{"id":12961,"date":"2009-01-17T00:00:00","date_gmt":"2009-01-17T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12961"},"modified":"2009-01-17T00:00:00","modified_gmt":"2009-01-17T00:00:00","slug":"12961","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/01\/12961\/","title":{"rendered":"Krieg gegen Gaza stoppen!"},"content":{"rendered":"<p>  Stellungnahme von MarxistInnen in Israel<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  Vorbemerkung<\/h4>\n<p>  Weltweit ist man schockiert und w&#252;tend &#252;ber die barbarische Brutalit&#228;t   des Angriffs der israelischen Regierung auf den Gazastreifen und Horror   &#252;ber die Auswirkung der willk&#252;rlichen Raketenbesch&#252;sse auf israelische   ZivilistInnen . Wie 2006 im Libanon l&#246;schen die israelischen Luftschl&#228;ge   im &#8222;Namen des Friedens&#8220; ganze Familien aus.<\/p>\n<p>  Es steht bereits fest, dass das Vorhaben der israelischen Regierung, die   Herrschaft der Hamas in Gaza durch Bombardements und das gleichzeitige   Durchlassen geringer Mengen an Versorgungsg&#252;tern zu Fall zu bringen,   nicht gelingt. Bisher haben die Angriffe die Hamas nur gest&#228;rkt. Dies   mag nur den Weg f&#252;r weitere verzweifelte Versuche seitens der   israelischen Regierung ebnen &#8211; wie z.B. f&#252;r eine Bodenoffensive -, die   den Konflikt zu einem Krieg k&#246;nnten auswachsen lassen.<\/p>\n<p>  SozialistInnen stellen sich gegen diese Angriffe. Das bedeutet jedoch   nicht, dass sie die Hamas politisch unterst&#252;tzen, die &#8211; trotz ihrer   antiimperialistischen und gegen die Korruption gerichteten Rhetorik &#8211;   eine Politik auf reaktion&#228;rer theokratischer Grundlage f&#228;hrt, welche   letztendlich den Kampf um die Befreiung Pal&#228;stinas zur&#252;ck werfen wird.   Momentan genie&#223;t sie Unterst&#252;tzung, weil viele Pal&#228;stinenserInnen die   Hamas-F&#252;hrer f&#252;r weitaus weniger korrupt und in Reden k&#228;mpferischer   gegen&#252;ber der israelischen Aggression halten als deren Kontrahenten von   der PLO. Wenn die israelische Regierung die Hamas nun d&#228;monisiert, dann   liegt die Heuchelei darin begr&#252;ndet, dass der israelische Geheimdienst   die Gr&#252;ndung der Hamas urspr&#252;nglich unterst&#252;tzt hat, um den seinerzeit   st&#228;rkeren Rivalen, die s&#228;kulare PLO, zu unterminieren.<\/p>\n<p>  Die Pal&#228;stinenserInnen haben das Recht, sich selbst zu verteidigen &#8211;   wenn n&#246;tig auch mit Waffengewalt. Diese Verteidigung sollte jedoch unter   der demokratischen Leitung der breiten Bev&#246;lkerung stattfinden sowie von   Basiskomitees organisiert werden statt durch verdeckt arbeitende   Milizen, welche allzu oft zu kriminellen Erpresserbanden mutieren, die   vom israelischen Geheimdienst infiltriert werden k&#246;nnen. Doch die   Hamas-Politik, regelm&#228;&#223;ig Raketenangriffe und Selbstmordattentate gegen   israelische ZivilistInnen zu unterst&#252;tzen &#8211; Methoden, die das CWI   ablehnt &#8211; k&#246;nnen die Pal&#228;stinenserInnen nicht verteidigen. Sie haben   dazu beigetragen, dass unter j&#252;dischen ArbeiterInnen die Unterst&#252;tzung   f&#252;r deren herrschende Elite zugenommen hat.<\/p>\n<p>  Weltweit finden Proteste mit der Forderung nach sofortiger Einstellung   der Kampfhandlungen statt. Offenkundig wird der Angriff der israelischen   Regierung derzeit von Bush unterst&#252;tzt &#8211; und im Stillen auch von Obama.   Auch wenn die Furcht vor einer Ausweitung des Konflikts die Gro&#223;m&#228;chte   dazu bringen mag, die israelische Regierung zur Unterbrechung der   Milit&#228;roffensive zu zwingen, so wird deutlich, dass die USA und andere   imperialistische Regierungen nur wenig an der Notlage der Mehrheit der   Pal&#228;stinenserInnen interessiert sind. Gleichzeitig verhalten sich die   F&#252;hrer der Arabischen Liga allgemein ruhig oder sie machen sich &#8211; wie im   Falle &#196;gyptens &#8211; mitschuldig. Die Vereinten Nationen haben ein weiteres   Mal gezeigt, dass sie nichts unternehmen k&#246;nnen, um der Politik der   Gro&#223;m&#228;chte (vor allem des US-Imperialismus) etwas entgegenzusetzen.<\/p>\n<p>  Um ein Ende dieses Krieges in Gaza sicherzustellen, m&#252;ssen die Proteste   gegen diesen Angriff dringend verst&#228;rkt werden. Zudem werden   SozialistInnen des CWI daf&#252;r argumentieren, dass nur eine   Arbeiterbewegung mit sozialistischer Politik einen Ausweg aus diesem   Morast aufzeigen und die scheinbar endlose Reihe von Kriegen beenden   kann. Das hei&#223;t, dass pal&#228;stinensische und israelische arbeitende   Menschen in gemeinsamen Aktionen zusammengebracht werden m&#252;ssen, so dass   sie die Probleme, mit denen sie konfrontiert sind, selbst l&#246;sen k&#246;nnen &#8211;   als Teil eines Kampfes gegen Unterdr&#252;ckung und Kapitalismus.<\/p>\n<p>  Es folgt die &#220;bersetzung einer Erkl&#228;rung in hebr&#228;ischer Sprache, die zu   Beginn des Krieges in Gaza am 30. Dezember 2008 von der Bewegung   Sozialistischer Kampf (hebr&#228;isch: Tnu`at Maavak Sotzyalisti \/ arabisch:   Harakat Nidal Eshteraki, der Schwesterorganisation der SAV in Israel)   verteilt wurde. Diese Erkl&#228;rung wurde vor dem Hintergrund einer sehr   starken reaktion&#228;ren Welle an Militarismus und Nationalismus &#246;ffentlich   in Israel unter israelischen J&#252;dInnen verteilt.<\/p>\n<h4>  Die Redaktion von www.socialistworld.net<\/h4>\n<h4>  3.1.2009<\/h4>\n<h2>  Stoppt den Krieg in Gaza<\/h2>\n<h4>  Hunderte von Toten, tausende Verwundete &#8211; und immer noch keine wirkliche   Sicherheit oder Zukunft f&#252;r Israelis oder Pal&#228;stinenserInnen<\/h4>\n<p>  Die hunderten von Toten der vergangenen Tage werden keinen Frieden   bringen, sondern nur zu noch mehr Zorn und Totschlag f&#252;hren. Tnu`at   Maavak Sozialisti (Harakat Nidal Eshteraki) war immer gegen den Beschuss   mit Kassam-Raketen und auch gegen Angriffe auf Familien von   ArbeiterInnen und Armen in Israel, in den pal&#228;stinensischen Gebieten und   im Nahen Osten. Bei der jetzigen Offensive handelt es sich mitnichten um   eine defensive Ma&#223;nahme und sie verfolgt auch nicht das Ziel, Ruhe f&#252;r   die BewohnerInnen S&#252;disraels zu bringen. Wie beim zweiten Libanonkrieg,   den wir ebenfalls ablehnten, sprechen wir nicht nur nicht von einer   L&#246;sung, sondern von einer Vertiefung des Problems vor Ort. Die momentane   Regierung ist jetzt f&#252;r die Eskalation und deren Folgen verantwortlich.   Dieser Angriff wird nicht nur zu keiner L&#246;sung f&#252;hren, sondern der   Angriff und seine Folgen zeigen wieder einmal, dass die gr&#246;&#223;te Gefahr   f&#252;r die Sicherheit der BewohnerInnen Israels und der Region in der   elit&#228;ren Herrschaft des Landes liegt.<\/p>\n<p>  &#220;ber 365 tote Pal&#228;stinenserInnen, 1.600 verletzte und vier get&#246;tete   israelische J&#252;dInnen und AraberInnen als Folge der am breitesten   angelegten Luftwaffenangriffe, die es jemals in den pal&#228;stinensischen   Gebieten gegeben hat. Allein in den ersten Stunden haben zehn bis   zwanzig Kampfflugzeuge zehn bis zwanzig Tonnen an Bomben abgeworfen. Die   Regierung und die Armee wissen sehr gut, dass das Abfeuern von   Geschossen, von denen es sich nur bei einigen wirklich um   Fernlenkraketen handelt, als Antwort auf den Angriff zunehmen wird. Sie   sch&#228;tzten sogar, dass sich die Anzahl der Angriffe durch Geschosse   w&#228;hrend der Operationen um t&#228;glich 100 Prozent steigern k&#246;nnte. Wie   erwartet entz&#252;ndet sich die ganze Region an den Angriffen, und sie   intensivieren die nationale Polarisierung zwischen J&#252;dInnen und   AraberInnen.<\/p>\n<p>  Das wirkliche Ziel, das mit diesem Angriff verfolgt wird, ist &#8211; wie   schon im Falle der Operation &#8222;Hot Winter&#8220; im Februar 2008 oder dem   vorangegangenen Gaza-Krieg &#8222;Operation Summer Rains&#8220;, der parallel zum   zweiten Libanonkrieg 2006 gefochten wurde, &#8211; nicht, eine Waffenruhe zu   erreichen. Wir waren auch gegen diese Angriffe, die zu 550 Toten   f&#252;hrten. Wie damals handelt es sich bei diesem Krieg um die Fortsetzung   einer Politik der Regierung mit milit&#228;rischen Mitteln. Das Ziel dieses   Angriffs ist nicht die Beendigung des Granatenbeschusses, sondern die   Besch&#228;digung der Hamas-Regierung im Gazastreifen in Verbindung mit dem   Versuch den Eindruck zu vermitteln, dass die Regierung Fortschritte   dabei macht, eine L&#246;sung hinsichtlich dieser Angriffe herbeizuf&#252;hren.   Sofern die israelische Elite davon betroffen ist, sind deren   Prestige-Spielchen gegen&#252;ber der Hamas wichtiger als die Sicherheit der   BewohnerInnen S&#252;disraels, die daf&#252;r quasi nur in Geiselhaft genommen   werden. Dieser aufw&#228;ndige Schritt wird unter dem Mantel des Wahlkampfes   in Israel und der &#220;bergangsphase zwischen den Regierungen in den USA   durchgef&#252;hrt. Es soll damit au&#223;erdem bezweckt werden, sowohl das seit   dem zweiten Libanonkrieg in Mitleidenschaft gezogene Image dieser   Regierung wieder herzustellen, als auch die Bereitschaft zu einer   abermaligen blutigen Konfrontation mit dem Iran und der Hisbollah zu   signalisieren.<\/p>\n<p>  Es ist ein klassischer taktischer Kniff erfolgloser Regierungen, vor   Wahlen einen Krieg zu f&#252;hren. Diese Regierung ist f&#252;r das Desaster des   zweiten Libanonkrieges und auch f&#252;r einige andere besonders blutige und   &#252;berbordende Milit&#228;roperationen verantwortlich. Nun aber bedeutet ein   weiterer milit&#228;rischer Schritt, dass dieser getan wird, um die Parteien   Kadima und Avodah vor einem Zusammenbruch in den Meinungsumfragen zu   bewahren, indem die Sicherheit der BewohnerInnen des Gazastreifens, von   Sderot, Ashkelon, Netivot und den anderen Ortschaften in dieser Gegend   versprochen wird.<\/p>\n<p>  Der Million&#228;r und Verteidigungsminister Barak hat bereits angek&#252;ndigt,   dass er seinen eigenen Wahlkampf unterbrechen wird. Und das kann kaum   &#252;berraschen, da er auch meint, dass die Milit&#228;roperation an sich schon   seine eigene Wahlkampagne darstellt. S&#228;mtliche etablierte Parteien   profitieren von der zeitweiligen Ablenkung, die diese milit&#228;rische   Aktion mit sich bringt, welche ebenso dazu genutzt wird, um die   Aufmerksamkeit von der Weltwirtschaftskrise abzulenken. Keine der   etablierten Parteien, die allesamt dem Kapitalismus anh&#228;ngen, hat eine   L&#246;sung, die Arbeitspl&#228;tze und Lebensbedingungen sichern k&#246;nnte. Sie   haben mithin auch keine L&#246;sung f&#252;r den israelisch-pal&#228;stinensischen   Konflikt und die Probleme, die dieser mit sich bringt.<\/p>\n<p>  In guter alter Tradition wurde der Milit&#228;roperation ein kranker und   zynischer Titel verpasst: &#8222;Bleigie&#223;en&#8220; (einem Chanukka-Lied entnommen).   Das erinnert daran, dass es innerhalb der israelischen herrschenden   Klasse Elemente gibt, die die ganze Operation als nichts anderes denn   ein Spiel oder Abenteuer betrachten. Dieses milit&#228;rische Abenteuer hat   bereits einen hohen Blutzoll gekostet: Schon in den ersten Stunden ist   die Zahl der Get&#246;teten rasch um ein Vielfaches der get&#246;teten Israelis   angestiegen, die durch s&#228;mtliche bis heute abgefeuerten Raketen aus dem   Gazastreifen ums Leben gekommen sind.<\/p>\n<p>  Bedauerlicherweise ist dieses Abenteuer nicht zu Ende, die Regierung   lehnt einen Waffenstillstand &#252;berheblich ab und es liegen sowohl eine   Bodenoffensive wie auch die Er&#246;ffnung einer zweiten Front gegen die   Hisbollah im Libanon auf dem Tisch. Per Notverordnung wurden bereits   tausende von ReservistInnen einberufen. Es ist allerdings   wahrscheinlich, dass sich der Angriff fest fahren wird und sich an ihm   in den kommenden Wochen nur noch kompliziertere Ereignisse im Nahen   Osten entz&#252;nden werden. Oder, wie es in Baraks Ank&#252;ndigung hei&#223;t: &#8222;Es   wird nicht einfach werden und es wird nicht schnell gehen.&#8220;<\/p>\n<h4>  Die Regierung sabotierte die &#8222;Waffenruhe&#8220;<\/h4>\n<p>  Die israelische Regierung lehnte es ab, die &#8222;Waffenruhe&#8220; (arab.:   Tahadiya; hebr.: Regi`a) auszubauen und sie zu einem wirklichen   Waffenstillstand werden zu lassen. Das h&#228;tte immerhin das t&#228;gliche Leben   von Israelis und Pal&#228;stinenserInnen verbessert, auch wenn damit keine   wirklichen Schritte in Richtung eines Endes des   israelisch-pal&#228;stinensischen Konflikts verbunden gewesen w&#228;ren.   Stattdessen setzte die Regierung auch w&#228;hrend der ganzen Monate der   &#8222;Waffenruhe&#8220; ihre provokativen und gewaltt&#228;tigen Handlungen fort: So   z.B. am 4. November, dem Wahltag in den Vereinigten Staaten, der f&#252;r   Luftangriffe genutzt wurde. Wie Barak uns nun mitteilt, wurde die   Milit&#228;roperation w&#228;hrend besagter Monate en detail geplant. Im   Westjordanland und in den Au&#223;enbezirken des Gazastreifens fanden   weiterhin routinem&#228;&#223;ige Milit&#228;rman&#246;ver statt. Die Regierung hatte es   abgelehnt, einen umfassenden Gefangenenaustausch durchzuf&#252;hren, bei dem   auch der gefangen genommene Soldat Gil`ad Shalit zu seiner Familie h&#228;tte   zur&#252;ckkehren k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Entscheidend ist, dass w&#228;hrend der Phase der Waffenruhe die   wirtschaftliche und milit&#228;rische Belagerung des Gazastreifens in   Zusammenarbeit mit den Gro&#223;m&#228;chten, mit &#196;gypten und der Fatah-Bewegung,   sowie dem Rest der Regime der Arabischen Liga, von denen die meisten   jetzt heuchlerisch gegen das Morden protestieren, fortgesetzt wurde.   Abbas (Abu-Mazen) und die diktatorische Herrschaft Mubaraks in &#196;gypten   haben den Rest sogar noch &#252;bertroffen, als sie ihre vorbehaltlose   Zustimmung zu dem Angriff auf erheblich deutlichere Art und Weise   abgaben als es die arabischen F&#252;hrer bei Beginn des zweiten   Libanonkrieges taten. Au&#223;enministerin Livni wurde zwei Tage vor dem   Krieg zu einem Sonderbesuch nach Kairo eingeladen.<\/p>\n<p>  Diese Zusammenarbeit hat die arabischen Massen im Nahen Osten in Rage   gebracht. Sie hat den Hass auf die korrupten Regime in der Arabischen   Liga verst&#228;rkt, die wie das korrupte Regime in Israel nicht handeln, um   der breiten &#214;ffentlichkeit aus Arbeiterklasse und Armen zu nutzen,   sondern um diese auszubeuten und zu unterdr&#252;cken. Die Wut, die jetzt zu   explodieren scheint, k&#246;nnte die Herrschaft des geschw&#228;chten Regimes von   Mubarak in &#196;gypten vorzeitig beenden, und sie wird Abbas, der als   Marionette der israelischen Regierung betrachtet wird, vermutlich noch   weiter schw&#228;chen.<\/p>\n<p>  Die neue Situation zieht die Nahost-Konferenz von Annapolis zunehmend   ins L&#228;cherliche, die in Folge des Krieges ausgesetzt wurde und die von   Anbeginn in Israel, den pal&#228;stinensischen Gebieten und dem Rest der Welt   korrekter Weise als Witz abgetan wurde.<\/p>\n<p>  Seit dem Abbau der Siedlungen und dem R&#252;ckzug der Armee im bzw. aus dem   Gazastreifen im Jahre 2005 wurde die israelische Herrschaft in der   Praxis bis zur Dominanz &#252;ber das Gebiet wie &#252;ber ein riesiges Gef&#228;ngnis   fortgef&#252;hrt. Nach dem Sieg der Hamas bei den Januar-Wahlen 2006 zum   Pal&#228;stinensischen Legislativrat weitete die israelische Regierung mit   Unterst&#252;tzung der Gro&#223;m&#228;chte die Angriffe auf die BewohnerInnen Gazas   aus. Hamas hatte die Wahlen 2006 gewonnen, weil aus Protest gegen die   korrupten F&#252;hrer der Fatah-Bewegung und vor dem Hintergrund des   Bankrotts der pal&#228;stinensischen Organisationen, die sich einmal als   &#8222;sozialistisch&#8220; bezeichnet hatten, abgestimmt wurde.<\/p>\n<p>  Hamas ist nat&#252;rlich weit davon entfernt, eine sozialistische Bewegung zu   sein, und sie ist auch ein Hindernis im Kampf der pal&#228;stinensischen   Massen um nationale Befreiung. Sie bietet keine Strategie an f&#252;r eine   ernstzunehmende L&#246;sung der Probleme, mit denen die pal&#228;stinensischen   Massen konfrontiert sind. Au&#223;erdem ist die Hamas nat&#252;rlich nicht in der   Lage, von den von ihr angegriffenen israelischen ArbeiterInnen und Armen   Unterst&#252;tzung zu bekommen. Nichtsdestotrotz wird die Hamas in Folge der   Korruption und des Verrats der Fatah sowie der Aktionen der israelischen   Regierung gest&#228;rkt. Das geschieht trotz der Tatsache, dass die Mehrheit   der Pal&#228;stinenserInnen &#8211; wie auch die Mehrheit der Israelis &#8211; genug hat   von den momentan existierenden gro&#223;en politischen Parteien und es gibt   ein Verlangen nach einer Alternative.<\/p>\n<p>  Kurz vor dem Krieg machte die israelische Regierung, die f&#252;r die   humanit&#228;re Krise verantwortlich zeichnet, sich diese auf zynische Art   und Weise zu Nutze und &#246;ffnete zeitweilig die Grenz&#252;berg&#228;nge f&#252;r die   eingeschr&#228;nkte Einfuhr von Lebensmitteln und Medikamenten. Nach Beginn   des Angriffs gestanden Regierungsvertreter ein, dass das getan wurde, um   einen maximalen &#220;berraschungseffekt zu erzielen. Die Gener&#228;le und   Politiker aller etablierten Parteien rechtfertigen die Politik der   kollektiven Bestrafung gegen die BewohnerInnen des Gazastreifens als   eine Reaktion auf den schmerzhaften Raketenbeschuss auf EinwohnerInnen   Israels in den Ortschaften rund um den Gazastreifen. Das ist eine   heuchlerische Selbstrechtfertigung. Dieselbe Regierung und dieselben   Milit&#228;rs spielen auf zynische Art und Weise mit den &#196;ngsten, Sorgen und   Gefahren der EinwohnerInnen des westlichen Negev und schlagen nur eine   Verschlimmerung der Problemlage und eine Vertiefung des Konfliktes vor.<\/p>\n<p>  Den Preis f&#252;r den Konflikt zahlen letztendlich die Massen von Familien   der israelischen und pal&#228;stinensischen ArbeiterInnen und Armen und nicht   die elit&#228;ren Entscheidungstr&#228;ger, die in erster Linie politisches   Kapital aus dem nationalen Konflikt schlagen. Der Reketenbeschuss ist   lediglich ein Symptom der Lage, f&#252;r die das israelische Regime die   Hauptverantwortung tr&#228;gt. Auch wenn Vertreter des Au&#223;enministeriums und   Sprecher der IDF (israel. Armee; Anm. d. &#220;bers.) rund um die Uhr daran   arbeiten, diese Tatsache zu vertuschen. Die Opferzahlen belegen jedes   Jahr aufs Neue, wie unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig dieser Konflikt vor Ort vonstatten   geht.<\/p>\n<p>  &#220;ber Jahre hinweg hat die Regierungspolitik eine Besatzung und die   systematische Unterdr&#252;ckung der pal&#228;stinensischen Massen durch zahllose   Ma&#223;nahmen wie Hauszerst&#246;rungen, Hunger und Massent&#246;tungen herbeigef&#252;hrt.   Und in den vergangenen Monaten hat sich die Regierung dazu entschieden,   die BewohnerInnen des Gazastreifens auszuhungern, so dass die gro&#223;e   Mehrheit von ihnen unter extremer Armut, vor allem wegen fehlenden   Lebensunterhaltes, Lebensmitteln, Medikamenten und Strom leidet. Solch   eine Situation erzeugt nat&#252;rlich Widerstand. Das jetzige milit&#228;rische   Morden wird naturgem&#228;&#223; zu Widerstand f&#252;hren, wenn die Pal&#228;stinenserInnen   versuchen, sich selbst zu verteidigen. Selbstverteidigung ist   gerechtfertigt, aber es ist wichtig klar zu machen, dass SozialistInnen   gegen den wahllosen Raketenbeschuss sind, der ZivilistInnen Schaden   zuf&#252;gt und damit auch der israelischen Regierung mehr Argumente liefert,   um ihr eigenes Handeln zu rechtfertigen und Unterst&#252;tzung daf&#252;r zu   mobilisieren. So lange es nationale Unterdr&#252;ckung gibt, werden der   nationale Konflikt und das Blutvergie&#223;en weitergehen.<\/p>\n<h4>  Der Konflikt ist letzten Endes ein soziales Problem<\/h4>\n<p>  Es gibt rechte, religi&#246;se pal&#228;stinensische Organisationen wie die Hamas,   die versuchen im Morden von ZivilistInnen mit der israelischen Regierung   zu konkurrieren, wenn auch in weit geringerem Umfang, um den Eindruck zu   vermitteln, sie w&#252;rde einen Kampf gegen deren Attacken anf&#252;hren. In der   Realit&#228;t handelt es sich bei dem Raketenbeschuss lediglich um   Racheaktionen, die in einer Situation aus Hoffnungslosigkeit und Hunger   bisweilen auch die Unterst&#252;tzung der pal&#228;stinensischen &#214;ffentlichkeit   bekommen. Mit dem Raketenbeschuss ist es zweifellos nicht m&#246;glich, die   Belagerungspolitik zu durchbrechen (im Gegensatz zu dem Massendurchbruch   an der &#228;gyptischen Grenze) oder der milit&#228;rischen Unterdr&#252;ckung Schaden   zuzuf&#252;gen. Er f&#252;gt nur den ZivilistInnen rund um die Grenze zum   Gazastreifen Schaden zu; womit er vom israelischen politischen   Establishment, das sich den Konflikt und die &#8222;Sicherheitsfrage&#8220;   traditionell zur Erlangung zunehmender Unterst&#252;tzung nutzbar macht, als   politisches Geschenk ausgenutzt wird. Dieselbe Unterst&#252;tzung wird   aufgrund ihrer fortgesetzten wirtschaftlichen Angriffe auf die   ArbeiterInnen und Armen in Israel und der daraus resultierenden   brennenden sozialen Probleme chronisch unterminiert.<\/p>\n<p>  Das ist auch der Grund daf&#252;r, warum die Propaganda des Establishments   erfolgreich eine k&#252;nstliche Grenze zwischen sozialen Problemen und   Sicherheitsproblemen ziehen kann. Der israelisch-pal&#228;stinenische   Konflikt ist allerdings gleichzeitig auch ein brennendes soziales   Problem und man darf sich dabei nicht auf dieselben Parteien verlassen,   die den &#246;konomischen Krieg gegen die Mehrheit der israelischen   &#214;ffentlichkeit f&#252;hren oder ihn unterst&#252;tzen, um dann die Interessen   derselben &#214;ffentlichkeit verteidigen zu wollen, wenn es um die   Sicherheitsfrage geht. Keine der Parteien des Establishments hat eine   L&#246;sung f&#252;r den Konflikt und die Probleme, die daraus entstehen.<\/p>\n<p>  Das ist auch der Grund daf&#252;r, warum die Parteien des Establishments sich   in Kriegszeiten &quot;umarmen&quot; und keinerlei Alternative an den Tag legen.   Dieselben Parteien, die sich in der sogenannten Opposition befinden,   werden Teil einer breiten Koalition, wenn sie dies bei Wirtschaftsfragen   auch weit verdeckter tun. Deshalb ist es m&#246;glich, dass man Bibi   (Benjamin Netanjahu) von der Likud-Partei und Jumas (Haim Oron) von der   Meretz-Partei erleben kann, wie sie wie mit einer Stimme sprechen.   Ebenso bildet die etablierte Presse einen Chor, um den Angriff zu   huldigen und unterstreicht damit ihre Rolle als W&#228;chter des   kapitalistischen Establishments und seiner Kriege.<\/p>\n<p>  Die Meretz-Partei, die sich selbst als Teil des sogenannten   Friedenslagers betrachtet, rief sogar schon vor Beginn des Krieges zu   Aktionen gegen Gaza auf. Genauso unterst&#252;tzte sie auch den zweiten   Libanonkrieg; sue wurde von der Regierung sogar vor Beginn des Angriffs   informiert. In einem Versuch, der Arbeitspartei Stimmen abzujagen, f&#228;hrt   Meretz damit fort, ihrer historischen Rolle nachzukommen, und sie bem&#252;ht   sich, eine Regierungspolitik sch&#246;nzureden, die zerst&#246;rerisch und   sch&#228;dlich f&#252;r J&#252;dInnen wie auch f&#252;r AraberInnen ist.<\/p>\n<h4>  Eine sozialistische Alternative<\/h4>\n<p>  Die Sicherheit der j&#252;disch-israelischen &#214;ffentlichkeit kann niemals auf   Kosten der Sicherheit anderer V&#246;lker der Region erreicht werden. Die   j&#252;dischen und pal&#228;stinensischen ArbeiterInnen und Armen teilen dasselbe   Verlangen nach wirklicher Sicherheit und Frieden. Um ein Ende des   Granatbeschusses wie auch aller Methoden der Unterdr&#252;ckung gegen&#252;ber den   pal&#228;stinensischen Massen herbeizuf&#252;hren, besteht die Notwendigkeit   daf&#252;r, vor Ort eine breite soziale Bewegung aufzubauen, die f&#252;r dieses   Ziel k&#228;mpft und eine Alternative zum permanenten Krieg und dem nicht   endenden Blutvergie&#223;en bietet. Die Gewerkschaften (den Dachverband   Histadrut eingeschlossen) sollten den Aufbau einer solchen Bewegung im   Interesse der ArbeiterInnen unterst&#252;tzen.<\/p>\n<p>  Das Fehlen einer solchen Bewegung, einer starken Arbeiterbewegung, einer   gro&#223;en sozialistischen Bewegung bestehend aus j&#252;dischen und arabischen   arbeitenden Menschen in Israel und den pal&#228;stinensischen Gebieten l&#228;sst   die Masse der Familien der ArbeiterInnen und Armen hier zu Opfern der   Ereignisse, &#252;ber die sie keine Kontrolle haben. Zur Zeit ist die   Arbeiterklasse nicht wirklich organisiert. Wenn die Menschen aber in   diesem Sinne organisiert w&#228;ren, dann bef&#228;nde sich die Mehrheit der   j&#252;disch-israelischen &#214;ffentlichkeit auch nicht in einer so verzweifelten   Lage, als dass sie die sogenannten Sicherheitsvorschl&#228;ge der Regierung   akzeptieren w&#252;rde. Die Tatsache, dass die Mehrheit dies tut, liegt darin   begr&#252;ndet, dass sie keine Antwort auf die Frage findet, was jetzt zu tun   m&#246;glich ist, um die Situation zu verbessern. Die Regierung h&#228;tte &#8211; wie   gesagt &#8211; unglaublich viel tun k&#246;nnen. Sie hat sich aber f&#252;r den Angriff   entschieden.<\/p>\n<p>  Wenn es eine breite, organisierte, sozialistische Bewegung geben w&#252;rde,   dann w&#228;re es m&#246;glich, die Regierung zu einem wirklichen Waffenstillstand   zu zwingen, um die Belagerung und Unterdr&#252;ckung der pal&#228;stinensischen   Bev&#246;lkerung zu beenden und einen umfassenden Gefangenenaustausch   durchzuf&#252;hren. Eine breite sozialistische Bewegung k&#246;nnte sowohl in den   pal&#228;stinensischen Gebieten wie auch in Israel arbeiten, um eine   Alternative zu den bestehenden gro&#223;en politischen Parteien anzubieten   und sich f&#252;r die Umsetzung dieser Ma&#223;nahmen, zu denen auch der Kampf um   ein Ende des Raketenbeschusses und die Beendigung aller aggressiven   Handlungen der israelischen Regierung gegen die pal&#228;stinensischen Massen   geh&#246;rt, einsetzen.<\/p>\n<p>  Ohne eine breite sozialistische Bewegung von J&#252;dinnen, Juden und   AraberInnen in Israel und in den pal&#228;stinensischen Gebieten werden &#8211; wie   in den vergangenen Jahren geschehen &#8211; nur andere politische Kr&#228;fte   gest&#228;rkt, die blo&#223; eine Vertiefung des Konfliktes zu bieten haben. Doch   es gibt dringende Schritte, die jetzt unternommen werden k&#246;nnen und   m&#252;ssen, um die Grundlage f&#252;r eine solche Bewegung zu schaffen. Die   Antikriegsbewegung muss im Umfeld der Massen ausgeweitet werden, die f&#252;r   alternative L&#246;sungen zur Erlangung von echtem Frieden und wirklicher   Sicherheit f&#252;r Israelis wie auch f&#252;r Pal&#228;stineserInnen sind. Die   gemeinsamen Demonstrationen von J&#252;dinnen, Juden und AraberInnen gegen   den Krieg m&#252;ssen gest&#228;rkt werden, mit der Gegenwehr gegen die Repression   gegen&#252;ber jeglichen Antikriegsprotesten und -demonstrationen, der   Unterst&#252;tzung des Selbstverteidigungsrechts f&#252;r angegriffene   DemonstrantInnen und eine Gegenwehr gegen die Provokateure und andere   Kr&#228;fte, die den Kampf und die BewohnerInnen zu spalten versuchen.<\/p>\n<p>  Ein weiterer Schritt in Richtung des Aufbaus einer breiten Bewegung ist   es, in s&#228;mtlichen Arbeiterorganisationen, Studierendenorganisationen,   Nachbarschaftsorganisationen bzw. in jeglicher Formation, die f&#252;r   sozialen Wandel k&#228;mpft und f&#252;r die Verteidigung der arbeitenden Menschen   und der Armen eintritt, eine Debatte &#252;ber den Angriff und seine Folgen   anzusto&#223;en. Zu diesen Strukturen geh&#246;ren z.B. &#8222;Die Stadt geh&#246;rt uns   allen&#8220; in Tel Aviv und die Organisation &#8222;Macht f&#252;r die ArbeiterInnen&#8220;.   Es ist wichtig, dass bei solchen Treffen eine Diskussion zwischen   j&#252;dischen und arabischen ArbeiterInnen und AktivistInnen stattfindet,   die das Ziel einer gemeinsamen Analyse der momentanen Situation   verfolgt, um gemeinsame L&#246;sungen zur Organisierung eines breiter   werdenden Protestes gegen den Krieg zu finden und so weit als m&#246;glich   auch eine &#246;ffentliche Verurteilung des Krieges herausgibt.<\/p>\n<p>  Die Gruppe &#8222;Kol Akher&#8220; (Eine andere Stimme), die von gut einem Dutzend   israelischer und pal&#228;stinensischer BewohnerInnen des westlichen Negev   und des Gazastreifens ins Leben gerufen wurde, zeigt, was sonst von   BewohnerInnen noch vor Gr&#252;ndung einer breiten sozialen Bewegung getan   werden kann, um eine solche Bewegung aufzubauen. Die Gruppe f&#252;hrt   momentan eine Kampagne f&#252;r eine neue Waffenruhe und gegen den Krieg, und   hunderte BewohnerInnen des s&#252;dlichen Israel haben bereits ihre Petition   unterschrieben. Die Gruppe organisiert direkte Gespr&#228;che zwischen   Israelis und Pal&#228;stinenserInnen, was hinsichtlich der Hetze, die in den   etablierten Nachrichtenkan&#228;len stattfindet, einen besonderen Wert hat.<\/p>\n<p>  Ziel der direkten Gespr&#228;che ist es, Einvernehmen &#252;ber die gemeinsamen   Interessen zu erlangen und eine vern&#252;nftige L&#246;sung zu finden. Die Gruppe   &#8222;Fighters for Peace&#8220; (ehemalige Frontsoldaten und Pal&#228;stineserInnen, die   am Kampf gegen die Besatzung beteiligt waren) organisiert ebenfalls   &#228;hnliche Treffen. Eine breite sozialistische Bewegung k&#246;nnte den Dialog   im Rahmen von Friedens- und Vers&#246;hnungskomitees ungemein ausweiten und   eine Debatte &#252;ber die Sicherheitsfragen und die &#8222;Kernprobleme&#8220; des   Konfliktes er&#246;ffnen.<\/p>\n<p>  Sowohl in Israel wie auch in den pal&#228;stinensischen Gebieten besteht die   Notwendigkeit f&#252;r den Aufbau gro&#223;er sozialistischer Parteien der   arbeitenden Menschen und der Armen, die eine solche Bewegung als Teil   des Kampfes zur Beendigung des Kapitalismus in Israel, den   pal&#228;stinensischen Gebieten und im Nahen Osten anf&#252;hren werden, sowie f&#252;r   ein sozialistisches Israel neben einem unabh&#228;ngigen sozialistischen   Pal&#228;stina als Teil einer demokratisch-sozialistischen F&#246;deration der   Region.<\/p>\n<h4>  Starke Repressionen gegen Antikriegsdemonstrationen<\/h4>\n<p>  In vielen Orten in Israel, dem Westjordanland und im ganzen Nahen Osten   gab es Demonstrationen gegen den Krieg, einige davon mit   Massenbeteiligung. Im Gazastreifen schafften es DemonstrantInnen in   einem berechtigten Versuch, die Belagerung zu durchbrechen erneut, die   Grenze zu &#196;gypten zu &#252;berschreiten. Die &#228;gyptischen Grenzposten   er&#246;ffneten jedoch das Feuer auf sie. Das Oberste Arabische   Kontroll-Komitee in Israel erkl&#228;rte einen Gesch&#228;ftsstreik und im   Westjordanland wurde ein &#228;hnlicher Streik erkl&#228;rt. Im Westjordanland und   Ost-Jerusalem sind Demonstrationen gewaltsam unterdr&#252;ckt worden. Unter   dem Deckmantel des Krieges verst&#228;rken Polizei und Milit&#228;r ihre   Repressionen: So wurden im Dorf Ni`lin im Westjordanland zwei   DemonstrantInnen erschossen. In allen israelischen Universit&#228;ten wurden   Demonstrationen von der Bereitschaftspolizei auseinandergetrieben.<\/p>\n<p>  Mit der Repression gegen Demonstrationen geht die anti-arabische Hetze   in den etablierten Medien einher, die die Repressionen unterst&#252;tzen und   die Antikriegsproteste als &#8222;St&#246;rung der &#246;ffentlichen Ordnung&#8220;   beschreiben. Das gesamte Establishment tritt daf&#252;r ein, Opposition und   Proteste zum Schweigen zu bringen und sch&#252;rt die Hetze. Die extreme   Rechte lebt auf und mit ihr die rassistischen Rufe nach einer   Einschr&#228;nkung der demokratischen Rechte der pal&#228;stinensischen   B&#252;rgerInnen Israels.<\/p>\n<p>  Vor dem Hintergrund der hyper-militaristischen Atmosph&#228;re wird auch   Druck aufgebaut, um Arbeitsk&#228;mpfe zu beenden. Das Arbeiterkomitee beim   israelischen Energieversorgungsunternehmen beendete nach Ausbruch des   Krieges beispielsweise den Arbeitskampf gegen die geplanten   Entlassungen. Dies wurde wieder zur&#252;ck genommen, nachdem die   Gesch&#228;ftsleitung angek&#252;ndigt hatte, dass sie f&#252;r ihren Teil die   geplanten Entlassungen nicht zur&#252;cknehmen wird, und die   Arbeitervertretung enth&#252;llte den Versuch, sie t&#228;uschen zu wollen.<\/p>\n<p>  Samstagabend demonstrierten hunderte j&#252;dische und arabische   AktivistInnen &#8211; unter ihnen auch Mitglieder von Tnu`at Maavak   Sotzyalisti &#8211; in Tel-Aviv vor dem Sicherheitsministerium. Unsere   Mitglieder riefen Slogans wie: &#8222;Barak: Sicherheitsminister, du wirst   deine Herrschaft nicht mit Blut erkaufen&#8220;, &#8222;Juden und Araber lehnen es   ab, Feinde zu sein&#8220;, &#8222;F&#252;r das Ansehen der Minister wird Blut vergossen&#8220;,   &#8222;Kein Frieden, keine Sicherheit &#8211; zerbrecht die Herrschaft des   Kapitals&#8220;, &#8222;Geld f&#252;r Bildung und Arbeit, nicht f&#252;r Krieg und Besatzung&#8220;,   &#8222;Die Regierung ist Schuld am Desaster von Gaza und Ashkelon&#8220;, &#8222;Die   Kinder von Gaza und Sderot wollen leben&#8220;, &#8222;Keine neuen Z&#228;une und Bunker   &#8211; Gespr&#228;che zwischen den Einwohnern&#8220; und weitere.<\/p>\n<p>  Einen Tag vor dem Angriff haben wir die &#8222;Sozialismus-Konferenz 2008&#8220;   abgehalten, an der Dutzende teilnahmen, darunter BewohnerInnen des   westlichen Negev wie auch wichtige K&#246;pfe der j&#252;ngsten Arbeitsk&#228;mpfe. Auf   dieser Konferenz warnten wir vor den Gefahren der Sicherheitspolitik der   Regierung und der etablierten Parteien, und wir warnten davor, dass man   den Parteien nicht trauen kann, die keine wirtschaftliche Sicherheit,   keine Sicherheit vor Krieg und Terror bieten k&#246;nnen &#8211; die Herrschaft des   Kapitals wird keinen wirklichen Frieden oder Sicherheit bringen. Bei   diesem Treffen dr&#252;ckte die Organisation ihre Solidarit&#228;t mit den   j&#252;dischen und arabischen Familien aus, die unter der Situation in   Sderot, Ashkelon, dem Gazastreifen und in den anderen Orten der Umgebung   leiden.<\/p>\n<p>  Aufgrund des schlechten Zustands vieler Luftschutzbunker berichten die   Zeitungen bereits von wachsender Wut unter den Menschen im westlichen   Negev. Sobald immer mehr Menschen sehen, dass sie betrogen werden, wird   die nationalistische Welle &#8211; &#228;hnlich wie bei der Stimmungslage vor Ort   w&#228;hrend des zweiten Libanonkriegs &#8211; abklingen. Aber ohne eine breite   sozialistische Bewegung, die eine politische Alternative bieten kann,   besteht ebenfalls die M&#246;glichkeit, dass rechte Populisten wie Lieberman   damit Erfolg haben, den Wut gegen die Elite auszunutzen und gest&#228;rkt   werden. Selbstverst&#228;ndlich ist dies eine echte Gefahr und ein weiterer   Grund daf&#252;r, dass die Notwendigkeit f&#252;r den Aufbau einer sozialistischen   Bewegung entscheidend ist.<\/p>\n<h4>  Bewegung Sozialistischer Kampf fordert:<\/h4>\n<p>  Ein sofortiges Ende der Bombardements und der anderen milit&#228;rischen   Operationen im Gazastreifen sowie eine komplette finanzielle   Entsch&#228;digung durch die israelische Regierung an die Familien, die auf   beiden Seiten des Zauns Opfer zu beklagen haben.<\/p>\n<p>  Einen sofortigen und umfassenden Waffenstillstand, der das Ende der   wirtschaftlichen und milit&#228;rischen Belagerung der BewohnerInnen des   Gazastreifens einschlie&#223;t und die Beendigung der Milit&#228;roperationen in   den pal&#228;stinensischen Gebieten; Stoppt den Raketenbeschuss auf die   BewohnerInnen S&#252;disraels.<\/p>\n<p>  Setzt die gemeinsamen Demonstrationen von J&#252;dinnen, Juden und   AraberInnen gegen den Krieg in Gaza, die Sperranlagen, den Konflikt und   die extreme Rechte fort.<\/p>\n<p>  Beendet die milit&#228;rische und polizeiliche Repression gegen das   Demonstrationsrecht und beendet die institutionalisierte   nationalistisch-rassistische Aufstachelung gegen AraberInnen.<\/p>\n<p>  Beendet das Spiel mit den &#196;ngsten der &#214;ffentlichkeit in Israel durch das   kapitalistische Establishment. H&#246;rt damit auf, die Leben der   EinwohnerInnen f&#252;r Wahlzwecke auszunutzen und die SoldatInnen als   Kanonenfutter einzusetzen.<\/p>\n<h4>  Stoppt die milit&#228;rischen Abenteuer der herrschenden Elite und deren   Versuche, auf diese Weise die politischen und sozialen Probleme zu   begraben.<\/h4>\n<h4>  F&#252;r einen umfassenden Gefangenenaustausch, der die Freilassung des   Soldaten Gilad Shalit mit einschlie&#223;t.<\/h4>\n<p>  F&#252;r direkte Gespr&#228;che zwischen israelischen und pal&#228;stinensischen   EinwohnerInnen und die St&#228;rkung der Verbindungen zwischen arbeitenden   Menschen und sozialen Organisationen beiderseits der nationalen Teilung.<\/p>\n<p>  Bildet sowohl in Israel wie auch in den pal&#228;stinensischen Gebieten   gro&#223;e, sozialistische, aus arbeitenden Menschen zusammengesetzte   Parteien, die einen Kampf zur L&#246;sung der brennenden sozialen Probleme &#8211;   einschlie&#223;lich des israelisch-pal&#228;stinensischen Konfliktes &#8211; anf&#252;hren   werden.<\/p>\n<p>  Zieht die Armee aus den pal&#228;stinensichen Gebieten zur&#252;ck und baut alle   Unterdr&#252;ckungs- und Besatzungsma&#223;nahmen ab, die den pal&#228;stinensischen   Massen aufgen&#246;tigt worden sind &#8211; einschlie&#223;lich der Checkpoints,   Stra&#223;enblockaden, Sperranlagen und Siedlungen. Nein zu Landannexionen &#8211;   eine Landnahme darf nur auf Grundlage v&#246;lligen und demokratischen   Einvernehmens zwischen den israelischen und pal&#228;stinensischen   ArbeiterInnen und Armen stattfinden.<\/p>\n<p>  F&#252;r wirkliche Sicherheit und Frieden &#8211; beendet den   israelisch-pal&#228;stinensischen Konflikt und stoppt die politischen,   &#246;konomischen und milit&#228;rischen Interventionen und Anordnungen, die von   den Gro&#223;m&#228;chten gegen&#252;ber den Massen des Nahen Ostens und von der   israelischen Regierung in den pal&#228;stinensischen Gebieten und den   benachbarten Staaten durchgef&#252;hrt werden.<\/p>\n<p>  F&#252;r den Kampf f&#252;r ein Sozialistisches Israel neben einem unabh&#228;ngigen   Sozialistischen Pal&#228;stina mit in direkten Verhandlungen zwischen   VertreterInnen der BewohnerInnen festgelegten Grenzen unter Garantierung   vollkommener Bewegungsfreiheit; F&#252;r den Kampf um die Stadt Jerusalem zur   gemeinsamen Hauptstadt der beiden sozialistischen Staaten mit autonomen   Verwaltungen beider Seiten der Stadt zu machen.<\/p>\n<p>  F&#252;r einen vereinten Kampf der Massen des Nahen Ostens f&#252;r   Lebensunterhalt, Frieden und Sozialismus; F&#252;r einen Sozialistischen und   Demokratischen Nahen Osten, in dem die Rechte s&#228;mtlicher Gruppen und   Minderheiten garantiert werden k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  <a href=\"http:\/\/www.maavak.org.il \">Website der Bewegung Sozialistischer   Kampf(Tnu`at Maavak Sotzyalisti \/ Harakat Nidal Eshteraki)<\/a><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Stellungnahme von MarxistInnen in Israel\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[37,104],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12961"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12961"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12961\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12961"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12961"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12961"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}