{"id":12957,"date":"2009-01-12T01:00:00","date_gmt":"2009-01-12T01:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12957"},"modified":"2009-01-12T01:00:00","modified_gmt":"2009-01-12T01:00:00","slug":"12957","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/01\/12957\/","title":{"rendered":"Commerzbank: Rettungsaktion f&#252;r Bankbesitzer"},"content":{"rendered":"<p>  Kapitalistische oder sozialistische Verstaatlichungsschritte?<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Nachdem die Commerzbank im Sp&#228;therbst letzten Jahres von staatlicher   Seite bereits 8,2 Milliarden Euro erhielt, bekommt sie &#8211; im Rahmen des   Banken-Schutzschirms &#8211; nun eine weitere Kapitalspritze von zehn   Milliarden Euro. Die Commerzbank, die sich gerade die Dresdner Bank   einverleibt und sich zur zweitgr&#246;&#223;ten Bank der Bundesrepublik mausern   will, wird teilverstaatlicht. Der Bund h&#228;lt dort zuk&#252;nftig 25 Prozent   und eine Aktie.<\/b><\/p>\n<p>  <b>Damit geht der staatliche Interventionismus &#8211; der dem Zwecke dient,   Kapitaleignern in der dramatischsten Wirtschaftskrise seit den drei&#223;iger   Jahren auf Kosten der arbeitenden Bev&#246;lkerung rettend unter die Arme zu   greifen &#8211; in eine neue Runde.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Aron Amm<\/i><\/h4>\n<p>  W&#228;hrend &#252;ber 100.000 Leiharbeiter ihren Job verloren haben, 300.000   Besch&#228;ftigte auf Kurzarbeit gesetzt wurden und Hunderttausenden die   Entlassung droht, wirft die Bundesregierung den Herren in der Chefetage   der Commerzbank &#8211; die im Zuge der &#220;bernahme der Dresdner Bank etwa   20.000 von 70.000 Stellen vernichten will &#8211; Milliarden von Euro in den   Rachen. (&#220;brigens haben Angela Merkel und Co. f&#252;r die Hypo Real Estate   seit September 2008 ebenfalls rund 50 Milliarden Euro locker gemacht,   die jetzt die Belegschaft auf 800 Besch&#228;ftigte halbieren will).<\/p>\n<h4>  Staatsknete f&#252;r Stellenstreichung und Spekulation?<\/h4>\n<p>  Die Spitze der Commerzbank hat sich v&#246;llig &#252;bernommen. Mit eigener Kraft   kann sie den Aufkauf der Dresdner Bank (von der Allianz) kaum schultern.   Zudem macht ihr die &#220;bernahme von Banken in Osteuropa, so in Polen und   der Ukraine, zu schaffen. Dar&#252;ber hinaus haben sie sich in den   vergangenen Jahren wie viele andere f&#252;rchterlich verspekuliert. Der Bund   gew&#228;hrt 18,2 Milliarden Euro f&#252;r ein DAX-Unternehmen, das einen   B&#246;rsenwert von aktuell weniger als f&#252;nf Milliarden aufweist. Und was   passiert jetzt? Denjenigen, die sich am Spieltisch verzockt haben &#8211; die   privaten Mehrheitseigent&#252;mer der Commerzbank -, wird im Casino neues   Spiel-Geld zur Verf&#252;gung gestellt, um weiter mitzocken zu k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  Staatskapitalismus<\/h4>\n<p>  Eine Teilverstaatlichung? Das Bundesfinanzministerium winkt ab: &#8222;Das ist   keine Teilverstaatlichung, vielmehr die Wahrnehmung unserer   Verantwortung f&#252;r einen gro&#223;en Akteur am Finanzmarkt.&#8220; Ein   Teilverstaatlichung? Nat&#252;rlich. Aber keine sozialistische   Verstaatlichungsma&#223;nahme. Sondern &#8222;Staatskapitalismus&#8220;, wie die FAZ   ihren Kommentar vom 10. Januar &#252;berschreibt.<\/p>\n<p>  Der Bund steckt Unsummen in das Unternehmen und wird direkter   Ko-Eigent&#252;mer. Obwohl dreieinhalbmal mehr aufgebracht wird, als die Bank   an Marktwert hat, begn&#252;gt man sich mit einem Anteil von 25 Prozent. Und   obwohl 25 Prozent und eine Aktie sogar eine Sperrminorit&#228;t mit sich   bringen, wollen Union und SPD den privaten Eigent&#252;mern des Unternehmens   v&#246;llig freie Hand lassen &#8211; und sich schnellstm&#246;glich wieder vollst&#228;ndig   rausziehen. &#8222;Der Staat tritt auf Zeit ein, aber er wird sich auch in   einem baldigen und vern&#252;nftigen Augenblick wieder l&#246;sen&#8220;, erkl&#228;rte   SPD-Chef Franz M&#252;ntefering im ZDF. Die Bundesregierung werde &#8222;jedenfalls   auf die Gesch&#228;fte keinen Einfluss nehmen&#8220;.<\/p>\n<h4>  Alle Banken vollst&#228;ndig und dauerhaft verstaatlichen!<\/h4>\n<p>  Wenn wir das Vorgehen der Bundesregierung kritisieren, dann vertreten   wir nat&#252;rlich nicht die Meinung, dass der Staat sich im Fall der   Commerzbank raushalten sollte. Im Gegenteil. Die SAV ist der Ansicht,   dass die Commerzbank nicht nur teilweise und zeitlich befristet, sondern   vollst&#228;ndig und dauerhaft verstaatlicht werden muss. Das ist der einzige   Weg, alle Arbeitspl&#228;tze bei der Dresdner Bank und der Commerzbank zu   erhalten und die Konten der Bankkunden zu garantieren. Im Interesse der   Arbeitspl&#228;tze und Konten der arbeitenden Bev&#246;lkerung m&#252;ssen alle   Gesch&#228;ftsb&#252;cher ge&#246;ffnet und die Konten und Verm&#246;gensverhaltnisse der   Eigent&#252;mer, Gro&#223;aktion&#228;re und Vorstandsmitglieder offengelegt werden.   Die SAV tritt zudem f&#252;r die demokratische Kontrolle und Verwaltung durch   Belegschaftskomitees und gew&#228;hlte VertreterInnen der arbeitenden   Bev&#246;lkerung ein, die nicht mehr als einen Durchschnittslohn verdienen   d&#252;rfen.<\/p>\n<p>  Selbst eine verstaatlichte Commerzbank w&#228;re f&#252;r sich genommen weiter dem   Druck ausgesetzt, unter kapitalistischen Gesichtspunkten zu   wirtschaften. Darum &#8211; und weil das ganze auf Profit und Spekulation   ausgerichtete Bankensystem versagt -, geh&#246;ren alle Banken auf Dauer   verstaatlicht. Sie d&#252;rfen nicht weiter in Konkurrenz zu einander stehen,   sondern m&#252;ssen in einen &#246;ffentlichen Bankensektor zusammengefasst   werden. Dann k&#246;nnten sie der Aufgabe nachkommen, Investitionen in   Bereichen wie Bildung, Soziales und Umweltschutz zu f&#246;rdern und g&#252;nstige   Kredite an die einzelnen Bankkunden, die Hausk&#228;ufer oder f&#252;r   Kleinbetriebe zu vergeben.<\/p>\n<p>  Die Partei DIE LINKE muss es sich auf die Fahnen schreiben, das   b&#252;rgerliche Krisenmanagement anzuprangern und &#8211; nicht zuletzt bei der   Mobilisierung f&#252;r die beiden bundesweiten Demonstrationen unter dem   Motto &#8222;Wir zahlen nicht f&#252;r Eure Krise&#8220; am 28. M&#228;rz in Berlin und   Frankfurt am Main &#8211; f&#252;r die oben aufgef&#252;hrten und f&#252;r weitere   antikapitalistische Forderungen zu werben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Kapitalistische oder sozialistische Verstaatlichungsschritte?\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[127],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12957"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12957"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12957\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}