinschaft   Salz<\/p>\n<p>  Josef Kaus, Mitglied der Partei Die Linke<\/p>\n<p>  Monika Dumont, Sprecherin des Kreises und Stadt Aachen und Mitglied der   AKL und KPF<\/p>\n<p>  Bruno Dumont, Mitglied der Partei Die Linke und im Koordinationsrat<\/p>\n<p>  KPF\/NRW der Kreise Aachen, D&#252;ren und Heinsberg und Mitgllied der AKL, im   Koordinationsrat der Bildungsgemeinschaft Salz<\/p>\n<p>  Jacqueline Dumont, OV Alsdorf Mitglied des Ortsvorstandes<\/p>\n<p>  Bernd Zoll, Mitglied der Partei Die Linke<\/p>\n<p>  Dirk Momber, Mitglied des Vorstandes OV Aachen-Au&#223;enstadt S&#252;d-Ost<\/p>\n<p>  Jakob Dirks, Mitglied der Partei Die Linke, gew&#228;hlter Kandidat der Reserveliste   Platz 6<\/p>\n<p>  J&#246;rg J&#246;rissen, Mitglied des Vorstandes OV Aachen Ost und Mitglied SAV<\/p>\n<p>  Marc Treude, Fraktionsvorsitzender Die Linke Stadt Aachen und Mitglied   der SAV<\/p>\n<p>  Metin Sak, Mitglied der Partei Die Linke, Mitglied der IG Metal und Betriebsrat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      dokumentiert: Erkl&#228;rung von TeilnehmerInnen der Wahlversammlung am 7.2.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13016"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13016"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13016\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}