{"id":12952,"date":"2009-01-06T00:00:00","date_gmt":"2009-01-06T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12952"},"modified":"2009-01-06T00:00:00","modified_gmt":"2009-01-06T00:00:00","slug":"12952","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/01\/12952\/","title":{"rendered":"Naher Osten: Stoppt das Morden in Gaza"},"content":{"rendered":"<p>  Das Jahr 2009 beginnt mit dem Krieg der herrschenden Klasse Israels   gegen die pal&#228;stinensische Bev&#246;lkerung im Gaza-Streifen. Nach 16 Monaten   der Blockade, die zu einer katastrophalen Versorgungslage f&#252;r die   Menschen im Gaza-Streifen gef&#252;hrt hat, kommen nun willk&#252;rliche   Bombardierungen durch die israelischen Streikr&#228;fte hinzu, der hunderte   ZivilistInnen, darunter viele Kinder, zum Opfer fallen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Weltweit kommt es zu massenhaften Protesten gegen diese, von den   westlichen imperialistischen M&#228;chten gedeckte, Kriegspolitik der   reaktion&#228;ren israelischen Regierung. Die Schwesterorganisationen der SAV   im Nahen Osten &#8211; Israel, Pal&#228;stina und Libanon &#8211; sind aktiver   Bestandteil der Antikriegsbewegung. In Israel beteiligt sich die Tnu`at   Maavak Sotzyalisti\/Harakat Nidal Eshteraki (&quot;Bewegung Sozialistischer   Kampf&quot;) an gemeinsamen Demonstrationen von j&#252;dischen und arabischen   Israelis gegen den Krieg und f&#252;r das Selbstbestimmungsrecht der   Pal&#228;stinenserInnen. Die CWI (Komitee f&#252;r eine Arbeiterinternationale)   Gruppe im Libanon greift mit einem sozialistischen Programm gegen den   Krieg in die Bewegung dort ein.<\/p>\n<p>  F&#252;r uns Marxistinnen und Marxisten liegt die L&#246;sung des nationalen   Konfliktes im Nahen Osten im Kampf f&#252;r Arbeitereinheit &#252;ber nationale   Grenzen hinweg. Denn die Politik der herrschenden kapitalistischen   Klasse in Israel f&#252;hrt weder zu Wohlstand noch zu Sicherheit f&#252;r die   j&#252;disch-israelische Bev&#246;lkerung, sondern zu Armut, Arbeitslosigkeit und   einer Vertiefung des nationalen Konflikts. Genauso ist die Politik der   pal&#228;stinensischen Eliten von Fatah\/PLO und der Hamas eine Sackgasse f&#252;r   die verarmten und unterdr&#252;ckten Massen Pal&#228;stinas. Diese verteidigen nur   ihre eigenen Interessen. Die reaktion&#228;r-islamische Politik der Hamas,   insbesondere die Raketenangriffe auf israelische Wohngebiete &#8211; welche   von SAV und CWI abgelehnt werden &#8211; sind keine erfolgversprechende   Politik des Widerstands, sondern nur dazu geeignet die israelischen   Massen in die Arme ihrer kriegf&#252;hrenden und pro-kapitalistischen   Regierung zu treiben. Der Widerstand muss aus Sicht des CWI durch   Massenaktionen und mit einem Appell an die israelische Arbeiterklasse &#8211;   unter Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts f&#252;r die   israelisch-j&#252;dische Bev&#246;lkerung &#8211; f&#252;r eine gemeinsame und demokratische   L&#246;sung gef&#252;hrt werden. Dies wird auf kapitalistischer Basis unm&#246;glich   sein. Deshalb tritt die SAV f&#252;r den Kampf f&#252;r ein sozialistisches Israel   und ein selbst&#228;ndiges sozialistisches Pal&#228;stina ein, welche auf   freiwilliger und demokratischer Basis eine sozialistische F&#246;deration des   Nahen Ostens bilden k&#246;nnten.<\/p>\n<p>  Wir ver&#246;ffentlichen in den n&#228;chsten Tagen verschiedenes Material zum   Krieg im Gaza-Streifen von verschiedenen Sektionen des Komitees f&#252;r eine   Arbeiterinternationale und beginnen mit einem Flugblatt der Socialist   Party (England und Wales) vom 2. Januar 2009:<\/p>\n<h4>  Massenhafter Kampf n&#246;tig, um Angriff der israelischen Armee zur&#252;ck zu   schlagen!<\/h4>\n<p>  &#220;ber 1,5 Millionen Menschen leben in Gaza, einem &#8222;Gef&#228;ngnis unter freiem   Himmel&#8220;. In den letzten 16 Monaten hat die Blockade des israelischen   Regimes den Alptraum dort noch schlimmer werden lassen: Die Mehrheit der   Bev&#246;lkerung ist arbeitslos und leidet an Mangelern&#228;hrung. Nun   bombardieren die &#8222;Gef&#228;ngnisw&#228;rter&#8220; das Gef&#228;ngnis, was zum Tod von vielen   hunderten Pal&#228;stinenserInnen, einschlie&#223;lich Kindern, f&#252;hrt.<\/p>\n<p>  Ein UNO-Berichterstatter zu Lage der Menschenrechte sagte: &#8222;Israel   begeht eine schockierende Serie von Gr&#228;ueltaten, indem gegen eine   wehrlose Bev&#246;lkerung moderne Waffen eingesetzt werden, indem eine   Bev&#246;lkerung angegriffen wird, die &#252;ber mehrere Monate eine   schwerwiegende Blockade erdulden musste.&#8220;<\/p>\n<h4>  Reaktion&#228;re Rolle des Imperialismus<\/h4>\n<p>  Die Bev&#246;lkerung Gazas muss die H&#246;lle auf Erden durchmachen und es   besteht die Aussicht auf einen Krieg, der sich &#252;ber den ganzen Nahen   Osten ausweiten kann. Dabei haben die westlichen imperialistischen   M&#228;chte es bisher abgelehnt, die israelische Regierung zur Beendigung des   Blutbads zu zwingen. Sie haben nat&#252;rlich bei ihrer Besetzung des Irak   und Afghanistans eine &#228;hnliche Brutalit&#228;t an den Tag gelegt. Das Wei&#223;e   Haus hat sogar die Hamas f&#252;r die Angriffe verantwortlich gemacht und den   Raketenbeschuss der Hamas auf israelische St&#228;dte verurteilt.   Hinsichtlich der Bombardierungen durch Israel schweigt man jedoch wie   schon vor zwei Jahren im Libanon.<\/p>\n<p>  Es ist wahr, dass die westlichen M&#228;chte zu einem &#8222;humanit&#228;ren   Waffenstillstand&#8220; bzw. einer &#8222;Pause&#8220; der Bombardements aufgerufen haben.   Allerdings war Israel, das dies allem Anschein nach nun abgelehnt hat,   zu einem befristeten Waffenstillstand nur deshalb bereit, weil es mit   der Zeitplanung f&#252;r die eigenen milit&#228;rischen Absichten &#252;bereingestimmt   h&#228;tte &#8211; israelische Verb&#228;nde mussten f&#252;r eine eventuelle Bodenoffensive   an der Grenze erst noch zusammengezogen werden.<\/p>\n<p>  Die westlichen imperialistischen M&#228;chte beschreiben das Gemetzel der   israelischen Armee im besten Fall als &#8222;&#252;bertrieben&#8220; und   &#8222;unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig&#8220;. &#8222;Unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig&#8220; ist eine widerliche   Untertreibung. Seit Beginn der Bombenangriffe liegt das Verh&#228;ltnis der   toten Pal&#228;stinenserInnen zu den toten Israelis bei 100:1.<\/p>\n<p>  Die israelische herrschende Klasse schert sich nicht um die   BewohnerInnen der Ortschaften in der N&#228;he der Grenze zu Gaza, die der   Arbeiterklasse angeh&#246;ren. Sie nutzt aber ihre Notlage aus, um die   schlimmen Bombardierungen zu rechtfertigen, die in Wirklichkeit aus ganz   anderen Gr&#252;nden durchgef&#252;hrt werden. Im Hinblick auf die in ein paar   Wochen stattfindenden Wahlen f&#252;hlt sich die Regierung durch den Krieg   gegen den Libanon von 2006 gedem&#252;tigt, und sie ist von Fehlleistungen   und Skandalen befallen. Jetzt versucht sie sich mit Hilfe eines   gro&#223;angelegten Gemetzels an Pal&#228;stinenserInnen vor einer Niederlage bei   den im n&#228;chsten Monat stattfindenden Wahlen selbst zu retten. Um diesen   Krieg zu provozieren, hat die israelische Regierung den Waffenstillstand   mit Absicht gebrochen, als sie im November sechs Hamas-K&#228;mpfer t&#246;tete.<\/p>\n<p>  Zudem lenkt der Krieg die Aufmerksamkeit von den Auswirkungen der   weltweiten Wirtschaftskrise ab, da keine der etablierten Parteien,   welche allesamt dem Kapitalismus anh&#228;ngen, eine L&#246;sung parat h&#228;tte, die   Arbeitspl&#228;tze und den Lebensstandard garantieren kann.<\/p>\n<p>  Es ist m&#246;glich, dass das israelische Milit&#228;r eine Bodenoffensive nach   Gaza einleiten wird. Dieses Alptraum-Szenario w&#252;rde die Wut im ganzen   Nahen Osten explodieren lassen. Damit k&#246;nnte ein neuer regionaler Krieg   auf der Tagesordnung stehen. Das w&#252;rde f&#252;r die israelische herrschende   Klasse nichts l&#246;sen, die Verluste erleiden w&#252;rde und &#8211; einmal   einmarschiert &#8211; nicht so einfach dort wieder herausk&#228;me. Als man 1982 in   den Libanon einmarschierte, blieb man f&#252;r 18 Jahre.<\/p>\n<h4>  Die F&#252;hrer der Arabischen Liga<\/h4>\n<p>  Mahmud Abbas, Mubarak und die F&#252;hrer der Arabischen Liga verurteilen das   Massaker. An der Aushungerungsaktion der Bev&#246;lkerung Gazas durch die 16   Monate anhaltende israelische Belagerung waren sie aber mitschuldig.   Diese Regime f&#252;hren das Diktat des Imperialismus willf&#228;hrig aus.   Mubaraks Regime in &#196;gypten kollaborierte beim Freiheitsentzug der   Pal&#228;stinenserInnen, indem es den freien Warenaustausch und den   Grenz&#252;bertritt von Menschen an der &#228;gyptischen Grenze zu Gaza   verhindert. Mubarak traf die israelische Au&#223;enministerin Livni sogar   noch am Tag vor den israelischen Angriffen<\/p>\n<h4>  Massenhafter Widerstand ist entscheidend<\/h4>\n<p>  SozialistInnen verteidigen vollkommen das Recht der Pal&#228;stinenserInnen   auf bewaffnete Verteidigung gegen die brutale Besatzung. Viele   Pal&#228;stinenserInnen betrachten die Raketenangriffe auf israelische   Ortschaften als das beste Mittel f&#252;r den Widerstand, das es gibt. Diese   Angriffe k&#246;nnen den israelischen Staat jedoch nicht in die Knie zwingen.   Im Gegenteil f&#252;hren sie dazu, dass es f&#252;r die israelische Regierung   leichter ist, die Unterst&#252;tzung der israelischen Bev&#246;lkerung f&#252;r den   Krieg zu gewinnen.<\/p>\n<p>  Alle wichtigen Errungenschaften, die in der Geschichte des   pal&#228;stinensischen Befreiungskampfes erreicht wurden, waren das Ergebnis   von aktiver Mobilisierung der Massen der Pal&#228;stinenserInnen.   SozialistInnen rufen zur sofortigen Ausweitung von   Antikriegsdemonstrationen auf &#8211; im Nahen Osten wie international. Wir   rufen zu Massenaktionen auf, um die Grenzen zu durchbrechen, die Gaza   einschlie&#223;en &#8211; das schlie&#223;t pal&#228;stinensische wie &#228;gyptische   ArbeiterInnen mit ein, um die Grenze bei Rafah zu durchbrechen. Wir   rufen ebenso Israelis auf, auf israelischer Seite der Grenz&#252;berg&#228;nge   gegen die j&#252;ngsten Angriffe zu demonstrieren.<\/p>\n<h4>  Israelische Arbeiterklasse<\/h4>\n<p>  Die israelische Arbeiterklasse hat das Potenzial, sich in eine   kraftvolle und entscheidende Kraft gegen die israelische herrschende   Klasse zu entwickeln, welche zur&#252;ckgedr&#228;ngt werden muss, um sowohl die   Probleme der israelischen als auch die der pal&#228;stinensischen   ArbeiterInnen zu l&#246;sen.<\/p>\n<p>  In Israel kommt es zu einem schnell anwachsenden Klassengegensatz, wobei   die Reichen reicher werden und ein Drittel der Kinder heute in Armut   leben. Es existiert eine gewaltige Wut gegen&#252;ber der Regierung aufgrund   wirtschaftlicher Probleme und einer sich verschlechternden   Sicherheitslage. So lange sie von kapitalistischen Politikern regiert   werden, die naturgem&#228;&#223; ein Interesse daran haben, immer wieder den   nationalen Konflikt zu nutzen, werden israelische J&#252;dInnen niemals vom   permanenten Kreislauf der Gewalt befreit werden.<\/p>\n<h4>  Wir rufen auf:<\/h4>\n<p>  <i>F&#252;r das sofortige Ende der israelischen Angriffe. F&#252;r das sofortige   Ende der Belagerung. <\/i><\/p>\n<p>  <i>F&#252;r die Ausweitung von Demonstrationen gegen den Krieg im Nahen Osten   und international. <\/i><\/p>\n<p>  <i>Kein Vertrauen in die Weltm&#228;chte oder die UNO. Die pal&#228;stinensischen   Massen d&#252;rfen nur auf ihren eigenen Kampf vertrauen. <\/i><\/p>\n<p>  <i>Die pal&#228;stinensischen Massen m&#252;ssen zur Selbstverteidigung   mobilisiert werden. Es braucht massenhafte Aktionen, um die Grenzen zu   durchbrechen, die Gaza einschlie&#223;en. F&#252;r den Durchbruch der Grenze bei   Rafah mittels Massendemonstrationen auf beiden Seiten durch   pal&#228;stinensische und &#228;gyptische ArbeiterInnen. <\/i><\/p>\n<p>  <i>F&#252;r den Aufbau unabh&#228;ngiger Arbeiterorganisationen im ganzen Nahen   Osten, die sowohl die arbeitenden und armen Menschen verteidigen als   auch den Kampf gegen Unterdr&#252;ckung, Kapitalismus und Imperialismus   anf&#252;hren k&#246;nnen. <\/i><\/p>\n<p>  <i>F&#252;r die &#220;berwindung aller kapitalistischer Regime in den arabischen   Staaten und Israel. F&#252;r Arbeiter-Regierungen im Nahen Osten, die den   Kreislauf der Gewalt beenden und eine Gesellschaft nach den Bed&#252;rfnissen   der einfachen Leute aufbauen werden. Das bedeutet einen Kampf f&#252;r einen   demokratischen sozialistischen Nahen Osten.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Das Jahr 2009 beginnt mit dem Krieg der herrschenden Klasse Israels<br \/>\n      gegen die pal&#228;stinensische Bev&#246;lkerung im Gaza-Streifen. 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