{"id":12928,"date":"2008-12-13T00:00:00","date_gmt":"2008-12-13T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12928"},"modified":"2008-12-13T00:00:00","modified_gmt":"2008-12-13T00:00:00","slug":"12928","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2008\/12\/12928\/","title":{"rendered":"Griechenland: Massenmobilisierung h&#228;lt an"},"content":{"rendered":"<p>  Wie kann die Bewegung weiter kommen?<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h4>  <i>von Takis Giannopoulos, Xekinima (Schwesterorganisation der SAV und   Sektion des CWI in Griechenland), 12. Dezember 08<\/i><\/h4>\n<p>  Nach dem Generalstreik am Mittwoch, 10. Dezember, wird die Situation in   Griechenland den siebten Tag in Folge von Jugendlichen und der sozialen   Revolte bestimmt.<\/p>\n<p>  Der Generalstreik vom vergangenen Mittwoch war der vierte in diesem Jahr   und der zweite in den letzten zwei Monaten. Er war ein gro&#223;artiger   Erfolg, angesichts von Tausenden, die an diesem Tag durch Athen,   Saloniki und andere St&#228;dte zogen. Und dies war insbesondere wichtig,   weil die massiven Verw&#252;stungen und Pl&#252;nderungen anarchistischer Gruppen   Montagnacht dazu f&#252;hrten, Leute aus Angst vor Zusammenst&#246;&#223;en mit der   Polizei und Angriffen auf DemonstrantInnen usw. von der Teilnahme   abzuschrecken. Die Regierung nahm Kontakt zu GSEE und ADEDY (den gr&#246;&#223;ten   Gewerkschaftsverb&#228;nden der ArbeiterInnen im privaten und &#246;ffentlichen   Sektor) auf und bat sie, aufgrund der Tatsache, dass es an jedem der   letzten vier Tage &#252;berall zu Demonstrationen und Angriffen auf   Polizeistationen durch w&#252;tende Jugendliche gekommen ist, die   Mobilisierung f&#252;r den Generalstreik auszusetzen. Die   Gewerkschaftsf&#252;hrungen lehnten es ab, den Streik abzusagen, doch sie   strichen die Demo und riefen ausschlie&#223;lich zu einer Kundgebung auf dem   zentralen Platz Athens und in anderen St&#228;dten auf. Doch SYRIZA   (Koalition der radikalen Linken) und die KKE (Kommunistische Partei)   organisierten ihre eigenen Demos. SYRIZA marschierte zu der von den   Gewerkschaften organisierten Kundgebung, w&#228;hrend die KP ihrer eigenen   Route folgte.<\/p>\n<p>  In einem Versuch, die Leute davon abzuhalten, auf die Stra&#223;e zu gehen,   verbreitete die Regierung das Ger&#252;cht, dass sie dar&#252;ber nachdenke, den   Ausnahmezustand auszurufen und die Armee in die Stra&#223;en der Gro&#223;st&#228;dte   zu entsenden. Trotz dieser Ger&#252;chte fanden die Kundgebungen statt und   wurden zu einem massigen Erfolg.<\/p>\n<p>  Viele Menschen kamen zum ersten Mal in ihrem Leben zu einer Kundgebung.   Es gab Beispiele von Gesch&#228;ftsf&#252;hrern oder Besitzern kleiner   Unternehmen, die gemeinsam mit ihren Besch&#228;ftigten an den Kundgebungen   teilnahmen. ApothekerInnen verteilten beispielsweise bei F&#228;llen von   Polizeiangriffen mit Tr&#228;nengas und anderen Chemikalien kostenlos   Mundschutz und Medikamente an die DemonstrantInnen.<\/p>\n<p>  Es herrschte eine sehr k&#228;mpferische Stimmung &#8211; ganz im Gegensatz zu den   Reden der F&#252;hrungsebene der Gewerkschaften, die die PASOK   (&#8222;Panhellenische Bewegung&#8220;; gr&#246;&#223;te Oppositionpartei) und die ND (&#8222;Neue   Demokratie&#8220;) repr&#228;sentieren, welche gro&#223;e Angst haben und zu   beschwichtigen versuchen. Das einzige, was in den Reden gefordert wurde,   war eine weitere Demo, aber kein weiterer Streik f&#252;r den Tag, an dem um   Weihnachten herum der Haushalt im Parlament verabschiedet werden soll.   Und das zu einer Zeit, da es in der Gesellschaft eine allgemeine   Stimmung gibt, diese Regierung zu beenden und sie abzusetzen.<\/p>\n<p>  Die Kundgebungen waren absolut friedlich. Keine Besch&#228;digungen, keine   Angriffe auf Geb&#228;ude, Motorr&#228;der, Autos, keine Pl&#252;nderungen und keine   Zusammenst&#246;&#223;e mit der Polizei. Das zeigt die vollkommen andere Haltung   der Arbeiterklasse im Vergleich zu den anarchistischen Gruppen und   einigen ultra-linken Gruppierungen, die die Polytechnische Hochschule   und das Justizministerium besetzt halten, h&#228;ufig Angriffe gegen die   Polizei durchf&#252;hren und eine &#8222;Revolution&#8220; ausrufen (vor allem nach den   Ausschreitungen von Montagabend).<\/p>\n<p>  Nach Ende der Kundgebungen am Mittwoch kam es zu vereinzelten   Zusammenst&#246;&#223;en zwischen anarchistischen Gruppen und der Polizei,   allerdings zu nichts Gro&#223;em au&#223;er den &#252;blichen Scharm&#252;tzeln. Innerhalb   der Linken in Griechenland gibt es gro&#223;e Diskussionen &#252;ber die   Ausschreitungen. Xekinima (das CWI in Griechenland) versteht die Wut der   Jugendlichen, die Steine auf die Polizei werfen, vollkommen. Wir   erkl&#228;ren aber, dass die St&#228;rke der Bewegung die gro&#223;e Masse ist.   Gruppen, die als einziges Ziel den &#8222;Guerrillakrieg&#8220; mit der Polizei in   den Stra&#223;en f&#252;hren wollen oder &#8211; noch schlimmer &#8211; vor haben, alles zu   pl&#252;ndern und zu zerst&#246;ren, k&#246;nnen nur eine kontraproduktive Rolle   spielen, weil sie das Potenzial f&#252;r den Aufbau einer massenhaften,   vereinten Bewegung der Arbeiterklasse untergraben, die die einzige Kraft   darstellt, die einen Weg vorw&#228;rts sicherstellen kann.<\/p>\n<p>  Das Wichtigste ist jetzt, zu sehen, wie die Massenbewegung vorw&#228;rts   kommen kann. Gestern, am Donnerstag, sind die Sch&#252;lerInnen und   Studierenden durch die Stra&#223;en gezogen. Es gibt keine zentrale   Koordinierung aller Sch&#252;lerInnen, weshalb es zahlreiche &#246;rtliche   Mobilisierungen gab. Die besser organisierten, wenn auch in sich stark   gespaltenen Studierenden haben f&#252;r heute zu Kundgebungen aufgerufen. Es   gibt den Aufruf zu einer &#8222;allgemeinen landesweiten Bildungskundgebung&#8220;   in Athen am kommenden Donnerstag, dem 18. Dezember, den Xekinima voll   unterst&#252;tzt.<\/p>\n<p>  Sch&#252;lerInnen und Studierende k&#246;nnten als Katalysator zur Fortsetzung der   Bewegung wirken. LehrerInnen aller Schulformen stehen bereit, sich ihnen   anzuschlie&#223;en. Es ist m&#246;glich, dass sich in den n&#228;chsten Tagen eine   breite Jugend- und Bildungsbewegung entwickelt, die ein Beispiel liefert   und dem Rest der Gesellschaft eine Richtung geben mag. Die wichtigste   Aufgabe f&#252;r die Kr&#228;fte der Linken im Allgemein ist es daher, in diesem   Sinne F&#252;hrung anzubieten. Xekinima richtet seine Anstrengungen an dieser   Aufgabe aus.<\/p>\n<p>  Die gr&#246;&#223;te H&#252;rde f&#252;r die weitere Entwicklung der Bewegung ist einerseits   die Rolle der von der PASOK kontrollierten Gewerkschaften und   andererseits die Tatsache, dass die Parteien der Linken gespalten sind,   vor allem aufgrund der Rolle der KP, die ihren Hauptgegner nicht in der   herrschenden Klasse, dem kapitalistischen Staat und der Regierung,   sondern in SYRIZA sieht.<\/p>\n<h5>  Xekinima f&#252;hrt deshalb eine Kampagne:<\/h5>\n<p>  <i>&#8211; f&#252;r die Entwicklung einer neuen Welle von Besetzungen in Schulen   und Universit&#228;ten, <\/i><\/p>\n<p>  <i>f&#252;r einen Generalstreik, zu dem der griechische Gewerkschaftsbund   noch vor Weihnachten aufrufen muss, <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; f&#252;r eine Einheitsfront der Linken, um die Bewegung voran zu   bringen, <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; daf&#252;r, dass SYRIZA in der n&#228;chste Woche in allen St&#228;dten zu eigenen   Veranstaltungen aufruft, <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; den Aufbau von Kampf-Komitees (Aktionskomitees) in allen Regionen,   so wie sich der Kampf entwickelt, die alle Schichten mit einbezieht, <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#8211; den Sturz der Regierung, die im Parlament an einer   Ein-Stimmen-Mehrheit h&#228;ngt, und die ersetzt werden muss durch eine linke   Regierung, die die Bewegung der Jugendlichen und der Arbeiterklasse   widerspiegelt und auf einem sozialistischen Programms basiert.<\/i><\/p>\n<p>  <b>Homepage von Xekinima: <a href=\"http:\/\/www.xekinima.org\">www.xekinima.org<\/a><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Wie kann die Bewegung weiter kommen?\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[44],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12928"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12928"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12928\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12928"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12928"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12928"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}