{"id":12989,"date":"2009-01-28T10:00:00","date_gmt":"2009-01-28T09:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12989"},"modified":"2012-05-15T15:17:17","modified_gmt":"2012-05-15T13:17:17","slug":"12989","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/01\/12989\/","title":{"rendered":"Landesschiedskommission tagte erneut &#252;ber Ausgrenzung von SAVlern"},"content":{"rendered":"<p>  Parteigericht der LINKEN Berlin verhandelte &#252;ber Aufnahme von   SAV-Mitgliedern: Carsten Becker, ver.di-Betriebsgruppen-Vorsitzender an   der Charit&#233;, Michael Schilwa und Holger Dr&#246;ge erfahren am kommenden   Freitag, ob sie aufgenommen werden.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Stephan Kimmerle, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Am 23. Januar tagte die Schiedskommission der Partei DIE LINKE Berlin.   Verhandelt wurde der Widerspruch gegen die jeweiligen Entscheidungen der   Bezirksvorst&#228;nde Tempelhof-Sch&#246;neberg und Mitte, den Einspr&#252;chen von   Klaus Ernst und anderen gegen die Aufnahme von SAVlern in die LINKE   statt zu geben. Nach einem Pl&#228;doyer von Michael Schilwa f&#252;r die drei   SAVler brachten die Bezirksvorst&#228;nde ihre Sicht der Dinge vor. Dabei   wurde erneut deutlich, dass den Betroffenen nicht ihr individuelles   Verhalten, sondern ihre SAV-Mitgliedschaft zur Last gelegt wird.<\/p>\n<p>  Der Bezirksvorstand Tempelhof-Sch&#246;neberg schreckte dabei nicht vor   biologistischen Vergleichen zur&#252;ck. Die SAV behandle die LINKE wie ein   &quot;Wirtstier&quot;. Mit von der Partie als Vertreter des Bezirksvorstands war   ein Unterst&#252;tzer der Querfront-Initiative des J&#252;rgen Els&#228;sser. Der   Bezirksvorsitzende aus Mitte lie&#223; sich von Uwe Hiksch beistehen und   erkl&#228;rte die SAV habe fr&#252;her und jetzt ihren Hauptfeind in der LINKEN   gesehen. Der Verweis auf zahlreiche SAV-Mitglieder in LINKEN-Vorst&#228;nden   im Bundesgebiet, in Stadtr&#228;ten f&#252;r die LINKE und als AktivistInnen der   Partei wurde genauso ignoriert wie die Hinweise auf die   Ver&#246;ffentlichungen der Sozialistischen Alternative und der beschuldigten   GenossInnen selbst.<\/p>\n<p>  Michael Schilwa, ehemaliges WASG-Landesvorstandsmitglied, ordnete das   ganze Verfahren zun&#228;chst in die politische Situation ein: Unter den   Bedingungen von Weltwirtschaftskrise und den enormen Chancen f&#252;r   sozialistische Ansichten, nun in ganz neuem Ma&#223;stab Menschen zu   erreichen, sei es grotesk, dass sich die LINKE mit diesen   Ausgrenzungsverfahren selbst schade. Dies widerspr&#228;che den   programmatischen Eckpunkten und der Satzung der LINKEN.<\/p>\n<p>  Aus Sicht der Nicht-Aufgenommen war es ein Fortschritt, dass die drei   f&#252;r diesen Tag anberaumten Verfahren gemeinsam gef&#252;hrt wurden. Es   unterstrich den Charakter der Verhandlung als Vorgehen gegen   marxistische KritikerInnen, die von Klaus Ernst aus der Partei   ferngehalten werden sollen.<\/p>\n<p>  Paradox wurde die Verhandlung, als den SAVlern ausgerechnet in der nach   Karl Liebknecht benannten Parteizentrale vorgeworfen wurde, sie w&#252;rden   sich f&#252;r eine revolution&#228;re Partei einsetzen.<\/p>\n<p>  Erneut wurde den MarxistInnen vorgehalten, Kritik &#252;ber b&#252;rgerliche   Medien zu verbreiten. Aus der Forderung des Parteistatuts, dass   Beschl&#252;sse der Gremien respektiert werden m&#252;ssen, wurde ein Verbot   &#246;ffentlicher Kritik konstruiert.<\/p>\n<p>  Carsten Becker fragte, wie er als ver.di-Betriebsgruppen-Vorsitzender im   Jahr 2006 denn nach Meinung der Schiedskommission h&#228;tte agieren sollen.   Ein der Kommission vorgelegter Zeitungsartikel der Berliner Morgenpost   unterstrich nochmals, wie der damalige PDS-Senator Flierl als   Aufsichtsratsvorsitzender der Charit&#233; die Besch&#228;ftigten und die   Gewerkschaft ver.di frontal und &#252;ber die Medien angegriffen hatte.   Carsten Becker war Streikleiter beim darauf folgenden 14-t&#228;gigen   Ausstand der Besch&#228;ftigten an Europas gr&#246;&#223;ter Uni-Klinik gegen die   Tarifabsenkungsforderungen des rot-roten Senats. Der   ver.di-Spitzenkandidat der vor 2 Monaten mit den meisten Stimmen   gew&#228;hlten Personalratsliste an der Charit&#233; sah in seinem   gewerkschaftlichen Engagement und seiner Kandidatur auf Platz 3 der   Landesliste der WASG eine konsequente Fortsetzung der Anstrengungen f&#252;r   die Interessen auch gerade der Charit&#233;-KollegInnen. Einen Widerspruch zu   Eckpunkten und Satzung der LINKEN konnte er nicht erkennen, zumindest   nicht auf Seiten der Streikenden gegen die Angriffe des rot-roten   Senats. Das Parteigericht &#228;u&#223;erte sich dazu nicht.<\/p>\n<p>  Die Kandidatur der WASG Berlin zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen   2006 wurde mit einem Bruch der Satzung in Verbindung gebracht. Worin der   Satzungbruch damals bestand, konnte vor der Kommission aber niemand   erl&#228;utern. Mehrere Landesparteitage der WASG und eine Urabstimmung der   Berliner Wahlalternative hatten den Antritt gegen Sozialabbau,   Tarifflucht und Privatisierungen beschlossen. Auch in der LINKEN heute   entscheiden die Landesverb&#228;nde &#252;ber das Ob, das Programm und die   KandidatInnen eines Wahlantritts auf Landesebene.<\/p>\n<p>  Bereits nach rund einer halben Stunde wurde die Verhandlung unterbrochen   und dann in nicht-&#246;ffentlicher Sitzung fortgesetzt. Die zur   Unterst&#252;tzung der SAVler mitgekommenen 20 GenossInnen wurden des Saales   verwiesen.<\/p>\n<p>  Obwohl offensichtlich war, dass die Nicht-Aufnahme der Betroffenen   darauf beruhen soll, dass eine Unvereinbarkeit zwischen SAV- und   LINKE-Mitgliedschaft behauptet wird, droht den &#196;u&#223;erungen der   Schiedskommissionsmitglieder folgend &#8211; wie schon in den Verhandlungen   gegen Lucy Redler und Sascha Stanicic &#8211; eine Ablehnung der   Mitgliedschaft der Drei. Am Freitag, 30. Januar soll der Schiedsspruch   verk&#252;ndet werden. Lucy Redler und Sascha Stanicic haben bereits   angek&#252;ndigt, die Bundesschiedskommission anzurufen, sobald die   schriftliche Begr&#252;ndung des Landesparteigerichts vorliegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Parteigericht der LINKEN Berlin verhandelte &#252;ber Aufnahme von<br \/>\n      SAV-Mitgliedern: Carsten Becker, ver.di-Betriebsgruppen-Vorsitzender an<br \/>\n      der Charit&#233;, Michael Schilwa und Holger Dr&#246;ge erfahren am kommenden<br \/>\n      Freitag, ob sie aufgenommen werden.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25,104],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12989"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12989"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12989\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12989"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12989"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12989"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}