{"id":13013,"date":"2009-02-17T01:00:00","date_gmt":"2009-02-17T00:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=13013"},"modified":"2012-05-15T15:16:15","modified_gmt":"2012-05-15T13:16:15","slug":"13013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/02\/13013\/","title":{"rendered":"LINKE Berlin-Neuk&#246;lln: Nichtbefassung statt Verteidigung des offenen und       pluralistischen Charakters der Partei"},"content":{"rendered":"<p>  Am Freitag abend fand eine Mitgliederversammlung des Bezirksverbades   Neuk&#246;lln statt. Mitglieder der LINKEN und SAV brachten dort auch zwei   Antr&#228;ge gegen die Ausgrenzung von Lucy Redler, Sascha Stanicic und   weiteren SAV Mitgliedern ein.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Die beiden Antr&#228;ge lauteten:<\/p>\n<h5>  Antrag 1:<\/h5>\n<p>  <i>Der Bezirksverband der LINKEN in Berlin-Neuk&#246;lln schlie&#223;t sich der   Haltung des Landesparteitags der LINKEN Baden-W&#252;rttemberg an, der am   1.2.09 beschlossen hat: &quot;<b>Der Landesparteitag h&#228;lt die Einspr&#252;che   gegen die Mitgliedschaft von Lucy Redler und anderen Berliner SAV- und   ehemaligen WASG-Mitgliedern f&#252;r nicht gerechtfertigt. Diese Einspr&#252;che   stehen im Widerspruch zum offenen und pluralistischen Charakter der   Partei.<\/b>&quot; <\/i><\/p>\n<p>  <i>Wir, der Bezirksverband Neuk&#246;lln, erwarten von der   Bundesschiedskommission die Einspr&#252;che gegen die Aufnahmen zur&#252;ck zu   weisen und die betroffenen SozialistInnen in die LINKE aufzunehmen.<\/i><\/p>\n<h5>  Antrag 2:<\/h5>\n<p>  <i>Die Bezirksversammlung der LINKEN fordert den Bezirksvorstand auf,   gegen die Entscheidung der Landesschiedskommission zur Nicht-Aufnahme   von Lucy Redler und Sascha Stanicic Widerspruch bei der   Bundesschiedskommission einzulegen.<\/i><\/p>\n<h4>  &quot;Keine Lust&quot;<\/h4>\n<p>  Schon im Vorfeld der Sitzung zeigte der Vorsitzende des   Bezirksverbandes, Ruben Lehnert, dass er kein Interesse an einer   Diskussion und Beschlussfassung zu diesem Thema hat. Er sagte w&#246;rtlich   &#8222;Das ist das letzte, worauf ich heute abend Lust habe.&#8220; Er begr&#252;ndete   seine Ablehnung formal damit, dass die Antr&#228;ge zwei Wochen vorher   eingereicht werden m&#252;ssten. Dass die Einladung zur Versammlung erst   knapp eine Woche vorher eintraf, ist eine Sache. Die formalen Man&#246;ver,   die Diskussion &#252;ber die Ausgrenzung der SAV&quot;ler abzublocken, war jedoch   nichts Neues.<\/p>\n<p>  Es wurde nach Verteilung der Antr&#228;ge an alle dennoch gestattet, sie zu   begr&#252;nden. Unter anderem wies Angelika Teweleit (SAV und LINKE) darauf   hin, dass die Landesschiedskommission nicht satzungsgem&#228;&#223; entschieden   habe, und verwies auf die Abschnitte des Partei-Statuts, die einen   offenen und pluralistischen Charakter der Partei deutlich benennen. Sie   warnte vor den politischen Konsequenzen, wenn linke KritikerInnen aus   der Partei ausgegrenzt und mundtot gemacht werden. Sie forderte den   Bezirksverband auf, sich dem Protest dagegen anzuschlie&#223;en. Sie machte   klar, dass es hier nicht um die Unterst&#252;tzung der politischen Positionen   der SAV geht, sondern darum, wie die Partei weiter als attraktives   Angebot aufgebaut werden kann: neben Programm, aktivem Wahlkampf und   Organisierung von Protesten kann sie das nur sein, wenn sie auch   demokratisch und offen ist.<\/p>\n<p>  Auf die Begr&#252;ndung folgte ein Antrag auf &#8222;Nichtbefassung&#8220; durch Harald   Schindel, mit der Begr&#252;ndung, der Antrag sei zu sp&#228;t und au&#223;erdem habe   der Bezirksvorstand mit der Ablehnung des Einspruchs von Klaus Ernst   bereits Stellung bezogen. Daher bestehe hier keinerlei Handlungsbedarf.   Ein anwesendes Mitglied der Landesschiedskommission verwies weiterhin   darauf, dass es ein laufendes Verfahren sei, das jetzt vor der   Bundesschiedskommission sei. Damit w&#252;rde die Sache jetzt ihren Gang   gehen.<\/p>\n<p>  Diese Aussage von Harald Schindel und anderen ist jedoch geradezu   grotesk, da die Landesschiedskommission ja gerade die Entscheidung des   Neuk&#246;llner Bezirksverbands abgelehnt  und dem Antrag von Klaus Ernst   stattgegeben hatte. Es geht daher nicht nur um   einfachen&#8222;Handlungsbedarf&#8220;, sondern es geht darum, ob der   Bezieksvorstand seine bisherige Haltung vor der Bundeschiedskommission   verteidigt oder nicht. <\/p>\n<p>  Mit wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen wurde der Antrag auf   Nichtbefassung angenommen. Diese Entscheidung, die auch alle anwesenden   Mitglieder der Str&#246;mung Marx21 durch Zustimmung mittrugen, ist in der   aktuellen Situation politisch gleichbedeutend mit der Ablehnung beider   Antr&#228;ge und in der Konsequenz eine Akzeptanz der Ausgrenzungsversuche   der Parteif&#252;hrung gegen&#252;ber MarxistInnen. Gut, dass andere   Kreis-, Bezirks- und sogar ganze Landesverb&#228;nde wie Baden-W&#252;rttemberg   und Schleswig-Holstein sich klar und deutlich gegen die Ausgrenzung   positioniert haben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Am Freitag abend fand eine Mitgliederversammlung des Bezirksverbades<br \/>\n      Neuk&#246;lln statt. 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