{"id":12934,"date":"2008-12-25T00:00:08","date_gmt":"2008-12-25T00:00:08","guid":{"rendered":".\/?p=12934"},"modified":"2008-12-25T00:00:08","modified_gmt":"2008-12-25T00:00:08","slug":"12934","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/12\/12934\/","title":{"rendered":"2009: Krise, Widerstand, Marxismus"},"content":{"rendered":"<p>  Thesen der SAV-Bundesleitung<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  1.Der Weltkapitalismus steht am Beginn seiner schwersten Krise seit der   Gro&#223;en Depression, die 1929 begann. Diese Krise ist nicht nur eine   Wirtschaftskrise. Es ist auch eine soziale, politische und ideologische   Krise. Sie markiert das Ende der &#196;ra des deregulierten Kapitalismus und   der Dominanz der neoliberalen Ideologie (wenn auch nicht von Angriffen   neoliberalen Charakters, wie weiteren Privatisierungen und   Flexibilisierungen). Diese Periode wird abgel&#246;st durch eine Periode von   wirtschaftlicher Rezession und Stagnation, kapitalistischem   Krisenmanagement, politischem Chaos und sozialen Explosionen. In den   Worten des Financial Times-Kolumnisten Martin Wolf drohen &#8222;Nationalismus   und Revolution&#8220;. In marxistischer Terminologie &#252;bersetzt hei&#223;t das: wir   stehen vor einer Periode des Kampfes zwischen Revolution und   Konterrevolution, die sich ausgehend von der aktuellen Krise &#252;ber   Jahrzehnte erstrecken kann. Unsere Vorhersage, dass die Entwicklungen   der letzten Jahre in Lateinamerika die Zukunft Europas und anderer Teile   der Welt vorwegnahmen, wird sich best&#228;tigen. Das bedeutet vor allem,   dass der Sozialismus als Alternative zur kapitalistischen Krise wieder   auf die Tagesordnung kommt und sich die M&#246;glichkeiten zum Aufbau der SAV   und des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (CWI) qualitativ und   sprunghaft verbessern.<\/p>\n<p>  2.Es ist unm&#246;glich eine exakte Vorhersage &#252;ber Tiefe, Dauer und Verlauf   der Krise zu treffen. Wir k&#246;nnen festhalten, dass die Weltwirtschaft   auch im Januar 2009 noch am Beginn der Krise steht und diese tiefer sein   wird, als alle Krisen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Es handelt   sich nicht um eine Finanzkrise, sondern eine allgemeine Krise der   kapitalistischen Produktion, die ihre tiefere Ursache in der dem   kapitalistischen System immanenten Beschr&#228;nkung profitabler   Anlagem&#246;glichkeiten f&#252;r &#252;bersch&#252;ssiges Kapital hat, was zum Aufbau von   &#220;berkapazit&#228;ten und &#220;berproduktion f&#252;hrt. Die Aufbl&#228;hung der   Finanzm&#228;rkte war eine Folge des Mangels an profitablen   Anlagem&#246;glichkeiten in der Produktion und ist nicht die Ursache der   Krise. Die Krise erfasst alle Teile der Welt gleichzeitig. Keine   Volkswirtschaft, auch nicht China, wird die Rolle einer Lokomotive f&#252;r   die Welt&#246;konomie spielen k&#246;nnen. Dies erkennen auch die ernsthafteren   b&#252;rgerlichen &#214;konomen und Kommentatoren. Die Deutsche Bank hat in ihrer   neuesten Prognose aus dem Dezember 2008 auf die M&#246;glichkeit eines   R&#252;ckgangs des Bruttoinlandprodukts in Deutschland um vier Prozent   hingewiesen. Die deutsche Wirtschaft wird wegen ihrer starken   Exportabh&#228;ngigkeit, der enormen Bedeutung der Autoindustrie und dem   starken Abbau der L&#246;hne und Sozialleistungen in den letzten Jahren (was   den Binnenmarkt weiter eingeschr&#228;nkt hat) besonders stark von einer   weltweiten Rezession getroffen. Aber auch in der Weltwirtschaft gibt es   weiteres Potenzial f&#252;r neue Crashs und eine qualitative Vertiefung der   Krise hin zu einer Depression des Ausma&#223;es der drei&#223;iger Jahre, also   einem drastischen Fall des BIP von zehn Prozent oder mehr. Ein Platzen   der Blase der Kreditausfallversicherungen (CDS = Credit Default Swaps)   oder ein Absturz des Dollars und Zusammenbruch des Weltw&#228;hrungssystems   sind nur zwei davon. Das birgt auch die Gefahr von Bankrotten kleinerer   entwickelter und sogar gr&#246;&#223;erer osteurop&#228;ischer und neokolonialer   Staaten, wie wir es faktisch in Island sehen.<\/p>\n<p>  3.Eine weitere Folge der Krise wird die Zunahme inner-imperialistischer   Spannungen sein. Das gilt auch, wenn die imperialistischen Staaten   gleichzeitig versuchen werden, gemeinsame Ma&#223;nahmen gegen die Krise auf   den Weg zu bringen. Letztlich kann der Kapitalismus den Nationalstaat   nicht &#252;berwinden und suchen, gerade in Zeiten der Krise, die Konzerne   den Schutz &quot;ihres&quot; Nationalstaates. Das wird auch die Gefahr von Kriegen   und milit&#228;rischen Konflikten weiter erh&#246;hen, auch wenn die USA unter   einer Obama-Pr&#228;sidenschaft einen eher multilateral-diplomatischen Kurs   in der Au&#223;enpolitik einschlagen werden. Stellvertreterkriege, wie in   Georgien oder im Kongo, werden tendenziell zunehmen.<\/p>\n<p>  Die Weltwirtschaftskrise stellt auch die Zukunft des Euro in Frage.   W&#228;hrend im Moment in einigen kleineren Staaten der EU der Gedanke   zunimmt, der Euro biete einen gewissen Schutz vor der Krise (z.B. in   D&#228;nemark), so werden gerade die m&#228;chtigeren EU-Staaten den Euro als   Ballast empfinden, der sie in ihrer Reaktion auf die Krise einschr&#228;nkt.   Dementsprechend ist es m&#246;glich, dass einzelne Staaten, m&#246;glicherweise   sogar Deutschland, aus dem Euro als gemeinsamer W&#228;hrung aussteigen oder   es zu einer Verkleinerung der Euro-Zone kommt.<\/p>\n<p>  Ebenso wird die Umweltzerst&#246;rung durch die Weltwirtschaftskrise zunehmen   und die Bedrohung der Lebensgrundlagen der Menschheit gr&#246;&#223;er. Die   Debatten um CO2-Emmissionen in Europa sind ein erster Ausdruck davon,   dass die Krise auch auf dem R&#252;cken der Umwelt ausgetragen wird.<\/p>\n<p>  4.Die Kapitalistenklassen haben weltweit relativ schnell und deutlich   auf die Krise reagiert. Sie haben das neoliberale Dogma frei nach dem   Motto &#8222;was schert mich mein Geschw&#228;tz von gestern&#8220; &#252;ber Bord geworfen   und sind zu keynesianischer Wirtschaftspolitik &#252;bergegangen, um ihr   System zu retten. Die gro&#223;en Rettungspakete f&#252;r angeschlagene Banken,   staatliche Investitionsprogramme und Verstaatlichungen von Banken in   einigen L&#228;ndern werden die Krise nicht beenden, k&#246;nnen sie aber   m&#246;glicherweise abmildern. Doch selbst wenn das gelingt, st&#252;nde der   Weltwirtschaft wahrscheinlich eine lange Phase von Rezession und   Stagnation bevor, vergleichbar mit der Entwicklung Japans in den   neunziger Jahren &#8211; mit dem Unterschied, dass Japan ein einzelnes Land   mit gr&#246;&#223;eren finanziellen Reserven und der M&#246;glichkeit von   Exportsteigerung war, w&#228;hrend nun die ganze Welt zeitgleich betroffen   ist. Am Ende dieser Phase im Jahr 2001 betrachteten sich ein Drittel der   JapanerInnen als arm und ein Viertel hatten keinerlei Sparr&#252;cklagen   mehr. Keynesianische Ma&#223;nahmen m&#246;gen die Krise kurzfristig abfedern   k&#246;nnen und eine tiefe Depression verhindern k&#246;nnen, sie verschieben   wirtschaftliche Probleme aber nur in die Zukunft und bereiten so gr&#246;&#223;ere   Krisen vor.<\/p>\n<p>  5.Die sozialen Folgen der Krise sind kaum absehbar. Auch wenn   kapitalistische Regierungen mit keynesianischen Ma&#223;nahmen versuchen   werden, Arbeitspl&#228;tze zu erhalten und den Konsum zu stimulieren, werden   sie einen drastischen Anstieg der Massenarbeitslosigkeit und die   Verarmung breiter Teile der Arbeiterklasse und der Mittelschichten nicht   verhindern k&#246;nnen. Das gilt f&#252;r die entwickelten kapitalistischen   Staaten, die sich staatliche Investitionsprogramme leisten k&#246;nnen. F&#252;r   die Massen der neokolonialen Welt wird sich eine Situation entwickeln,   die die Hungerkrisen der letzten zw&#246;lf Monate als harmlos erscheinen   lassen wird.<\/p>\n<p>  Die Internationale Arbeitsorganisation rechnet mit zwanzig Millionen   neuen Erwerbslosen durch die Krise, was wahrscheinlich eine moderate   Sch&#228;tzung ist. In den USA wurden alleine im November 2008 eine halbe   Million ArbeiterInnen entlassen. Auch in Deutschland wird sich   wiederholen, was wir in jeder Rezession der Nachkriegszeit gesehen   haben: einen drastischen Anstieg der Erwerbslosenzahlen. &#196;hnlich wie in   der Vergangenheit der Bergbau und die Stahlindustrie betroffen waren,   werden es jetzt unter anderem die Auto- und Chemieindustrie sein und   damit die schweren Bataillone der Arbeiterklasse. Doch mehr als in der   Vergangenheit werden ganze Existenzen zerst&#246;rt, da aufgrund von   Verschuldung und dem schnellen Abrutschen ins ALG II eine weitgehende   Verarmung droht und Ersatzarbeitspl&#228;tze nicht in Sicht sind. Das ist ein   Rezept f&#252;r bittere und mit harten Bandagen gef&#252;hrte Abwehrk&#228;mpfe.<\/p>\n<p>  6.Diese Krise wird enorme Auswirkungen auf die Entwicklung des   Bewusstseins in der Arbeiterklasse und der Jugend und auf den Verlauf   der Klassenk&#228;mpfe haben. Selbst wenn, insbesondere ein schneller und   tiefer wirtschaftlicher Einbruch, die Arbeiterklasse f&#252;r eine   vor&#252;bergehende Zeit in einen Zustand der Schockstarre versetzen kann,   wird gleichzeitig eine Ver&#228;nderung des Denkens und des Bewusstseins   stattfinden. Die Kapitalisten und ihre Medien selber haben in den   letzten Monaten das Gespenst des Sozialismus wieder herauf beschworen.   Die staatlichen Eingriffe und Verstaatlichungen bei Banken, aber auch   die staatliche B&#252;rgschaft f&#252;r Opel, werden dazu f&#252;hren, dass   ArbeiterInnen &#228;hnliche Ma&#223;nahmen zur Rettung ihrer Betriebe fordern   werden. Es entwickelt sich eine ganz neue Offenheit f&#252;r sozialistische   Ideen und eine wachsende Minderheit zieht &#8222;von selbst&#8220; sozialistische   Schlussfolgerungen. Das gro&#223;e Interesse an den Kapital-Lesekreisen und   marxistischer Literatur sind darauf nur ein Hinweis. Dabei darf nicht   vergessen werden, dass sich diese Entwicklung vor dem Hintergrund einer   jahrelangen Legitimationskrise der kapitalistischen Parteien und   Institutionen vollzieht. Schon in den letzten Jahren ist das Vertrauen   in die b&#252;rgerliche Ordnung drastisch gesunken, hat sich ein Bewusstsein   gegen Neoliberalismus und Konzernherrschaft entwickelt und ist die   Offenheit f&#252;r antikapitalistische und sozialistische Ideen gewachsen.   Wie wir vorher gesagt haben, entwickelt sich daraus nun ein   antikapitalistisches Bewusstsein bei breiten Teilen der Arbeiterklasse   und der Jugend.<\/p>\n<p>  Das bedeutet aber nicht, dass die Massen eine geradlienige und schnelle   Entwicklung zu revolution&#228;ren Schlussfolgerungen und der bewussten   Unterst&#252;tzung des Marxismus machen werden. Es wird auch Illusionen in   die keynesianischen Ma&#223;nahmen von Regierungen und in die reformistischen   Angebote von Teilen der Gewerkschaftsf&#252;hrung und der LINKEn geben. Die   Arbeiterklasse insgesamt wird erst Erfahrungen mit dem Scheitern dieser   Konzepte und mit gro&#223;en K&#228;mpfen machen m&#252;ssen, bevor sie revolution&#228;re   Schlussfolgerungen zieht. Eine Minderheit zieht diese schneller und wenn   es uns gelingt diese Minderheit zu organisieren, k&#246;nnen wir durch den   Aufbau einer starken marxistischen Kraft den gesamten Prozess   beschleunigen. Zur Zeit ist die mangelnde Aktivit&#228;t der Arbeiterklasse   noch eine Barriere f&#252;r die Gewinnung von mehr ArbeiterInnen und   Jugendlichen zum Marxismus, da oftmals die Vorstellungskraft fehlt, dass   die Arbeiterklasse kollektiv handeln und die Gesellschaft ver&#228;ndern   kann. Sobald sie aber in Bewegung ger&#228;t und der Gesellschaft ihren   Stempel aufdr&#252;ckt, wie wir es ansatzweise zum Beispiel beim Streik der   Lokf&#252;hrer gesehen haben, wird sich das &#228;ndern.<\/p>\n<p>  7.Gleichzeitig wird die gesellschaftliche und politische Polarisierung   zunehmen und werden Nationalismus und Rassismus auch zunehmen k&#246;nnen.   Die Gefahr des Anwachsens neofaschistischer Gruppen oder der Entstehung   einer rechtspopulistischen Kraft in Deutschland existiert. Wie weit sich   das entwickeln kann h&#228;ngt nicht zuletzt von der F&#228;higkeit der   Arbeiterklasse, sich kollektiv gegen die Folgen der Krise zu wehren und   von der Entwicklung der Partei DIE LINKE ab.<\/p>\n<p>  8.Die Tatsache, dass die deutsche Arbeiterklasse eine frische Erfahrung   mit den Folgen der, vergleichweise schw&#228;cheren, Rezession von 2001 bis   2003 hat und in der Folge eine Reihe von K&#228;mpfen und   Massenmobilisierungen durchlaufen hat und die Existenz der LINKEn, die   zumindest ein reformistisches Angebot von Links macht, machen es   wahrscheinlicher, dass in Deutschland keine starke oder anhaltende   L&#228;hmung des Widerstands einsetzen wird, sondern wir im Jahr 2009   Bewegungen und betriebliche K&#228;mpfe sehen werden und die politische   Reaktion der Arbeiterklasse auf die Krise nach links geht. Umso   wichtiger ist es, dass wir in der Partei DIE LINKE einen marxistischen   Pol aufbauen und den Kampf gegen die Politik der Regierungsbeteiligung   mit pro-kapitalistischen Parteien fortsetzen und gleichzeitig   Initiativen zum konkreten Widerstand ergreifen, wo wir dazu die   Gelegenheit haben. Wir m&#252;ssen erkl&#228;ren und, im Rahmen unserer   M&#246;glichkeiten, ein Beispiel daf&#252;r geben, mit welcher Politik DIE LINKE   sich zu einer Massenpartei aufbauen k&#246;nnte, die in der Arbeiterklasse   einen Mehrheit f&#252;r Sozialismus erreichen kann.<\/p>\n<p>  9.Diese Krise wird, fr&#252;her oder sp&#228;ter, weltweit zu einem Aufschwung von   Klassenk&#228;mpfen, von revolution&#228;ren Bewegungen und von der politischen   Selbstorganisation der Arbeiterklasse f&#252;hren. Auch wenn es keinen   unmittelbaren Automatismus zwischen Krise und Klassenkampf gibt, zeigen   viele Beispiele aus der Geschichte, welche K&#228;mpfe durch eine   Wirtschaftskrise ausgel&#246;st werden k&#246;nnen: die erste Weltwirtschaftskrise   nach dem Zweiten Weltkrieg zu Beginn der 1970er Jahre f&#252;hrte unter   anderem zu revolution&#228;ren Massenbewegungen in S&#252;deuropa und dem   Wiederaufbau sozialistischer und kommunistischer Massenparteien. Die   sogenannte Asienkrise 1997\/98 f&#252;hrte unter anderem zum Sturz des   Suharto-Diktatur in Indonesien und war ein Faktor bei der Ausl&#246;sung des   revolution&#228;ren Prozesses in Venezuela und anderen lateinamerikanischen   L&#228;ndern. Die Rezession der Jahre 2001 bis 2003 und ihre Folgen in   Deutschland f&#252;hrten nicht nur zu den gro&#223;en Demonstrationen am 1.11.2003   und 3.4.2004 und der Bewegung der Montagsdemonstrationen, sondern auch   zum selbst&#228;ndig gef&#252;hrten Streik der Belegschaft bei Opel-Bochum und zur   Gr&#252;ndung der WASG als erstem Schritt zu einer neuen Arbeiterpartei.   Solche Entwicklungen werden durch die aktuelle Krise auf einem h&#246;heren   Niveau stattfinden.<\/p>\n<p>  10.Wir sehen international und in Deutschland erste Hinweise auf   Politisierung, Bewegungen und Klassenkampf. Die Massenbewegung in Irland   gegen K&#252;rzungen der Regierung ersch&#252;ttert das Land. Italien wird Zeuge   der gr&#246;&#223;en Protestbewegung im Bildungsbereich seit vielen Jahren. Vor   allem zeigt aber Griechenland, welche Explosivit&#228;t und Dynamik die neue   Weltlage mit sich bringt. Die Erschie&#223;ung des 15-j&#228;hrigen Alexis   Grigoropoulos war der Tropfen, der das Fass zum &#220;berlaufen brachte und   eine Rebellion der griechischen Jugend ausl&#246;ste, die die Regierung zu   Fall bringen kann. &#196;hnliche Jugendrebellionen und Bewegungen, die ohne   eine klare Perspektive der Arbeiterbewegung auch zu vermehrten Krawallen   f&#252;hren k&#246;nnen, k&#246;nnen in vielen L&#228;ndern ausbrechen. In Deutschland haben   wir die gro&#223;en Sch&#252;lerstreiks, aber auch die gro&#223;en Demonstrationen   gegen den Ausbau des &#220;berwachungsstaates, gegen den Castor-Transport und   gegen die &#196;nderung des Versammlungsgesetzes in Baden-W&#252;rttemberg   gesehen, was Ausdruck der zunehmenden Jugendradikalisierung ist. Die   Betriebsbesetzung bei HWU in Schleswig-Holstein ist ebenso ein Hinweis   auf die Radikalit&#228;t und Form zuk&#252;nftiger K&#228;mpfe.<\/p>\n<p>  11.All das bedeutet nach zwei Jahrzehnten endlich wieder deutlichen   R&#252;ckenwind f&#252;r den Marxismus und die M&#246;glichkeit, die SAV schneller und   sprunghaft aufzubauen und den Einfluss des Marxismus in der   Arbeiterklasse und der Jugend qualitativ auszudehnen. Die SAV steht   unter anderem f&#252;r folgende Ideen: der Kampf f&#252;r Verstaatlichung der   Schl&#252;sselindustrien unter Arbeiterkontrolle und -verwaltung, die   Notwendigkeit die aktuellen K&#228;mpfe unmittelbar mit dem Kampf f&#252;r   Sozialismus zu verbinden, demokratische und kooperative Planung der   Wirtschaft als Alternative zur kapitalistischen Konkurrenz,   Facharbeiterlohn f&#252;r Funktion&#228;re und Opposition gegen (stalinistischen)   B&#252;rokratismus, die Verallgemeinerung von K&#228;mpfen auf nationaler und   internationaler Ebene, die Notwendigkeit eines eint&#228;gigen Generalstreiks   in Deutschland als erstem Schritt dahin.<\/p>\n<p>  Wir sind ein aktiver Bestandteil in Gewerkschaften, dem sozialen   Widerstand, der Partei DIE LINKE und der Linksjugend[&quot;solid] und treten   dort f&#252;r eine k&#228;mpferische Politik auf der Basis eines sozialistischen   Programms ein. Wir unterst&#252;tzen linke und oppositionelle   Betriebsgruppen, sind aktiver Teil der Sch&#252;lerstreiks und nehmen an den   Vorbereitungen f&#252;r eine zentrale bundesweite Protestdemonstration gegen   die kapitalistische Krise teil. Wir verbreiten marxistische Ideen durch   Veranstaltungen, Lesekreise und verschiedene Publikationen.<\/p>\n<p>  Wir rufen alle Mitglieder und Unterst&#252;tzerInnen der SAV dazu auf, dass   Jahr der Krise zu einem Jahr des Widerstands und des Aufschwungs f&#252;r den   Marxismus zu machen. Werdet Mitglied der SAV! Spendet f&#252;r unsere Arbeit!   Werdet mit uns aktiv im Kampf f&#252;r eine sozialistische Demokratie!<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Thesen der SAV-Bundesleitung\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[104,127],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12934"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12934"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12934\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12934"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}