{"id":12945,"date":"2009-01-10T00:00:00","date_gmt":"2009-01-10T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12945"},"modified":"2009-01-10T00:00:00","modified_gmt":"2009-01-10T00:00:00","slug":"12945","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2009\/01\/12945\/","title":{"rendered":"Abschaffung der Noten f&#252;r Vergleichsarbeiten"},"content":{"rendered":"<p>  Erfolg der Proteste von Eltern und Sch&#252;lerInnen in Baden-W&#252;rttemberg<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Am 20. Oktober gab das baden-w&#252;rttembergische Kultusministerium   bekannt, dass die Noten f&#252;r die Vergleichsarbeiten ab dem Schuljahr   2009\/2010 wieder abgeschafft werden. Damit reagierte es auf die immer   lauter ge&#228;u&#223;erte Wut von Eltern und Sch&#252;lerInnen.<\/b><\/p>\n<h4>  <i>von Tinette Schnatterer, Stuttgart<\/i><\/h4>\n<p>  Vergleichsarbeiten werden zentral in allen Schulen des Landes   geschrieben und der Stoff der letzten zwei Jahre abgefragt. In welchen   Stufen und in welchen F&#228;chern sie geschrieben werden, h&#228;ngt vom Schultyp   ab. Angeblich dienen sie dazu, sicherzustellen, dass die   Bildungsstandards an den Schulen eingehalten werden. Wer in den letzten   Jahren einen Fu&#223; in eine Schule gesetzt hat, wei&#223; aber, wie scheinheilig   diese Begr&#252;ndung ist. Um Bildungsstandards einzuhalten, braucht man   keine zus&#228;tzlichen Pr&#252;fungen, sondern ausreichend LehrerInnen, kleinere   Klassen und eine bessere Ausstattung der Schulen!<\/p>\n<h4>  Mega-Stress<\/h4>\n<p>  In der Praxis bedeuteten die Vergleichsarbeiten, dass gestresste Eltern   mit gestressten Sch&#252;lerInnen den Stoff von zwei Jahren pauken mussten.   Und das, obwohl der Leistungsdruck in den Schulen, nicht zuletzt durch   die Einf&#252;hrung von G8 (Abitur nach acht Jahren Gymnasium), sowieso   kontinuierlich gestiegen ist. Die GEW berichtet, dass in Grundschulen   Sch&#252;lerInnen durch den Stress heulend zusammengebrochen sind. Kein   Wunder, wenn von Zweitkl&#228;sslern pl&#246;tzlich erwartet wird, dass diese eine   90 Minuten dauernde Pr&#252;fung schreiben, in der ganz andere Bedingungen   gelten, als sie das sonst gewohnt sind.<\/p>\n<h4>  Ein Brief und seine Wirkung<\/h4>\n<p>  Im Fr&#252;hling platzte Ursel Beck, Mutter zweier Gymnasiasten und Mitglied   der SAV, der Kragen. In einem offenen Brief forderte sie den   Kultusminister Helmut Rau auf, die Vergleichsarbeiten sofort zur&#252;ck zu   nehmen. F&#252;r den Fall, dass die Arbeiten nicht abgeschafft werden,   stellte sie Rau in Aussicht, dass Eltern ihre Kinder ermutigen k&#246;nnten,   am n&#228;chsten Sch&#252;lerstreik teilzunehmen beziehungsweise einen Boykott der   n&#228;chsten Vergleichsarbeiten zu organisieren.<\/p>\n<p>  Dieser Brief traf die Wut vieler Eltern und schlug gro&#223;e Wellen. W&#228;hrend   der Kultusminister sich nat&#252;rlich nicht dazu &#228;u&#223;erte, meldeten sich   Eltern und Elterninitiativen aus dem ganzen Bundesland und der Brief   wurde in der GEW-Zeitung abgedruckt. Offensichtlich ist auch dem   Kultusministerium klar geworden, wie explosiv die Situation in den   Schulen gerade ist. Die Wut &#252;ber steigenden Pr&#252;fungsdruck, schlechte   Lernbedingungen und die Verk&#252;rzung der Schulzeit kommen zusammen. Die   Ank&#252;ndigung, die Noten f&#252;r die Vergleichsarbeiten zur&#252;ckzunehmen, kann   nur als Angst davor verstanden werden, was passiert, wenn Eltern und   Sch&#252;lerInnen sich gemeinsam wehren.<\/p>\n<p>  F&#252;r Eltern, LehrerInnen und Sch&#252;lerInnen ist es allerdings ein   ermutigendes Zeichen. Auf dem Sch&#252;lerstreik am 12. November konnte Ursel   Beck den 8.000 streikenden Sch&#252;lerInnen in Stuttgart deshalb zurufen:   &#8222;Der Elternprotest und Euer Streik waren es, die dazu gef&#252;hrt haben,   dass die Noten f&#252;r Vergleichsarbeiten abgeschafft wurden. Das zeigt:   Widerstand lohnt sich.&#8220; n<\/p>\n<h4>  Tinette Schnatterer ist Mitglied im Landesvorstand von Linksjugend   [&#8216;solid]<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Erfolg der Proteste von Eltern und Sch&#252;lerInnen in Baden-W&#252;rttemberg\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[48,78],"tags":[210],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12945"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12945"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12945\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12945"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12945"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12945"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}