{"id":13001,"date":"2009-02-06T01:00:00","date_gmt":"2009-02-06T01:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13001"},"modified":"2009-02-06T01:00:00","modified_gmt":"2009-02-06T01:00:00","slug":"13001","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/02\/13001\/","title":{"rendered":"Island: Studierende in Reykjav&#237;k verschaffen sich Geh&#246;r"},"content":{"rendered":"<p>  CWI-Mitglied spricht vor linken Studierenden in einem von der   kapitalistischen Krise ersch&#252;tterten Land<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Kristofer Lundberg, R&#228;ttvisepartiet Socialisterna   (Schwesterorganisation von SAV und SLP und Sektion des CWI in Schweden),   30. Januar 2009<\/i><\/h4>\n<p>  Island ist von einer Protestwelle ins Wanken gebracht worden, die als   Reaktion auf die Verheerungen der hiesigen Volkswirtschaft durch die   Weltwirtschaftskrise die Regierung zu Fall brachte (mehr dazu auf diesr   Homepage und www.socialistworld.net). Kristofer Lundberg von der   R&#228;ttvisepartiet Socialisterna (CWI in Schweden) und der SST (schwedische   Sektion des Jugend- und Studierendenb&#252;ndnisses International Socialist   Resistance) besuchte Island und sprach zu linken Studierenden, die eine   wichtige Rolle bei der Entwicklung der Bewegung gespielt haben.<\/p>\n<p>  Am 29. Januar zog R&#243;skva (Rote Studierende) von der Universit&#228;t von   Island zum Parlament, um jeder nachfolgenden Regierung zu zeigen, dass   die Studierenden darauf vorbereitet sind, f&#252;r ihre Rechte zu k&#228;mpfen.   Sie brachten eine Petition mit denselben Forderungen ein, wie die, die   die j&#252;ngst gest&#252;rzte Regierung im Dezember noch erhalten hatte, als die   Studierenden gegen K&#252;rzungen protestierten.<\/p>\n<p>  Die Gespr&#228;che, die seit den fr&#252;hen Morgenstunden im Parlamentsgeb&#228;ude   stattgefunden hatten, zielten auf die Gr&#252;ndung einer Interimsregierung   bestehend aus Linksgr&#252;nen und dem Sozialdemokratischen B&#252;ndnis ab, die   das Land bis zu den Neuwahlen im Fr&#252;hjahr f&#252;hren soll. Die   Sozialdemokraten erkl&#228;rten, dass nun keine grundlegenden Fragen offen   geblieben sind und dass das Treffen ohne Komplikationen &#252;ber die B&#252;hne   gegangen ist. Das bot die ideale Gelegenheit f&#252;r die Studierenden, um   deren Forderungen vorzubringen.<\/p>\n<p>  Unter einem roten Banner mit der Aufschrift &#8222;Bildung zuerst&#8220; und mit   roten Fahnen, Trommeln und Pappschildern zogen sie voller &#220;berzeugung   vor das Parlament. Auf einem Transparent war zu lesen: &#8222;Mit Bildung   k&#246;nnen wir das Land aufbauen&#8220;. Damit sollte Kritik an der Regierung wie   auch an der Polizei ge&#252;bt werden, da auf den Polizeischildern in Island   der Spruch steht: &#8222;Mit dem Gesetz bauen wir das Land auf&#8220;! Es geht   hierbei um Polizeikr&#228;fte, die von der Massenbewegung heftig kritisiert   wurden, da diese die Frage nach einer neuen Polizeif&#252;hrung aufgeworfen   hat. Das Treffen der Politiker wurde von Sprechch&#246;ren unterbrochen, die   &#8222;Bildung ist macht!&#8220; skandierten.<\/p>\n<p>  Bergpora Snabjorndottir erz&#228;hlte mir: &#8222;Wir sind hier, um   sicherzustellen, dass die Politiker uns nicht vergessen. Damit sie, wenn   sie dort verhandeln, wissen, dass wir unsere Forderungen haben. Wir   wollen, dass die Bildung auf die Tagesordnung kommt. Bildung ist f&#252;r die   ganze Gesellschaft wichtig. Wir brauchen Bildung, die Gesellschaft   braucht gut ausgebildete Menschen. Wir sind es, die jungen Leute, die   diese kaputte Gesellschaft wieder aufbauen werden.&#8220;<\/p>\n<p>  &#8222;Wir wollen die Regierung daran erinnern, dass die Zukunft des Landes in   ihren H&#228;nden liegt. Wir wollen die Bildung, die uns zusteht&#8220;, sagte Anna   Finnborgadottir.<\/p>\n<p>  &#8222;Wir wollen eine Bildung erster Klasse, wir sind die Generation, die die   Gesellschaft pr&#228;gen wird. Wir sind hier, vergesst das nicht&#8220;, f&#252;gte   Bergpora Benediktsdottir hinzu.<\/p>\n<h4>  Interview mit einem Aktivisten der Studierendenbewegung<\/h4>\n<p>  Bei R&#243;skva (Rote Studierende) handelt es sich um eine linke   Studierendenorganisation, die an der Landesuniversit&#228;t sozialistische   Studierende unter einem Dach zusammenfasst. R&#243;skva ist eine   Organisation, die eine gro&#223;e Bandbreite an Sichtweisen &#8211; von   reformistischen bis hin zu radikal linken &#8211; repr&#228;sentiert. Sich selbst   beschreiben sie als ein B&#252;ndnis sozial Denkender, und es gibt sie schon   seit rund 20 Jahren. Heutzutage unterst&#252;tzen die gut einhundert aktiven   Mitglieder an der Universit&#228;t keine politische Partei. Kristofer   Lundberg von den SST (der schwedischen Sektion von International   Socialist Resistance) sprach mit Sigurdur Karirnason, einem der   KandidatInnen von R&#243;skva f&#252;r die Wahlen zur Studierendengewerkschaft.<\/p>\n<p>  &#8222;Im Herbst machten die isl&#228;ndischen Studierenden wegen der   Wirtschaftskrise, die das Land schwer getroffen hat, eine schwierige   Zeit durch. Die, die Darlehen in anderen W&#228;hrungen haben, sind in einer   noch schlimmeren Lage.&#8220;<\/p>\n<p>  &#8222;Die Roten Studierenden meinen, dass der Kampf um Studentenrechte   au&#223;erhalb der Uni genauso wichtig ist wie innerhalb der Hochschule.   Politische Entscheidungen treffen auch die Zukunft der Studierenden, und   daher m&#252;ssen auch sie am politischen Kampf teilnehmen.&#8220;<\/p>\n<p>  &#8222;Wir wollen die Stimme der Studierenden sein. Als die Krise im Dezember   durchschlug, wollte die Regierung K&#252;rzungen in H&#246;he von zwei Milliarden   isl&#228;ndischen Kronen durchsetzen. Doch nach Protesten und einer Petition   von R&#243;skva und der Studierendengewerkschaft, in der wir seit zwei Jahren   die F&#252;hrung haben, machte die Regierung einen Teil-R&#252;ckzug. Ich denke,   dass wir irgendwie h&#228;tten mehr tun k&#246;nnen. Allerdings wurden die   K&#252;rzungen um eine Milliarde Kronen reduziert.&#8220;<\/p>\n<p>  &#8222;Jetzt, da wahrscheinlich eine neue Regierung aus Linksgr&#252;nen, dem   Sozialdemokratischen B&#252;ndnis und der Fortschrittspartei, einer Partei   der Mitte, gebildet wird, m&#252;ssen wir den Kampf fortsetzen. Wir werden am   Tag, an dem eine neue Regierung ins Amt eingef&#252;hrt wird, eine Liste mit   studentischen Forderungen &#252;berreichen, die die Forderung nach dem Ende   der K&#252;rzungen und weiterer Mittel f&#252;r Bildung beinhaltet. Wir wollen   eine Bildung erster Klasse und das ist jetzt noch viel wichtiger, weil   es in der Krise keine Arbeit mehr gibt.&#8220;<\/p>\n<p>  &#8222;Es ist f&#252;r uns jetzt an der Zeit, Farbe zu bekennen. Die   Sozialdemokraten sind nicht unschuldig: Sie waren Teil der vorigen   Regierung. Bei R&#243;skva sind wir SozialistInnen. F&#252;r uns z&#228;hlt nicht, wer   in der Regierung sitzt: Wenn sie uns keine Verbesserungen bieten, dann   m&#252;ssen wir gegen sie k&#228;mpfen. Wir hoffen aber, dass sie sich unsere   Forderungen anh&#246;ren. Sie werden unter starkem Druck stehen. Bei den   n&#228;chsten Wahlen, die im Fr&#252;hjahr anstehen, wollen sie unsere Stimmen,   und wenn sie das wollen, dann muss es auch Verbesserungen geben.&#8220;.<\/p>\n<p>  &#8222;Wir leben in historischen Zeiten. Normalerweise gehen Isl&#228;nder nicht   auf die Stra&#223;e, aber die Menschen kamen Tag f&#252;r Tag &#8211; bis die Regierung   zur&#252;cktrat. Die rechts-konservative Regierung trat letztlich und zum   ersten Mal seit 1991 ab, aber der Kampf muss weitergehen, und wir   hoffen, dass die Studierenden eine noch aktivere Rolle bei den   weitergehenden Demonstrationen einnehmen werden.&#8220;<\/p>\n<p>  Sigurdur hofft, dass es in Zukunft eine intensivere Zusammenarbeit   zwischen den studentischen Organisationen und der Arbeiterklasse gibt,   vor allem mit den Gewerkschaften. &#8222;Eine Forderung, die kommen muss, ist   diese: &#187;Menschen vor Profite&#171;&#8221;, so seine Schlussfolgerung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      CWI-Mitglied spricht vor linken Studierenden in einem von der<br \/>\n      kapitalistischen Krise ersch&#252;tterten Land\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[46,127],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13001"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13001"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13001\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}