{"id":12999,"date":"2009-02-05T00:00:00","date_gmt":"2009-02-04T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12999"},"modified":"2012-05-15T15:17:01","modified_gmt":"2012-05-15T13:17:01","slug":"12999","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/02\/12999\/","title":{"rendered":"Ausgrenzung von Linken aus der LINKEn"},"content":{"rendered":"<p>  Am 2. Februar titelt der Berliner Kurier: &#8222;Gysi tobt und droht. Kein   Bock mehr auf linke Spinner!&#8220;. Am 3. Februar wird mir die schriftliche   Begr&#252;ndung der Landesschiedskommission der Berliner LINKEn zugestellt,   in der erkl&#228;rt wird, weshalb ich nicht Mitglied der Partei werden darf.   Lucy Redler erh&#228;lt einen nahezu wortgleichen Brief. Nach der Lekt&#252;re des   Briefes fragte ich mich: wer spinnt hier eigentlich?<\/p>\n<p align=\"center\">  <small>[<a href=\"\/?p=13000\">Dokumentiert:   Ernst und Schiedskommission gegen Aufnahme<\/a>]<\/small><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  In dem Kurier-Artikel wird Gysi mit den Worten zitiert: &#8222;Wir m&#252;ssen   nicht jeden Spinner akzeptieren.&#8220; Und der Fraktionsgesch&#228;ftsf&#252;hrer im   Bundestag und West-Beauftragte des Vorstands, Ulrich Maurer, soll gesagt   haben: &#8222;K&#252;nftig wird man sich &#246;fter vor der Schiedskommission treffen.&#8220;   Nun stellt Gysi auf der Webseite der Partei klar, dass es ihm nur um   diejenigen geht, die der Partei bewusst und unmittelbar schaden wollen   und verweist auf das hessische Parteimitglied, das vor der Landtagswahl   dazu aufgerufen hat, nicht DIE LINKE zu w&#228;hlen. Doch man muss nicht an   Paranoia leiden, wenn man aus diesen &#196;u&#223;erungen eine Stellungnahme zu   unserem Fall in Berlin und eine Drohung an alle linken KritikerInnen   heraus liest. Denn es stellt sich immer die Frage, wer entscheidet, was   parteisch&#228;digend ist. Und auch der Zeitpunkt von Gysis &#196;u&#223;erungen ist   kein Zufall. Zur Zeit gibt es nur einen &#246;ffentlich bekannten und   politisch bedeutsamen Fall, der vor einem Landesschiedsgericht   verhandelt wird: die Aufnahme von elf SAV&quot;lerInnen in Berlin, die durch   den stellvertretenden Parteivorsitzenden Klaus Ernst zu verhindern   versucht wird. Jeder und jede, der bzw. die Gregor Gysis &#196;u&#223;erungen   h&#246;rt, wird einen Zusammenhang zu diesem Fall ziehen, auch wenn Gysi   unsere Namen nicht in den Mund nimmt. Der Zeitpunkt ist auch deshalb   kein Zufall, weil die Solidarit&#228;t mit uns in der Partei w&#228;chst. In den   letzten Wochen haben unter anderem die Landesparteitage von   Schleswig-Holstein und Baden-W&#252;rttemberg gegen die Ausgrenzung der   Berliner SAV&quot;lerInnen protestiert. Schon vorher hatte das unter anderem   auch der Landesvorstand NRW, verschiedeneste Kreisverb&#228;nde und   Strukturen des Jugendverbandes getan. Auf dem bayrischen Landesparteitag   wurde mit Franc Zega ein neuer Landessprecher gew&#228;hlt, der sich explizit   f&#252;r die Aufnahme von Lucy Redler, mir und den anderen GenossInnen in   Berlin ausgesprochen hat.<\/p>\n<h4>  Politischer Zusammenhang<\/h4>\n<p>  Zwischen diesen parteiinternen Auseinandersetzungen und der dramatischen   politischen und wirtschaftlichen Lage in Deutschland und der Welt   besteht durchaus ein Zusammenhang. DIE LINKE war bis vor einigen Monaten   die einzige Partei, die sich gegen den Neoliberalismus wendete und f&#252;r   eine staatliche Regulierung der Wirtschaft eintrat. Oskar Lafontaine   hielt radikale Reden, in denen er den Kapitalismus gei&#223;elte und von der   &#8222;Freiheit durch Sozialismus&#8220; sprach. Mit der Weltwirtschaftskrise haben   B&#228;nker, Arbeitgeber und Regierung zu staatlichen Eingriffen in die   Wirtschaft Zuflucht gesucht, um einen Zusammenbruch des kapitalistischen   Finanzsystems zu verhindern. Das neoliberale Dogma scheint der   Vergangenheit anzugeh&#246;ren. Die Systemfrage wird von Anne Will bis   Maischberger diskutiert, nur die F&#252;hrung der LINKEn scheint Kreide   gefressen zu haben. Weder das K-Wort noch das S-Wort vernimmt man in den   &#246;ffentlichen Stellungnahmen Lafontaines und Gysis. Die   Vergesellschaftung der Banken wird erst gefordert, nachdem die Regierung   erste faktische Teilverstaatlichungen durchgef&#252;hrt hat und nachdem   verschiedene Landesparteitage die Verstaatlichung des gesamten   Bankensektors unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung gefordert   haben. Doch diese Forderung wird nicht in einen Zusammenhang zur   &#220;berwindung des kapitalistischen Profitsystems gestellt, sondern   verharrt in einem staatskapitalistischen Rahmen, der keine Perspektive   zur L&#246;sung der katastrophalen Weltwirtschaftskrise weist. Aber wann,   wenn nicht jetzt, ist die Zeit gekommen, offensiv die Notwendigkeit   einer sozialistischen Gesellschaftsver&#228;nderung zu propagieren und sich   deutlich von dem kapitalistischen Krisenmangement, das zu einer weiteren   Umverteilung von unten nach oben f&#252;hrt, abzusetzen? Stattdessen wurde   das Bankenrettungspaket als &#8222;technisch korrekt&#8220; gelobt, stimmte die   Berliner LINKE im Bundesrat sogar daf&#252;r, unterst&#252;tzte die hessische   Landtagsfraktion der Partei den Schutzschirm f&#252;r Opel und fordert die   Bundestagsfraktion neuerdings eine Arbeitslosengeld II-Regelsatzerh&#246;hung   auf nur 435 Euro, was man nur als &#8222;Hartz IV light&#8220; bezeichnen kann.<\/p>\n<p>  Der Grund f&#252;r diese moderate Politik und die Entradikalisierung der   &#246;ffentlichen Stellungnahmen der Parteif&#252;hrer liegt auf der Hand:   Lafontaine, Ramelow, Gysi, Bisky und Kollegen wollen mit aller Macht in   diesem Jahr in verschiedene Landesregierungen einziehen. Also m&#252;ssen sie   ihr Verantwortungsbewusstsein &#8211; dem Kapital gegen&#252;ber &#8211; unter Beweis   stellen. Sie sind Doktor am Krankenbett des Kapitalismus, wie es die   F&#252;hrer der deutschen Sozialdemokratie nach dem Beginn des 20.   Jahrhunderts wurden. Wir brauchen aber Totengr&#228;ber des Kapitalismus, wie   es Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht waren.<\/p>\n<h4>  LINKE sozialistisch aufbauen!<\/h4>\n<p>  Nach einer solchen Kritik werde ich oft gefragt, warum ich dann   &#252;berhaupt in DIE LINKE will. Die Antwort lautet: weil die Partei mehr   ist, als der Berliner Landesverband und die dominierenden Kr&#228;fte in   Fraktion und Vorstand. Weil die Partei ein Werkzeug zur   Interessenvertretung von ArbeiterInnen, Erwerbslosen und Jugendlichen   sein kann. Weil tausende Partei-AktivistInnen mit einer Anpassung an die   kapitalistischen Realit&#228;ten nicht einverstanden sind. Und auch, weil die   Partei selbst so, wie sie zur Zeit aufgestellt ist, als Barriere gegen   die Regierungsoffensive in Sachen Sozialabbau und Privatisierungen   gewirkt hat und wirkt. Und das ist gut so.<\/p>\n<p>  Aber mit der Verdunklung der Zukunft des Kapitalismus &#8211; und damit der   Lebensverh&#228;ltnisse von Milliarden Menschen &#8211; ziehen auch dunkle Wolken   &#252;ber der LINKEn auf. Denn die Herausforderungen an linke und   sozialistische Politik wachsen mit jedem weiteren Krisentag. Und neben   den direkt politischen Herausforderungen gibt es auch die Aufgabe   innerhalb der Partei eine Atmosph&#228;re und Kultur zu haben, die   ArbeiterInnen und Jugendliche, Aktive aus sozialen Bewegungen, kritisch   denkende Menschen, Frauen und MigrantInnen dazu einl&#228;dt, aktives   Mitglied zu werden. Die Ausgrenzungskampagne gegen die Berliner   SAV-Mitglieder und die &#196;u&#223;erungen Gysis zu den &#8222;linken Spinnern&#8220; sind   Ausdruck der Tatsache, dass eine solche Atmosph&#228;re zur Zeit in der   Partei an vielen Stellen nicht existiert.<\/p>\n<h4>  Landesschiedskommission gegen Satzung<\/h4>\n<p>  Die schriftliche Begr&#252;ndung der Landesschiedskommission zu ihrer   Entscheidung Lucy Redler und mir die Mitgliedschaft zu verweigern,   unterstreicht diese Einsch&#228;tzung. Die Berliner Landesschiedskommission   legt sich darin auf ein zentralistisches Parteikonzept fest, in dem   Mitglieder verpflichtet werden, jeden Parteibeschluss umzusetzen, auch   wenn sie nicht davon &#252;berzeugt sind. Das erinnert an ein Partei- und   Demokratieverst&#228;ndnis der Vorg&#228;ngerorganisation der PDS, steht aber im   Widerspruch zur Satzung der LINKEn. Tats&#228;chlich kann man nur zu dem   Schluss kommen, dass hier eine Landesschiedskommission satzungswidrig   argumentiert, um unliebsame KritikerInnen loszuwerden. Der   Begr&#252;ndungstext wimmelt von faktischen Fehlern und Unterstellungen.   Gleichzeitg geht die Landesschiedskommission auf so gut wie keines der   von den elf Berliner SAV&quot;lerInnen vorgebrachten Argumente ein. W&#228;hrend   viele der von Klaus Ernst genannten Anschuldigungen gegen unsere   Mitgliedschaft von der Kommission nicht einmal mehr erw&#228;hnt werden,   konzentriert sich ihre Entscheidung auf die Annahme, dass wir   Parteibeschl&#252;sse nicht einhalten werden. Das basiert darauf, dass die   Berliner WASG im Jahr 2006 zu den Abgeordnetenhauswahlen antrat, obwohl   ein Bundesparteitag sie dazu aufgefordert hatte, dies nicht zu tun. Wir   hatten erkl&#228;rt, dass bei dieser landespolitischen Entscheidung die   demokratischen Beschl&#252;sse des Landesverbands Berlin f&#252;r uns ma&#223;geblich   waren, da auch sonst landespolitische Entscheidungen auf Landesebene   gef&#228;llt werden. Wir haben au&#223;erdem deutlich gemacht, dass wir   Beschl&#252;sse, wie es die Satzung verlangt, respektieren, aber nicht bereit   sind Beschl&#252;sse mit umzusetzen oder auf &#246;ffentliche Kritik zu   verzichten, wenn diese zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen   der Lohnabh&#228;ngigen, Jugendlichen und Benachteiligten f&#252;hren, wie es in   Berlin leider oftmals der Fall war und noch ist. Aus dieser   Fragestellung heraus entwickelt die Landesschiedskommission ein   zentralistisches Organisationskonzept, was aus folgenden Zitaten   deutlich wird:<\/p>\n<p>  &#8222;Der Beigeladene (damit bin ich gemeint, S.St.) habe auch noch im   Oktober 2008, nach seinem Beitritt in die Partei DIE LINKE angek&#252;ndigt,   dass er auch weiterhin nicht nur innerhalb der Partei f&#252;r eine &#196;nderung   von Parteitagsbeschl&#252;ssen k&#228;mpfen w&#252;rde, sondern zwar mit dem Parteibuch   in der Tasche, aber au&#223;erhalb der Partei nicht nur Parteitagsbeschl&#252;sse   nicht vertreten, sondern aktiv dagegen handeln w&#252;rde, die   au&#223;erparlamentarische Opposition dazu organisieren w&#252;rde.&#8220; (aus dem Teil   des Begr&#252;ndungstextes, der die Arguente von Klaus Ernst wieder gibt)<\/p>\n<p>  &#8222; Ein wichtiger Satzungsgrundsatz der Satzung der Partei DIE LINKE sind   die in &#167;4 verankerten Rechte und Pflichten der Mitglieder. Unter anderem   ist hier in &#167;4 Abs. 2 normiert, dass jedes Mitglied die Pflicht hat, die   satzungsgem&#228;&#223; gefassten Beschl&#252;sse der Parteiorgane zu respektieren.   Nach diesseitiger Ansicht bedeutet Respektieren von Beschl&#252;ssen nicht   nur ein zur Kenntnis nehmen, sondern auch ein Handeln im Sinne dieser   Beschl&#252;sse. Es ist f&#252;r die demokratische Willensbildung in der Partei   DIE LINKE unabdingbar, dass auf demokratischem Wege gefasste Beschl&#252;sse   nicht nur passiv hingenommen werden, sondern auch durchgesetzt werden.   Dies bedeutet zumindest, dass auch bei einer jeweiligen Beschlussfassung   unterlegene Mitglieder der Partei gehalten sind, nicht aktiv nach einer   Beschlussfassung gegen diese Ergebnisse der demokratischen   Willensbildung aufzutreten.<\/p>\n<p>  Der Beigeladene hat jedoch zum Ausdruck gebracht, dass er aktiv gegen   gefasste Beschl&#252;sse des Landesverbandes Berlin, insbesondere die der   Landesparteitage zur Regierungsbeteiligung im Land Berlin, auftreten   will.&#8220;<\/p>\n<p>  &#8222;Die Linkspartei kann und muss von ihren Mitgliedern auch eine Loyalit&#228;t   gegen&#252;ber demokratisch zustande gekommenen Entscheidungen verlangen.   Dies gilt auch, wenn das jenige Mitglied, welches in einem   Entscheidungsproze&#223; mit seiner Meinung unterlegen war, sehr wohl auch   gehalten ist, die demokratisch zustande gekommenen Mehrheitsbeschl&#252;sse   nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern auch mit durchzusetzen.&#8220;<\/p>\n<p>  Was bedeuten diese Aussagen konkret? Sie bedeuten zum Beispiel, dass ein   Mitglied der Partei DIE LINKE sich nicht nur nicht &#246;ffentlich gegen   Landesparteitagsbeschl&#252;sse &#228;u&#223;ern darf, sondern von ihm erwartet wird,   diese &#8222;mit durchzusetzen&#8220;. Wenn also der Landesparteitag der Berliner   LINKEn, die Politik des Berliner Senats per Beschluss unterst&#252;tzt (was   ja grunds&#228;tzlich der Fall ist), so muss jedes Mitglied der Partei in   Berlin darauf verzichten die Umsetzung von Ein-Euro-Jobs in Berliner   Bezirken, die Privatisierung von Wohnraum, Arbeitsplatzvernichtung und   Lohnk&#252;rzungen im &#246;ffentlichen Dienst, K&#252;rzung des Blindengelds,   Abschaffung der Lehrmittelfreiheit etc. &#246;ffentlich zu kritisieren und   d&#252;rfte auch an keiner Demonstration dagegen teilnehmen.<\/p>\n<p>  Damit wird Pluralismus zu einem Lippenbekenntnis, verschlie&#223;t sich die   Partei der offenen Auseinandersetzung und Debatte mit Aktiven aus   Gewerkschaften und sozialen Bewegungen und werden Maulk&#246;rbe verteilt und   Handlungsdirektiven gegeben. Das ist so unfassbar, dass man denken   m&#252;sste: die spinnen doch!<\/p>\n<h4>  Wehret den Anf&#228;ngen!<\/h4>\n<p>  Wenn sich ein solches Parteiverst&#228;ndnis in der LINKEn durchsetzt, werden   die F&#252;hrungen und Schiedskommissionen die M&#246;glichkeit haben, jedem   Kritiker und jeder Kritikerin parteisch&#228;digendes Verhalten nachzuweisen,   wenn man nur einmal laut in der &#214;ffentlichkeit nachgedacht hat oder sich   geweigert hat Flugbl&#228;tter zu verteilen, in denen die Berliner   Senatspolitik verteidigt wird.<\/p>\n<p>  Das zeigt, unsere Warnung war berechtigt, dass es bei dieser   Auseinandersetzung nicht &#8222;nur&#8220; um die SAV geht, sondern mit der   Ausgrenzung kritischer MarxistInnen ein Wendepunkt erreicht sein kann,   der die Partei insgesamt qualitativ b&#252;rokratisiert und zentralisiert und   dass solche Methoden in Zukunft auch gegen andere KritikerInnen   angewendet werden k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Jedoch hat die Landesschiedskommission eines &#252;bersehen: die Satzung der   Partei! Denn diese deckt die Aussagen des Begr&#252;ndungstextes nicht. Sie   verlangt Respekt vor Parteibeschl&#252;ssen, aber keinen Zwang zur Umsetzung   oder Verzicht auf &#246;ffentliche Kritik. Im Gegenteil sieht &#167;4 Abs.2 der   Satzung vor, dass jedes Mitglied das Recht hat &#8222;an der Meinungs- und   Willensbildung mitzuwirken, sich &#252;ber alle Parteiangelegenheiten zu   informieren und zu diesen ungehindert Stellung zu nehmen&#8220;.<\/p>\n<p>  Hier ist nicht die Rede davon, dass diese Stellungnahmen nur vor   Beschlussfassungen oder nur parteiintern m&#246;glich sind. Im selben   Paragraphen wird au&#223;erdem unterschieden zwischen der Pflicht die   Grunds&#228;tze der Partei zu vertreten und der Pflicht die gefassten   Beschl&#252;sse zu respektieren. Nun mag man sich &#252;ber die Definition des   Wortes &#8222;respektieren&#8220; streiten k&#246;nnen. Es bedeutet aber ganz sicher   nicht &#8222;umsetzen&#8220;, &#8222;&#246;ffentlich vertreten&#8220; oder &#8222;nicht kritisieren&#8220;.   Respekt bedeutet aus unserer Sicht gefasste Beschl&#252;sse anzuerkennen und   sich politisch (und das beinhaltet die Fortsetzung der Debatte, auch   &#246;ffentlich, und ggf. auch die Teilnahme an au&#223;erparlamentarischer   Opposition gegen Beschl&#252;sse, die einen unsozialen Charakter haben) damit   auseinanderzusetzen, aber zum Beispiel darauf zu verzichten, die   Umsetzung durch St&#246;rung, Sabotage oder &#228;hnlichem zu verhindern. Das   haben wir auch vor der Landesschiedskommission erkl&#228;rt.<\/p>\n<p>  Wir werden vor der Bundesschiedskommission gegen diesen Beschluss   Widerspruch einlegen. Doch jedem Genossen und jeder Genossin sollte klar   sein, dass es hier um mehr als um Lucy Redler und zehn weitere renitente   MarxistInnen geht. Es geht auch um das Selbstverst&#228;ndnis und die   Demokratie der Partei. Und dieses wurde auch in der Geschichte der   Arbeiterbewegung immer Schritt f&#252;r Schritt ver&#228;ndert, niemals mit dem   ganz gro&#223;en Knall. Aber es gibt immer den ersten Schritt in die falsche   Richtung. Dieser muss verhindert werden.<\/p>\n<p>  <b><i>Sascha Stanicic ist Bundessprecher der SAV und geh&#246;rt zu den elf   Berliner MarxistInnen, denen der Eintritt in DIE LINKE verwehrt wird. Er   war aktives Mitglied der WASG Berlin und vertrat diese im WASG-L&#228;nderrat.<\/i><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Am 2. Februar titelt der Berliner Kurier: &#8222;Gysi tobt und droht. Kein<br \/>\n      Bock mehr auf linke Spinner!&#8220;. Am 3. Februar wird mir die schriftliche<br \/>\n      Begr&#252;ndung der Landesschiedskommission der Berliner LINKEn zugestellt,<br \/>\n      in der erkl&#228;rt wird, weshalb ich nicht Mitglied der Partei werden darf.<br \/>\n      Lucy Redler erh&#228;lt einen nahezu wortgleichen Brief. 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