{"id":12953,"date":"2009-01-08T00:00:00","date_gmt":"2009-01-08T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12953"},"modified":"2009-01-08T00:00:00","modified_gmt":"2009-01-08T00:00:00","slug":"12953","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/01\/12953\/","title":{"rendered":"Kuba &#8211; Castros Memoiren"},"content":{"rendered":"<p>  Fidel Castros Memoiren sind in Form eines Interviews mit dem kubanischen   Revolutionsf&#252;hrer ver&#246;ffentlicht worden, das Ignacio Ramonet,   Herausgeber der Le Monde Diplomatique und Gr&#252;nder von Attac, in &#252;ber   einhundert Stunden f&#252;hrte.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Sascha Stanicic, Berlin<\/i><\/h4>\n<p>  Auf 700 Seiten gibt das Buch Einblicke in das Denken des commandante en   jefe und enth&#252;llt einiges bisher Unbekannte. Dabei wird das Potenzial,   das diese Form der Literatur in sich birgt &#8211; eine kritische   Auseinandersetzung mit dem Interviewten zu f&#252;hren &#8211; durch Ramonet nicht   ausgesch&#246;pft. Er stellt Fragen, die nur selten kontroverse Themen   behandeln. Er hinterfragt kaum, konfrontiert Castro weder mit Fakten,   noch Argumenten. Er bietet Castro eine saubere Plattform &#8211;   dementsprechend hat das Buch tats&#228;chlich den Charakter einer   Autobiographie und weniger den einer Auseinandersetzung zweier   selbst&#228;ndiger Gespr&#228;chspartner. Die Interview-Form kann dazu dienen, ein   Buch spannender zu machen, den Lesefluss zu erh&#246;hen. Auch das gelingt   Ramonet leider selten. Denn der Text hat L&#228;ngen, nicht wenige unn&#246;tige   Wiederholungen, logische Br&#252;che und erweckt einerseits den Eindruck, als   ob es eine Transkription des tats&#228;chlichen Gespr&#228;chs w&#228;re, ist aber so   sehr mit Details und Fakten angereichert, die kein Mensch alle im   Ged&#228;chtnis haben kann, dass es offensichtlich ist, dass der Text   editiert wurde. Dies erscheint dem Leser jedoch als stilistischer Bruch   und weckt Skepsis.<\/p>\n<p>  Die Form ist aber weniger interessant als der Inhalt &#8211; die politischen   Ideen Castros und seine Interpretation der Geschichte Kubas, des   Stalinismus, der aktuellen Weltlage und, vor allem, die politische   Methode Castros. Denn viele ArbeiterInnen und Jugendlichen, nicht nur in   Lateinamerika, orientieren sich an Kuba und seinem F&#252;hrer in ihrem   Wunsch, den Kapitalismus zu &#252;berwinden.<\/p>\n<h4>  Errungenschaften der Revolution<\/h4>\n<p>  Castro verteidigt selbstbewusst die Errungenschaften der kubanischen   Revolution von 1959, ohne dabei mit Kritik und der Erw&#228;hnung von   Unzul&#228;nglichkeiten hinterm Berg zu halten. Er spricht sich gegen einen   Kult der Revolution und seiner Person aus, distanziert sich in dieser   Frage vom Stalinismus und erweckt den Eindruck, seinen Optimismus f&#252;r   die Zukunft auf ein Vertrauen in das kubanische Volk zu st&#252;tzen.<\/p>\n<p>  Er hat guten Grund sein Lebenswerk zu verteidigen. Kuba hat nicht nur 50   Jahre gegen vielf&#228;ltige Versuche des US-Imperialismus und kubanischer   Konterrevolution&#228;re, die Planwirtschaft und die politische Macht der   Kommunistischen Partei zu st&#252;rzen, widerstanden, sondern auf dem Gebiet   des Bildungs- und Gesundheitswesens geradezu Unvorstellbares geleistet.   Die kleine Insel in der Karibik mit ihren heute 11 Millionen   EinwohnerInnen gibt mit ihren sozialen und wissenschaftlichen   Errungenschaften einen Hinweis darauf, was in einer weltweiten   sozialistischen Demokratie m&#246;glich w&#228;re.<\/p>\n<p>  Trotz US-Embargo, trotz Sabotage und Terror (Castro spricht von 3.500   Todesopfern aufgrund terroristischer Angriffe auf Kuba zwischen November   1961 und Januar 1963), trotz &#252;ber 600 Attentatsversuchen gegen Fidel   Castro selber, trotz der Emigration vieler Spezialisten und Akademiker   (zum Beispiel von 50 Prozent der &#196;rzte) nach der Revolution in die USA,   gelang es Kuba unter anderem die Kindersterblichkeitsrate auf sechs pro   eintausend Neugeborenen zu senken (weniger als in den USA) und die   Lebenserwartung von sechzig Jahren zum Zeitpunkt der Revolution auf 77,5   Jahre heute zu steigern. Kuba verf&#252;gt heute &#252;ber 70.000 &#196;rzte, von denen   30.000 im Ausland im Einsatz sind. Castro sagt, dass kein Land der Welt   so schnell &#196;rzte in Krisenregionen entsenden kann, wie Kuba &#8211; so   geschehen zum Beispiel nach dem schweren Erdbeben in Pakistan und   Kaschmir 2006. Mit einer gewissen Genugtuung stellt er fest, dass die   USA Hubschrauber, aber keine &#196;rzte entsenden k&#246;nnen und Kuba den USA   nach den Verw&#252;stungen durch Hurrikan Katrina den Einsatz von &#252;ber 1.600   &#196;rzten anbieten konnte. Heute gibt es auf Kuba 90.000 Studierende im   Bereich der Medizin, in einem Bildungswesen, dass kostenlos und f&#252;r alle   Menschen zug&#228;nglich ist.<\/p>\n<p>  Zweifellos vermittelt Fidel Castro in diesem Buch Meinungen, Werte und   Prinzipien, wie es kaum ein anderer Staatschef auf der Welt tun w&#252;rde.   Er spricht von der Notwendigkeit universeller Bildung aller Menschen als   Voraussetzung zu einer harmonischen Entwicklung der Gesellschaft,   gei&#223;elt die kapitalistische Profitgier, die Verschwendung in der   Werbeindustrie und dr&#252;ckt eine grundlegend internationalistische Haltung   aus. Diese, so Castro, habe Kuba nicht nur durch die Entsendung von   &#196;rzten in andere L&#228;nder praktisch umgesetzt, sondern auch durch die   praktische Unterst&#252;tzung anti-kolonialer Befreiungsk&#228;mpfe in Afrika in   der Vergangenheit. Mit offensichtlichem Stolz spricht Fidel von den   300.000 K&#228;mpferinnen und K&#228;mpfern, die &#252;ber 15 Jahre in Angola am Krieg   gegen die pro-imperialistischen Invasoren teilgenommen haben und einen   Beitrag zum Sturz des Apartheid-Regimes geleistet haben (wenn Castro in   diesem, wie in vielen anderen F&#228;llen auch, die milit&#228;rische Seite im   Vergleich zur politischen Seite, vor allem zu den Massenbewegungen und   der allgemeinen Ver&#228;nderung der objektiven Weltlage, &#252;bersch&#228;tzt).<\/p>\n<h4>  Restauration des Kapitalismus?<\/h4>\n<p>  Ebenso interessant und beeindruckend ist Castros Bilanz der   kapitalistischen Restauration in der Sowjetunion und den anderen   b&#252;rokratisch-diktatorisch regierten nicht-kapitalistischen Staaten, die   er f&#228;lschlicherweise &quot;das sozialistische Lager&quot; nennt. Er f&#252;hrt aus, wie   er von verschiedener Seite, unter anderem vom spanischen   sozialdemokratischen F&#252;hrer Felipe Gonzales, dazu gedr&#228;ngt wurde   ebenfalls den Weg der Privatisierung und Restauration kapitalistischer   Verh&#228;ltnisse einzuschlagen. Doch Castro widersetzte sich solchem Dr&#228;ngen   und solchen Ratschl&#228;gen, und Kuba war in der Lage in den 90er Jahren des   20. Jahrhunderts trotz des pl&#246;tzlichen Wegfalls der sowjetischen   Wirtschaftshilfe und der daraus resultierenden v&#246;lligen Iolierung und   &#246;konomischen Schwierigkeiten den Zusammenbruch des kubanischen   Wirtschafts- und Gesellschaftssystems zu verhindern. In dieser   Sonderperiode wurden gewisse Zugest&#228;ndnisse und &#214;ffnungen zum Markt   durchgef&#252;hrt, ohne jedoch die entscheidende Kontrolle &#252;ber Wirtschaft   und Staat aus der Hand der Kommunistishen Partei zu geben und das System   grundlegend zu &#228;ndern. Mit dem Prozess der bolivarischen Revolution in   Venezuela und der daraus resultierenden Wirtschaftshilfe durch Hugo   Ch&#225;vez konnte sich Kuba stabilisieren und sogar ein relativ hohes   Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren erreichen.<\/p>\n<p>  Die Ablehnung einer Restauration des Kapitalismus wird von Castro mit   den katastrophalen Erfahrungen in Nicaragua nach der Abwahl der   Sandinisten und in Russland nach der Privatisierungswelle begr&#252;ndet. Ein   weiterer materieller Faktor f&#252;r diese ideologische Haltung war aber   sicher auch die Tatsache, dass auf Kuba, anders als in Russland oder   China, eine Umwandlung der KP-Eliten in eine neue kapitalistische Klasse   aufgrund der Existenz der kubanischen Exil-Bourgeoisie (und &#8211; Mafia)   schwerer m&#246;glich ist, denn diese w&#252;rde jede &#214;ffnung dazu nutzen   verlorenes Eigentum und Macht zur&#252;ck zu fordern und will die K&#246;pfe der   ehemaligen Guerilleros rollen sehen.<\/p>\n<h4>  Castros Au&#223;enpolitik<\/h4>\n<p>  Eine wirkliche Aufarbeitung der Au&#223;enpolitik Kubas leistet das Buch   jedoch nicht. Es wird weder kritisch hinterfragt, warum Castro 1968 zum   Massaker an mexikanischen Studierenden schwieg (weil Mexiko zu den   wenigen Staaten geh&#246;rte, die Kubas Regierung anerkannten) oder warum er   den Sandinisten nach ihrer erfolgreichen Macht&#252;bernahme nicht riet,   einen &quot;kubanischen Weg&quot; einzuschlagen und den Kapitalismus vollst&#228;ndig   abzuschaffen. Dass die &#246;konomische Abh&#228;ngigkeit von der Sowjetunion auch   zu einer an deren Interessen orientierten Au&#223;enpolitik f&#252;hrte, wird nur   angedeutet. Im Fall des &quot;Prager Fr&#252;hlings&quot; bezeichnet Castro die   Bewegung f&#252;r eine Demokratisierung des Systems und einen &quot;Sozialismus   mit menschlichem Antlitz&quot; als reaktion&#228;r und konterrevolution&#228;r und   rechtfertigt die milit&#228;rische Niederschlagung der Massenbewegung durch   sowjetische Panzer. Und der herausragende Fall, in dem Castro nicht mit   der Politik Chrustschows, dem sowjetischen Staats- und Parteichef der   1960er Jahre, &#252;berein stimmte, spricht nicht gerade f&#252;r Fidel. In der   Krise, die der US-Invasion in der Schweinebucht auf Kuba und der   Stationierung sowjetischer Nuklearwaffen auf der Insel folgte, schlug   Castro der sowjetischen F&#252;hrung unter Chrustschow faktisch einen   nuklearen Erstschlag gegen die Vereinigten Staaten im Falle einer   Offensive derselben gegen Kuba vor. Chrustschow, die internationalen   Konsequenzen einer solchen Aktion verstehend, lehnte diesen Vorschlag   ab. Castro distanziert sich in seinen Memoiren nicht von seiner   damaligen Haltung. So wirkt die Aussage, dass Kuba nicht nach Atomwaffen   strebe, da der Einsatz von Atomwaffen einem Selbstmord gleich komme,   zumindest widerspr&#252;chlich, wenn nicht gar unglaubw&#252;rdig.<\/p>\n<p>  Castro behauptet, er sei schon zu einem fr&#252;hen Zeitpunkt   Marxist-Leninist geworden. Seine Politik vor und in der ersten Phase   nach der Revolution lie&#223; darauf jedoch nicht schlie&#223;en. Auch in der   Literatur &#252;ber die kubanische Revolution werden Ch&#233; Guevara und Ra&#250;l   Castro in der Regel als die Kommunisten in der Guerilla dargestellt, die   radikalere Positionen als Castro vertraten. So gibt der damalige   sowjetische Staats- und Parteichef Nikita Chrustschow in seinen Memoiren   einen Witz wieder, der viel &#252;ber die Einsch&#228;tzung Castros sagt: &quot;Die   F&#252;hrer der kubanischen Revolution kommen in den Himmel. Petrus als   offizieller Vertreter Gottes empf&#228;ngt sie drau&#223;en und befiehlt ihnen,   sich alle in einer Reihe aufzustellen. Dann sagt er: &quot;Alle Kommunisten   drei Schritte vortreten!&quot; Guevara tritt vor, Ra&#250;l tritt vor und noch   irgend jemand anders. Aber alle &#252;brigen, einschlie&#223;lich Fidel, bleiben   in der Reihe stehen. Petrus blitzt Fidel an und ruft: &quot;He, du da. Der   lange mit dem Bart! Was ist los, hast Du nicht geh&#246;rt, was ich gesagt   habe? Alle Kommunisten drei Schritte vortreten!&quot;&quot; Chrustschow f&#252;gt   hinzu: &quot;Die Pointe der Geschichte ist, dass w&#228;hrend Petrus und alle   anderen Fidel als Kommunisten betrachteten, Fidel selbst das nicht tat.&quot;<\/p>\n<p>  Ob Castro hier an einer Legende bastelt oder seine marxistischen   &#220;berzeugungen nur nicht zum Ausdruck brachte, ist zweitrangig. Fest   steht, dass die Revolution von 1959 nicht als eine sozialistische   konzipiert war. Es ging der &quot;Bewegung des 26.Juli&quot; um den Sturz der   Batista-Diktatur und die Errichtung eines demokratschen Kuba. Dies   passte auch in die, in der kommunistischen ( also stalinistischen)   Bewegung vorherrschende Etappentheorie (die einen &#220;bergang zum   Sozialismus in halbkolonialen Staaten wie Kuba nur nach einer langen   Phase demokratisch-kapitalistischer Entwicklung als m&#246;glich   betrachtete). Schritte zur Verstaatlichung der gesamten Wirtschaft und   zur Abschaffung des Kapitalismus ergriffen die neuen Machthaber erst,   nachdem sich die USA eindeutig gegen das neue Regime stellten und die   &#214;llieferungen einstellten, die Sowjetunion sich als einziger starker   B&#252;ndnispartner anbot und die Erwartungen und der Druck der Massen zu   Ma&#223;nahmen zwang, die weiter gingen als es Castro und seine Mitstreiter   urspr&#252;nglich wollten.<\/p>\n<h4>  Fidel und Ch&#233;<\/h4>\n<p>  Fidel fehlt eine klare Analyse des Stalinismus. Wie k&#246;nnte es auch   anders sein, entspricht das System auf Kuba doch im Prinzip der Struktur   der Sowjetunion. Dementsprechend weist Castro zwar auf Fehler Stalins   und Unzul&#228;nglichkeiten in der UdSSR hin, ohne diese jedoch einer   tiefgreifenden Analyse zu unterziehen. Vor diesem Hintergrund ist es   auch kein Zufall, dass es auf 700 Seiten keine ernsthafte   Auseinandersetzung mit Trotzki und dem Trotzkismus gibt. Castro   bezeichnet an einer Stelle Trotzki zwar als den im Vergleich zu Stalin   &quot;intellektuelleren&quot;, ohne jedoch auf die politischen Differenzen im   Fraktionskampf in der KPdSU der 1920er Jahre einzugehen. Nebenbei   schreibt er sogar Lenin f&#228;lschlicherweise die Haltung des &quot;Aufbaus des   Sozialismus in einem Land&quot; zu. Wer eine fundierte Auseinandersetzung mit   den viel diskutierten und strittigen Fragen der marxistischen und   revolution&#228;ren Bewegungen des 20. Jahrhunderts in Castros Memoiren   sucht, wird entt&#228;uscht. Ebenso entt&#228;uschend sind Castros Aussagen &#252;ber   Ch&#233; Guevara. Er ignoriert v&#246;llig die kritische Sichtweise, die sich bei   Ch&#233; hinsichtlich der b&#252;rokratischen Verh&#228;ltnisse in der UdSSR und dem   anderen stalinistischen Staaten (auch nach Stalins Tod und nicht an die   Person Stalin gekn&#252;pft) und auch auf Kuba selbst entwickelte. Auf Ch&#233;s   Haltung zu Trotzki angesprochen antwortet Fidel: &quot;Nein, nein, lassen sie   mich Ihnen sagen, wie Ch&#233; wirklich war. Ch&#233; besa&#223; bereits eine   politische Kultur. Nat&#252;rlich hatte er eine Menge B&#252;cher &#252;ber die   Theorien von Marx, Engels und Lenin gelesen. Er war Marxist. Ich habe   ihn nie &#252;ber Trotzki sprechen h&#246;ren. Er verteidigte Marx, er verteidigte   Lenin, und er kritisierte Stalin. Sagen wir mal, er kritisierte damals   den Personenkult und die Fehler Stalins; aber &#252;ber Trotzki habe ich ihn   nie sprechen h&#246;ren. Er war Leninist, und in gewisser Weise erkannte er   auch einige Verdienste Stalins an. Die Industrialisierung und andere   Dinge zum Beispiel. Ich selbst war tief in meinem Inneren wegen einiger   seiner Fehler kritischer.&quot;<\/p>\n<p>  Unabh&#228;ngig davon, ob Ch&#233; gegen&#252;ber Castro &#252;ber Trotzki sprach oder nicht   (in seinen letzten Lebensjahren haben sich beide wahrscheinlich relativ   selten getroffen, da Ch&#233; auf internationalen Missionen war), ist es   belegt, dass sich Guevara mit den Ideen Trotzkis auseinander setzte. So   fand man in seinem Rucksack nach seiner Ermordung in Bolivien ein Buch   Trotzkis. Ebenso ist bekannt, dass Ch&#233; eine kritische Einstellung zum   B&#252;rokratismus in den sogenannten &quot;sozialistischen Staaten&quot; entwickelte.   Er war zu dem Zeitpunkt, als er erschossen wurde, ein Revolution&#228;r, der   sich ideologisch noch nicht endg&#252;ltig ausgeformt hatte und sich noch in   einem Denkprozess befand. Wenn Castro ein einfaches und einseitiges Bild   von Ch&#233; malt, dann wahrscheinlich auch, um seine eigene Position zu   B&#252;rokratismus, Ein-Parteien-Herrschaft, Trotzki usw. mit mehr Autorit&#228;t   auszustatten.<\/p>\n<h4>  Charakter des kubanischen Staats<\/h4>\n<p>  Denn von &#252;berragendem Interesse ist die Frage nach dem Charakter des   kubanischen Staates. Ist Kuba sozialistisch bzw. auf dem Weg zum   Sozialismus? Castro beantwortet diese Frage &#252;berzeugt mit Ja. Ignacio   Ramonet stellt diese Antwort nicht in Frage. Er stellt Fragen zur   Menschenrechtslage, zum Umgang mit Dissidenten und dem   Ein-Parteien-System, geht aber der Natur des kubanischen Staates nicht   auf den Grund.<\/p>\n<p>  Die spezifische Entwicklung der kubanischen Revolution f&#252;hrte zum   spezifischen Charakter des Staates unter Fidel Castro. Ein   entscheidendes Merkmal der Revolution und des Staates ist das Fehlen   einer unabh&#228;ngigen, f&#252;hrenden und demokratisch organisierten Rolle der   Arbeiterklasse. Die kubanische Revolution genoss zweifelsfrei die   Unterst&#252;tzung der breiten Massen inklusive der st&#228;dtischen Bev&#246;lkerung   und der Arbeiterklasse, wie sich auch in dem Generalstreik am 1. Januar   1959 zeigte. Doch die Arbeiterklasse dr&#252;ckte den Ereignissen nicht ihren   Stempel auf. Der neue Staat erwuchs nicht aus den selbst&#228;ndigen Organen   der organisierten Arbeiterschaft, wie den R&#228;ten (Sowjets) in der   Russischen Revolution, sondern aus den Strukturen der siegreichen   Guerilla-Armee. Dies f&#252;hrte nicht zu einem demokratischen Arbeiterstaat,   in dem &#8211; wie in Russland der ersten Jahre nach der Oktoberrevolution und   vor der Stalinisierung &#8211; demokratisch gew&#228;hlte VertreterInnen aus den   Betrieben in stadt- und landesweit zusammen gefassten R&#228;ten die   politische Macht direkt aus&#252;bten. Stattdessen entstand auf Kuba ein   Staat, der in seinen Strukturen sehr dem b&#252;rokratisch-diktatorischen   Regime der damaligen Sowjetunion glich, wenn er auch eine weitaus   gr&#246;&#223;ere Massenbasis in der Bev&#246;lkerung genoss. Dementsprechend war Kuba   nicht von den Exzessen stalinistischer Herrschaft gepr&#228;gt, wie wir sie   unter Stalin selber oder bei verschiedensten Repressionsma&#223;nahmen nach   seinem Tod (Ungarn 1956, Prag 1968, Polen 1981 etc.) sahen, aber die   grundlegende b&#252;rokratische Struktur entsprach doch der des &quot;gro&#223;en   Bruders&quot;.<\/p>\n<p>  Grundlegende Prinzipien der Pariser Kommune und der jungen Sowjetunion   f&#252;r einen demokratischen Arbeiterstaat und zur Verhinderung der   Entwicklung einer abgehobenen Kaste, die Macht und Privilegien in ihren   H&#228;nden konzentrieren kann, wurden in Kuba nicht umgesetzt. Dazu geh&#246;ren   die jederzeitige W&#228;hl- und Abw&#228;hlbarkeit von Funktion&#228;ren, die   Begrenzung von Funktion&#228;rsgeh&#228;ltern auf einen durchschnittlichen   Arbeiterlohn und das Verbot von Privilegien f&#252;r Funktion&#228;re, die   Rotation von &#196;mtern und die Ersetzung des stehenden Heeres durch eine   demokratisch organisierte, allgemeine Volksbewaffnung. Nach den   Erfahrungen mit dem Ein-Parteien-System in der Sowjetunion, Osteuropa   und China f&#252;gen MarxistInnen heute grunds&#228;tzlich das Recht zur freien   Bildung von Parteien hinzu, solange diese nicht f&#252;r eine bewaffnete   Konterrevolution eintreten. Angesichts der besonderen Lage des   isolierten und vom US-Imperialismus bedr&#228;ngten Kuba mag es diskutabel   sein, dieses Recht vor&#252;bergehend auf solche Parteien zu beschr&#228;nken, die   das System der verstaatlichten und geplanten Wirtschaft nicht in ein   kapitalistisches System &#228;ndern wollen (denn f&#252;r Kuba gibt es nicht nur   die Gefahr einer mit Gewehren und Raketen bewaffneten Konterrevolution,   sondern auch die Gefahr einer mit US-Dollar, billigen Waren und   Touristenfluten &quot;bewaffneten&quot; Konterrevolution). Das w&#252;rde aber die   Freiheit zur Bildung verschiedener Arbeiterparteien, inklusive   trotzkistischer Organisationen beinhalten m&#252;ssen. Solche oder &#228;hnliche   Regelungen gab und gibt es auf Kuba nicht (wenn es auch direkt nach der   Revolution Elemente von betrieblicher Arbeiterkontrolle durch   Belegschaften gab, was sich aber nicht auf das Staatswesen ausdehnte).   Wenn auch f&#252;r die Wahl der Nationalversammlung Elemente dieser   Prinzipien vorgesehen sind (M&#246;glichkeit f&#252;r jedeN B&#252;rgerIn in den   lokalen Volksversammlungen zu kandidieren, Rechenschaftspflicht,   jederzeitige Abw&#228;hlbarkeit, keine &#252;berh&#246;hten Di&#228;ten), so ist das System   doch so indirekt aufgebaut, dass letztlich die KandidatInnen zur   Nationalversammlung von den Bezirksregierungen bestimmt werden. Dies   f&#252;hrte dazu, dass es bei der letzten Wahl f&#252;r 614 Sitze in der   Nationalversammlung ganze 614 KandidatInnen gab und diese mit einem   Kreuz, dem sogenannten &quot;Voto Unido&quot; kollektiv gew&#228;hlt wurden. Wenn auch   formell an den Wahlen zu den lokalen K&#246;rperschaften die Kommunistische   Partei nicht als solche antritt, sondern Individuen, so hat die KP als   einzige legal organisierte Partei logischerweise den entscheidenden   Einflus auf die politischen Prozesse im Land. Castros Behauptung, dass   die &quot;Feinde der Revolution&quot; ganz legal durch die Wahlen zur   Nationalversammlung eine Mehrheit erringen k&#246;nnten ist angesichts der   realen Machtverh&#228;ltnise daher nur eine theoretische M&#246;glichkeit, die   praktisch kaum vorstellbar ist.<\/p>\n<p>  Das Fehlen von demokratischer Kontrolle und Selbstverwaltung durch die   Arbeiterklasse f&#252;hrt zwangsl&#228;ufig zu Einschr&#228;nkungen der Initiative der   Massen und zu B&#252;rokratisierung, Misswirtschaft, Korruption etc. Eine   sozialistische Gesellschaft kann nicht durch eine Person oder eine   kleine Gruppe von Personen sinnvoll geleitet werden. Castro widerspricht   sich in seinen &#196;u&#223;erungen zu seiner eigenen Rolle und der Frage der   Demokratie auf Kuba. W&#228;hrend er zweifellos in der Bev&#246;lkerung eine enorm   hohe Autorit&#228;t aufgrund seiner Leistungen f&#252;r die Revolution genie&#223;t, so   hat sich bis zu seinem R&#252;cktritt ein gro&#223;es Ma&#223; der Entscheidungsgewalt   offensichtlich in seinen H&#228;nden konzentriert. Auch wenn er versucht   einen anderen Eindruck zu erwecken, f&#228;llt in seinen Aussagen auf, wie   oft er davon spricht, dass er pers&#246;nlich diese oder jene Entscheidung   getroffen habe, diese oder jene Instruktion erteilt habe. Ignacio   Ramonet fasst das in seinem Vorwort zum Buch treffend zusammen: &quot;Wo er   ist, h&#246;rt man nur eine Stimme: seine. Er ist es, der alle Entscheidungen   trifft, ob kleine oder gro&#223;e. Auch wenn er sich mit den politischen   Entscheidungstr&#228;gern der Partei- und Staatsf&#252;hrung ber&#228;t und die   kollektive Entscheidungsfindung respektiert, so bleibt er doch stets die   letzte Instanz.&quot;<\/p>\n<p>  Wenn Castro selber auch bescheiden lebt, er behauptet im Monat drei&#223;ig   Dollar zu verdienen, so genie&#223;t er zweifellos gewisse Privilegien.   Castro selber weist in seinem Buch auf F&#228;lle von Korruption und   Bereicherung durch Staats- und Parteifunktion&#228;re hin.<\/p>\n<p>  Castro behauptet, auf Kuba herrsche das sozialistische Prinzip&quot;von jedem   nach seinen F&#228;higkeiten, an jeden nach seinen Bed&#252;rfnissen&quot; und weist   gleichzeitig auf seine eigenen bescheidenen Bed&#252;rfnisse hin. Das mag f&#252;r   ihn gelten, aber sicher nicht f&#252;r die Masse der einfachen Bev&#246;lkeung,   deren Lebensgrundlagen zwar gesichert sind, die aber auf viele   Verbrauchsg&#252;ter verzichten m&#252;ssen. Castros wiederholte Kritik an der   kapitalistischen Konsumgesellschaft ist in diesem Zusammenhang zwar sehr   sympathisch, aber auch undifferenziert. Denn es ist eine Sache, die   profitgetriebene Erweckung k&#252;nstlicher Bed&#252;rfnisse durch Werbekampagnen   und die Produktion unsinniger Produkte und stumpfsinniger Filme oder   Fernsehserien zu kritisieren. Eine andere Sache ist es, die Produktion   von sinnvollen Verbrauchsg&#252;tern, die das Leben erleichtern und   bereichern, damit in einen Topf zu werfen, um von den Unzul&#228;nglichkeiten   der kubanischen Wirtschaft abzulenken.<\/p>\n<h4>  Rolle der Arbeiterklasse<\/h4>\n<p>  In Castros Ausf&#252;hrungen fehlt jeder Bezug zur Rolle der Arbeiterklasse   in der sozialistischen Revolution und beim Aufbau des Sozialismus. In   seinen Kommentaren zur internationalen Lage fehlt ebenso ein Hinweis auf   die Notwendigkeit des Wiederaufbaus der Arbeiterbewegung in den   kapitalistischen L&#228;ndern oder ein Bezug zu Arbeiterk&#228;mpfen. Selbst in   seinen &#196;u&#223;erungen zum Mai 1968 in Frankreich gibt Castro dem gr&#246;&#223;ten   Generalstreik in der franz&#246;sischen Geschichte nicht das ihm zustehende   Gewicht. Stattdessen wundert man sich als Leser &#252;ber die vielen   positiven Kommentare von Castro &#252;ber b&#252;rgerliche, pro-kapitalistische   Politiker von John F. Kennedy bis Charles de Gaulle. Hier wird Castros   Selbstverst&#228;ndnis als Staatsf&#252;hrer deutlich, der sein Verh&#228;ltnis zu   anderen Staatsf&#252;hrern darlegt.<\/p>\n<h4>  Gefahr f&#252;r die Revolution<\/h4>\n<p>  Castro ist aufgrund seiner Erkrankung mittlerweile von den wichtigsten   Staats- und Parteiposten zur&#252;ck getreten und diese wurden von seinem   Bruder Ra&#250;l &#252;bernommen. Dieser Wechsel ging scheinbar relativ problemlos   vonstatten und die Hoffnungen des US-Imperialismus auf einen schnellen   Zusammenbruch der kubanischen Revolution nach Fidel Castros R&#252;ckzug   platzten wie eine Seifenblase. Ra&#250;l hat sich &#246;ffentlich f&#252;r eine   Fortsetzung des bisherigen Kurses zur Verteidigung der Revolution und   Planwirtschaft ausgesprochen, gleichzeitig aber einige Reformen zur   &#214;ffnung des Landes in Richtung marktwirtschaftlicher Elemente umgesetzt.   Offensichtlich gibt es in der kubanischen b&#252;rokratischen F&#252;hrungselite   Kr&#228;fte, die einen &quot;chinesischen Weg&quot; in Richtung kapitalistischer   Verh&#228;ltnisse unter F&#252;hrung der Kommunistischen Partei einschlagen   wollen, w&#228;hrend es ebenso Kr&#228;fte gibt, die die verstaatlichte   Planwirtschaft gegen eine kapitalistische Konterrevlution, egal in   welcher Form, verteidigen wollen. MarxistInnen und TrotzkistInnen   m&#252;ssten, angesichts der realen Gefahr einer Wiedereinf&#252;hrung   kapitalistischer Verh&#228;ltnisse, mit solchen Kr&#228;ften in KP, Gewerkschaften   und Staat einen prinzipienfesten, kritischen Block zur Verteidigung der   staatlich geplanten Wirtschaft bilden, ohne auf die Propagierung eines   Programms f&#252;r sozialistische Arbeiterdemokratie zu verzichten.<\/p>\n<p>  Die Obama-Pr&#228;sidentschaft in den USA wird m&#246;glicherweise einen   Politikwechsel des US-Imperialismus gegen&#252;ber Kuba zur Folge haben.   Sollte Obama auf Diplomatie und den Aufbau direkter, ggf. auch   wirtschaftlicher Beziehungen setzen, k&#246;nnte das eine gr&#246;&#223;ere Gefahr f&#252;r   die Revolution auf Kuba sein, als alle konterrevolution&#228;ren Aktionen der   exil-kubanischen Bourgeoisie in Miami in den letzten 50 Jahren zusammen.   Insbesondere, wenn zus&#228;tzlich die Unterst&#252;tzung durch Venezuela aufgrund   fallender &#214;lpreise zur&#252;ck gehen sollte, kann dies zu einer kritischen   Situation f&#252;r Kuba f&#252;hren und es ist nicht ausgeschlossen, dass dann   eine Mehrheit der kubanischen Staatsf&#252;hrung, trotz der kapitalistischen   Weltwirtschaftskrise, den einzigen Ausweg in einer schrittweisen &#214;ffnung   hin zum Kapitalismus sieht. Dies kann zu Polarisierungen in der   Gesellschaft und einer Zunahme gesellschaftlicher Auseinandersetzungen   f&#252;hren. In dieser Situation ist es von zentraler Bedeutung, dass eine   tats&#228;chlich marxistische Kraft aufgebaut wird, die &#252;berzeugend erkl&#228;ren   kann, dass nur die Einf&#252;hrung einer sozialistischen Arbeiterdemokratie   nach den oben ausgef&#252;hrten Prinzipien die kubanische Revolution   dauerhaft retten und eine Perspektive f&#252;r ein sozialistisches   Lateinamerika er&#246;ffnen kann.<\/p>\n<p>  Fidel Castro wird sehr wahrscheinlich aufgrund seines   Gesundheitszustandes auf diese Entwicklungen keinen entscheidenden   Einfluss mehr nehmen k&#246;nnen. Dies erh&#246;ht die Gefahr, dass sich in der   kubanischen F&#252;hrung pro-kapitalistische Kr&#228;fte durchsetzen. Andererseits   mag das Abtreten Castros von der politischen B&#252;hne auch eine offenere   Debatte &#252;ber Marxismus und Trotzkismus, die nicht zuletzt durch die   Ver&#246;ffentlichungen der k&#252;rzlich bei einem Autounfall verstorbenen Celia   Hart schon begonnen hat, intensivieren.<\/p>\n<p>  Castro ist sein Platz in den Geschichtsb&#252;chern sicher. Ohne den   Personenkult, den er selber ablehnt. Er wird geehrt werden als   standhafter, anti-imperialistischer K&#228;mpfer, der sein Leben in den   Dienst der kubanischen Revolution gestellt hat. Und auf sein Lebenswerk   wird ein kritischer Blick fallen, aufgrund seiner vielen politischen   Fehler, der Anpassung an die stalinistische Sowjetunion und der   Schaffung b&#252;rokratischer Strukturen im Kuba nach der Revolution von 1959.<\/p>\n<h4>  Fidel Castro: Mein Leben. Mit Ignacio Ramonet, 812 Seiten, gebunden,   29.90 EUR im Rotbuch-Verlag<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Fidel Castros Memoiren sind in Form eines Interviews mit dem kubanischen<br \/>\n      Revolutionsf&#252;hrer ver&#246;ffentlicht worden, das Ignacio Ramonet,<br \/>\n      Herausgeber der Le Monde Diplomatique und Gr&#252;nder von Attac, in &#252;ber<br \/>\n      einhundert Stunden f&#252;hrte.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[90,41],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12953"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12953"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12953\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12953"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12953"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12953"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}