{"id":12955,"date":"2009-01-08T19:00:00","date_gmt":"2009-01-08T18:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12955"},"modified":"2012-05-15T15:17:57","modified_gmt":"2012-05-15T13:17:57","slug":"12955","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/01\/12955\/","title":{"rendered":"Keine Parteis&#228;uberung gegen Linke innerhalb der &quot;LINKEN&quot;"},"content":{"rendered":"<p>  Stellungnahme der SAV M&#252;nchen zu den Ausschlussverfahren gegen Max   Brym und Oliver Stey<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Im Fr&#252;hjahr 2008 wurden Max Brym und Oliver Stey (beide Mitglied der   Partei die LINKE und der SAV) mit gro&#223;er Mehrheit als Direktkandidaten   zur Landtagswahl in den Stimmbezirken 108 M&#252;nchen-Schwabing (Max Brym)   und 105 M&#252;nchen-Moosach (Oliver Stey) nominiert.<\/p>\n<p>  Aufgrund des politisch-inhaltlich gef&#252;hrten Wahlkampfes erreichte Max   Brym im Wahlkreis 108 ein Ergebnis von 5 % bei den Erststimmen, Oliver   Stey erreichte im Wahlkreis 105 sogar 5,1 % der Erststimmen, beide   r&#252;ckten damit auf der Landtagsliste der Linken weit nach vorne. Max Brym   kam von Listenplatz 28 auf Listenplatz 13, Oliver Stey von Listenplatz   43 auf Listenplatz 14.<\/p>\n<p>  Ungeachtet dieses Erfolges und unter Missachtung des W&#228;hlerwillens l&#228;uft   jetzt gegen beide ein Parteiausschlussverfahren. Die Verhandlung vor der   Schiedskommission findet am 17.1.2009 im B&#252;ro der Landesgesch&#228;ftsstelle   in M&#252;nchen statt.<\/p>\n<p>  Der Ausschlussantrag, gestellt von der Landesvorsitzenden MdB Eva   Bulling-Schr&#246;ter und dem ehemaligen Landessprecher Harald Weinberg   st&#252;tzt sich formal betrachtet nicht auf politische Ausschlusskriterien.<\/p>\n<p>  Den beiden Direktkandidaten wird unterstellt, zuviel von ihren   Pers&#246;nlichkeitsplakaten im Wahlkampf geklebt zu haben. Der eigentliche   Konflikt ist aber dennoch politisch zu sehen. Bereits w&#228;hrend des   Wahlkampfes wurde von den alt-sozialdemokratischen Parteikadern das   Plakat inhaltlich kritisiert. Sie st&#246;rten sich an der zentralen Losung   &quot;Die Reichen sollen zahlen&quot; und an den konkreten Forderungen wie h&#246;here   L&#246;hne und Renten, weg mit Hartz IV, kostenlose Kinderg&#228;rten und   kostenlose Bildung, und der urspr&#252;nglichen Forderung nach Enteignung der   Banken und Gro&#223;konzerne.<\/p>\n<p>  Die Forderung nach Enteignung, die mittlerweile Bestandteil einer   breiten &#246;ffentlichen Debatte ist, sorgte daf&#252;r, dass Max Brym und Oliver   Stey vor den Kreisvorstand M&#252;nchen der Partei die LINKE zitiert wurden.<\/p>\n<p>  Um w&#228;hrend des Wahlkampfes einen innerparteilichen Konflikt zu   vermeiden, wurde von Max Brym veranlasst, dass die Parole &quot;Enteignung   der Banken und Gro&#223;konzerne&quot; in &quot;&#220;berwindung der Macht von Banken und   Gro&#223;konzernen&quot; abge&#228;ndert wird.<\/p>\n<p>  Dieser Vorschlag wurde angenommen und die Plakate wurden dahingehend   abge&#228;ndert. Dennoch h&#246;rten die Versuche, die beiden gew&#228;hlten Mitglieder   der SAV im Wahlkampf zu behindern, nicht auf.<\/p>\n<p>  Auf den w&#246;chentlich einberufenen Sitzungen im Wahlkreis lie&#223;en sich die   Anh&#228;nger des rechten Parteifl&#252;gels um Fritz Schmalzbauer kaum blicken,   und beteiligten sich auch nicht an den laufenden Debatten &#252;ber die   konkrete Wahlkampff&#252;hrung.<\/p>\n<p>  Ungeachtet eines Beschlusses, die Plakatst&#228;nder je mit einem   Personenplakat, einem zentralen Plakat der Partei die LINKE, sowie einem   Veranstaltungsplakat zu bekleben (Drittelregelung), hielt sich der   rechte Fl&#252;gel der Partei an keinen der Beschl&#252;sse.<\/p>\n<p>  St&#228;ndig wurden die Plakate von Max Brym und Oliver Stey durch reine   Parteiplakate &#252;berklebt und teilweise wurden Plakatst&#228;nder willk&#252;rlich   umgestellt, ohne die Kandidaten dar&#252;ber zu informieren.<\/p>\n<p>  Trotz dieser Tatsache f&#252;hrten Max Brym und Oliver Stey einen   erfolgreichen politischen Wahlkampf und machten von ihrem nicht zuletzt   vom Wahlgesetz gesch&#252;tzten, demokratischen Recht auf Personenwerbung   Gebrauch.<\/p>\n<p>  Letzteres wird vom rechten Fl&#252;gel der Partei jetzt in eine abstruse   Anklage verwandelt.<\/p>\n<p>  Max Brym und Oliver Stey wird Missbrauch von Parteieigentum vorgeworfen,   man unterstellt ihnen sogar, Veranstaltungsplakate von Gysi\/Lafontaine   &#252;berklebt zu haben. Dieser Vorwurf entbehrt jeder Grundlage und hat nur   den Zweck, die Kandidaten zu kriminalisieren.<\/p>\n<p>  Die eigentlichen Gr&#252;nde des Vorgehens gegen SAV-Mitglieder und gegen   alle kritischen Stimmen innerhalb der Partei die LINKE sind politische.<\/p>\n<p>  Der real existierende Kapitalismus befindet sich in einer existentiellen   Krise. Hunderttausende Arbeitspl&#228;tze stehen 2009 zur Disposition, davon   auch sehr viele in M&#252;nchen.<\/p>\n<p>  Durch milliardenschwere Rettungspakete werden die Verluste der Banken   sozialisiert, die Gewinne bleiben privatisiert. Die Forderung nach   Verstaatlichung des gesamten Bankensektors unter demokratischer   Kontrolle durch die Besch&#228;ftigten und B&#252;rger gewinnt an Masseneinfluss.   Die Eigentumsfrage wird von vielen abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten auch im   industriellen Sektor gegen&#252;ber den Konzernen aufgeworfen. Auf diese   Situation reagiert der rechte Fl&#252;gel innerhalb der Linken ziemlich   hilflos. Die politisch Verantwortlichen der Partei die LINKE versuchen   Strategien zur Rettung des Kapitalismus zu entwickeln, statt konsequent   die &#220;berwindung dieser Wirtschafts -und Gesellschaftsform einzuklagen.   Der stellvertretende Parteivorsitzende Klaus Ernst verabschiedete sich   k&#252;rzlich von der elementaren Forderung der Linken, Hartz IV   bedingungslos zu beseitigen. Ernst spricht nur noch von einer Erh&#246;hung   des Hartz IV Regelsatzes und schlie&#223;t repressive Ma&#223;nahmen gegen   Arbeitslose nicht aus.<\/p>\n<p>  Dennoch stellt die Partei die LINKE eine Alternative f&#252;r die   Arbeiterschaft, die Arbeitslosen und sozial Ausgegrenzten dar. Die SAV   arbeitet aktiv solidarisch innerhalb der Partei mit dem Ziel, eine   k&#228;mpferische Arbeiterpartei aufzubauen.<\/p>\n<p>  Die elementare Forderung, sich konsequent auf die Seite der Streikenden,   der Unterdr&#252;ckten und Armen zu stellen und als Antwort auf die   Grausamkeiten des kapitalistischen Systems dessen &#220;berwindung zu   fordern, finden gegen den Willen von Klaus Ernst und Fritz Schmalzbauer   zunehmend Geh&#246;r. Der Wahlkampf von Max Brym und Oliver Stey war hierf&#252;r   ein signifikantes Beispiel, ebenfalls die Wahl des   SAV-Ortsvorstandsmitglieds Beate Jenkner zur Bezirksr&#228;tin Obb. f&#252;r die   Partei die LINKE.<\/p>\n<p>  V&#246;llig verantwortungslos und parteisch&#228;digend wird jetzt der Versuch   gestartet, diese Entwicklung im Lande Bayern durch b&#252;rokratische   Machenschaften wieder r&#252;ckg&#228;ngig zu machen. Das St&#228;rkerwerden des linken   Fl&#252;gels innerhalb der Partei soll durch die fingierten und konstruierten   Gr&#252;nde der Ausschlussantr&#228;ge gegen Max Brym und Oliver Stey verhindert   werden.<\/p>\n<p>  In Anbetracht der kommenden sozialen Auseinandersetzungen im Wahljahr   2009 fordern wir alle kritischen und engagierten Menschen dazu auf, sich   gegen alle Ausgrenzungs- und Gleichschaltungsversuche zur Wehr zu setzen.<\/p>\n<p>  Die Partei die LINKE kann nur dann eine Alternative zu den bestehenden,   neoliberalen Parteien sein, wenn sie auf ihre k&#228;mpferische Einheit   setzt, bei Beibehaltung einer innerparteilichen, pluralen   Diskussionskultur.<\/p>\n<p>  Ein marxistischer Fl&#252;gel innerhalb der Partei die LINKE ist   unverzichtbar.<\/p>\n<\/p>\n<p>  Beate Jenkner<\/p>\n<p>  Mitglied des Ortsvorstandes SAV M&#252;nchen<\/p>\n<p>  Bezirksr&#228;tin des Bezirkstags Obb. f&#252;r die Partei die LINKE<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Stellungnahme der SAV M&#252;nchen zu den Ausschlussverfahren gegen Max<br \/>\n      Brym und Oliver Stey\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25,104],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12955"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12955"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12955\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12955"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12955"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12955"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}